Charles Darwin
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Charles Robert Darwin (* 12. Februar 1809 in Shrewsbury, England; † 19. April 1882 in Downe) war ein britischer Naturforscher und gilt durch seine wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie, die er zusammen mit Alfred Russel Wallace begründete, als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler.
1831 brach Darwin zu einer fünfjährigen Reise auf dem britischen Vermessungsschiff Beagle auf, die ihm das Studium der geologischen Eigenschaften von Kontinenten und Inseln wie auch einer Vielzahl von Lebewesen und Fossilien erlaubte. Bereits 1838 entwarf er seine Theorie der Anpassung an den Lebensraum durch Variation und natürliche Selektion und erklärte so die evolutive Entwicklung aller Organismen und ihre Aufspaltung in verschiedene Arten.[1] Zu einer Veröffentlichung kam es allerdings noch nicht. 1858 schickte ihm der Naturforscher Alfred Russel Wallace einen Essay zu, in dem er die Entstehung der Arten und das Phänomen der Evolution im wesentlichen identisch erklärte. Dies führte zur raschen Veröffentlichung der Theorie der beiden Wissenschaftler, welche erstmals am 1. Juli 1858 der Königlichen Linné-Gesellschaft vorgestellt wurde.[2] In Darwins am 24. November 1859 veröffentlichten Hauptwerk On the Origin of Species (Die Entstehung der Arten) stellte er seine Theorie zum ersten Mal einer breiteren Öffentlichkeit vor (die erste deutsche Übersetzung folgte 1860). Sie bildet als streng naturwissenschaftliche Erklärung für die Diversität des Lebens die Grundlage der modernen Evolutionstheorie und stellte den entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der modernen Biologie dar.
Nach Die Entstehung der Arten publizierte Darwin noch weitere wichtige wissenschaftliche Werke wie Die Abstammung des Menschen (1871), Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren (1872) – in dem seine Abstammungslehre auf das Gebiet der Psychologie und der Verhaltensforschung ausgedehnt wurde – sowie Insektenfressende Pflanzen (1875). Für Darwins Abstammungslehre wird oft auch der veraltete Begriff Darwinismus verwendet.
Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Darwin“.
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Kindheit und Studium
Charles Robert Darwin wurde am 12. Februar 1809 auf dem in Shrewsbury gelegenen Anwesen Mount House geboren. Er war das fünfte von sechs Kindern des Arztes Robert Darwin, Sohn des Naturforschers und Dichters Erasmus Darwin, und Susannah Wedgwood (1765–1817), Tochter des Keramikfabrikanten Josiah Wedgwood.
Am 15. Juli 1817, als Charles Darwin acht Jahre alt war, starb seine Mutter und seine drei älteren Schwestern Marianne (1798–1858), Caroline (1800–1888) und Susan (1803–1866) übernahmen seine Betreuung. Seit dem Frühjahr 1817 besuchte er die Tagesschule der Unitarier-Gemeinde, der seine Mutter angehört hatte. Schon zu dieser Zeit sammelte Darwin Muscheln, Siegel, Münzen und Mineralien.[3] Im Juni 1818 wechselte er an die von Samuel Butler geleitete private Internatsschule von Shrewsbury, auf der er sieben Jahre blieb. Dem konventionellen, auf alte Sprachen und Literatur ausgerichteten, Unterricht konnte Darwin nicht viel abgewinnen.[4] Das Durchdringen komplexer Sachverhalte wie Euklids Geometrie, in der ihn ein Privatlehrer unterrichtete, oder der Feineinstellung eines Barometers, die ihm sein Onkel Samuel Tertius Galton (1783–1844) erläuterte, bereiteten ihm hingegen Freude. Seine unablässigen Streifzüge durch die Natur, bei denen er die Verhaltensweise von Vögeln untersuchte und Insekten sammelte, schärften seine Beobachtungsgabe. Angeregt durch Experimente seines älteren Bruder Erasmus (1804–1881), die dieser in einem selbstgebauten Labor im elterlichen Geräteschuppen durchführte und bei denen Darwin mithelfen durfte, beschäftigte er sich intensiv mit Chemie.
Da seine schulischen Leistungen nur mäßig waren, nahm ihn sein Vater am 17. Juni 1825 vorzeitig von der Schule.[5]
Im Oktober 1825 begann Darwin wie zuvor sein Bruder Erasmus an der Universität Edinburgh mit dem Medizinstudium. Die Vorlesungen langweilten ihn, mit Ausnahme der Chemievorlesungen von Thomas Charles Hope.[6] Er beschäftigte sich vornehmlich mit naturwissenschaftlichen Themen. Einflussreichster Lehrer in seiner Edinburgher Zeit war Robert Edmond Grant (1793–1874), ein Freidenker und Anhänger der Lamarckschen Evolutionslehre. Bei ihm lernt er Meereszoologie und wissenschaftliches Beobachten und die Bedeutung von genauen Aufzeichnungen.[7] Darwin war Mitglied der Royal Medical Society und der Studenten-Gesellschaft Plinian Society, in der er seinen ersten wissenschaftlichen Vortrag über die Selbstbeweglichkeit der Eier von Flustra (ein Moostierchen) hielt. Von John Edmonstone, einem ehemaligen schwarzen Sklaven, erlernte er das Präparieren von Vögeln.[8]
Als Darwins Vater bemerkte, dass sich sein Sohn mit dem Studium der Medizin schwertat, schlug er ihm vor, Geistlicher der Kirche von England zu werden und ein Studium der Theologie zu beginnen.[9] Nach kurzer Bedenkzeit willigte Darwin ein und schrieb sich am 15. Oktober 1827[10] am Christ’s College der Universität Cambridge ein. Er zog erst im Januar 1828 nach Cambridge und nutzte die dazwischen liegende Zeit, um seine griechischen Sprachkenntnisse mit Übersetzungen von Homer und aus dem Alten Testament aufzufrischen.
