Collège de Sociologie
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Im Jahr 1937 schlossen sich die französischen Soziologen und Philosophen Georges Bataille, Michel Leiris und Roger Caillois zum Collège de Sociologie zusammen. Am Collège waren neben den Gründern auch zahlreiche Surrealisten und non-konformistische Intellektuelle sowie u.a. Walter Benjamin, Hans Mayer, Alexandre Kojève, André Masson oder Pierre Klosswoski beteiligt.
Ziel des Collège war es, eine an der Durkheim-Schule und insbesondere an Marcel Mauss und Robert Hertz orientierte „Sakralsoziologie“ zu etablieren. Außerdem ging es dem Collège, vor allem Bataille, um die Etablierung neuer Mythen und Gemeinschaftsbildungen, die dem drohenden Faschismus Einhalt gebieten sollten. Die These war, dass vor allem eine individualistische Gesellschaft vor dem Faschismus nicht mehr sicher sei. Die Wirkungen des Collège reichen bis Michel Foucault, Jacques Derrida, Emmanuel Levinas, Jean-Luc Nancy, Michel Maffesoli und Jean Baudrillard.
Einige der Mitglieder des Collèges de Sociologie, insbesondere Bataille waren beteiligt an der Geheimgesellschaft Acéphale und der gleichnamigen Zeitschrift.
[Bearbeiten] Literatur
- Stephan Moebius: Die Zauberlehrlinge. Soziologiegeschichte des Collège de Sociologie. Konstanz: UVK 2006, ISBN 3-89669-532-0
- Stephan Moebius: Homme de la science, homme de l'action, homme du mythe. Die internen Krisen des Collège de Sociologie (1937-1939) und die Tage danach, in „Lendemains. Études comparées sur la France / Vergleichende Frankreichforschung“, hrsg. von Wolfgang Asholt, Hans Manfred Bock et al., "Phantastische Literatur sowie Pour les Sciences Humaines", Heft 110/111, 28. Jhrg., Tübingen 2003, S. 162-179.
- Stephan Moebius: Hans Mayer am Vorabend des II. Weltkrieges beim Collège de Sociologie, in: „Beiträge zur Geschichte der Arbeiterbewegung“, Heft 1/2002, 44. Jahrgang, Berlin, März 2002, S. 75-87.

