Düsseldorf
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||||
| Landschaftsverband: | Rheinland | ||||||
| Kreis: | Kreisfreie Stadt | ||||||
| Geographische Lage: | 51° 14′ N, 6° 47′ OKoordinaten: 51° 14′ N, 6° 47′ O | ||||||
| Höhe: | 28,23 bis 165,20 m ü. NN[1] | ||||||
| Durchschn. Höhenlage: | 38 m ü. NN | ||||||
| Fläche: | 217,0 km² | ||||||
| Einwohner: | 581.122 (31. Dezember 2007) | ||||||
| Bevölkerungsdichte: | 2665 Einwohner je km² | ||||||
| Postleitzahl: | 40210–40629 (alt: 4000) | ||||||
| Vorwahlen: | 0211, 0203 (Ortsnetz Duisburg), 02104 (Ortsnetz Mettmann) |
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| Kfz-Kennzeichen: | D | ||||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 11 000 | ||||||
| UN/LOCODE: | DE DUS | ||||||
| NUTS-Region: | DEA11 (Düsseldorf) | ||||||
| Stadtgliederung: | 10 Stadtbezirke mit 49 Stadtteilen |
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| Anschrift der Stadtverwaltung: |
Marktplatz 40213 Düsseldorf |
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| Website: | www.duesseldorf.de | ||||||
| Politik | |||||||
| Oberbürgermeister: | Dirk Elbers (CDU) | ||||||
| Schuldenstand: | 0 Mio. € 0 € je Einw. (Stand: 12. September 2007) |
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| Gesamtvermögen: | 12 Mrd. € 20.675 € je Einw. (Stand: 1. Januar 2007) |
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| Eigenkapitalquote: | 69 % 14.275 € je Einw. (Stand: 1. Januar 2007) |
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| Bevölkerung (Stand: 31. Dezember 2003) | |||||||
| Arbeitslosenquote: | 9,3 % (Stand: Ende September 2008) |
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| Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Düsseldorf : | 8,5 % (Stand: Ende August 2008) |
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| Ausländeranteil: | 18,1 % | ||||||
| Altersstruktur: |
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| Lage | |||||||
Düsseldorf ist die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen und mit rund 580.000 Einwohnern die neuntgrößte Stadt Deutschlands. Im Zentrum der Metropolregion Rhein-Ruhr gelegen, ist Düsseldorf eines der wichtigsten Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturzentren der Republik. Die Messestadt ist Sitz mehrerer börsennotierter Unternehmen, umsatzstärkster deutscher Werbe- und Modestandort und zweitwichtigster Banken- und Börsenplatz der Republik. Düsseldorf verfügt über einen internationalen Flughafen sowie einen bedeutenden Binnenhafen und ist Sitz vierer Hochschulen, darunter der renommierten Kunstakademie. Überregional ist die Stadt für ihren Einkaufsboulevard Königsallee, die Altstadt sowie den Karneval bekannt. Zahlreiche Museen und Galerien sind weitere Anziehungspunkte für Touristen. Bemerkenswert ist die große japanische Kolonie.
Geographie
Räumliche Lage
Düsseldorf liegt im mittleren Teil des Niederrheinischen Tieflands – überwiegend am rechten Ufer des Rheins auf einer von zahlreichen Rheinarmen durchzogenen Niederterrassenfläche an der Mündung des Flüsschens Düssel, welches der Stadt den Namen gab. Lediglich die Stadtteile Oberkassel, Niederkassel, Heerdt und Lörick liegen am linken Rheinufer. Die Stadt liegt unweit südwestlich des Ruhrgebiets, im Herzen der Metropolregion Rhein-Ruhr und an der Schwelle vom Rheinland zum Bergischen Land. Die Metropolregion Rhein-Ruhr ist eine Wirtschaftsregion und ein städtischer Ballungsraum im Westen Deutschlands. Er zählt zu den größten Verdichtungsräumen in Europa und ist der größte in Deutschland. In den 20 kreisfreien Städten und 10 Kreisen leben rund 11 Millionen Einwohner auf knapp 10.000 km² (Stand 2005). Allein im Umkreis von 50 Kilometern um Düsseldorf leben etwa neun Millionen Menschen.
Der höchst gelegene Punkt im Stadtgebiet (der Sandberg im Stadtteil Hubbelrath) misst 165 m, der niedrigste Punkt (die Mündung des Schwarzbachs in den Rhein bei Wittlaer) 28 m ü. NN.
Klima
Das Klima des Düsseldorfer Raumes ist durch die reliefbedingte Öffnung in Richtung Nordsee ozeanisch geprägt. Überwiegend nördliche und westliche Windströmungen tragen feuchte Luftmassen heran. Die Folge sind milde, schneearme Winter und mäßig warme und feuchte Sommer. Insgesamt ist die Witterung wechselhaft. So gibt es in Düsseldorf bei einer Jahresmitteltemperatur von 10,5 °C im Mittel rund 770 mm Niederschlag. Im Schnitt fällt auf Düsseldorfer Stadtgebiet lediglich an fünf Tagen im Jahr Schnee. Der Raum Düsseldorf gehört zu den Gebieten in Deutschland mit den mildesten Wintern. Die Stadt liegt in einer Zone stetiger Westwinde. Die Atlantischen Tiefdruckgebiete sorgen häufig für eine starke Wolkenbedeckung, so dass im Jahresmittel 66 % des Himmels bedeckt sind. Mit 1364 Sonnenstunden liegt Düsseldorf in Deutschland eher am unteren Ende.[2] Das milde Klima führt dazu, dass in Düsseldorf verschiedentlich Hanfpalmen und Yuccas im öffentlichen Stadtraum angepflanzt wurden.