Seine theologischen Studien absolvierte Darwin ohne Begeisterung und schätzte sie als Zeitverschwendung ein.[11] In den Sommerferien 1828, die er in Barmouth verbrachte, musste er Nachhilfe in Mathematik in Anspruch nehmen. Er verschob auf Anraten seines Tutors John Graham (1794–1865), dem späteren Bischof von Chester, seine erste Vorprüfung, das sogenannte Little Go.[12] Nach zweimonatiger Vorbereitungszeit bestand er im März 1830 das Little Go schließlich mit Leichtigkeit.[13] Ab November 1830 bereitete er sich zielstrebig auf die Abschlussprüfung vor [14] und musste dazu auch die Schriften von William Paley lesen, dessen logische Argumentation ihm Freude bereitete, mit denen er sich aber inhaltlich nicht auseinandersetzte.[15] Am 22. Januar 1831 bestand er seine Abschlussprüfung, die Fragen zu Paley, Euklid sowie den griechischen und lateinischen Klassikern umfasste, als zehntbester von 178 Studenten.[16] Die Urkunde für den ersten akademischen Grad Baccalaureus Artium konnte er erst am 26. April 1831[17]entgegennehmen, da er aufgrund der am Anfang des Studiums versäumten Zeit noch zwei Semester in Cambridge bleiben musste.[18]
Zu Beginn seines Studiums am Christ’s College traf Darwin seinen Großcousin William Darwin Fox (1805–1880), der ihn in die Insektenkunde einführte und durch den er zu einem leidenschaftlichen Sammler von Käfern wurde. In den Sommermonaten unternahm er zahlreiche entomologische Exkursionen, die ihn meist nach Nord-Wales führten, und begleitete dabei beispielsweise Frederick William Hope (1797–1862), George Leonard Jenyns (1763–1848) sowie Thomas Campbell Eyton und dessen Vater Thomas Eyton. Eine weitere kleine wissenschaftliche Anerkennung wurde ihm zuteil, als sein Name in dem im Juli 1829 erschienen Werk Illustrations of British Entomology von James Francis Stephens genannt wurde.[19]
Hohe Wertschätzung brachte Darwin den Botanikvorlesungen von John Stevens Henslow entgegen. Durch seinen Großcousin Fox erhielt er Einladungen zu den regelmäßig in Henslows Haus stattfindenden Abenden, die dieser für Studenten die noch keinen Abschluss hatten, durchführte. Zwischen beiden entwickelte sich eine Freundschaft, die lebenslang anhielt und die Darwin als einflußreichste seines gesamten Werdeganges charakterisierte.[20]
Während seines letzten Jahres[21] in Cambridge las er John Herschels Einführung in das Studium der Naturphilosophie[22] und Alexander von Humboldt Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Continents.[23] Aus Humboldts Werk machte er sich zahlreiche Notizen zur Kanarischen Insel Teneriffa und begann im April 1831 eine Reise dorthin zu planen.[24] Er fing an Spanisch zu lernen[25], was ihm allerdings Mühe bereitete.[26] Er holte Informationen über Kosten und Termine von Passagen nach Teneriffa ein[27] und musste enttäuscht feststellen, dass er die Reise nicht vor Juni 1832 antreten könnte.[28]
Bereits im Frühjahr 1831 hatte Henslow ihn überzeugt, sich mit Geologie zu beschäftigen, und ihn mit Adam Sedgwick, Professor für Geologie in Cambridge, bekannt gemacht.[29] Im August 1831 unternahmen Darwin und Sedgwick eine geologische Exkursion nach Nordwales, auf der sie etwa eine Woche gemeinsam verbrachten.[30]
Die Weltreise auf der Beagle
Nach seiner Rückkehr nach Shrewsbury am 29. August 1831 fand Darwin einen Brief von Henslow vor, in dem er ihm mitteilte, dass er Darwin als Begleiter für Robert FitzRoy, Kapitän der HMS Beagle, empfohlen hatte, der eine auf zwei Jahre angelegte Expedition plante.[31] Das Ziel dieser Expedition waren Patagonien und Feuerland an der Südspitze Südamerikas, um dort die unter Philip Parker King in den Jahren 1826 bis 1830 begonnenen kartographischen Messungen fortzusetzen. Ebenso sollten die Küsten Chiles, Perus und einiger Südseeinseln vermessen werden.
Vor der Abfahrt erhielt Darwin den ersten Band von Charles Lyells Principles of Geology, welche den geologischen Aufbau der Gesteine als Ergebnis eines graduellen Prozesses über lange Zeitintervalle erklärte. Darwin studierte dieses Buch während seiner Reise und las später auch den zweiten Band des Buches. Seine Arbeit während der Expedition erlaubte es ihm, sowohl die geologischen Eigenschaften von Kontinent und Inseln wie auch eine Vielzahl von Lebewesen und Fossilien zu untersuchen. Er sammelte während seiner Reise eine große Menge von Proben und sandte diese zusammen mit seinen Beschreibungen zurück nach Cambridge, was seinen Ruf als Naturforscher begründete. Die Fragen zu Flora und Fauna der besuchten Gebiete, die Darwin sich während der Fahrt stellte, waren der Ausgangspunkt für die Evolutionstheorie, die ihn später weltberühmt machen sollte.
Am 27. Dezember 1831 stach die HMS Beagle nach zwei durch schlechtes Wetter vereitelten Startversuchen von Devonport (Plymouth) aus in See. Die Reise führte über die Kapverden, Bahia und Rio de Janeiro im Juli 1832 nach Montevideo. Fast zwei Jahre führte die Beagle im Gebiet zwischen dem Mündungsgebiet des La Plata, auf Kap Horn und den Falklandinseln Vermessungsarbeiten durch. Darwin nahm in dieser Zeit an fünf Landungsunternehmungen teil. Ab Mitte 1834 bis August 1835 führt Darwin Erkundungen in Chile, Peru und der auf Insel Chiloe durch. Dann erreichte die Beagle schließlich die Galápagosinseln, auf denen sie am 15. September 1835 landete. In Kapstadt trafen er und FitzRoy auf John Herschel, der in Korrespondenz mit Lyell über "das größte Mysterium", den Ursprung der Arten, stand. Am Ende der Reise schlug FitzRoy, der seinen eigenen Reisebericht geschrieben hatte, Darwin vor, sein Journal als Bericht des anwesenden Naturforschers zu veröffentlichen, was er 1839 auch tat. Die Reise der HMS Beagle endete nach fast 5 Jahren am 2. Oktober 1836 in England.
