Californium

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Eigenschaften
Allgemein
Name, Symbol, Ordnungszahl Californium, Cf, 98
Serie Actinoide
Gruppe, Periode, Block Ac, 7, f
Aussehen silbriges Metall
CAS-Nummer 7440-71-3
Massenanteil an der Erdhülle 0 %
Atomar [1]
Atommasse 251 u
Atomradius (berechnet) 186 ± 2 pm[2] () pm
Kovalenter Radius 225 pm
Elektronenkonfiguration [Rn] 5f107s2
Elektronen pro Energieniveau 2, 8, 18, 32, 28, 8, 2
1. Ionisierungsenergie 608 kJ/mol
Physikalisch [1]
Aggregatzustand fest
Kristallstruktur hexagonal
Dichte 15,1 g/cm3
Schmelzpunkt 1173 K (900 °C)
Siedepunkt K ( °C)
Molares Volumen 16,50 · 10−6 m3/mol
Chemisch [1]
Oxidationszustände (+2), +3, (+4)
Oxide (Basizität)
Normalpotential -1,910 V
(Cf3+ + 3 e → Cf)[2]
Elektronegativität 1,30 (Pauling-Skala)
Isotope
Isotop NH t1/2 ZM ZE MeV ZP

[3]

244Cf

{syn.}

19,4 min α (≈ 100 %) 240Cm
245Cf

{syn.}

45 min ε (64 %) 245Bk
α (36 %) 241Cm
246Cf

{syn.}

35,7 h α (≈ 100 %) 242Cm
SF (2,5 · 10−4 %) ? ?
ε (< 4 · 10−3 %) 246Bk
247Cf

{syn.}

3,11 h ε (≈ 100 %) 0,646 247Bk
α (0,035 %) 6,527 243Cm
248Cf

{syn.}

334 d α (≈ 100 %) 6,361 244Cm
SF (0,0029 %) ? ?
249Cf

{syn.}

351 a α (≈ 100 %) 6,295 245Cm
SF (5,0 · 10−7 %) ? ?
250Cf

{syn.}

13,08 a α (≈ 100 %) 6,128 246Cm
SF (0,077 %) ? ?
251Cf

{syn.}

900 a α (≈ 100 %) 6,176 247Cm
SF (?) ? ?
252Cf

{syn.}

2,645 a α (96,908 %) 6,217 248Cm
SF (3,092 %) ? ?
253Cf

{syn.}

17,81 d β- (≈ 100 %) 0,285 253Es
α (0,31 %) 6,124 249Cm
254Cf

{syn.}

60,5 d SF (≈ 100 %) ? ?
α (0,31 %) 5,926 250Cm
Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [4]
keine Einstufung verfügbar
R- und S-Sätze R: siehe oben
S: siehe oben
weitere Sicherheitshinweise
Radioaktivität
Radioaktives Element

Radioaktives Element
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet.
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Californium ist ein auf der Erde nur künstlich vorkommendes chemisches Element mit dem Symbol Cf und der Ordnungszahl 98 im Periodensystem der Elemente. Es gehört zur Gruppe der Actinoide (7. Periode, f-Block) und zählt auch zu den Transuranen. Californium wurde nach dem Staat bzw. der Universität von Kalifornien benannt, wo es entdeckt wurde.

Bei Californium handelt es sich um ein radioaktives Metall mit einem silbrig-weißen Aussehen. Es wurde im Februar 1950 erstmalig aus dem leichteren Element Curium erzeugt.

Seine Anwendung findet es vor allem für mobile und tragbare Neutronenquellen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Glenn T. Seaborg
Kalifornien mit der Lage von Berkeley, wo es entdeckt wurde.

So wie Americium (95) und Curium (96) in den Jahren 1944 und 1945 nahezu zeitgleich entdeckt wurden, erfolgte in ähnlicher Weise in den Jahren 1949 und 1950 die Entdeckung der Elemente Berkelium (97) und Californium (98).