Stadtgebiet
Das Stadtgebiet Düsseldorfs besteht heute aus 10 Stadtbezirken, die sich in 49 Stadtteile unterteilen. In jedem Stadtbezirk gibt es eine Bezirksvertretung, die 19 Mitglieder hat. Diese werden bei jeder Kommunalwahl neu gewählt. Vorsitzender der Bezirksvertretung ist der Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretungen sind zu wichtigen, den Stadtbezirk betreffenden Angelegenheiten zu hören.
Die zehn Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen:
Siehe: Liste der Stadtbezirke von Düsseldorf | Liste der Stadtteile von Düsseldorf
Nachbarstädte
Die Stadt Düsseldorf grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt Duisburg und an die Stadt Ratingen, im Osten an die Städte Mettmann, Erkrath und Hilden, im Süden an die Städte Langenfeld (Rheinland) und Monheim am Rhein (alle Kreis Mettmann) sowie im Westen an die Städte Dormagen, Neuss und Meerbusch (alle Rhein-Kreis Neuss).
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Düsseldorf
Von den Anfängen bis zur frühneuzeitlichen Stadt (bis 1614)
Die erste schriftliche Erwähnung von Dusseldorp stammt aus dem Jahr 1135. Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa wurde die nördlich von Düsseldorf gelegene Ortschaft Kaiserswerth zum gut befestigten Außenposten umgewandelt. Dort wurde von Soldaten das Treiben auf dem Rhein scharf beobachtet. Kaiserswerth wurde 1929 Stadtteil von Düsseldorf.
Am 14. August 1288 erhielt Düsseldorf von Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte und wurde zur Stadt erhoben. Vorangegangen war ein blutiger Machtkampf zwischen dem Grafen und dem Erzbischof von Köln. Dieser Kampf gipfelte in der Schlacht von Worringen, in der die Streitkräfte des Erzbischofs geschlagen wurden. 1385 wurde Düsseldorf die Residenz der Herzöge von Berg, die durch geschickte Heiratspolitik die Herzogtümer Jülich und Kleve mit dem ihren zum gemeinsamen Herzogtum Jülich-Kleve-Berg vereinigten, das insbesondere unter Wilhelm dem Reichen zu einem Zentrum humanistischer Wissenschaft und liberaler Katholizität wurde und 1585 bei der Vermählung des Erbprinzen Johann Wilhelm mit der Markgräfin Jakobe von Baden die wohl prunkvollste dokumentierte Hochzeit des 16. Jahrhunderts ausrichtete, bei der zum ersten Mal ein opernartiges theatralisches Schauspiel mit Gesang und Musik (Titel: „Orpheus und Amphion“) zur Aufführung kam. Wilhelm der Reiche sorgte für den Wiederauf- und Ausbau des Düsseldorfer Schlosses durch den Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini. Nach dem Aussterben des jülich-bergisch-klevischen Regentenstammes 1609 besetzte der spanische General Ambrosio Spinola als kaiserlicher Kommissar 1614 die Stadt.
Residenzstadt und französische Besetzungen (1614–1815)
Nach der Beilegung des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits kam Düsseldorf mit dem Herzogtum Jülich-Berg an das Haus Pfalz-Neuburg. Der Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz (von den Düsseldorfern „Jan Wellem“ genannt) erwählte Düsseldorf zu seiner Hauptresidenz. In dieser Zeit nahm die Stadt eine beachtliche städtebauliche Entwicklung, ebenfalls unter dem Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz, der Schlösser, Sammlungen, Institute gründete und die Carlstadt anlegen ließ. Freilich hatte Düsseldorf da seinen Status als Hauptresidenz schon an Mannheim und später an München verloren, von wo aus Karl Theodor regierte.
Seit 1732 befestigt, wurde die Stadt im Siebenjährigen Krieg 1757 von den Franzosen besetzt und im Juni 1758 vom Herzog Ferdinand von Braunschweig durch Kapitulation eingenommen, jedoch bald wieder verlassen. Im Jahr 1795 wurde Düsseldorf nach einem heftigen Bombardement den Franzosen durch Kapitulation übergeben und blieb in deren Besitz, bis es im Frieden von Lunéville 1801 an Bayern zurückgegeben wurde, woraufhin die Schleifung der Festungswerke erfolgte. Doch bereits 1806 gelangte die Stadt wieder in französischen Besitz und wurde Hauptstadt des Großherzogtums Berg welches bis 1813 Bestand hatte. Bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig verließen die französischen Truppen das Gebiet des Großherzogtums, welches unter preußischen Einfluss geriet.
