Datenwiederherstellung

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Datenwiederherstellung oder auch Datenrettung (engl. Data Recovery) wird der Vorgang genannt, mit dem man gelöschte bzw. beschädigte Daten (incl. Programme) auf einem Datenträger wiederherstellt oder Unlesbares wieder lesbar macht, z. B. von Daten einer Festplatte, einer CD oder DVD, von einem Bandlaufwerk, einer Floppy Disk oder auch von Speicherkarten (über USB auch per USB-Stick). Manchmal handelt es sich dabei nicht nur um beschädigte Datenstrukturen, sondern auch um defekte Speichermedien, die so weit beschädigt sein können, dass die Daten nicht mehr direkt ohne weiter gehende technische Maßnahmen gelesen werden können.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Warnhinweise

Die meisten Probleme entstehen hier aus Unerfahrenheit und Leichtsinn; Eigenmächtigkeit zerstört dann noch mehr. Hilfreich ist fast immer:

  1. Datensicherung (automatisches Backup oder nach Änderungen) ist unbedingt nötig;
  2. ein guter Virenscanner, der aber – gerade bei neuen Viren – keine vollständige Sicherheit bietet;
  3. eine Firewall, die meldet, wenn ein Programm – gerade auch ein unerwünschtes – mit dem Internet Verbindung aufnehmen will;
  4. Überwachung von Systemänderungen durch spezielle Programme, insbesondere bezüglich Änderungen der Registry;
  5. Betriebssystem konfigurieren, insbesondere vermeiden, daß auf alle angeschlossenen Datenträger geschrieben wird, incl. Backups;
  6. Verteilen von Daten, Bildern, Backups, usw. auf mehrere Partitionen zu deren Schutz bei Problemen mit der Systempartition;
  7. Beachtung von älteren BIOS-Restriktionen, die eine hohe Plattenkapazität nicht unterstützen: An der BIOS-Grenze führt ein overflow dazu, dass an deren Ende unvermittelt ab Startsektor alles überschrieben und ein System immer wieder - auf auf eine mit normalen Mitteln nicht feststellbare Art - zerstört wird, wogegen nur BIOS-updates oder Plattenmanager mit passender Konfiguration helfen;
  8. Das Vermeiden unterschiedlicher Limitierungen, wie von altem (zu "kleinem") BIOS mit den unterschiedlichen eigenen Grenzen von Systemen wie W98, XP (VISTA), LINUX, insbesondere in Multiboot-Umgebungen (in selteren Fällen trete das Phänomen vergleichbar auch bei exakten Partitionsgrößen von 16, 32, 64, 128...4096 GB usw. auf): Statt irgend einer sinnvollen Fehlermeldung wie z. B. „Disk voll“ kann dann fatal am Anfang der Festplatte weitergeschrieben werden, wo meist MBR mit erstem System liegen; der aufgetretene Fehler ist danach nicht mehr nachvollziehbar, außer dass eine FAT andere Einträge zeigt als die real überschriebenen Teile und evtl. noch Tests querverbundene Dateien (massenhaft) melden.
  9. Achten auf den Beginn ungewöhnlicher Geräusche der Festplatte um vor einem eventuellen Head-Crash alles noch auf eine neue Platte zu sichern.

[Bearbeiten] Voraussetzung

Voraussetzung für jede Wiederherstellung ist ein funktionierendes System, das die verlangten nötigen Aufgaben zur Wiederherstellung erfüllen kann. Zu jeder Reparatur sollte der Fehler bekannt sein. Läuft die Systemplatte noch, hat aber z. B. einen physikalischen Defekt, so ist zuerst jener zu reparieren oder auszuschalten. Bootet die laufende Platte nicht mehr, benötigt man dazu ein Hilfssystem, z. B. von CD oder von einem USB-Stick (Speicher-Stick!). Die Reihenfolge zum Starten muss im BIOS eingestellt werden. Das BIOS ist erreichbar beim Hochfahren mit dort nur kurz angegebener Taste (s. notfalls Tastenkombinationen für verschiedene Hersteller, freie DEBIAN.ORG, Absatz „Das BIOS-Setup-Menü aufrufen“). Ist man im BIOS, so findet man in einer der Einstellungsmöglickeiten dort die Reihenfolge, in welcher der Rechner booten soll, z. B. erst USB, dann CD, dann erst die Platte (Harddisk). Als Notfall-CD/DVD oder zum Booten per USB-Stick eignet sich eine (für MS-Windows-Anwender gewöhnungsbedürftige) deutsche Linux-Distribution namens Knoppix.

[Bearbeiten] Voranalysen

Der Fachmann wird ein schwieriges Problem immer von einem externen System analysieren, das sicher funktioniert.