Californium wurde zum ersten Mal am 9. Februar 1950 an der Universität von Californien in Berkeley von Stanley G. Thompson, Kenneth Street, Jr., Albert Ghiorso und Glenn T. Seaborg erzeugt, indem sie Atomkerne des Curiums mit α-Teilchen beschossen. Es war das sechste Transuran, das entdeckt wurde. Die Entdeckung wurde zeitgleich mit der des Berkeliums veröffentlicht.[5][6][7]

Die Namenswahl folgte naheliegenderweise einem gemeinsamen Ursprung: Während Berkelium zu Ehren der Universität von Berkeley seinen Namen erhielt, wählte man für das Element 98 den Namen Californium zu Ehren der Universität und des Staates Kalifornien.

Die Probenvorbereitung erfolgte zunächst durch Auftragen von Curiumnitratlösung (mit dem Isotop 242Cm) auf eine Platinfolie von etwa 0,5 cm2; die Lösung wurde eingedampft und der Rückstand dann zum Oxid geglüht.

Nun wurde diese Probe im 60-Inch-Cyclotron mit beschleunigten α-Teilchen mit einer Energie von 35 MeV etwa 2–3 Stunden beschossen. Dabei entsteht in einer sogenannten (α,n)-Reaktion 245Cf und ein freies Neutron:

\mathrm{^{242}_{\ 96}Cm\ +\ ^{4}_{2}He\ \longrightarrow\ ^{245}_{\ 98}Cf\ +\ ^{1}_{0}n}

Nach dem Beschuss im Cyclotron wurde die Beschichtung mittels 6 M Salpetersäure (HNO3) gelöst, anschließend wieder mit konz. wässrigem Ammoniak (NH3) als Hydroxid ausgefällt und der Rückstand in 0,5 M Perchlorsäure (HClO4) gelöst. Die weitere Trennung erfolgte in Gegenwart eines Citronensäure/Ammoniumcitrat-Puffers (0,25 M) im schwach sauren Medium (pH ≈ 3,5) mit Ionenaustauschern (Dowex-50) in einer Säule von 2 mm Durchmesser und 17 cm Länge. Um die Trennungszeit zu beschleunigen, erhöhte man die Temperatur bis auf 87 °C. Die Ausflussrate betrug einen Tropfen (ca. 0,030 cm3) pro zwei Minuten.

Das chemische Verhalten des Californiums ähnelt dem eines Eka-Dysprosiums. Das fragliche Element 98 erscheint in dieser Position auf der Elutionskurve mit Berkelium und Curium als Bezugspunkte, d. h. dass es vor Berkelium, Curium und Americium aus der Säule tritt; dies entspricht im Vergleich mit den entsprechenden Lanthanoiden der Reihenfolge des Dysprosiums vor Terbium, Gadolinium und Europium.

Die Experimente zeigten ferner, dass nur die Oxidationsstufe +III zu erwarten war. Entsprechende Oxidationsversuche mit Ammoniumperoxodisulfat bzw. Natriumbismutat zeigten, dass entweder höhere Oxidationsstufen in wässrigen Lösungen nicht stabil sind oder eine Oxidation selbst zu langsam verläuft.

Die Identifikation konnte zweifelsfrei anhand der charakteristischen Energie (7,1 MeV) des beim Zerfall ausgesandten α-Teilchens erlangt werden. Die Halbwertszeit dieses α-Zerfalls wurde erstmals auf 45 Minuten bestimmt.

In der Erstveröffentlichung ging man zunächst davon aus, das Californiumisotop mit der Massenzahl 244 gemäß folgender Gleichung erzeugt zu haben:

\mathrm{^{242}_{\ 96}Cm\ +\ ^{4}_{2}He\ \longrightarrow\ ^{244}_{\ 98}Cf\ +\ 2\ ^{1}_{0}n}

Im Jahr 1956 wurde dieser Sachverhalt korrigiert: Der 45-Minuten α-Strahler, der zunächst dem Isotop 244Cf zugeordnet wurde, wurde neu auf die Massenzahl 245 festgelegt, festgestellt u. a. durch Langzeitbeschuss und Zerfallsstudien. 245Cf zerfällt sowohl durch die Emission von α-Teilchen (7,11 ± 0,02 MeV) (~ 30 %) als auch durch Elektroneneinfang (~ 70 %). Das neue Isotop 244Cf wurde auch ermittelt und dabei festgestellt, dass sein Zerfall durch die Emission eines α-Teilchens stattfindet (7,17 ± 0,02 MeV mit einer Halbwertszeit von 25 ± 3 Minuten). Die Massenzuordnung dieses Isotops ergab sich durch das Auffinden des Curiumisotops 240Cm. Das 244Cf entsteht durch (α,4n)-Reaktion aus 244Cm:[8]