Preußische Provinzstadt und Industrialisierung (1815–1900)
Das inzwischen in Generalgouvernement Berg umbenannte Territorium wurde samt seiner Hauptstadt Düsseldorf am 21. April 1815 vom preußischen König Friedrich Wilhelm in Besitz genommen. Düsseldorf wurde 1816 Sitz eines Kreises, die Stadt selbst kreisfrei, jedoch bereits 1820 wieder mit dem Landkreis Düsseldorf vereinigt. Mit der Schaffung der Rheinprovinz 1822 wurde Düsseldorf zwar Sitz eines Regierungsbezirkes, verlor aber nach über 500 Jahren den Status als Hauptstadt einer Landesregierung und damit sämtliche überörtlichen Behörden. Düsseldorf war bis dahin eine kleine gemütliche Residenz- und Beamtenstadt gewesen, die nach Schleifung der Festungswerke von einem geschlossenen Ring ausgedehnter Parks umgeben war, dem sich eine Neubebauung im klassizistischen Stil anschloss. Nach zeitgenössischen Beschreibungen bot die Stadt insgesamt ein sehr harmonisches Stadtbild. Allerdings ließen die Folgen der Verlegungen der Behörden den Zeitgenossen die wirtschaftliche Zukunft der Stadt ungewiss erscheinen. So spielte das künstlerische Leben in jener Zeit, aus der Düsseldorfs Ruf als „Kunst- und Gartenstadt“ stammt, eine weitaus größere Rolle als Politik oder Wirtschaft.
Ab Mitte der 1830er Jahre erfasste der durch die Industrialisierung ausgelöste gesellschaftliche und wirtschaftliche Umbruch auch die kleine preußische Provinzstadt. Die Dampfschifffahrt auf dem zunehmend regulierten Rhein, die Einrichtung eines Freihafens (1831) sowie die Anlage der ersten Eisenbahnstrecken (1838) schufen die Voraussetzungen für die Entwicklung Düsseldorfs zur Industriestadt. 1837 fand die erste Gewerbeausstellung auf der Flinger Straße statt – die Grundlage zur späteren Entwicklung zur Messestadt. Ab 1850 siedelten sich die ersten Stahlwerke u.a. in Oberbilk an. Es folgten zahlreiche weitere Industriebetriebe wie z.B. die Gerresheimer Glashütte. Allerdings dominierte bis 1870 noch das Textilgewerbe.
1872 wurde Düsseldorf erneut kreisfrei. Gegen 1880 bestand Düsseldorf aus sechs Stadtteilen: der Altstadt (dem ursprünglichen Düsseldorf) mit engen und unregelmäßigen Straßen sowie den beiden Mündungen der nördlichen und der südlichen Düssel; der Carlstadt, an der Südseite der Altstadt (1767 angelegt); der in einiger Entfernung liegenden Neustadt, die 1690–1716 erbaut wurde; der Friedrichstadt am Südostende; der Königstadt und schließlich Pempelfort an der Ostseite. 1880 fand in Düsseldorf eine Gewerbeausstellung statt, die über eine Million Besucher anzog und der Stadt weitere Wachstumsimpulse gab. Bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1880 lebten in der Stadt selbst auf 49 Quadratkilometern Fläche 95.458 Menschen, im Landkreis Düsseldorf auf 362 Quadratkilometern weitere 52.994 Einwohner. Die fünfzig Jahre zuvor noch politisch und wirtschaftlich unbedeutende preußische Stadt stand an der Schwelle zur Entwicklung zu einer der bedeutenden Groß- und Industriestädte des neugegründeten Deutschen Reichs. In der Zeit von 1880 bis 1900 stieg die Bevölkerung um mehr als Doppelte auf über 215.000 Einwohner.
Aufstieg zur Wirtschaftsmetropole und Niedergang (1900–1933)
An der Wende zum 20. Jahrhundert war Düsseldorf eine geschäftige Industriestadt, deren Einwohner optimistisch in die Zukunft schauten. 1902 folgte eine weitere große Gewerbe-, Industrie- und Kunstausstellung, die mit über 2500 Austellern auf einem 70 Hektar großen Gelände am Rheinufer stattfand und weltweit Beachtung fand. Die gute Finanzverfassung und niedrigen Steuern zogen vermögende Leute und Unternehmen aus dem ganzen Reich an. 1909 schließlich erfolgten die ersten großen Eingemeindungen seit dem Mittelalter. Die Stadt wuchs um 62,5 km² und rund 63.000 Einwohner auf rund 345.000 Einwohner. Auf der Golzheimer Heide wurde ein Zeppelinflugfeld eingerichtet und 1912 wurden Pläne für die „Millionenstadt Düsseldorf“ vorgestellt. Nichts schien das Wachstum der Stadt stoppen zu können. Düsseldorf wurde vom Ausbruch des Ersten Weltkrieges regelrecht überrascht.
Am 31. Juli 1914 übernahm das Militär die Exekutive und am folgenden Tag wurde die allgemeine Mobilmachung verkündet. Schon bald veränderte sich das Leben in der Stadt merklich. Die Düsseldorfer Industrie stellte auf Kriegsproduktion um und wurde eine der größten Waffenschmieden des Reiches. Die Stadt selbst wandelte sich zu einem Nachschubzentrum und Lazarettstandort. 1915 waren 46.000 Reservisten in Düsseldorf stationiert, 1917 zählte man rund 8000 Lazarettbetten. Es setzte ein wirtschaftlicher Niedergang ein. So sank der Hafenumschlag auf unter 30 % des Vorkriegsniveaus. Die Geburtenzahlen sanken um 42 %; es herrschte Mangel an Lebensmitteln und Kleidung; die Sterberaten in der Bevölkerung stiegen massiv an und über 10.000 Soldaten kehrten nicht mehr in ihre Heimatstadt zurück. Im Juni 1917 kam es zu hungergetriebenen Protesten und Plünderungen von Läden. Mehrfach wurde der Belagerungszustand ausgerufen.
