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gulli:lexikon » Master Boot Record
gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Der Master Boot Record (kurz: MBR) ist bei BIOS-basierten Computern der x86-Architektur der erste Datenblock (512 Byte) eines in Partitionen aufgeteilten Speichermediums, wie beispielsweise einer Festplatte. Der MBR enthält eine Partitionstabelle, die die Aufteilung des Datenträgers beschreibt, und einen Boot-Loader, ein Programm, das ein Betriebssystem auf einer der Partitionen startet. Speichermedien, die nicht in Partitionen unterteilt sind, z. B. Disketten oder CDs, enthalten keinen MBR. Hier wird der erste Datenblock als Bootsektor oder auch Boot Record bezeichnet. Da der MBR eine Partitionstabelle enthält, hat er die Eigenschaften eines Partitionssektors. Ein Löschen oder ein Defekt am MBR führt dazu, dass der Computer überhaupt nicht mehr booten kann bzw. die Partition falsch erkennt und in der Folge das Betriebssystem oder Daten nicht mehr findet.
Historische EntwicklungZunächst waren Speichermedien nicht in Partitionen unterteilt und enthielten an Position 0:0:1 (Kopf 0, Spur 0, Sektor 1) den Bootsektor. Diese Konvention sollte bei Festplatten mit mehreren Betriebssystemen nicht verletzt werden. Daher wurde die Partitionstabelle am Ende des Bootsektors platziert. Die Funktion des Boot-Loaders wurde so ergänzt, dass er die Partitionstabelle auswertet. Aufbau des MBR
Boot-LoaderDer Boot-Loader ist ein kleines Programm, das vom BIOS aufgerufen wird. Im Normalfall sucht dieses in der Partitionstabelle nach einer „aktiven Partition“, lädt den Boot-Sektor der ersten aktiven Partition und führt diesen aus. Dadurch wird dann das eigentliche Betriebssystem geladen. Es existieren auch Bootmanager, die sich nicht an diese Konvention halten und stattdessen ein Auswahlmenü oder ähnliches anzeigen und so z. B. das Booten von beliebigen Partitionen erlauben. Ein fehlender oder defekter Boot-Loader führt dazu, dass von der Festplatte überhaupt nicht gebootet werden kann, selbst wenn in einer der Partitionen ein Betriebssystem mit intaktem Bootsektor vorhanden ist. Disk-SignaturDie Disk-Signatur wird von Windows 2000 und XP verwendet, um Festplatten, die mit einer klassischen Partitionstabelle versehen sind (im Microsoft-Jargon Basisdatenträger), eindeutig zu identifizieren. Dadurch ist die Disk-Signatur z. B. bei der Zuordnung von Laufwerksbuchstaben zu Festplattenpartitionen von entscheidender Bedeutung: Während frühere Windows-Versionen auf die vom DOS-Unterbau ermittelten Laufwerksbuchstaben zurückgreifen, sind diese Zuordnungen ab Windows 2000 in Registry-Schlüsseln, u. a. HKLM\SYSTEM\MountedDevices, gespeichert. Bei bestimmten System-Konstellationen wird die Disk-Signatur auch in der Datei boot.ini verwendet, die Teil des Boot-Loaders von Windows NT (NTLDR) ist.<ref> Microsoft Knowledge-Base, Artikel 227704: Windows May Use Signature() Syntax in the Boot.ini File. bzw. Windows 2000 verwendet Syntax „Signature()“ in Datei „Boot.ini“.</ref> Windows vergibt die Disk-Signatur bei der Initialisierung einer neuen Festplatte. Insbesondere nach Festplatten- oder Partitions-Backups können Probleme auftauchen, die mit der Disk-Signatur zusammenhängen:
