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gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Als Black Box bezeichnet man in Kybernetik und Systemtheorie ein geschlossenes System von potenziell hoher Komplexität. Aufgrund des Unwissens über die innere Struktur der Black Box beschränkt man sich bei ihrer Untersuchung auf die Messung der Input-Output-Beziehungen (EVA-Prinzip).
WortherkunftDer Begriff Black Box (engl. schwarze Kiste) stammt ursprünglich aus der militärischen Fernmeldetechnik und bezeichnete erbeutetes Feindgerät, das wegen der möglicherweise darin enthaltenen Sprengladung nicht geöffnet werden durfte. ÜbersichtAllgemein ist eine Black Box ein Objekt, dessen innerer Aufbau und innere Funktionsweise unbekannt sind oder als nicht von Bedeutung erachtet werden. Von Interesse ist vielmehr nur das Verhalten der Black Box, die über definierte Schnittstellen eine bestimmte sicherstellt. Die Motivation bei der Verwendung des Begriffs tendiert zu das Innere interessiert (jetzt) nicht, auch wenn er manchmal im Sinn von wir wissen es (sowieso) nicht verwendet wird. Diese Herangehensweise wird oft verwendet, um die Komplexität des Beobachtungsgegenstandes zu reduzieren. Das bewusste Weglassen von detaillierterer Information (Tiefeninformation) wird auch als Geheimnisprinzip bezeichnet. Der Systembearbeiter erhält dadurch einen energetischen Vorteil, den er für andere (theoretische und praktische) Belange verwenden kann.
In der Systemtheorie wird die Black-Box-Betrachtungsweise methodisch eingesetzt, indem zur Analyse des Systemverhaltens lediglich die Beziehung zwischen Reiz bzw. Input und Reaktion bzw. Output analysiert wird. Kausalität ist dabei nicht vorausgesetzt, sondern eine vereinfachende Annahme. Idealerweise erlaubt die mathematische Beschreibung dieser Beziehungen Rückschlüsse auf das Substrat und die Art der Verschaltungen der Signale innerhalb des Systems. AnwendungTypische Form des Black-Box-Modells ist die Modularisierung. Erfolgreich angewendet wird diese Methode bei elektronischen Schaltkreisen, neuronalen Systemen (Neuronale Netze, Einzelneuronen) Als Eingangsreize werden analytisch leicht analysierbare Signalformen wie z. B. sinusoidale Signale gewählt. Als Zwischenstadium der Analyse werden so genannte Ersatzschaltbilder konstruiert, in denen verschiedene elektronische Filter dem Systemverhalten entsprechend miteinander verschaltet werden. Daneben findet die Methode in zahlreichen numerisch-mathematischen Verfahren Anwendung. Datenkapselung in der Programmierung und der Black-Box-Test bei der Software-Entwicklung sind Methoden der Softwareentwicklung. Aus Sicht der organisatorischen Verantwortlichkeit wird von einer Black Box gesprochen, um etwa zu verdeutlichen, dass ein Wartungstechniker für gewisse innere Funktion eines Bauteils nicht zuständig ist - im Falle des Versagens soll es nur im Ganzen ausgetauscht werden. Literatur
Siehe auchen:Black box es:Caja negra eo:Nigra skatolo (Sistemiko) he:קופסה שחורה ja:ブラックボックス ru:Чёрный ящик sk:Čierna skrinka (všeobecný pojem) sl:Črna škatla sr:Црна кутија sv:Svart låda ta:கறுப்புப் பெட்டி zh:黑箱 Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Black Box (Systemtheorie) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
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