Zurück in England - Anfänge der Evolutionstheorie
Darwins Name war bereits vor seiner Rückkehr nach England am 2. Oktober 1836 in den Wissenschaftskreisen bekannt. Verantwortlich dafür waren vor allem seine Entdeckung des fossilen Riesenfaultiers Megatherium und seine durch Henslow veröffentlichten Letters on Geology. Für kurze Zeit weilte Darwin in Cambridge, wo er an seiner Sammlung und am Manuskript des Journal arbeitete.[32] Im März 1837 ließ er sich in London nieder. Hier schloss er Freundschaft mit einigen Wissenschaftlern, die ihn den Rest seines Lebens begleiten sollten: Charles Lyell und Thomas Huxley. Die anfängliche Freundschaft mit Richard Owen zerbrach später wieder.[7]
In die Zeit nach der Rückkehr fallen Darwins erste Gedanken über den Artwandel, auch wenn Darwin selbst später diesen Zeitpunkt auf die Zeit in Südamerika vorverlegte.[7][33] Sein Glaube an die Konstanz der Arten wurde vor allem durch die Arbeiten von John Gould im März 1937 über die Vögel der Galápagos-Inseln erschüttert. Darwin hatte den Vögeln auf der Reise kaum Aufmerksamkeit geschenkt, die gesammelten Exemplare auch nicht den einzelnen Inseln zugeordnet. Gould zeigte nicht nur, dass alle Arten Finken (heute als Darwin-Finken zusammengefasst) sind, sondern dass bei diesen Vögeln keine klare Trennung zwischen Arten und Varietäten möglich ist, also keine klaren Artgrenzen bestehen.[33]
Darwins Überlegungen zur Entstehung der Arten waren begleitet von einer breit gefächerten Lektüre in den Bereichen Medizin, Psychologie, Naturwissenschaften, Philosophie, Theologie und politische Ökonomie. Das Ziel Darwins war es, die Entstehung von Arten auf naturwissenschaftliche Grundlagen zu stellen. Insbesondere lehnte er die Naturtheologie Paleys ab, in deren Tradition er in Cambridge ausgebildet worden war. Philosophisch war Darwin vor allem geprägt durch den englisch-schottischen Empirismus in der Tradition David Humes, aber auch durch Adam Smith, etwa desse Theorie der moralischen Gefühle. Wissenschaftstheoretisch hatten John Herschel und William Whewell großen Einfluss auf ihn mit ihrer Betonung der Bedeutung von Induktion und Deduktion für die Naturwissenschaften.
Darwin war spätestens im Sommer 1837 von der Veränderlichkeit der Arten überzeugt und begann, Informationen zu diesem Thema zu sammeln. In den folgenden 15 Monaten entstand langsam und schrittweise die Theorie, die er erst 1859 veröffentlichen sollte.[33] Im März 1837, begann Darwin mit der Niederschrift seiner Überlegungen in den Notizbüchern, Notebooks on Transmutation. Auf Seite 36 der ersten Notizbuches, “B” entwarf er unter der Überschrift I think eine erste Skizze von der Entstehung der Arten durch Aufspaltung.[34] Eine wichtige Grundlage für seine Überlegungen war der Gradualismus, wie er ihn aus Lyells Principles of Geology kannte. Die Veränderlichkeit der Arten und den Auslesemechanismus (künstliche Selektion) kannte Darwin aus der Tier- und Pflanzenzucht.
Als Kristallisationspunkt für die Ausformulierung seiner Selektionstheorie erwies sich das Wachstumsgesetz, wie es Thomas Robert Malthus in seinem Essay on the Principle of Population formuliert hatte und den Darwin im September 1838 las: Wie der Mensch bringen alle Arten mehr Nachkommen hervor als überleben können. Damit hatte Darwin eine Theorie, mit der ich arbeiten konnte, wie er es 1858 in einem Brief an Hooker ausdrückte. Von diesem Überschuss an Individuen, die sich voneinander unterscheiden, überleben diejenigen, die an ihre Umweltbedingungen am besten angepasst sind.
Die Zeit in London war die arbeitsreichste in Darwins Leben. Neben seinen umfangreichen Studien zur Evolution gab er die mehrbändige The Zoology of the Voyage of H.M.S. Beagle (1838-1843) heraus. Sein zunächst als 3. Band von The narrative of the voyages of H.M. Ships Adventure and Beagle (1839) veröffentlichtes Reisebuch war derart erfolgreich, dass es unter dem Titel Journal of Researches noch im gleichen Jahr separat veröffentlicht wurde. Es ist heute noch neben den Origins sein meistgelesenes Buch. Darwin verfasste die auf seinen Beobachtungen während der Reise beruhenden geologischen Arbeiten über den Aufbau der Korallenriffe (1842) und Vulkane (1844), die wesentlich zu seiner Reputation als Wissenschaftler beitrugen. Wie sehr Darwin in der Gesellschaft verankert war, zeigen seine Aufnahme in die Royal Society, den Athenaeum Club, seine Berufung zum Rat der Geological Society of London und zum Rat der Royal Geographical Society.[35]
Am 29. Januar 1839 heiratete Darwin seine Cousine Emma Wedgwood (1808–1896), die Tochter seines Onkels Josiah Wedgwood. In der Londoner Zeit kamen die Kinder William (*1839) und Anne (*1841) zur Welt, Mary Eleanor (*1842) verstarb nach wenigen Wochen. An William studierte Darwin die Ausdrucksformen des Säuglings, die er später veröffentlichen sollte.[7]
Rückzug nach Down House
Im November 1842 zog die Familie Darwin in das Down House in der kleinen Ortschaft Down rund zwei Stunden südlich von London (heute Downe, Grafschaft Kent). Hier erhoffte sich Darwin mehr Ruhe für seine angeschlagene Gesundheit. Im September 1843 kam Tochter Henrietta zur Welt, der noch weitere sechs Kinder (George Howard *1845, Elizabeth *1847, Francis *1848, Leonard *1850, Horace *1851 und Charles Waring *1856).