Ist kein anderer funktionierender Rechner dazu verfügbar, benötigt man irgendein anderes sicheres startfähiges System, entweder von CD/DVD oder von realer oder virtueller Platte über USB. Der Systemstart läuft dann einfach von einem USB-Speicher-Stick (ab ca. 1 GB sinnvoll als sog. virtuelle Systemplatte), ansonsten von einer realen externen Platte an USB, aber auch von einem System auf CD/DVD. System-Installations-CDs/DVDs sind dazu oft völlig unbrauchbar, wo sie nur mit wenigen reinen Basisfunktionen arbeiten die nur mit Kenntnis spezieller, zugehöriger Grundbefehle funktionieren. Für Analysen und Reparatur benötigt man aber ein vollwertiges System. Man kann daher die zu untersuchende Platte mit Problemen auch ausbauen und ersetzt sie durch irgendeine sicher funktionierende Platte, dessen System die nötigen Basistreiber für den Rechner und nötige Analysefunktionen enthält. Die zu prüfende Platte kann zur Analyse auch umgesteckt am anderen Platten-Steckplatz im PC verbleiben (wo nötig Jumper als Master und Slave umstecken). Einfacher und besser ist es immer, die fehlerhafte Platte in einen externen USB-Plattenadapter zur Prüfung einzubauen. Mit einem damit von den Fehlern völlig abgekoppelt arbeitenden, aktiven (fremden) System kann man Schäden jeder Art auf dem nun rein passiven, externen (defekten) Datenträger sicher überprüfen und evtl. sogar vollständig beheben.

Besonders heimtückisch sind nur sporadisch auftretende Kontakt- oder RAM-Fehler. Letztere können neben Bluescreens sogar unbemerkt dauerhafte Schreib-Lesefehler – besonders schlimm bei wichtigen Backups oder bei Defragmentierung – verursachen, die nur ein sehr langer Memtest (Ramtest) aufdecken kann. Alle Lösungen sollten ein aktualisiertes Antivirenprogramm enthalten. Bei Virenbefall ist es besonders wichtig von einem abgekoppelten, fremden System zu arbeiten, mit dem zu lösende nötige Aufgaben ohne Gefahr weiterer Defekte erkannt werden können, weil intelligente Viren sogar die Funktion von Analyseprogrammen verfälschen oder zerstören können.

[Bearbeiten] Worst Case (der schlimmste Fall)

Im schlimmsten Fall bootet die zu prüfende Platte nicht mehr, wegen Totalschaden oder auch weil „nur“ ihre ganz spezielle Konfiguration nicht mehr lesbar ist (Spur 0, Sektor 0). Sind diese Konfigurationsdaten einer Platte auf Dauer unlesbar, kann bereits das BIOS diese nicht mehr lesen (die Spur wirkt wie ein Anlasser). Bleibt das Starten nach mehreren Versuchen erfolglos, ist alles zu spät! Wenn die Platte zumindest noch gelegentlich oder nur ein einziges Mal anspricht – die langsam „ermüdende“ magnetische Information ist dann gerade an der Grenze zwischen Lesbarkeit und Unlesbarkeit – kann man auf einer neuen Platte, besonders aber über eine externe USB-Platte, den ganzen Inhalt der zu sichernden Platte im laufenden Betrieb noch mit einem Partitions- oder Image- oder auch (vorinstallierten) Backup-Programm retten. Selbst von einer startenden CD oder von einem USB-Speicherstick – die beide jeweils direkt booten können bzw. Spezialprogramme enthalten müssen – kann man suchen ob die Platte zu sehen ist um sie durch Kopie auf eine neue (bzw. externe USB-) Platte zu retten.

Im laufenden Betrieb anschließbare USB-Platten sind zu einer Art Klonen der Inhalte die sicherste Lösung, eine neue Platte mit System zum Start per USB-Adapter die zweitbeste (die defekte Platte mit einem System dem definitiv der Absturz droht kommt im schlimmsten Fall nie mehr und bleibt unlesbar). Partitionierungs-Programme wie Partition-Expert, Partition-Magic oder einige gute Freeware Programme und selbst einfache Backup-Programme können den wichtigen Inhalt der Problem-Platte auf jede andere (auch externe, USB-) Platte kopieren. Damit sind oft sogar noch das ganze System, zumindest aber die Daten, zu retten. Hat man die neue Platte an einem USB-Adapter eingesetzt, so braucht diese nach Kopie aller Partitionen bei gleichem Anschluss (ATA, SATA oder SCSI und ggf. als sog. MASTER-Platte konfiguriert) nur noch als Ersatzplatte in den PC direkt eingesetzt werden. Von einer externen festen USB-Platte können stattdessen auch die gesicherten Inhalte auf eine neue Ersatzplatte mit dem selben Partitionierungs- oder Backup-Programm zurückgeschrieben werden. Sogar von einer CD mit solchen Spezialprogrammen geht alles ebenso gut, nur deutlich langsamer.