Am 8. November 1918 erfasste die Novemberrevolution auch Düsseldorf durch aus Köln kommende Matrosen. Es bildete sich ein provisorischer Arbeiter- und Soldatenrat, der in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung zunächst die öffentliche Ordnung aufrecht erhalten konnte. Am 4. Dezember 1918 besetzten belgische Truppen die linksrheinischen Stadtteile. Der Rest der Stadt lag in der entmilitarisierten Zone, so dass die Soldaten formell aus dem Arbeiter- und Soldatenrat ausschieden und sich der Rat als Arbeiterrat neu formierte.
Vom 7. bis zum 9. Januar 1919 kam es nach Streiks, Zeitungsbesetzungen und einer Massendemonstration gegen die Regierung Ebert-Scheidemann zur Übernahme der Macht durch einen Vollzugsrat des Arbeiterrates, der aus Mitgliedern des Spartakusbundes und linken USPD’lern zusammengesetzt war. Ziel dieser Gruppen war eine Revolution nach russischem Vorbild. Der Hauptbahnhof, das Polizeipräsidium und das Fernsprechamt wurden besetzt. Aus dem Gefängnis „Ulmer Höh“ wurden rund 150 Insassen befreit. Oberbürgermeister Oehler, Regierungspräsident Kruse und einige andere Personen des öffentlichen Lebens konnten sich ins belgisch besetzte Oberkassel retten, andere angesehene Bürger wurden als Geiseln genommen. Die städtischen Beamten legten die Arbeit nieder und es kam zu Streiks und blutigen Zusammenstößen mit zahlreichen Toten und Schwerverletzten auf der Graf-Adolf-Straße. Nach fünf Wochen, am 28. Februar 1919, wurde die Stadt vom Freikorps Lichtschlag erobert und der Vollzugsrat abgesetzt. Bis Mitte April 1919 kam es immer wieder zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Spartakisten und dem reaktionären Freikorpstruppen, insbesondere in Folge der Generalstreiksbewegung an der Ruhr vom 8. bis zum 13. April. Heftig umkämpft war der Stadtteil Oberbilk, der nur mit Artillerieunterstützung erobert werden konnte. Bis 1933 blieb Düsseldorf dennoch eine „rote Stadt“.
Am frühen Nachmittag des 8. März 1921 überflogen französische Erkundungsflugzeuge Düsseldorf und die Nachbarstadt Duisburg. Gegen Mittag rückten französische und belgische Truppen in die beiden Städte ein und besetzten sie, um ausstehende Reparationszahlungen aus dem Versailler Vertrag vom Deutschen Reich einzufordern. Zwei Jahre später begannen sie von ihren Brückenköpfen Duisburg und Düsseldorf aus mit der Besetzung des Ruhrgebiets.
Mit Annahme des Dawes-Plans am 1. September 1925 durch die deutsche Regierung wurde die Besetzung des Ruhrgebiets und Düsseldorfs beendet. 1929 ging der Landkreis Düsseldorf größtenteils im neuen Landkreis Düsseldorf-Mettmann auf, der nördliche Teil wurde den Städten Duisburg und Mülheim zugeschlagen. Düsseldorf-Mettmann wurde bei der Kreisreform 1975 in Kreis Mettmann umbenannt.
Die Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (1933–1945)
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten kam es schon am 11. April 1933 in Düsseldorf zur ersten Verbrennung „unerwünschter Literatur“ (unter anderem von Büchern Heinrich Heines) durch die Hitlerjugend. Am 10. November 1938 wurden in der Reichspogromnacht die Synagogen auf der Kasernenstraße und in Benrath niedergebrannt, die jüdische Bevölkerung der Stadt verfolgt und mindestens acht Personen ermordet. Am 27. Oktober 1941 fuhr der erste Zug mit Düsseldorfer Juden vom Güterbahnhof Derendorf in die deutschen Konzentrationslager im besetzten Polen. 1944 lebten in den etwa 400 Lagern Düsseldorfs rund 35.000 ausländische Zivilarbeiter, mehrere 1000 Kriegsgefangene sowie KZ-Häftlinge, die in der Stadt Zwangsarbeit leisten mussten.
Im Zweiten Weltkrieg fielen 1940 die ersten Bomben auf Düsseldorf. Die alliierten Luftangriffe forderten bis 1945 mehr als 5.000 Tote unter der Zivilbevölkerung. Etwa die Hälfte der Gebäude wurde zerstört, rund 90 Prozent wurden beschädigt. Alle Rheinbrücken, die meisten Straßen, Hochwasserdeiche, Unter- und Überführungen sowie das städtische Entwässerungsnetz waren größtenteils zerstört worden. Die Trümmermenge wurde auf etwa zehn Millionen Kubikmeter geschätzt. Ab dem 28. Februar 1945 wurde Düsseldorf für 7 Wochen zur Frontstadt – mit amerikanischem Dauerbeschuss vom linken Rheinufer – und im März immer mehr eingekreist. Im April versuchten einige Düsseldorfer Bürger des Widerstands um Rechtsanwalt Karl August Wiedenhofen, bei Schutzpolizei-Kommandeur Franz Jürgens die Festsetzung des Polizeipräsidenten Korreng zu erwirken, um die Stadt kampflos an die Alliierten zu übergeben. Der Putschversuch gelang zunächst, wurde dann aber verraten. Nach der Befreiung Korrengs durch loyale Kräfte von Gauleiter Florian, der fünf der Widerstandsmitglieder standrechtlich erschießen ließ (darunter Jürgens), gelang es den beiden letzten Mitgliedern (Rechtsanwalt Wiedenhofen und Architekt Aloys Odenthal) zu entkommen, die im Osten der Stadt heranrückenden amerikanischen Streitkräfte zu erreichen und die endgültige Zerstörung der Stadt durch einen bereits vorbereiteten großen Luftangriff abzuwenden.