\mathrm{^{244}_{\ 96}Cm\ +\ ^{4}_{2}He\ \longrightarrow\ ^{244}_{\ 98}Cf\ +\ 4\ ^{1}_{0}n}

Im Jahr 1958 isolierten Burris B. Cunningham und Stanley G. Thompson erstmals wägbare Mengen eines Gemisches der Isotope 249Cf, 250Cf, 251Cf, 252Cf, die durch langjährige Neutronenbestrahlung von 239Pu in dem Testreaktor der National Reactor Testing Station in Idaho erzeugt wurden.[9] 1960 isolierten B. B. Cunningham und J. C. Wallmann die erste Verbindung des Elements, etwa 0,3 µg CfOCl, und anschließend das Oxid Cf2O3 und das Trichlorid CfCl3.[2]

Im Jahr 1974 wurde Californium in metallischer Form durch Reduktion von Californium(III)-oxid (Cf2O3) mit Lanthan gewonnen und das Metall in Form dünner Filme auf Trägern für die Elektronenmikroskopie aufgebracht. Aufgrund der Messungen wurden zunächst eine f.c.c.-Struktur (a0 = 574,3 ± 0,6 pm) und eine hexagonale (a0 = 398,8 ± 0,4 pm und c0 = 688,7 ± 0,8 pm) beschrieben. Der Schmelzpunkt wurde erstmals mit 900 ± 30 °C gemessen.[10] Diese Ergebnisse wurden allerdings im Folgejahr 1975 in Frage gestellt. Die beiden Phasen des Californiums wurden stattdessen als Verbindungen dieses Metalls beschrieben. Die hexagonale Phase stellte sich als Cf2O2S heraus, und die f.c.c.-Phase als CfS. In beiden Verbindungen wird eine Dreiwertigkeit des Californiums beschrieben mit einem Atomradius von 183–185 pm.[11]

[Bearbeiten] Isotope

Von Californium gibt es 20 durchweg radioaktive Isotope und ein Kernisomer (Massenzahlen von 237 bis 256). Die langlebigsten sind 251Cf (Halbwertszeit 900 Jahre), 249Cf (351 Jahre), 250Cf (13 Jahre), 252Cf (2,645 Jahre) und 248Cf (334 Tage). Die Halbwertszeiten der restlichen Isotope liegen im Bereich von Millisekunden bis Stunden oder Tagen.[3]

Die Isotope 249Cf und 251Cf sind spaltbar.

Nimmt man beispielhaft den Zerfall des langlebigsten Isotops 251Cf heraus, so entsteht durch α-Zerfall zunächst das langlebige 247Cm, das seinerseits durch erneuten α-Zerfall in 243Pu übergeht. Der weitere Zerfall führt dann über 243Am, 239Np, 239Pu zum 235U, dem Beginn der Uran-Actinium-Reihe (4 n + 3).

\mathrm{^{251}_{\ 98}Cf\ \xrightarrow[900 \ a]{\alpha} \ ^{247}_{\ 96}Cm\ \xrightarrow[15,6\ x\ 10^6 \ a]{\alpha} \ ^{243}_{\ 94}Pu\ \xrightarrow [4,956 \ h]{\beta^-} \ ^{243}_{\ 95}Am}
Die angegebenen Zeiten sind Halbwertszeiten.

Das Isotop 252Cf zerfällt bei einer Halbwertszeit von 2,645 Jahren zu 96,908 %[3] durch α-Zerfall, aber auch zu 3,092 %[3] durch Spontanspaltung und emittiert dabei 4 Neutronen.[12][13][14][15] Es findet daher als Neutronenquelle seine Anwendung.