[Bearbeiten] Master-Boot defekt

Ist der Master-Boot-Sektor (MBR) defekt oder z. B. durch einen Boot-Loader geändert worden (System bootet nicht), nicht aber die sonstigen Inhalte der Platte, kann man den Masterboot neu schreiben. Zuvor sollte die Integrität von Partitionen jedoch – z. B. mit o. g. Partitionierungsprogrammen – überprüft werden. Das Ausführen von FIXMBR bzw. MKMBR von einer Windows-XP-Installations-CD hilft dann meistens noch, die Platte für Windows-Systeme startfähig zu machen. Auch Notfall-CDs wie Knoppix oder Bart PE, in Verbindung mit dem Tool „TestDisk“, können zum Erfolg führen. Das gilt z. B. auch, wenn ein Boot-Loader (z. B. Linux GRUB) MS-Windows-Konventionen verletzt hat und so den Start verhindert. Die Installation eines neuen Bootladers führt bei MS-Windows dann oft zum Erfolg, wenn per Partitionierungsprogramm diese Systempartition als primär und aktiv gesetzt wurde. Zudem muss bei MS-Windows die boot.ini auf diese Partition zeigen. Banale Fehler dort indizieren meist fälschlich eine nur angeblich fehlende hal.dll und melden den gescheiterten System-Start. Dies kann man mit einem einfachen Editor einer Linux- oder anderer Start-CD prüfen. Gelingt der Systemstart auch durch das Neuschreiben des MBR oder über einen installierten Boot-Loader nicht mehr, hilft nur noch ein sorgfältiges Disaster Recovery vom Fachmann (s. u.).

[Bearbeiten] Andere Platten-Defekte

S.M.A R.T soll vor einer langsamen „Ermüdung“ einer Platte rechtzeitig warnen um sie zu ersetzen und muss dazu im Bios eingetragen sein (Eintragung dringend empfohlen). Startet die Platte aber noch regelmäßig, ist zuerst ein kompletter Disk-Check, erst der Systempartition, dann möglichst auch aller anderen Partitionen der Platte erforderlich (in MS-Windows z. B. CHKDSK c: /R, früher Scandisk C: /all; in Linux chkdsk /dev/(Gerät)). In jedem Fall ist der zeitaufwändige komplette Check auf der Systempartition (meist C:) nötig, danach möglichst auch auf D:, E: usw., um physikalische Fehler im Innern einer großen Platte auszuschließen. Bei Plattenfehlern kommt nur noch eine Wiederherstellung aller nicht zerstörter Teile in Frage. Defekte Cluster werden bei solchen Checks auf Dauer deaktiviert und in Zukunft nie mehr benutzt, wobei das Reparaturprogramm sogar noch versucht, lesbare Inhalt an einen anderen Ort zu schreiben.

[Bearbeiten] Spezielle Defekte, Malware

Der Inhalt von fehlerfrei arbeitenden Systemen ist immer von sog. Malware bedroht. Das sind Programme, die bisher funktionierende Teile zerstören – durch unbeabsichtigten oder beabsichtigten Ersatz gleichnamiger Programm- oder Systemteile (z. B. DLLs) bis hin zu kompletter Installation eines Schadprogramms, besonders in der System-Registry – indem sie korrekte Funktionen einfach überschreiben (ersetzen). Computerviren sind die bekanntesten schädlichen Programme. Sie verändern normale, ausführbare Befehle und schleusen sich durch irgendeinen Aufruf durch den Benutzer (meist per harmlos erscheinendem Klick zur Aktivierung einer Installation) in das System ein und infizieren es, wie die zunehmend verbreiteten Trojaner. Sie werden – wie der Name schon sagt – vom Benutzer so einfach in das System eingeladen, um im Innern irgendeine das System zerstörende Arbeit zu verrichten: Um Benutzer damit auszuspionieren (Spyware), genereller indem deren Aktivitäten unbemerkt auf eine andere IP-Adresse umgeleitet werden, im Extremfall um falsche Seiten aufzurufen (besonders schlimm bei Banken, um Kontobewegungen zu manipulieren), oder auch „nur“ um mit ständigen Werbebannern zu belästigen.