Wiederaufbau und Entwicklung zur Landeshauptstadt (seit 1945)
Am 17. April 1945 besetzten US-amerikanische Truppen die Stadt nahezu kampflos. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau der Stadt.
Die Entwicklung zu einer modernen Handels- und Industriestadt Düsseldorf brachte zwar auch die Ansiedlung von Industrieunternehmen mit sich, aber Düsseldorf wurde mehr eine Stadt der Unternehmensverwaltungen – der „Schreibtisch des Ruhrgebiets“, wie man sagte. Diese und andere Entwicklungen führten dazu, dass Düsseldorf Wirtschaftszentrum und Messestandort (seit 1971), Kulturmetropole (1970 Eröffnung des neuen Schauspielhauses, 1978 der Tonhalle, 1986 der Kunstsammlung NRW) und Universitätsstadt (seit 1965), eine Stadt internationalen Zuschnitts („Klein-Paris“; größte japanische Kolonie Kontinentaleuropas), aber besonders in der Altstadt auch noch von provinziell-rheinischem Gepräge und schließlich (seit 1946) Hauptstadt von Nordrhein-Westfalen ist.
Eingemeindungen
Folgende Städte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen oder Teile von Gemeinden wurden nach Düsseldorf eingegliedert (die Zahlen hinter den Orten geben den Flächenzuwachs in km² wieder):
- am 1. April 1908: Wersten, Teil der Landgemeinde Himmelgeist 3,57
- am 1. April 1909: Stockum, Teil der Landgemeinde Lohausen 3,72, Rath 14,23, Stadt Gerresheim 5,35, Eller 10,68, Himmelgeist 7,04, Heerdt (einschließlich Wohnplätze Oberkassel, Niederkassel und Oberlörick) 13,52, Teil der Landgemeinde Ludenberg 4,37
- am 1. August 1929: Stadt Kaiserswerth 3,27, Lohausen 10,57, Benrath (einschließlich Wohnplätze Itter, Holthausen, Hassels, Reisholz, Urdenbach) und Garath zusammen 26,63, Teil von Wittlaer 0,41, Teil von Kalkum 0,91, Teil von Eckamp 0,90, Teil von Schwarzbach 0,70, Teil von Ludenberg 4,44, Teil von Erkrath 0,02, Teil von Büderich 0,01
- am 1. Januar 1975: Wittlaer (einschließlich Kalkum) 23,22, Stadt Angermund 8,34, Hubbelrath (mit den Siedlungsbereichen Dorf, Stratenhof, Rotthäuser Weg und Knittkuhl) 12,11, Stadt Monheim (ohne Ortsteil Hitdorf) ¹ 25,81, Teile der Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach 1,71, Ortsteil Unterbach der Stadt Erkrath 10,56 und Gebiet Elb der Stadt Hilden
- am 1. Januar 1980: Teile der Stadt Ratingen 0,48
¹ der Monheimer Stadtteil Hitdorf wurde nach Leverkusen eingegliedert. Aufgrund des Gesetzes über Gebietsänderungen im Neugliederungsraum Düsseldorf wurde Monheim mit Wirkung vom 1. Juli 1976 wieder ausgegliedert und zur eigenständigen Stadt erklärt. Lediglich ein kleiner kaum bewohnter Teil der Urdenbacher Kämpe verblieb bei Düsseldorf. Der ehemalige Stadtteil Hitdorf verblieb weiterhin bei Leverkusen.
Bevölkerung
Am 31. Dezember 2007 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Düsseldorf 581.122 Einwohner. Davon waren 304.699 Frauen (52,43 %) und 276.423 Männer (47,57 %). Der Ausländeranteil betrug 18,02 %, d.h. 104.730 Einwohner.[3] Nach Zählung der Stadt stellten 2006 die Türken mit 15.191 Personen die größte Gruppe der Nichtdeutschen, gefolgt den Griechen mit 10.591 und Italienern mit 6.890. Von den außereuropäischen Herkunftsländern stellen die Asiaten mit 14.639 die größte Gruppe, darunter Japan mit 4.951, Iran mit 1.419, China mit 1.375 und Korea 1.003 Personen.[4]
Einwohnerentwicklung
Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Düsseldorf.
Mit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert setzte in Düsseldorf ein starkes Bevölkerungswachstum ein. Lag die Einwohnerzahl der Stadt 1834 bei rund 20.000, so überschritt sie schon 1882 die Grenze von 100.000, wodurch Düsseldorf zur Großstadt wurde. 1905 hatte die Stadt 250.000 Einwohner, bis 1933 verdoppelte sich diese Zahl auf 500.000. Im Jahre 1962 erreichte die Bevölkerungszahl mit 705.391 ihren historischen Höchststand. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Düsseldorf nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 573.449 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit sank die Einwohnerzahl seit 1962 um rund 20 Prozent (131.942 Personen). Seit 1999 steigen die Einwohnerzahlen jedoch wieder leicht.