1843 begann auch die Freundschaft mit dem Botaniker Joseph Dalton Hooker, der neben Lyell und Huxley zu seinem stärksten Verbündeten werden sollte. Als ihm Darwin 1844 brieflich erste Hinweise auf seine Evolutionstheorie gab[36] antwortete Hooker, dass seiner Meinung nach wohl „eine graduelle Veränderung der Arten” stattfinde und er, Hooker, auf Darwins Ansatz gespannt sei, da er bisher noch keine zufriedenstellende Erklärung gehört habe.[37] Darwin hatte seine Überlegungen bereits 1842 in einer 35-seitigen Skizze dargelegt, und arbeitete diese 1844 zu einem rund 230-seitigen Essay aus, den jedoch nur seine Frau Emma zu lesen bekam und den sie im Falle seines Todes veröffentlichen sollte. Beide stimmten in Inhalt und Grundstruktur bereits mit dem 1859 veröffentlichten Buch überein[38]. War die Transmutationslehre bis jetzt vorwiegend auf sozialistische, revolutionäre und teilweise medizinische Kreise beschränkt geblieben, hielt sie ab 1844 Einzug in bürgerliche Kreise: mit dem von Robert Chambers anonym publizierten Werk Vestiges of the Natural History of Creation, das - brilliant, aber journalistisch geschrieben - rasch zum Bestseller wurde, in wissenschaftlichen Kreisen jedoch nicht Ernst genommen wurde.
Die nächsten Werke, die Darwin veröffentlichte, waren die Geologie der Vulkaninseln (Geological observations on the volcanic islands visited during the voyage of H.M.S. Beagle) 1844 und die Geologischen Beobachtungen in Südamerika (Geological observations on South America) 1846. Damit waren die Sammlungen seiner Weltreise nach 10 Jahren aufgearbeitet, mit Ausnahme eines seltsamen Exemplars der Rankenfußkrebse. Aus der Beschreibung dieser Art entwickelte sich eine acht Jahre dauernde Bearbeitung aller bekannter lebender und fossiler Arten der gesamten Ordnung. Diese Arbeit machte nach ihrer Veröffentlichung in vier Bänden Darwin auch zum anerkannten Taxonomen, 1854 erhielt er für sie die Royal Medal. Darwin selbst erkannte während der Arbeit die Bedeutung der Variation. In dieser Zeit entwickelte sich Hooker zum einzigen Ansprechparntner zum Thema Evolution, 1847 gab er ihm seinen Essay zu lesen.
1849 begab sich Darwin zu einer 16wöchigen Wasserkur, die seine Gesundheit wieder wesentlich besserte. In den folgenden Jahren benötigte Darwin immer wieder Kuren, um sich zu erholen. Nach dieser Kur konnte er seine Arbeit an den Rankenfußkrebsen wieder aufnehmen. Er erhielt Sammlung aus ganz Europa, den USA und allen britischen Kolonien. 1851 erkrankte seine Lieblingstochter Annie schwer und starb am 23. April. Dieser Tod zerstörte die letzten Reste seines Glaubens an eine moralische, gerechte Welt, der seit seiner Rückkehr von der Beagle-Reise bereits stark geschwunden war[39].
1854, nach Beendigung der Arbeit an den Rankenfußkrebsen, nahm Darwin die Arbeit an der Evolutionstheorie wieder auf. Er führte selbst eine Unzahl von Experimenten durch, so untersuchte er die Überlebensfähigkeit von Samen in Salzwasser, um dem Problem der Besiedlung von Inseln nachzuspüren, ebenso Vogelkot nach Pflanzensamen, ja sogar das Gewölle von Raubvögeln, die er zuvor mit samengefüllten Vögeln gefüttert hatte. Für das Thema der Variation wandte er sich den Tierzüchtern zu, sammelte von diesen Informationen und begann selbst, Tauben zu züchten, um künstliche Selektion an der Arbeit zu sehen.
Charles Lyell, dem Darwin vieles über seine Ansichten mitteilte, drängte Darwin 1856 dazu, seine Erkenntnisse zu publizieren, damit ihm nicht jemand anders zuvorkomme. Grund für dieses Drängen war ein Aufsatz von Alfred Russel Wallace, „On the Law which has regulated the introduction of New Species“, dessen Tragweite Darwin selbst aufgrund der verklausulierten Sprache Wallace' verkannte. Darwin begann nun, seine Erkenntnisse in einem Manuskript niederzuschreiben, das den Titel Natural Selection trug. Die Arbeit zog sich aufgrund des immensen Materials hin, im März 1858 waren 10 Kapitel, rund zwei Drittel des geplanten Umfangs, fertig. In der Zwischenzeit hatte er in Asa Gray in Harvard einen weiteren Korrespondenzpartner gefunden und ihm in einem Brief (5. September 1857) eine Zusammenfassung seiner Theorie dargelegt. Im Juli 1857 war Darwin zum Friedensrichter ernannt worden.
On the Origin of Species
Wie berechtigt Lyells Drängen auf Publikation war, zeigte sich, als Darwin am 18. Juni 1858 Post von Wallace von der Molukken-Insel Ternate bekam mit einem Manuskript namens „On the Tendency of Varieties to depart indefinitely from the Original Type“, das im Wesentlichen die gleichen Erklärungsmuster wie Darwins eigene Arbeit enthielt. Er verwendete den Begriff struggle for existence und stützte sich auf die Arbeiten von Lyell, Malthus, Lamarck und die Vestiges. Wallace bat Darwin um Weiterleitung des Manuskripts an Lyell, ohne jedoch eine mögliche Veröffentlichung zu erwähnen. Darwin sah sein Werk zerstört. Hinzu kam, dass sein jüngster Sohn Charles Waring, am 23. Juni an Scharlach erkrankte und wenige Tage später starb. Darwin überließ die Angelegenheit seinen Freunden Lyell und Hooker. Diese fanden die Lösung in einem gentlemanly agreement in einer gemeinsamen Vorstellung der Arbeiten Wallace' und Darwins, die am 1. Juli 1858 in einer Sitzung der Linnean Society stattfand. Weder die Verlesung noch der folgende Druck führte zu wesentlichen Reaktionen.
Anstatt sein Buch Natural Selection zu beenden, was zu lange gedauert hätte, entschloss sich Darwin, eine Zusammenfassung des Buches zu publizieren. Aus dem geplanten Aufsatz wurde letztendlich wiederum ein Buch von rund 155.000 Wörtern. Hooker las und korrigierte das Manuskript. Der Verleger John Murray akzeptierte auf Vermittlung Lyells das Manuskript ungesehen und übernahm sogar die Kosten von 72 Pfund, die alleine Darwins Änderungen in den Korrekturfahnen verursachten. Die Erstauflage wurde von den ursprünglich geplanten 500 auf 1250 erhöht. Am 22. November 1859 ging die vollständig vorbestellte Auflage von On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life (Die Entstehung der Arten) an den Handel und kam am 24. November in den Verkauf. Huxley, Hooker und Lyell stellten sich auch öffentlich an die Seite Darwins.
