Carl Friedrich Neumann

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Carl Friedrich Neumann (* 28. Dezember 1793 in Reichmannsdorf bei Bamberg; † 17. März 1870 in Berlin) war ein deutscher Orientalist.

Neumann war der Sohn eines armen jüdischen Händlers und hieß ursprünglich Julius Lazarus. Nach dem Besuch einer jüdischen Schule in Fürth ging er zu seinem Onkel nach Frankfurt am Main und arbeitete dort als Handelsgehilfe. Ab 1815 studierte er zunächst in Heidelberg, dann in München, wo er sich 1817 evangelisch taufen ließ und den Namen Carl Friedrich Neumann annahm, und zuletzt in Göttingen, wo er 1820 promovierte. Von 1822-1825 war er Gymnasiallehrer in Speyer, wurde aber wegen aufklärerischer Ideen entlassen. Danach privatisierte er in München, erlernte darauf in Venedig im Kloster San Lazzaro die armenische Sprache, siedelte 1828 nach Paris und 1829 nach London über. In demselben Jahr reiste er nach China, wo er eine chinesische Bibliothek von 12.000 Bänden aus allen Sparten der Literatur zusammentrug, die er anschließend nach München brachte. Auch für die königliche Bibliothek in Berlin kaufte er 2.400 Bände. Bald nach seiner Rückkehr 1831 wurde er Professor in München. Wegen seiner Beteiligung an der Revolution von 1848 wurde er 1852 in den Ruhestand versetzt. 1863 siedelte er nach Berlin über, wo er 1870 verstarb.

[Bearbeiten] Werke

  • Rerum Criticarum Specimen. Göttingen 1820.
  • Mémoire sur la Vie et les Ouvrages de David, Philosophe Arménien. Paris 1829.
  • History of Vartan, by Elisæus. London 1830.
  • Vahram’s Chronicle of the Armenian Kingdom in Cilicia. London 1830.
  • History of the Pirates Who Infested the Chinese Seas from 1807 to 1810. London 1831.
  • Pilgerfahrten Buddhistischer Priester aus China nach Indien. Leipzig 1833.
  • Geschichte der armenischen Literatur (Leipzig 1836)
  • Asiatische Studien. Leipzig 1837.
  • Die Völker des südlichen Russland (vom Institut de France gekrönte Preisschrift, Leipzig 1847; 2. Aufl., Leipzig 1855)
  • Geschichte des englisch-chinesischen Kriegs (Leipzig 1846, 2. Auflage 1855)
  • Geschichte der Afghanen (Leipzig 1846)
  • Geschichte des englischen Reichs in Asien (Leipzig 1857, zwei Bände)
  • Ostasiatische Geschichte vom Ersten Chinesischen Krieg bis zu den Verträgen in Peking (Leipzig 1861)
  • Geschichte der Vereinigten Staaten von Nordamerika (Berlin 1863-66, drei Bände)

Daneben gab er Karl Gützlaffs "Geschichte des chinesischen Reichs" (Stuttgart 1847) heraus und lieferte Übersetzungen aus dem Armenischen und Chinesischen. Ein umfassendes Verzeichnis seiner Arbeiten enthielt das Journal der Royal Asiatic Society (London 1871).

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