Religionen
Christlich
Römisch-katholisch
Düsseldorf gehörte von Anfang an zum Erzbistum Köln und war dem Archidiakonat des Domdechanten unterstellt. Obwohl die Reformation mehrheitlich Fuß fassen konnte, verblieben auch weiterhin Katholiken in der Stadt. Sie gehörten bis 1627 zum Dekanat Neuss, ehe Düsseldorf selbst Sitz eines Dekanats wurde. Heute gehören alle katholischen Pfarrgemeinden der Stadt zum Stadtdekanat Düsseldorf, das aus den Dekanaten Nord, Mitte/Heerdt, Ost, Süd und Benrath besteht. In Düsseldorf leben heute etwa 205.000 Katholiken, was einem Bevölkerungsanteil von etwa 36 % entspricht. Der katholische Stadtverband hat seit 2006 im umgebauten Kloster der Maxkirche ein neues Zentralgebäude in der Carlstadt.
Evangelisch-uniert
Die Reformation konnte sich ab 1527 teilweise durchsetzen, begünstigt vor allem durch den Reformkatholizismus von Herzog Wilhelm V.. Neben dem Psalmengesang wurde das Abendmahl in beiderlei Gestalt in der Stiftskirche St. Lambertus eingeführt. Dies war die Gründung der lutherischen Gemeinde. 1571 gab es einen erneuten Umschwung am Hofe, dem zufolge die Protestanten unterdrückt wurden. Die lutherische und die 1573 gegründete reformierte Gemeinde trafen sich danach heimlich, bis die Unterdrückung ab 1590 beendet wurde. Ab 1609 konnten die Protestanten zunächst ihre Gottesdienste öffentlich abhalten: die Reformierten in ihrem Predigthaus an der Andreasstraße, die Lutheraner an der Berger Straße. 1614 setzte unter dem römisch-katholischen Herrscher Wolfgang Wilhelm wieder die Unterdrückung ein. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts konnten die Protestanten nur heimlich ihre Gottesdienste abhalten. Dann erhielten sie das Recht zur freien Religionsausübung. Die erste überlieferte evangelische Predigt in Düsseldorf wurde im Predigthaus an der Bolkerstraße gehalten, das aus dem Jahr 1651 erhalten ist. 1683 konnte sich die reformierte Gemeinde ihre eigene Kirche bauen, die 1916 den Namen Neanderkirche erhielt. Der Turm wurde 1687 fertiggestellt. Im selben Jahr entstand die lutherische Kirche an der Berger Straße. Gehörte die protestantische Gemeinde Düsseldorfs zunächst zur kölnischen Klasse, später zur Bergischen Synode (1589), so wurde Düsseldorf 1611 Sitz einer eigenen Klasse (Kirchenverwaltungsbezirk).
Nach dem Übergang an Preußen vereinigten sich 1825 die beiden protestantischen Kirchengemeinden zur „Evangelischen Gemeinde Düsseldorf“, die zur Superintendentur Düsseldorf gehörte. Bereits 1815 war Düsseldorf Sitz des preußischen Oberkonsistoriums der Provinz Jülich-Kleve-Berg geworden, doch zog dieses schon 1816 nach Köln um. 1827 gab es in Düsseldorf eine Synode.
Die protestantische Gemeinde Düsseldorfs wuchs ständig und weitere Kirchen wurden gebaut, so etwa die Johanneskirche am Martin-Luther-Platz (1881), die Christuskirche (1899), die Friedenskirche (1899) und die alte Matthäikirche (1899) sowie die Kreuzkirche (1910). 1905 entstand aus Teilen der Gemeinden Urdenbach und Gerresheim die Kirchengemeinde Eller-Wersten. Durch Eingemeindungen gab es weitere Kirchengemeinden im Stadtgebiet. Am 1. Oktober 1934 wurde der Sitz des Konsistoriums der rheinischen Provinzialkirche Preußens beziehungsweise der Evangelischen Kirche im Rheinland von Koblenz nach Düsseldorf verlegt. Die heutige Kirchenverwaltung ist in der Hans-Böckler-Straße im Stadtteil Derendorf. Weiterhin gibt es ein „Haus der Kirche“ in der Bastionstraße in der Carlstadt. 1936 wurde für alle Düsseldorfer evangelischen Gemeinden ein Gesamtverband gegründet. 1948 wurde die Kirchengemeinde Düsseldorf aufgeteilt. Auch in den Außenbezirken gab es Veränderungen in den Kirchengemeinden.
1964 wurde der Kirchenkreis Düsseldorf in die Kirchenkreise Düsseldorf-Mettmann, Düsseldorf-Nord, Düsseldorf-Ost und Düsseldorf-Süd aufgeteilt, wobei der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann vor allem Kirchengemeinden außerhalb der Stadt Düsseldorf umfasst. Die drei Kirchenkreise im Stadtgebiet bildeten bis Mitte 2007 den Kirchenkreisverband Düsseldorf innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland. Am 16. Juni 2007 trat die Synode des neugebildeten Kirchenkreises Düsseldorf erstmals zusammen. Er ist aus dem Zusammenschluss der Kirchenkreise Düsseldorf-Nord, Düsseldorf-Ost und Düsseldorf-Süd hervorgegangen und repräsentiert 24 evangelische Gemeinden und damit 123.000 Protestanten der Landeshauptstadt.