Darwins Buch stieß auf großes öffentliches Interesse und rief eine Reihe von Besprechungen, Essays und Parodien hervor. Kritische Stimmen dichteten ihm an, die Abstammung des Menschen vom Affen zu behaupten (siehe die nebenstehende Karikatur), obwohl die Evolutionstheorie einen gemeinsamen Vorfahren von Mensch und Affe postuliert. Auch von der wissenschaftlichen Gemeinschaft wurde die Theorie nicht von Beginn weg bedingungslos anerkannt. Der einflussreiche Biologe Richard Owen veriss das Buch anonym während Thomas Huxley, ein Freund von Darwin, das Buch verteidigte. Trotz einiger anfänglicher Kritik wurde Darwins Arbeit in der wissenschaftlichen Welt anerkannt und bald von führenden Wissenschaftlern vertreten. Die anglikanische Kirche äußerte sich generell feindlich[40], während sich jedoch die jüngere Generation von Theologien eher mit seinen Thesen anfreunden konnten und 1860 sieben liberale anglikanische Theologen in der Publikation Essays and Reviews seine Theorie priesen. Zwei der Autoren wurden der Häresie angeklagt. 150 Jahre später entschuldigte sich die anglikanische Kirche für ihr damaliges Vorgehen.[41]
Im Juni 1860 kam es während einer Sitzung der British Association for the Advancement of Science zu einer berühmten Debatte zwischen dem Evolutionsbefürworter Thomas Huxley und dem Evolutionsgegner Samuel Wilberforce (1805–1873) an der Universität Cambridge (die Huxley-Wilberforce Debatte). Darwin selber war zu krank um persönlich anwesend zu sein, nach Huxley und Wilberforce argumentierten auch noch Robert FitzRoy gegen und Joseph Dalton Hooker für die Theorie. Auch wenn beide Seiten einen Sieg für sich beanspruchten, schienen doch die Verteidiger von Darwins Theorie in den Augen der Öffentlichkeit überzeugender gewesen zu sein.[42] Die Debatte wird heute auch als Wendepunkt in der Akzeptanz der Evolutionstheorie gesehen.[43]
Huxley hielt in den nächsten Jahren viele weitere Debatten in denen er die Evolutionstheorie verteidigte und wurde als "Darwins Bulldogge" bekannt. Auch Hooker und Lyell verteidigten die Theorie, Darwin selber war aber oft zu krank, um öffentlich zu debattieren, und er verfolgte die Debatten durch seine Korrespondenz. Die Verteidiger der Evolutionstheorie hatten dank der wissenschaftlichen Beweise, die dafür sprachen, auch Erfolg bei der Verbreitung der Theorie und Darwin erhielt 1864 die Copley-Medaille der Royal Society.
Weiteres Leben
Auch nach der Veröffentlichung der Entstehung der Arten arbeitete Darwin weiter an seiner Theorie, da seiner Meinung nach besonders die Abstammung der Menschheit nicht ausführlich genug behandelt werden konnte. In seinen folgenden Büchern führte Darwin viele Themen weiter aus, die er in Ursprung der Arten vorgestellt hatte. Doch zuerst beschäftigte er sich wieder mit seiner Forschung, in der er sich unterdessen den Orchideen zugewandt hatte. Er beschrieb, wie ihre schönen Blüten Insekten anlockten, um die Bestäubung zu garantieren. Wie bereits während seiner Arbeit mit Cirripedia, entdeckte er auch hier wieder Fälle von Homologie. Er erhielt in dieser Zeit auch Besuch von Ernst Haeckel, der in Deutschland die Evolutionstheorie verbreitete.
1868 publizierte er The Variation of Animals and Plants under Domestication, das noch keine Referenz zur Evolution des Menschen und sexuellen Selektion enthielt. Erst 1871, mehr als 10 Jahre nach The Origin of Species, wurden seine Ideen zu diesen wichtigen Themen in The Descent of Man, and Selection in Relation to Sex publiziert. Darin erklärte er, welche Rolle die sexuelle Selektion in der Evolution des Menschen spielte, wie die Unterschiede zwischen den Geschlechtern zustande kamen und welche Rolle die Schönheit in der Natur spielt. Ein Jahr später publizierte Darwin sein letztes großes Werk The Expression of the Emotions in Man and Animals, das sich mit menschlicher Psychologie und dem Verhalten von Tieren befasste. Er vertrat die These, dass auch das menschliche Gehirn und Verhalten ein Produkt der Evolution sei; eine These, die heute in der evolutionären Psychologie untersucht wird.
1875 veröffentlichte er sein Werk Insectivorous plants, mit dem er bewies, dass zahlreiche Pflanzen fleischfressend sind. Insectivorous plants ist bis heute ein Standardwerk zum Thema.
Darwin starb am 19. April 1882 im Alter von 73 Jahren in Downe, Kent, England und ihm wurde am 26. April ein Staatsbegräbnis und ein Grab in der Westminster Abbey gewährt.
Bedeutung
Charles Darwin gilt durch seine wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie als einer der bedeutendsten Naturwissenschaftler überhaupt und ist durch diese Leistung auch im Bewusstsein der Öffentlichkeit immer noch stark präsent. Darwin wurde während seines Lebens mit der Mitgliedschaft in der Royal Society (1839) und in der französischen Académie des sciences (1878) geehrt, erstere zeichnete ihn 1853 mit der Royal Medal aus. Seit 1890 werden Wissenschaftler, die wichtige Beiträge im Bereich der Biologie geleistet haben, von der britischen Royal Society mit der Darwin-Medaille ausgezeichnet.
Darwins Evolutionstheorie durch natürliche Selektion erklärt nicht nur die biologische Diversität der Erde, sondern ist grundlegend für die moderne Biologie – oder, wie Theodosius Dobzhansky 1973 schrieb, Nichts in der Biologie hat einen Sinn, außer im Licht der Evolution.[44]. Die Entwicklung von pharmazeutischen Produkten (z.B. in Tierversuchen), die Genforschung und die Klassifizierung von Fossilien und lebenden Tieren stützen sich auf die Evolutionstheorie. Obwohl die Evolutionstheorie in ihren Grundzügen bereits von Darwin formuliert worden war, entwickelte sie sich seither besonders durch die Entdeckung und Strukturaufklärung des Trägers der genetischen Information erheblich weiter. Im 20. Jahrhundert wurden die molekularen Mechanismen der Vererbung und Veränderung (Mutation) entdeckt und die Plausibilität der Hypothese der Natürlichen Selektion in Modellen und Experimenten überprüft. Aus Sicht der heutigen Naturwissenschaft ist die Evolutionstheorie die einzige Erklärung für die Vielfalt des Lebens und die Herkunft des Menschen.