Das Isotop 254Cf zerfällt bei einer Halbwertszeit von 60,5 Tagen fast ausschließlich durch Spontanspaltung.[3]

Liste der Californiumisotope

[Bearbeiten] Vorkommen

Das langlebigste Isotop 251Cf besitzt eine Halbwertszeit von 900 Jahren. Aus diesem Grund ist das gesamte primordiale Californium, das die Erde bei ihrer Entstehung enthielt, mittlerweile zerfallen.

Über die Erstentdeckung von Einsteinium und Fermium in den Überresten der ersten amerikanischen Wasserstoffbombe, Ivy Mike, am 1. November 1952 auf dem Eniwetok-Atoll hinaus wurden neben Plutonium und Americium auch Isotope von Curium, Berkelium und Californium gefunden: vor allem die Isotope 245Cm und 246Cm, in kleineren Mengen 247Cm und 248Cm, in Spuren 249Cm; 249Bk; 249Cf, 252Cf, 253Cf, 254Cf. Die Menge des 249Cf stieg durch den β-Zerfall des 249Bk an (Halbwertszeit 330 Tage). Es wurde dagegen kein 250Cf gefunden. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass die Halbwertszeit von 250Cm mit rund 8300 Jahren[3] zu groß ist, als dass durch β-Zerfall (über 250Bk) detektierbare Mengen 250Cf hätten gebildet werden können. Zudem zerfällt 250Cm nur mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 6 % im β-Zerfall zu 250Bk.[3] Wohl auch aus Gründen der militärischen Geheimhaltung wurden die Ergebnisse erst im Jahr 1956 publiziert.[16]

Es wurde in den 1950er Jahren vermutet, dass Californiumisotope im r-Prozess in Supernovae entstehen. Besonderes Interesse fand hierbei das Isotop 254Cf, welches zuvor in den Überresten der ersten amerikanischen Wasserstoffbombe gefunden wurde. Mit der damals gemessenen Halbwertszeit für die Spontanspaltung von 56,2 ± 0,7 Tagen[17] (aktuell: 60,5 Tage[3]) vermutete man eine Übereinstimmung mit dem Verlauf der Lichtkurve von Supernovae des Typs I von 55 ± 1 Tagen.[18][19][20][21] Der Zusammenhang ist allerdings immer noch fraglich.

In Kernreaktoren entsteht Californium durch zahlreiche nacheinander folgende Neutroneneinfänge aus Uran 238U unter Ausschluss von Spaltungen oder α-Zerfällen, so dass es nur in geringen Mengen produziert wird. Die langlebigen α-strahlenden Isotope 249Cf und 251Cf zählen wegen ihrer langen Halbwertszeit zum Transuranabfall. Californiumisotope sind in der Endlagerung unerwünscht.

[Bearbeiten] Gewinnung und Darstellung

[Bearbeiten] Gewinnung von Californiumisotopen

Die Herstellung geschieht meist durch eine Kette von Neutroneneinfängen von Plutonium und Zerfällen in Kernreaktoren, die über Berkelium zu den Californiumisotopen führen, so zuerst die Isotope mit den Massenzahlen 249, 250, 251 und 252.[22][23][24][25] Californium steht heute weltweit lediglich in sehr geringen Mengen zur Verfügung, weshalb es einen sehr hohen Preis besitzt. Dieser beträgt etwa 160 US-Dollar pro Mikrogramm 249Cf bzw. 50 US-Dollar für 252Cf.[26]

Californium (244Cf und 246Cf) wurde erstmals 1951 auch aus Uran durch Beschuss mit Kohlenstoff gewonnen:[27]

\mathrm{^{238}_{\ 92}U\ \xrightarrow [-\ 6\ n]{\mathrm{+\ ^{12}_{\ 6}C}} \ ^{244}_{\ 98}Cf \quad; \quad ^{238}_{\ 92}U\ \xrightarrow [-\ 4\ n]{\mathrm{+\ ^{12}_{\ 6}C}} \ ^{246}_{\ 98}Cf}

Die leichteren Isotope des Californiums (240Cf und 241Cf) wurden durch Beschuss von 235U, 234U und 233U mit Kohlenstoff im Jahr 1970 erzeugt.[28]

[Bearbeiten] Darstellung elementaren Californiums

Californium erhält man durch Reduktion von Californium(III)-oxid oder -fluorid mit Lanthan oder Thorium.