Evangelisch-lutherisch
Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung der Kirchen der lutherischen und reformierten Tradition zur Evangelischen Kirche der Union entstand die Evangelisch-Lutherische (altlutherische) Kirche Preußens. Die Altlutheraner bestanden auf weiterer Anerkennung des lutherischen Bekenntnisses. Sie forderten uneingeschränkte lutherische Gottesdienste, Verfassung und Lehre. Nach harter Verfolgungszeit seitens des Staates konnten sie sich 1841 unter König Friedrich Wilhelm IV. konstituieren und wurden anerkannt. Ab 1846 wurden in Düsseldorf wieder lutherische Gottesdienste gefeiert in einer Gemeinde aus Lutheranern der Gemeinde vor der Zwangsvereinigung und Zugewanderten aus Sachsen und Bayern. 1882 weihte die Gemeinde ein eigenes Gotteshaus in der Kreuzstraße, das am 12. Juni 1943 einem Luftangriff zum Opfer fiel. 1884 wurde die Gemeinde vom preußischen Staat als juristische Person anerkannt. Da das Grundstück in der Kreuzstraße nach dem Krieg aus stadtplanerischen Gründen nicht mehr bebaut werden durfte, erwarb die Gemeinde ihr jetziges Grundstück und weihte am 2. April 1956 in der Eichendorffstraße in Stockum ihre Erlöserkirche. Die Kirchengemeinde gehört heute zum Kirchenbezirk Rheinland der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK). In dieser Kirchengemeinde wurde auch Königin Silvia von Schweden durch Superintendent Nagel konfirmiert.
Orthodoxe Kirchen
In Düsseldorf sind neben den beiden großen christlichen Konfessionen auch zahlreiche orthodoxe Kirchen beheimatet. Es sind die Kommission der Orthodoxen Kirche in Düsseldorf mit Gemeinden der Griechisch-orthodoxen Kirche Am Schönenkamp in Reisholz, der Russisch-Orthodoxen Kirche, der Rumänisch-Orthodoxen Kirche und der Serbisch-Orthodoxen Kirche, der Koptisch-Orthodoxen Kirche auf dem Pöhlenweg in Grafenberg und der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche.
Freikirchen
In Düsseldorf sind neben den anderen großen christlichen Konfessionen auch zahlreiche Freikirchen beheimatet: die Anglikanische Kirche in der Amsterdamer Straße am Nordpark; die Apostolische Gemeinschaft mit ihrem Deutschlandsitz und der Düsseldorfer Hauptgemeinde in der Cantadorstraße und drei weiteren Gemeinden in Benrath, Eller und Gerresheim; das Christliche Zentrum Düsseldorf (Pfingstbewegung) in der Bruchstraße; die Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinden (Baptisten) in der Acker-, Luisen- und Christophstraße; die Evangelisch-methodistische Kirche in der Hohenzollernstraße; die Freie Evangelische Gemeinde in der Bendemannstraße; die Heilsarmee; die Herrnhuter Brüdergemeine in Heerdt; die Jesus-Haus-Gemeinde (Pfingstbewegung) in der Grafenberger Allee; die Gemeinde der Altkatholiken in der Aschaffenburger Straße in Reisholz.
Alle diese Gemeinden sowie die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) [2]. 1990 und 2001 veranstalteten die Düsseldorfer Freikirchen einen Freikirchentag im Robert-Schumann-Saal und auf dem BUGA-Gelände.
Sonstige Kirchen
Ferner sind in Düsseldorf auch die Neuapostolische Kirche mit fünf Gemeinden in Benrath, Derendorf, Eller, Flingern und Gerresheim; die Christengemeinschaft, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen) und die Zeugen Jehovas mit mehreren Gemeinden vertreten.
Jüdisch
Siehe auch: Juden in Düsseldorf
Die jüdische Gemeinde Düsseldorf ist mit ca. 7.400 Mitgliedern die drittgrößte in Deutschland. Ihre neue Synagoge wurde 1958 gebaut und liegt in der Zietenstraße im Stadtteil Golzheim. Sie wird rund um die Uhr von der Polizei bewacht. Die alte Synagoge stand in der Kasernenstraße in der Carlstadt auf dem heutigen Grundstück des Handelsblattverlages. Sie ist den Novemberpogromen 1938 zum Opfer gefallen.
Die Gemeinde als Körperschaft des öffentlichen Rechts ist gemäß ihrer Satzung eine Einheitsgemeinde. Das bedeutet, dass alle religiösen Richtungen respektiert werden. Die Gottesdienste entsprechen dem orthodoxen Ritus. Rabbiner ist (Stand: 2008) Julien-Chaim Soussan, einer der jüngsten Gemeinderabbiner in Deutschland. 90 % der Gemeindemitglieder stammen aus der ehemaligen Sowjetunion. Zur Gemeinde gehören u. a. ein Kindergarten und eine Grundschule, die Yitzhak-Rabin-Schule. Sie ist eine staatlich anerkannte Grundschule und eine jüdische Konfessionsschule, die für die koschere Ernährung der Kinder sorgt. Kürzlich stellte sich in einer landesweiten Vergleichsarbeit heraus, dass die Schule zu den 25 besten Grundschulen des Landes NRW gehört. Die Gemeinde verfügt auch über einen Sportverein (Makkabi), ein Jugendzentrum und einen Friedhof.
Am 27. Juli 2000 gab es einen Sprengstoffanschlag am S-Bahnhof Düsseldorf-Wehrhahn, bei dem zehn Menschen verletzt wurden. Da sechs von ihnen jüdischen Glaubens waren, ist ein antisemitisches Motiv nicht auszuschließen. Am 2. Oktober 2000 verübten zwei arabischstämmige Jugendliche einen Brandanschlag auf die Düsseldorfer Synagoge. Das Feuer konnte rechtzeitig gelöscht werden, sodass Schlimmeres verhindert wurde.