[Bearbeiten] Vorsorge

Ein gutes aktiviertes Antivirenprogramm kann die meiste Schadsoftware erkennen und ein Eindringen verhindern. Kann eine erst später erkannte Infektion noch per Virenscanner (zumindest über die Systempartition) komplett behoben werden, ist das System ebenfalls gerettet. Das geschieht dann aber durch eine Art „chirurgischem Eingriff“ gegen das infizierte „Geschwür“ in Programmen oder im System. Durch diese Radikalkur bleiben oft Defekte übrig. Dann kann ein Zurücksetzen des Systems (Rollback, s. u.) auf einen bekannt noch fehlerfreien Zustand oft helfen. Neuinstallation eines bekanntermaßen defekten Programms kann – nach möglichst voriger kompletter Löschung aus der beschädigten Software – ausreichen. Auch ein komplettes Zurückspielen aus einem früheren Backup ist möglich. In solchen Fällen zeigt sich der Vorteil physischer Trennung vom – hauptsächlich angegriffenen – System (mit Programmen), „Eigenen Daten“ (Own Data) und Downloads in jeweils separaten Platten-Partitionen. Separate Datenpartitionen bleiben meist noch intakt oder sind relativ leicht weitestgehend oder vollständig rekonstruierbar. Ein Firewall kann zudem meist die Aktivierung bereits installierter Schadprogramme anzeigen. Der aufmerksame Benutzer kann damit merkwürdige neue Zugriffsversuche auf das Internet erkennen und eine Aktivierung noch verhindern. Das System ist dann sofort per wirksamem Antivirenprogramm (jenes muss die Schadware zumindest erkennen, was nicht immer der Fall ist) zu desinfizieren bzw. auf ein früheres Datum per Rollback oder Backup auf einen sicher noch fehlerfreien Zustand zurückzusetzen. Damit ist aber immer der Verlust der letzten Änderungen verbunden.

[Bearbeiten] Gründe und Durchführung

Die Gründe für Informationsverluste bei Daten können vielfältig sein: Daten können aufgrund von Katastrophen wie zum Beispiel einem Brand, einer Explosion oder Wasserschaden verloren gehen. Datenträger versagen wegen Überalterung oder technischen Defekten. Sehr oft wird der Verlust auch durch Unachtsamkeit, wie versehentliches Löschen oder Formatieren, verursacht. Auch durch Angriffe von Computerviren und Computerwürmern können Daten verloren gehen.

Die einfachste Möglichkeit, Daten zurückzuholen, ist die Wiederherstellung der Daten aus einem Papierkorb des Systems, wenn sie dort (noch) vorhanden sind. Wenn sie dort auch gelöscht wurden, ist die nächste Möglichkeit das Einspielen eines Backups, das aus diesem Grunde regelmäßig und häufig gemacht und zusätzlich an sicherem Ort aufbewahrt werden sollte.

Ist bei einem physisch intakten Gerät kein Rollback oder Backup vorhanden, kann man – bei unbeschädigten Datenträgern – Daten mit geeigneten, zum Teil frei erhältlichen, sogenannten Undelete-Programmen (auf freier Partition möglich) wieder sichtbar machen. In den seltensten Fällen gelingt die komplette Wiederherstellung des Systems, außer wenn nach dem Verlust einer Datei im System sehr schnell gehandelt wird und damit das Risiko gering gemacht worden ist, dass der von der Datei ursprünglich belegte Platz schon wieder zum Speichern neuer Daten verwendet wurde. Bei sehr wichtigen Daten sollten Eigenversuche von Laien unterbleiben. Insbesondere sind jegliche Schreibzugriffe auf einen beschädigten und/oder zu rekonstruierenden Datenträger zu verhindern.

Wenn das nicht funktioniert oder wo fundierte Kenntnisse fehlen soll man sich an spezialisierte Firmen wenden. Diese können sogar in Reinräumen (staubfreie Labors) die Speichermedien von Festplatten (ebenso Geräte mit Magnetbändern) zerlegen und danach die auf dem Datenträger vorhandenen Daten rekonstruieren. Datenrettungsfirmen geben an, in 80 % bis 90 % aller Fälle (die) Daten retten zu können. Das lohnt sich, wo Daten sehr wichtig und nicht anders zu ersetzen sind. Der Vorgang der Datenwiederherstellung ist sehr aufwändig und damit sehr teuer. Bei mechanischen Schäden liegen die Kosten einer selbst noch einfachen Rekonstruktion selten unter 500 Euro.

[Bearbeiten] Undelete

Mit Undelete wird der Versuch bezeichnet, Dateien, die aufgrund einer manuellen Löschung, Formatierung des Datenträgers oder eines Software- bzw. Betriebssystemabsturzes nicht mehr les- oder auffindbar sind, wiederherzustellen. Es ist also ein sehr häufig auftretender Sonderfall der Datenrettung, bei dem keine physikalischen Fehler auf dem Datenträger der Grund für die Unlesbarkeit der Daten sind.