\mathrm{CfF_3\ +\ La\ \longrightarrow \ Cf\ +\ LaF_3}

Es konnte in wägbaren Mengen (wenige Mikrogramm) als Metall gewonnen werden.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Doppelt-hexagonal dichteste Kugelpackung mit der Schichtfolge ABAC in der Kristallstruktur von α-Cf (A: grün; B: blau; C: rot).

[Bearbeiten] Physikalische Eigenschaften

Bei Californium handelt es sich um ein künstliches, radioaktives Metall. Es hat ein silbrig-weißes Aussehen mit einem Schmelzpunkt von 900 °C und einer Dichte von 15,1 g/cm3. Es tritt in drei Modifikationen auf.

Die bei Standardbedingungen auftretende Modifikation α-Cf kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der Raumgruppe P6_3/mmc\, mit den Gitterparametern a = 338 pm und c = 1102,5 pm sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle.[29] Die Kristallstruktur besteht aus einer doppelt-hexagonal dichtesten Kugelpackung (d.h.c.p.) mit der Schichtfolge ABAC und ist damit isotyp zur Struktur von α-La.

Unter hohem Druck geht α-Cf allmählich in β-Cf über.[30] Die β-Modifikation kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Raumgruppe Fm\bar3m, was einem kubisch flächenzentrierten Gitter (f.c.c.) beziehungsweise einer kubisch dichtesten Kugelpackung mit der Stapelfolge ABC entspricht. Die γ-Modifikation kristallisiert ebenfalls im kubischen Kristallsystem.[2]

Die Messung der Lösungsenthalpie von Californium-Metall (d.h.c.p.) in 1 M Salzsäure (bei 298,15 ± 0,05 K) lieferte einen Wert von −576,1 ± 3,1 kJ·mol−1. Ausgehend von diesem Wert wurde die Standardbildungsenthalpie von Cf3+(aq) abgeleitet auf −577 ± 5 kJ·mol−1. Mit diesen Ergebnissen wurde das Standardpotential Cf3+ / Cf0 auf −1,92 ± 0,03 V berechnet.[31][32]

[Bearbeiten] Chemische Eigenschaften

Das silberglänzende Schwermetall ist wie alle Actinoide sehr reaktionsfähig. Es wird von Wasserdampf, Sauerstoff und Säuren angegriffen; gegenüber Alkalien ist es stabil.[2]

Die stabilste Oxidationsstufe ist die für die höheren Actinoide zu erwartende Stufe +III. Es bildet dabei zwei Reihen von Salzen: Cf3+- und CfO+-Verbindungen.

Auch die vierwertige und zweiwertige Stufe ist bekannt.[33] Cf(II)-Verbindungen sind starke Reduktionsmittel. In Wasser setzen sie unter Oxidation zu Cf3+ Wasserstoff frei. Californium(IV)-Verbindungen sind starke Oxidationsmittel. Sie sind instabiler als die von Curium und Berkelium. In fester Form sind bisher nur zwei Verbindungen des Californiums in der Oxidationsstufe +4 bekannt: Californium(IV)-oxid (CfO2) und Californium(IV)-fluorid (CfF4). Californium(IV)-fluorid gibt beim Erhitzen elementares Fluor ab.

In wässriger Lösung ist das Cf3+- grün, das Cf4+-Ion braun gefärbt.[34]

Cf4+-Ionen sind in wässriger Lösung im Unterschied zu den Cf3+-Ionen nicht stabil und können nur komplexstabilisiert vorliegen. Eine Oxidation des dreiwertigen Californiums (249Cf) gelang in 2 M K2CO3-Lösung bei einem pH-Wert von 13,2 an einer Platinanode mit einer Spannung von +1,05 V (gegenüber der Normalwasserstoffelektrode). Während der Elektrolyse konnte die Zunahme einer Breitbandabsorption im Bereich von λ < 500 nm beobachtet werden (Gelbfärbung der Lösung); die Absorptionbande des Californium(III) nahm entsprechend ab. Eine vollständige Oxidation konnte nicht erreicht werden.[35][36][37]

[Bearbeiten] Verwendung

Das Spektrum der von 252Cf emittierten Neutronen.[38]

[Bearbeiten] als Neutronenquelle

Am interessantesten ist das Isotop 252Cf. Es zerfällt zu 3,092 % durch Spontanspaltung[3], wobei jeweils 4 Neutronen entstehen[15] (1 µg strahlt pro Sekunde 2,314 Millionen Neutronen ab[39]). Es wird daher ausschließlich für mobile, tragbare und dabei starke Neutronenquellen eingesetzt.