Verschiedene Objekte, Orte und Lebewesen wurden nach Charles Darwin benannt.[45] Die auf den Galápagosinseln heimischen Darwinfinken sind ein bekanntes Beispiel, da sie von Insel zu Insel leicht variieren und Darwin als Beispiel der Adaption dienten. 1992 wurde Darwin der 16. Platz zuteil in der von Michael H. Hart erstellten Liste der einflussreichsten Personen in der Geschichte, und er wurde auf den vierten Platz der 100 Greatest Britons gewählt.[46] [47] Jährlich werden im Internet die satirischen Darwin Awards an Personen vergeben, die “den Genpool verbesserten, indem sie sich selbst davon entfernten”.[48] Jedes Jahr wird am 12. Februar, Darwins Geburtstag, der Darwin-Tag gefeiert, an dem an Darwins Werk erinnert und die Wissenschaft gefördert werden soll.
Werk
Darwin vertrat vier Hypothesen, auf denen seine Evolutionstheorie aufgebaut ist:
- Veränderlichkeit: Die Welt ist nicht unveränderlich, sondern unterliegt einem kontinuierlichen Veränderungsprozess.
- Gemeinsame Abstammung: Alle Organismen stammen durch einen kontinuierlichen Verzweigungsprozess von gemeinsamen Vorfahren ab.
- Allmählichkeit der Evolution: Die Evolution erfolgt stets allmählich und nicht in Sprüngen.
- Natürliche Auslese: Die am besten angepassten Individuen zeugen die meisten Nachkommen, wodurch schlechter angepasste verdrängt werden. Abänderungen, welche weder vorteilhaft noch von Nachteil sind, werden von diesem Prozess nicht berührt.
Diese Hypothesen beruhen auf drei Schlussfolgerungen aus folgenden Annahmen:
- Alle Arten besitzen eine derart potentielle Fruchtbarkeit, dass ihre Populationsgröße exponentiell anwachsen würde, wenn alle Individuen sich wieder erfolgreich fortpflanzen würden.
- Eine Population ist normalerweise weitgehend stabil.
- Die natürlichen Ressourcen sind begrenzt, aber relativ konstant.
- Zwei Individuen einer Art sind niemals gleich. Damit ergibt sich eine große Variabilität innerhalb einer Population.
- Ein großer Teil der Variabilität ist erblich.
Folgerungen:
- 4.1 Aus den Tatsachen ergibt sich, dass unter den Individuen einer Population ein Kampf ums Dasein stattfinden muss und nur ein Teil der Nachkommen überleben kann.
- 4.2 Das Überleben im Kampf ums Dasein erfolgt nicht zufällig, sondern hängt zum großen Teil von der erblichen Konstitution der überlebenden Individuen ab. Dieses ungleiche Überleben ist ein natürlicher Ausleseprozess.
- 4.3 Im Verlauf von Generationen führt die natürliche Auslese zur allmählichen Abänderung der Population, d. h. zur Evolution und Erzeugung neuer Arten.
Da Darwin seine Vorstellungen mit dem sich damals entwickelnden Sozialdarwinismus auch auf soziale Konflikte übertragen sah, versuchte er sich davon in einigen Spätwerken zu distanzieren. So betont er in Descent of Man: Moralische Fähigkeiten sind höher einzustufen als intellektuelle. Moralische Eigenschaften erleben einen direkten oder indirekten Fortschritt weit mehr durch das Einwirken von Gewohnheit, Vernunft, Anleitung, Religion etc. denn durch die natürliche Auslese.
Werke
Englische Erstausgaben
- The Zoology of the Voyage of H.M.S. Beagle. Smith, Elder & Co., London 1838–1843 (als Herausgeber); digitalisierte Fassung
- Journal and remarks. 1832–1836. Band 3 von P. Parker King, Robert FitzRoy, Charles Darwin: The narrative of the voyages of H.M. Ships Adventure and Beagle. Henry Colburn, London 1838–1839; digitalisierte Fassung; als eigenständige Veröffentlichung: Journal of researches into the geology and natural history of the various countries visited by H.M.S. Beagle Henry Colburn, London 1839.