[Bearbeiten] Funktionsweise

Bei den meisten Dateisystemen werden Dateien beim Löschen oder Formatieren nicht wirklich physikalisch gelöscht oder überschrieben, sondern es wird in der File Allocation Table (FAT) nur der Zeiger auf die Datei gelöscht (Ausnahme: sogenannte Shredder-Programme, die eine Datei wirklich mit neuen, meist zufälligen Werten überschreiben und somit komplett „ausradieren“). Das Dateisystem „vergisst“ also nur, wo diese Datei liegt, und sieht den entsprechenden Bereich des Datenträgers als frei zur Verfügung für neue Daten. Entsprechende Tools können also jeden als frei markierten Bereich eines Datenträgers durchsuchen und somit diese verlorenen Dateien wiederfinden und in vielen Fällen mehr oder weniger vollständig wieder zur ursprünglichen Datei zusammenbauen, so dass sie anschließend wieder ganz normal verwendet werden kann.

[Bearbeiten] Verlust einer einzelnen oder mehrerer Dateien

Der häufigste Fall, „Normalfall“, ist der Verlust nur einer Datei.

[Bearbeiten] „Normales Löschen“ einer Datei

Wird eine Datei gelöscht, wird sie meist lediglich in einen „Papierkorb“ – von dort also wiederherstellbar – verschoben. Wird eine Datei aber richtig gelöscht, geschieht diese Löschung normalerweise nicht physisch, sondern es wird ein Verzeichniseintrag als unbelegt markiert. Die Daten sind auf der Platte aber so lange vorhanden, bis sie durch eine andere Datei belegt und damit überschrieben werden (siehe #Undelete).

[Bearbeiten] Wiederherstellung aus Sicherung

Ist keine Sicherungsoption eingeschaltet, schreibt ein Computersystem eine veränderte Datei beim Sichern häufig genau an der Stelle der alten Datei. In diesem Fall ist eine Wiederherstellung der früheren Datei ohne frühere Datensicherung chancenlos.

[Bearbeiten] Versehentliches Löschen einer Datei

Nach dem versehentlichen Löschen einer Datei, dem versehentlichen Formatieren einer ganzen Festplatte oder einem System- oder Softwareabsturz, nach dem sich Dateien nicht mehr lesen lassen, sollte schnellstmöglich der entsprechende Datenträger vor erneutem Beschreiben geschützt werden, um keine Daten zu überschreiben.

[Bearbeiten] Abwägung bei einzelnen neuen Dateien

Unter Umständen ist nach Schadensabwägung das Arbeiten mit dem Computer sofort durch Abschalten zu beenden, um eine sehr wichtige verlorene Datei zu retten, denn beim Abspeichern neuer Dateien, sogar noch beim Herunterfahren, kann der von der versehentlich gelöschten Datei eingenommene – vom System damit „freigegebene“ – Platz auf dem Datenträger überschrieben und dadurch wirklich endgültig verloren gehen. Je schneller dann reagiert wird, desto höher ist die Chance, eine wichtige Datei wiederherstellen zu können. Nach erfolgreicher Rettung muss ein Datenträgerprüfprogramm (z. B. chkdsk, scandisk) kleinere Verluste – bewusst in Kauf genommen durch „hartes Abschalten“ – in der Partition überprüfen und evtl. verlorene Cluster in der Struktur „reparieren“.

Schreibt man konsequent Daten (Texte, Bilder, Videos, Downloads, usw., jeweils) auf separater – vom System abgekoppelter – Partition oder anderer Platte, entstehen solche Probleme für solche Daten weitestgehend nicht mehr. Dann können nur Programme wie Updates, Treiber oder andere Prozesse (incl. Malware) den Inhalt der Systempartition wesentlich verändern.

[Bearbeiten] Wiederherstellung über das System durch ein Rollback

Systeme halten teilweise – frei einstellbar oder bereits voreingestellt ca. 10 % – einen Systempuffer frei und überschreiben darin nichts. Dann kann durch eine Option Wiederherstellung in der „Systemeinstellung“ für ein definiertes früheres Datum der zugehörige frühere Zustand zu jenem Zeitpunkt über einen Checkpoint wiederhergestellt werden, solange nicht zuviel Neues den o. g. voreingestellten Puffer „sprengt“. Nach dem Herunterfahren ist das System auf dem früheren Zustand. Diese Verfahrensweise ist dann sinnvoll, wenn der gewollte Zustand dadurch wiederherstellbar ist. Häufig umfasst ein Rollback keine Änderung von Daten sondern nur des Systems und von Programmen.