Es wird verwendet:[40][41][42]

[Bearbeiten] zur Herstellung anderer Elemente

Durch Beschuss von 249Cf mit Kohlenstoff kann beispielsweise Nobelium erzeugt werden:[44]

\mathrm{^{249}_{\ 98}Cf\ \xrightarrow [-\ 2\ n,\ -\ \alpha]{\mathrm{+\ ^{12}_{\ 6}C}} \ ^{255}_{102}No}

Im Oktober 2006 wurde bekanntgegeben, dass durch den Beschuss von 249Cf mit 48Ca das bisher schwerste Element Ununoctium (Element 118) erzeugt wurde[45], nachdem eine früher bekanntgegebene Entdeckung vermutlich gefälscht war und zurückgezogen wurde.

[Bearbeiten] als Spaltmaterial

251Cf hat eine sehr kleine kritische Masse von 5,46 kg, in wässriger Lösung mit Reflektor lässt sich diese bis auf 2,45 kg reduzieren.[46] Dadurch wurden Spekulationen ausgelöst, dass es möglich wäre, enorm kleine Atombomben zu bauen. Es dürfte jedoch sehr schwer sein, Bomben auf dieser Basis zu bauen, wobei bereits der Spaltstoff wegen seiner kurzen Halbwertszeit eine recht hohe Wärmeabgabe hätte, von den enormen Kosten ganz abgesehen.

Weiterhin würden sich die Isotope 249Cf und 251Cf auch zum Betreiben eines Kernreaktors eignen. Dem stehen wiederum die geringe Verfügbarkeit und der hohe Preis entgegen, weshalb bislang keine Reaktoren auf Californiumbasis gebaut wurden. Dementsprechend wird Californium im Atomgesetz auch nicht als Kernbrennstoff geführt.[47]

[Bearbeiten] Verbindungen

[Bearbeiten] Oxide

Von Californium existieren Oxide der Oxidationsstufen +3 (Cf2O3) und +4 (CfO2).[48]

Californium(IV)-oxid (CfO2, CAS: 12015-10-0) entsteht durch Oxidation mit molekularem Sauerstoff bei hohem Druck und durch atomaren Sauerstoff. Es ist ein schwarzbrauner Feststoff. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem in der Fluorit-Struktur in der Raumgruppe Fm \bar3 m und die Koordinationszahlen sind Cf[8], O[4]. Der Gitterparameter beträgt 531,0 ± 0,2 pm.

Californium(III)-oxid (Cf2O3, CAS: 12050-91-8) ist ein gelbgrüner Feststoff mit einem Schmelzpunkt von 1750 °C.[49] Es gibt zwei Modifikationen; die Übergangstemperatur zwischen dem kubisch-raumzentrierten und dem monoklinen Cf2O3 beträgt etwa 1400 °C.

[Bearbeiten] Halogenide

Oxidationszahl[50] F Cl Br I
IV Californium(IV)-fluorid
CfF4
hellgrün (CAS: 42845-08-9)
III Californium(III)-fluorid[51]
CfF3
hellgrün (CAS: 42775-52-0)
Californium(III)-chlorid[52][53][54][55]
CfCl3
smaragdgrün (CAS: 13536-90-8)
Californium(III)-bromid[56][57][58]
CfBr3
grün (CAS: 20758-68-3)
Californium(III)-iodid[59]
CfI3
zitronengelb (CAS: 20758-81-0)
II Californium(II)-chlorid[60]
CfCl2
cremefarben (CAS: 99643-99-9)
Californium(II)-bromid[61]
CfBr2
gelb (CAS: 36700-18-2)
Californium(II)-iodid
CfI2
tiefviolett (CAS: 49774-08-5)