- Geology of The Voyage of The Beagle. 3 Bände, Smith, Elder & Co,, London 1842–1846:
- The structure and distribution of coral reefs. Being the first part of the geology of the voyage of the Beagle, under the command of Capt. Fitzroy, R.N. during the years 1832 to 1836. Smith, Elder & Co., London 1842; digitalisierte Fassung
- Geological observations on the volcanic islands visited during the voyage of H.M.S. Beagle, together with some brief notices of the geology of Australia and the Cape of Good Hope. Being the second part of the geology of the voyage of the Beagle, under the command of Capt. Fitzroy, R.N. during the years 1832 to 1836. Smith, Elder & Co., London 1844; digitalisierte Fassung
- Geological observations on South America. Being the third part of the geology of the voyage of the Beagle, under the command of Capt. Fitzroy, R.N. during the years 1832 to 1836. Smith, Elder & Co., London 1846; digitalisierte Fassung
- Living Cirripedia. 2 Bände, The Ray Society, London 1852–1854
- Living Cirripedia, A monograph on the sub-class Cirripedia, with figures of all the species. The Lepadidae; or, pedunculated cirripedes. London: The Ray Society 1852; digitalisierte Fassung
- Living Cirripedia, The Balanidae, (or sessile cirripedes); the Verrucidae. The Ray Society, London 1854; digitalisierte Fassung
- Fossil Cirripedia of Great Britain. 2 Bände, Palaeontographical Society, London 1851–1855
- Fossil Cirripedia of Great Britain: A monograph on the fossil Lepadidae, or pedunculated cirripedes of Great Britain. London: Palaeontographical Society 1851; digitalisierte Fassung
- A monograph on the fossil Balanidae and Verrucidae of Great Britain. Palaeontographical Society, London 1855; digitalisierte Fassung
- On the origin of species by means of natural selection, or the preservation of favoured races in the struggle for life. John Murray, London 1859; digitalisierte Fassung
- On the various contrivances by which British and foreign orchids are fertilised by insects, and on the good effects of intercrossing. John Murray, London 1862; digitalisierte Fassung
- On the movements and habits of climbing plants. In: Journal of the Linnean Society of London (Botany) Band 9, S. 1-118; digitalisierte Fassung
- The variation of animals and plants under domestication. John Murray, London 1868; digitalisierte Fassungen
- The descent of man, and selection in relation to sex. John Murray, London 1871; digitalisierte Fassungen
- The expression of the emotions in man and animals. John Murray, London 1872; digitalisierte Fassung
- Insectivorous Plants. John Murray, London 1875; digitalisierte Fassung
- The effects of cross and self fertilisation in the vegetable kingdom. John Murray, London 1876; digitalisierte Fassung
- The different forms of flowers on plants of the same species. John Murray, London 1877; digitalisierte Fassung
- The power of movement in plants. John Murray, London 1880; digitalisierte Fassung
- The formation of vegetable mould, through the action of worms, with observations on their habits. John Murray, London 1881 digitalisierte Fassung
Deutsche Erstausgaben
- Charles Darwin’s Naturwissenschaftliche Reisen nach den Insels des grünen Vorgebirges, Südamerika, dem Feuerlande, den Falkland-Inseln, Chiloe-Inseln, Galapagos-Inseln, Otaheiti, Neuholland, Neuseeland, Van Diemen’s Land, Keeling-Inseln, Mauritius, St. Helena, den Azoren ec. Deutsch und mit Anmerkungen von Ernst Dieffenbach. Fr. Vieweg und Sohn, Braunschweig 1844
- Über die Entstehung der Arten im Thier- und Pflanzen-Reich durch natürliche Züchtung, oder Erhaltung der vervollkommneten Rassen im Kampfe um’s Daseyn. Nach der zweiten [englischen] Auflage mit einer geschichtlichen Vorrede und andern Zusätzen des Verfassers für diese deutsche Ausgabe aus dem Englischen übersetzt und mit Anmerkungen versehen von Dr. H. G. Bronn. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung und Druckerei, Stuttgart 1860; digitalisierte Fassung
- Über die Einrichtungen zur Befruchtung Britischer und ausländischer Orchideen durch Insekten und über die günstigen Erfolge der Wechselbefruchtung. Mit Nachträgen und Verbesserungen des Verfassers aus dem Englischen übersetzt von H. G. Bronn. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung und Druckerei, Stuttgart 1862
- Über die Bewegungen der Schlingpflanzen. Auszugsweise nach einer Abhandlung enthalten in dem „Journal of the Linnean Society, IX, p. 1-118. Referat von A.W. Eichler.“ In: Flora oder allgemeine botanische Zeitung. Neue Reihe, Band 24: S. 241-252, S. 273-282, S. 321-325, S. 337-345, S. 375-378, S. 385-398
- Das Variieren der Thiere und Pflanzen im Zustande der Domestication. 2 Bände. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. Mit den Berichtigungen und Zusätzen des Verfassers zur 2. englischen Ausgabe und mit einem Register. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1868
- Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl. 2 Bände. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1871
- Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1872
- Ch. Darwin’s gesammelte Werke. Aus dem Englischen übersetzt von J. Victor Carus. Autorisirte deutsche Ausgabe. 16 Bände. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1874–1888
- Reise eines Naturforschers um die Welt. Aus den Englischen übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart’sche Verlagshandlung (E. Koch), Stuttgart 1875
- Insectenfressende Pflanzen. Übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung und Druckerei (E. Koch), Stuttgart 1876; digitalisierte Fassung
- Die verschiedenen Blüthenformen an Pflanzen der nämlichen Art. Übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung und Druckerei (E. Koch), Stuttgart 1877; digitalisierte Fassung
- Die Wirkungen der Kreuz- und Selbst-Befruchtung im Pflanzenreich. Übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung und Druckerei (E. Koch), Stuttgart 1877; digitalisierte Fassung
- Das Bewegungsvermögen der Pflanzen. Übersetzt von J. Victor Carus. E. Schweizerbart'sche Verlagshandlung und Druckerei (E. Koch), Stuttgart 1881; digitalisierte Fassung
Moderne deutsche Ausgaben (Auswahl)
- Gesammelte Werke. Nach der Übers. aus dem Englischen von: J. Victor Carus, Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2006. ISBN 3861507730
- Der Ausdruck der Gemütsbewegungen bei dem Menschen und den Tieren. Eichborn, Frankfurt am Main 2000. ISBN 3821841885 (Kritische Edition der Originalausgabe von 1872 von Paul Ekman)
- Die Fahrt der Beagle. Marebuchverlag, Hamburg 2006. ISBN 3936384959
- Die Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl. Übersetzt von C. W. Neumannn. Reclam-Verlag, Stuttgart 1963. ISBN 3150030714
- Abstammung des Menschen. Voltmedia, Paderborn 2005. ISBN 3937229868
Literatur
- Adrian Desmond, James Moore: Darwin. The Life of a Tormented Evolutionist. W.W.Norton, New York, London 1994, ISBN 0-393-31150-3 (deutsch: Darwin. List Verlag, München Leipzig 1991, ISBN 3-471-77338-X)
- Eve-Marie Engels: Charles Darwin. C.H. Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-54763-8.
- Johannes Hemleben: Charles Darwin. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-50137-6.
- Franz M. Wuketits: Darwin und der Darwinismus. München 2005, ISBN 3-406-50881-2.
- Franz M. Wuketits: Charles Darwin. Der stille Revolutionär, Piper, München und Zürich 1987, ISBN 3-492-15261-9.
- Momme von Sydow: Darwin – A Christian Undermining Christianity? On Self-Undermining Dynamics of Ideas Between Belief and Science. In: David M. Knight, Matthew D. Eddy. Science and Beliefs: From Natural Philosophy to Natural Science, 1700–1900 (S. 141–156). Ashgate, Burlington 2005, ISBN 0-7546-3996-7.