[Bearbeiten] Globale Daten-Zerstörungen

[Bearbeiten] FAT defekt oder Platte physisch zerstört

Der größte anzunehmende Unfall („Computer-GAU“) ist ein Totalverlust von Daten auf grobe physische Art wie durch Wasserschaden oder Kopfabsturz (engl. Headcrash: Schreibkopf berührt zerstörerisch die rasch rotierende Oberfläche des Datenträgers, z. B. beim Fallen). Weniger gravierend für eine Wiederherstellungschance ist eine nur kleine lokale physische Zerstörung innerhalb einer (dadurch als defekt erkannten) Platte oder durch Netzausfall, durch RAM- oder unbemerkte Platten-Fehler kleinerer Art. Erhebliche Beschädigungen verursachen solche technischen Ausfälle bei danach nicht verifizierten Backups, während umfassender Datenträgeroperationen (z. B. bei einer Änderung einer Partition (Festplatte). Eine vom Nutzer ungewollte Formatierung – auch durch Virenbefall – kann die Zerstörung einer FAT verursachen, indem (nur) deren Einträge völlig zerstört werden oder deren Verzeichnis nicht mehr korrekt auf die zugeordneten realen Daten zeigt. Ist zudem der MBR (Master Boot Record) zerstört, wird eine – dann meist nur teilweise mögliche – Wiederherstellung einer ganzen Platte sehr aufwändig. Zeitaufwändig wird ein solches Recovery, wo Platten zu selten durch Defragmentierung neu geordnet worden sind: Wo Daten nicht zu einem Stück zusammengefügt wurden, zerstört dann schon der kleinste Fehler dort die Wiederherstellungschancen.

[Bearbeiten] Gefahr durch Datenträgerprüfprogramme

Bei vom Benutzer unbemerkten Beschädigungen der Kettenstruktur besteht eine große Gefahr, dass eine einfache Wiederherstellungschance zerstört wird durch ansonsten immer empfehlenswerte Datenträgerprogramme selbst. Bemerkt das System nämlich eine Beschädigung von FAT bzw. von Ketten, initiiert es einen Stopp des Systems. Beim Neustart läuft in der Regel automatisch ein Datenträgerprüfprogramm an; am bekanntesten ist Microsofts chkdsk, das bei Standardeinstellung ungefragt Korrekturen vornimmt, die in solchen Fällen nicht immer sinnvoll sind. Das ältere scandisk fragt in Standardeinstellung dem Benutzer noch ab, ob eine festgestellte Beschädigung repariert werden soll und wie. Ein Indiz dafür, dass ein größerer – zunächst nur potentieller, bei fehlender Reaktion aber absolut werdender – Datenverlust vorliegt, zeigt sich, wenn solche Programme unzählige Cluster als „reparaturbedürftig“, schlimmer: als bereits „repariert“ (besonders schlimm bei vielen „kreuzverbundenen Ketten“) in vielen Ketten gefunden haben.

[Bearbeiten] Defragmentierung zerstört dann eine Wiederherstellungschance

Eine sonst sinnvolle Defragmentierung darf (nur!) bei einem Datenverlust erheblicher Art keinesfalls mehr vorgenommen werden, da diese Operation stets eine gesamte Partition neu ordnet und den bisherigen Zustand überschreibt, was dann erst endgültig jede Wiederherstellungschancen für verlorene Daten vernichtet.

In der Regel wird das System bereits beim Versuch der Defragmentierung eine Beschädigung der FAT bzgl. deren realer Zuordnung zu Datenketten erkennen, eine Defragmentierung verhindern und statt dessen vorab den Einsatz eines Datenträgerprüfprogramms vorschlagen. Das geschieht mit der o. g. (aber erheblich geringeren) Gefahr, dass – nur in solchen sehr kritischen Fällen von Datenverlust – bereits die Datenstruktur fehlerhaft neu geordnet wird.

[Bearbeiten] Rettungschancen bei physischem oder logischem Defekt

Eine physisch zerstörte Platte ist selten zu retten. Sie macht evtl. hässliche Geräusche oder steht einfach. Eine dafür besonders spezialisierte Firma kann dann evtl. noch etwas vom Datenbestand retten, indem die Platte ausgebaut, anderweitig wieder eingebaut und versucht wird, den unzerstörten Teil des eigentlichen Datenträgers selbst noch zu lesen. Erhebliche Kosten sind dann gegen den Wert des Inhalts abzuwägen.