[Bearbeiten] Pentelide

Die Pentelide des Californiums des Typs CfX sind für die Elemente Stickstoff, Arsen und Antimon dargestellt worden.[62][63]

[Bearbeiten] Metallorganische Verbindungen

Tricyclopentadienylkomplexe der Elemente Berkelium (Cp3Bk) und Californium (Cp3Cf) sind aus der dreiwertigen Stufe erhältlich. Die hohe Radioaktivität setzt allerdings der präparativen Zugänglichkeit Grenzen.[64][65]

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Die Werte der atomaren und physikalischen Eigenschaften (Infobox) sind, wenn nicht anders angegeben, aus www.webelements.com (Californium) entnommen.
  2. a b c d e Harry H. Binder: Lexikon der chemischen Elemente, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 1999, ISBN 3-7776-0736-3, S. 139–142.
  3. a b c d e f g h i G. Audi, O. Bersillon, J. Blachot, A. H. Wapstra: "The NUBASE evaluation of nuclear and decay properties", in: Nuclear Physics A 729, 2003, 3–128.
  4. In Bezug auf ihre Gefährlichkeit wurde die Substanz von der EU noch nicht eingestuft, eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  5. S. G. Thompson, K. Street, Jr., A. Ghiorso, G. T. Seaborg: "Element 98", in: Physical Review 1950, 78 (3), 298–299; doi:10.1103/PhysRev.78.298.2; Maschinoskript (27. Februar 1950).
  6. S. G. Thompson, K. Street, Jr., A. Ghiorso, G. T. Seaborg: "The New Element Californium (Atomic Number 98)", in: Physical Review 1950, 80 (5), 790–796; doi:10.1103/PhysRev.80.790; Abstract; Maschinoskript (19. Juni 1950).
  7. K. Street, Jr., S. G. Thompson, G. T. Seaborg: "Chemical Properties of Californium", in: J. Am. Chem. Soc. 1950, 72 (10), 4832–4835; doi:10.1021/ja01166a528; Druck der United States Atomic Energy Commission (12. Juni 1950).
  8. Alfred Chetham-Strode, Jr., Gregory R. Choppin, Bernard G. Harvey: "Mass Assignment of the 44-Minute Californium-245 and the New Isotope Californium-244", in: Physical Review 1956, 102 (3), 747–748; doi:10.1103/PhysRev.102.747.
  9. S. G. Thompson, B. B. Cunningham: "First Macroscopic Observations of the Chemical Properties of Berkelium and Californium", supplement to Paper P/825 presented at the Second Intl. Conf., Peaceful Uses Atomic Energy, Geneva, 1958.
  10. R. G. Haire, R. D. Baybarz: "Crystal structure and melting point of californium metal", in: J. Inorg. Nucl. Chem. 1974, 36 (6), 1295–1302; doi:10.1016/0022-1902(74)80067-9.
  11. W. H. Zachariasen: "On californium metal", in: J. Inorg. Nucl. Chem. 1975, 37 (6), 1441–1442; doi:10.1016/0022-1902(75)80787-1.
  12. Donald A. Hicks, John Ise, Jr., Robert V. Pyle: "Multiplicity of Neutrons from the Spontaneous Fission of Californium-252", in: Physical Review 1955, 97 (2), 564–565; doi:10.1103/PhysRev.97.564.
  13. Donald A. Hicks, John Ise, Jr., Robert V. Pyle: "Spontaneous-Fission Neutrons of Californium-252 and Curium-244", in: Physical Review 1955, 98 (5), 1521–1523; doi:10.1103/PhysRev.98.1521.
  14. Elis Hjalmar, Hilding Slätis, Stanley G. Thompson: "Energy Spectrum of Neutrons from Spontaneous Fission of Californium-252", in: Physical Review 1955, 100 (5), 1542–1543; doi:10.1103/PhysRev.100.1542.
  15. a b United States Patent 7118524: "Dosimetry for californium-252 (252Cf) neutron-emitting brachytherapy sources and encapsulation, storage, and clinical delivery thereof" bei www