- Nora Barlow (Herausgeberin): The autobiography of Charles Darwin 1809–1882. With the original omissions restored. Edited and with appendix and notes by his grand-daughter Nora Barlow. 1958 online (deutsch zuletzt Insel Verlag, Frankfurt, ISBN 978-3-458-35070-5)
Einzelnachweise
- ↑ Desmond, Adrian & James Moore (1991), Darwin, London: Michael Joseph, Penguin Group. S. 210, 263–274, 284–285. ISBN 0-7181-3430-3
- ↑ A Life's Work – At Last. American Museum of Natural History. Abgerufen am 3. Juni 2008.
- ↑ Autobiografie S. 23
- ↑ Autobiografie S. 27 f.
- ↑ Autobiografie S. 28
- ↑ Charles Darwin an Caroline Sarah Darwin, 6. Januar 1826, Brief 20 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 11. Juni 2008).
- ↑ a b c d Eve-Marie Engels. Charles Darwin, Abschnitt Person, Leben und Werk. Verlag C.H. Beck, München 2007, S. 16-41. ISBN 978-3-406-54763-8
- ↑ Adrian Desmond, James Moore: Darwin. The Life of a Tormented Evolutionist. W.W.Norton, New York, London 1994, S. 28, ISBN 0-393-31150-3
- ↑ Autobiografie S. 46
- ↑ The Admissions books of Christ's College, Cambridge
- ↑ Autobiografie S. 58
- ↑ Charles Darwin an Charles Thomas Whitley, 10. August 1828, Brief 45a in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008).
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 25. März 1830, Brief 78 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008).
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 27.? November 1830, Brief 88 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008).
- ↑ Autobiografie S. 59
- ↑ E. Janet Browne: Charles Darwin: Voyaging. Band 1, Jonathan Cape, London 1995, S. 97. ISBN 1844133141
- ↑ Life and Letters, Band 1, S. 163 online
- ↑ Autobiografie S. 68
- ↑ Darwin's insects in Stephens' Illustrations of British entomology (1829–32)
- ↑ Autobiografie S. 60 und 64
- ↑ Autobiografie S. 67 f.
- ↑ Preliminary discourse on the study of natural philosophy. In: Cabinet cyclopaedia. 1831
- ↑ Personal Narrative of Travels to the Equinoctial Regions of America, During the Years 1799–1804. London 1818–1819
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 7. April 1831, Brief 96 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 11. Mai 1831, Brief 100 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Charles Darwin an Charles Thomas Whitley, 19. Juli 1831, Brief 102a in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Charles Darwin an John Stevens Henslow, 11. Juli 1831,Brief 102 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 1. August 1831, Brief 103 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Charles Darwin an William Darwin Fox, 9. Juli 1831,Brief 101 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 12. Juni 2008)
- ↑ Paul H. Barrett: The Sedgwick-Darwin geologic tour of North Wales. In: Proceedings of the American Philosophical Society. Band 118, Nr. 2, 19. April 1974, S. 146-164 online
- ↑ John Stevens Henslow an Charles Darwin, 24. August 1831, Brief 105 in The Darwin Correspondence Project (abgerufen am 14. Juni 2008).
- ↑ Browne S. 345–347.
- ↑ a b c Ernst Mayr: The Growth of Biological Thought. Diversity, Evolution and Inheritance. 12th Printing, The Belknap Press of Harvard University Press, Cambridge 2003, Kapitel Charles Darwin, S. 394-425. ISBN 0-674-36446-5
- ↑ Desmond & Moore S. 220–229
- ↑ Janet Brown: Über Charles Darwin: Die Entstehung der Arten. dtv, München 2006, S. 39-61. ISBN 978-3-423-34433-3
- ↑ Darwin Correspondence Project - Letter 729 — Darwin, C. R. to Hooker, J. D.. 11. Januar 1844. Abgerufen am 8. Februar 2008.
- ↑ Darwin Correspondence Project - Letter 734 — Hooker, J. D. to Darwin, C. R.. 29. Januar 1844. Abgerufen am 8. Februar 2008.
- ↑ Eve-Marie Engels. Charles Darwin, Abschnitt Entstehung der Abstammungstheorie. Verlag C.H. Beck, München 2007, S. 43-126. ISBN 978-3-406-54763-8
- ↑ Adrian Desmond, James Moore: Darwin. The Life of a Tormented Evolutionist. W.W.Norton, New York, London 1994, S. 387. ISBN 0-393-31150-3
- ↑ Website der Anglikanischen Kirche über Darwin (in Engl.)
- ↑ Gute Religion braucht gute Wissenschaft (in Engl.)
- ↑ Lucas, J. R. (1979), "Wilberforce and Huxley: A Legendary Encounter", The Historical Journal 22 (2): 313–330, Gefunden am 15. Dezember 2006
Desmond & Moore S. 493–499 - ↑ Brooke, John Hedley (2001). Darwinism & Religion: A Revisionist View of the Wilberforce-Huxley Debate. Lecture delivered at Emmanuel College, Cambridge on 26 February 2001. Retrieved on 14 February 2008.
- ↑ Theodosius Dobzhansky: Nothing in biology makes sense except in the light of evolution. In: American Biology Teacher, Band 35, 1973, S. 125-129. (online), abgerufen 6. Juni 2008.}}
- ↑ (siehe unter Darwin)
- ↑ Hart, Michael (2000), The 100: A Ranking of the Most Influential Persons in History, Citadel. S. 82ff.
- ↑ What’s on? BBC Great Britons. Abgerufen am 15. Dezember 2006.
- ↑ DarwinAwards.com. Abgerufen am 11. Dezemeber 2007.
Weblinks
- The Complete Work of Charles Darwin Online (Gesamtedition der Universität Cambridge, auf Englisch)
- Literatur von und über Charles Darwin im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Autoreintrag und Liste der beschriebenen Pflanzennamen für Charles Darwin bei IPNI.
- Werke von Charles Darwin als Online-Texte beim Project Gutenberg
- Autobiographie
- The Darwin Digital Library of Evolution beim American Museum of Natural History
- Die Abstammung des Menschen (Faksimile, Ausgabe von 1875)
- The Darwin Correspondence Project (University of Cambridge), Darwins Briefe
- Darwin200 (engl.) - Veranstaltungen, Ausstellungen und Information anläßlich Darwins 200. Geburtstag
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Darwin, Charles Robert |
| KURZBESCHREIBUNG | britischer Naturforscher |
| GEBURTSDATUM | 12. Februar 1809 |
| GEBURTSORT | The Mount |
| STERBEDATUM | 19. April 1882 |
| STERBEORT | Downe |