Wo die Platte noch läuft und nicht schon durch Überschreiben von Daten ein Platteninhalt am Ort deren Platzierung unwiederbringlich verändert worden ist, können gute Recovery-Programme eine größere Anzahl oder alle Daten – sogar mit deren Zuordnung zu Verzeichnissen – weitgehend wiederherstellen. Das geht besonders gut, wenn vorher eine Defragmentierung gemacht wurde, die ohnehin regelmäßig zu empfehlen ist, keinesfalls aber nach einem Datenverlust. Eine Datenkompression (z. B. ZIP) hilft rein statistisch, weil weniger Cluster auch weniger zerstörbare Pointer von einem Cluster zum anderen bedeuten; sie ist dennoch nicht zu empfehlen, weil jedes zugehörige Dekomprimierungsprogramm – schon beim kleinsten Fehler – eine zusätzliche Schwachstelle bedeutet.

[Bearbeiten] Grundlagen der Möglichkeit einer Wiederherstellung

Ein Datenträger (Platte, CD, usw.) besitzt in einem geschützten Sektor (meist am Anfang der 1.Spur) die Information über den eigenen fundamentalen Aufbau (Low-level-Konfiguration) der Platte, insbesondere zur Errechnung der Kapazität, die dann im BIOS zu lesen ist. In einem weiteren Sektor wird von einem Benutzer die Partitionierung (Plattenaufteilung in Partitionen also in Teile des Gesamtspeichers) im MBR vorgenommen.

Eine Formatierung jeder Partition definiert darin deren Aufbau (z. B. FAT, NTFS, Linux Reiser). Erst danach können Daten (incl. Programme) von einem Nutzer über das System irgendwo – systemabhängig sinnvoll aber beliebig geordnet – auf eine Platte geschrieben werden. Das Schreiben von Daten auf einer Platte geschieht darin dann wiederum in Ketten von Segmenten bestimmter Größe, den beim Formatieren vordefinierten sog. Clustern, die z. B. mit konstanten Längen von 1 kB bis 64kb als zuvor noch freie Segmente vordefiniert waren.

Wohin Daten (incl. Programme) vom System danach real abgelegt worden sind, schreibt das System für jede Partition in seine sog. FAT (Daten-Index). Die FAT ist eine Art systemspezifisches Verzeichnis, das besagt wo die Daten oder Programme anfangen und in welcher Länge sie dort abgelegt sind und wie diese (in vom Benutzer definierten Ordnern) physisch eingeordnet worden sind.

Eine übliche Löschung einer einzigen Datei macht nur ihren zugeordneten Index-Eintrag in der FAT unauffindbar, löscht aber noch nichts real auf der Platte. Eine übliche, sog. schnelle, Formatierung macht ebenso lediglich die gesamte FAT unlesbar. Auch in diesem Fall stehen die Daten noch weiterhin – nun aber allesamt nicht mehr direkt auffindbar – auf der Platte. Die Platte ist an den betroffenen Stellen damit vom System freigegeben, aber bis dahin nicht real gelöscht.

Meint das System aufgrund eines fehlenden FAT-Eintrags aber, ein Platz sei irgendwo frei, so können in zum Schreiben freigegebene Ketten dort freigegebener Daten und Ordner neu eingetragen und alte Einträge damit zerstört werden. Ist die ganze FAT durch einen Löschbefehl gelöscht, so liegt allein keine Ordnung und Zuordnung zu den Daten auf der Platte mehr vor. Die Daten liegen aber noch immer rekonstruierbar auf der Platte. Dies gilt so lange, wie sie nicht durch irgendwelche Schreibvorgänge partiell oder – z. B. durch ein sog. WIPE-Programm – komplett vernichtet (Bit für Bit ausgenullt) worden sind.

Sicherheitshalber verkettet ein System die Daten auf der Platte in Clustern zusätzlich durch „Pointer“ zueinander. Das sind Zeiger von einem zum anderen Cluster bis zu einem definierten Ende-Zeiger. Dies erlaubt ein Desaster-recovery: Solange eine solche Kette von vielen Clustern (aus Daten und übergeordneten Ordnern) als logisch zusammenhängende Kettenstruktur vollständig existiert, also noch nicht überschrieben und damit zerstört worden ist, kann eine noch unzerstörte Kettenstruktur wiederhergestellt werden. Der oberste Eintrag in der Root wird aber fast immer nur als Cluster-Nummer rekonstruiert und muss manuell, möglichst in seinen Urzustand, umbenannt werden.

[Bearbeiten] Partitions-Wiederherstellung durch Data Recovery

Sofort nach scheinbaren Datenverlusten ist durch „Data Recovery“ nur dann eine nahezu vollständige Rekonstruierung von ganzen Datenketten (Ordnern!) möglich, wenn sofort gehandelt wird, denn das Überschreiben und damit die Vernichtung von dazu wichtigen noch gültigen Ketten ist zu verhindern. Dies ist zuverlässig nur durch ein extern gestartetes System möglich, also über USB, CD oder DVD. Die Wiederherstellung von Gigabyte-Partitionen ist aber nicht nur sehr zeitaufwändig.