Der Befehl Der Linux-Befehl PartitionstabelleDie Partitionstabelle gibt Auskunft über die Partitionen auf einem Datenträger. Ist sie fehlerhaft oder fehlt sie gar vollständig, ist der Zugriff auf die Daten der Partitionen nicht ohne weiteres möglich. In vielen Fällen lässt sich jedoch die Partitionstabelle mit Programmen wie Testdisk wiederherstellen. Der Eintrag jeder Partition enthält eine CHS-Adresse sowie eine 32-Bit-lange LBA-Adresse. Dadurch lassen sich mit herkömmlichen Partitionstabellen maximal etwa 8 GiB (CHS) oder 2 TiB (LBA mit 32 Bit) große Festplatten nutzen. MBR-SignaturDie MBR-Signatur (auch Magic Number genannt) besteht aus den 2 Byte 55hex und AAhex. Auf Little-Endian-Systemen wird dies als 16-Bit-Zahl AA55hex interpretiert. Ist die Signatur vorhanden, so geht das BIOS davon aus, dass ein gültiger MBR vorhanden ist. Wird die Signatur nicht gefunden, vermutet das BIOS einen neuen bzw. gelöschten Datenträger. Der Bootvorgang wird dann abgebrochen und eine Fehlermeldung, etwa „ Auch bei Datenträgern, die nicht zum Booten verwendet werden, kann eine fehlende Signatur Auswirkungen haben. Es gibt BIOS-Versionen, die Datenträger ohne gültige Signatur in einem langsameren Modus betreiben. Vor der Geschwindigkeitsmessung (Benchmark) z. B. einer neuen Festplatte empfiehlt sich daher, zunächst den MBR der betreffenden Platte zu initialisieren.<ref name="cthotline19981911">c’t Hotline: Wundersame Plattenbeschleunigung. In c’t 19/1998 S. 218</ref> MBR verschiedener BetriebssystemeNormale Betriebssysteme erstellen oder ergänzen bei der Installation standardmäßig den MBR so, dass das Betriebssystem gestartet werden kann. DOS und MS-DOS-basierte Windows-VersionenUnter DOS kann man sich den MBR bei nicht partitionierten Festplatten mit Im Falle eines Fehlers im MBR kann mit dem undokumentierten Befehl Windows-Versionen basierend auf Windows NTDie Microsoft-Windows-Versionen der NT-Linie (z. B. NT 4, 2000 und XP) überschreiben den Boot-Loader (die ersten 446 Bytes des MBR) bei jeder Neuinstallation zwar auch, berücksichtigen aber noch vorhandene Informationen über ein älteres Microsoft-Betriebssystem, also MS-DOS und andere darauf basierende Windows-Versionen. In diesem Fall wird der NTLDR mit Auswahlmöglichkeit zwischen den verschiedenen installierten Microsoft-Betriebssystemen vorkonfiguriert. Für Windows 2000 und XP gibt es die Wiederherstellungskonsole, hier dient der Befehl LinuxLinux-Distributionen installieren meist auf Anfrage einen „intelligenten“ Bootmanager, der auch fremde Betriebssysteme (z. B. Microsoft Windows) aufnimmt. Mit dem Programm {{ #ifeq: | | }}
MBR bei EFI-basierten ComputernBei EFI-basierten Computern kommt statt der MBR-Partitionstabelle die neuere GUID Partition Table (GPT) zum Einsatz. Aus Gründen der Abwärtskompatibilität enthält jede GPT ein sogenanntes Schutz-MBR. Dieses sorgt dafür, dass Betriebssysteme bzw. Programme, die noch nicht mit GPT zurechtkommen, statt eines leeren Datenträgers eine einzige Partition sehen, die über den ganzen Datenträger geht. Dieses Schutz-MBR lässt sich außerdem dazu benutzen, um MBR-basierte Betriebssysteme auf EFI-basierten Computern zu installieren, indem die Partitionen der GPT auf die MBR-Partitionstabelle abgebildet werden. Diesen Trick benutzt Apple bei seiner Boot Camp-Software, die die Installation von Windows auf Intel-basierten Macs erlaubt. Auch die EFI-Applikation rEFIt kann mit dem Programm gptsync GPT und MBR-Partitionstabelle synchronisieren. Quellen<references/> Siehe auch<imagemap>
Image:Wikibooks-logo.svg|16px|Wikibooks default b: desc none</imagemap> Wikibooks: Urlader – Lern- und Lehrmaterialiencs:Master boot record da:Master boot record en:Master boot record es:Master Boot Record eu:MBR fr:Master boot record he:Master boot record id:Master boot record it:Master boot record ja:マスターブートレコード ko:마스터 부트 레코드 nl:Master boot record no:Master boot record pl:Master Boot Record pt:Master Boot Record ru:Главная загрузочная запись sv:Master Boot Record vi:Boot record zh:MBR Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Master Boot Record aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
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