Buddhistisch
Im linksrheinischen Stadtteil Niederkassel liegt ein buddhistischer Tempel in der Tradition der Jōdo-Shinshū auf dem Grundstück des japanischen Ekō-Hauses. Er ist im japanischen Stil als Betonkonstruktion errichtet und von einem japanischen Garten umgeben. Dem Ekō-Haus sind außerdem ein traditionelles japanisches Haus für Teezeremonien, eine Bibliothek und ein Kindergarten angeschlossen.
Muslimisch
In der Landeshauptstadt gibt es auch eine Reihe muslimischer Gemeinden. Diese bilden jedoch keinen einheitlichen Verband, sondern sind gemäß der nationalen Zugehörigkeit ihrer Mitglieder als türkische, iranische, marokkanische etc. Moscheevereine organisiert. Die größte türkische Vereinigung Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e.V. besitzt in Düsseldorf drei Moscheen. Sie befinden sich in Lörick, Eller und Derendorf.
Politik
An der Spitze der Stadt Düsseldorf standen im 13. Jahrhundert die Schöffen, die bis 1806 die oberste und mächtigste Klasse in der Stadtverwaltung darstellten. Seit 1303 ist ein Bürgermeister genannt, der anfangs ebenso ein Schöffe war. Daneben gab es ab 1358 auch einen Rat, der sich teilweise in einen Alten und einen Jungen Rat aufteilte. Die Mitglieder wurden entweder auf Lebenszeit gewählt (Alter Rat), oder aber auch jährlich bestimmt (Junger Rat). Als herzoglicher Vertreter war ferner ein Schultheiß an der Verwaltung der Stadt beteiligt, der den Titel „Amtmann“ führte. Etwa seit dem 15. Jahrhundert gab es neben den genannten Gremien auch einen Gemeindeausschuss von 12 Personen („Zwölfer“), der an der Wahl des Bürgermeisters teilnahm und zu wichtigen Beschlussfassungen herangezogen wurde, eigentlich aber keine wirkliche Bürgerbeteiligung darstellte. Erst in französischer Zeit gab es einen Munizipalrat, ab 1815 einen Gemeinderat mit 30 Mitgliedern. Seit 1856 waren es die „Stadtverordneten“, später Ratsherren, deren Gesamtzahl sich mehrmals veränderte. Die Leitung der Stadt übernahm in französischer Zeit der Maire, der 3 Beigeordnete hatte. Seit preußischer Zeit trug das Stadtoberhaupt den Titel Oberbürgermeister. 1856 wurde die Rheinische Städteordnung eingeführt.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnete. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt von den Bürgern gewählt.
Oberbürgermeister/in seit 1815
Oberstadtdirektoren 1946–1999
- 1946–1946: Walter Kolb
- 1946–1964: Walther Hensel
- 1964–1976: Gilbert Just
- 1976–1987: Dipl.-Kfm. Gerd Högener
- 1987–1994: Karl Ranz
- 1994–1999: Peter Hölz
Stadtrat – Aktuelle Sitzverteilung
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | Die Linke. | REP | GRAUE | LEMMER-Liste | Gesamt | |
| 2004 | 37 | 25 | 10 | 5 | 2 | 1 | 1 | 1 | 82 |
Wappen
Das ursprüngliche Wappen der Stadt Düsseldorf – nur mit dem Anker – ist zugleich mit der Stadterhebung entstanden. Der Anker weist auf die Beziehung der Stadt und ihrer Bürger zur Rheinschifffahrt hin. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts trat neben dieses einfache Wappen ein zweites, das dem seit Mitte des 16. Jahrhunderts auf Anordnung des Landesherrn verwendeten Siegel des Düsseldorfer Schöffenkollegiums nachgebildet war. Es zeigt den Bergischen Löwen, das Wappentier der bergischen Herzöge, der den Anker in seinen Pranken hält. Um die Mitte des 18. Jahrhunderts hatte dieses aufwändig gestaltete Bild das ältere, einfache Stadtwappen endgültig verdrängt. Nach zahlreichen Abwandlungen im 19. und 20. Jahrhundert befreite der Heraldiker Prof. Otto Hupp das Wappen 1938 von späteren Zutaten und gab ihm die heute gebräuchliche Form: Im silbernen Schilde der aufgerichtete, doppelgeschwänzte, blaugekrönte und -bewehrte rote Löwe der Herzöge von Berg, der einen gesenkten blauen Anker in seinen Pranken hält. Die zugehörige Stadtflagge ist rot-weiß belegt mit dem Wappen.
Für private und geschäftliche Zwecke entstand im Februar 2002 ein Stadtwappen, das von den offiziellen Stadtfarben abweicht und ohne Genehmigung der Stadtverwaltung benutzt werden kann. In dem rot-weiß geteiltem Schild befindet sich ein silberner doppelgeschwänzter, aufgerichteter, silbernbekrönter und bewehrter Löwe mit gesenktem schwarzen Anker in den Pranken.
Städtepartnerschaften
Reading (Vereinigtes Königreich), seit 1947/1988
Chemnitz (Deutschland, Sachsen), seit 1988
Haifa (Israel), seit 1978/1988
Warschau (Polen), seit 1989
Moskau (Russland), seit 1992
Chongqing (China), seit 2004
Freundschaftliche Beziehung gibt es weiterhin zu:
Lillehammer (Norwegen)
Palma de Mallorca (Spanien)
Belgrad (Serbien)
Toulouse (Frankreich)
Chicago (Vereinigte Staaten, Illinois)
Amman (Jordanien)