Erfahrungswerte 2007:

  • Pro 1 bis 5 GB ist bereits (stark abhängig von Computer, Platte, Fragmentierung und mittlerer Länge der Daten) grob ca. 1 Stunde reiner Zuordnungsaufwand allein durch die Vorarbeit des Recovery-Programms nötig, das eine neue, vorläufig nur virtuelle FAT zu verlorenen Daten erstellt.
  • Dann erfolgt eine physische – in anderer Partition oder Platte zu erstellende – vorläufige reale Sicherung des Wiederherstellungsvorschlags des Recovery-Programms durch eine vorläufige Übertragung einer vom Recoveryprogramm vorgeschlagenen neuen Struktur mit einer vorläufigen, erst danach neuen, realen FAT.
  • Die physische Datenübertragung wiederum sollte möglichst erst ablaufen nach zuvor sinnvoller manueller Aussortierung von bereits visuell (erkennbar unlesbar) nicht mehr wiederherstellbaren Ordnern und Dateien.
  • Danach ist in der Zielpartition noch oft eine völlig neue Anordnung in Ordnern und Daten zu realisieren, entweder ganz neu oder etwa so angeordnet, wie sie zuvor bestand.

[Bearbeiten] Alle Schreibvorgänge verhindern

Während der Wiederherstellung dürfen zu rekonstruierende Partitionen nur im Lese-Modus verwendet werden. Einige Programme erlauben von CD ein wirkliches „Klonen“ einer Partition – im Sinne bitgenauer Kopie, auch Cluster für Cluster-Kopie genannt – incl. aller Fehler. Das hat den Vorteil, dass mit einer geklonten Partition Versuche gemacht werden können, statt mit der realen. Fehlerhafte Rekonstruktionen und zerstörerische Fehlversuche haben dann keine Endgültigkeit. Selbst namhafte Partitionsprogramme haben dazu oft keine Option.

[Bearbeiten] Die Sicherungskopie auf andere Partition

Gültige Datenketten müssen nach Rekonstruktion durch das gewählte Programm unbedingt auf eine ausreichend große fehlerfreie andere Platte oder zumindest auf eine andere Partition mit einer neuen Hilfs-FAT (diese enthält am Anfang einer Kette oft nur reine Cluster-Nummern) gesichert werden. Die oft zu findende Aussage ist unrichtig, eine zweite Platte sei zur Rekonstruktion dann unbedingt nötig. Ist zudem die Partitionstabelle zerstört, kommt man um eine hinreichend freie, andere Platte aber nicht herum und hat dann gleich die ganze defekte Platte (d. h. alle Partitionen) zu retten.

[Bearbeiten] Nachbearbeitung

Konnten gültige Datenketten auf einer anderen Partition gesichert werden, müssen sie in der Regel dennoch im sog. Root-Segment (Wurzelsegment in Stammverzeichnis) neu geordnet und mit gewünschten Namen versehen werden, da die Wiederherstellung von Ordnern und Dateien (incl. Programmen) am Anfang jeder Kette oft nur Nummern enthält.

[Bearbeiten] Erfolg

Bei stärkerer Fragmentierung der Daten (d. h. bei stärker zerstückelten Daten) steigt bereits der Zeitaufwand für das Recovery-Programm erheblich. Mit Zusatzaufwand sind erkennbar teilweise oder ganz zerstörte Ketten vorzuselektieren und zu löschen. Wird dies nicht gesehen und behoben, besteht nach der vorläufigen Wiederherstellung der Zuordnungen in der Hilfs-FAT noch eine Absturzgefahr während der physischen Übertragung auf die andere Plattenpartition. Ein solcher Fehler in der Hilfs-FAT kann dann den Verlust der gesamten schon geleisteten Arbeit einer FAT-Rekonstruktion bedeuten. Ungültige, insbesondere unlesbare, Datenketten sind solche, die durch falsche oder zu lange Pointer in Clustern oder auch durch starke Fragmentierung mit mehreren Ende-Pointern oder durch Kreuzverbindungen bereits in einer fehlerhaften Original-FAT entstanden sind. Bei bisher guter Administration sind die Erfolgsraten bei der Wiederherstellung reiner Daten erstaunlich hoch. Eine Systempartition damit wieder so herzustellen wie sie war, gelingt dagegen eher selten, wo überhaupt.

[Bearbeiten] Programme zur Datenrettung

[Bearbeiten] Vorbeugung, System und Daten aufteilen und sichern

Daten sind mit Teilen eines Geräts vergleichbar, ein Computersystem dagegen mit Verdrahtungen in einem Gerät. Für das empfindlich „verdrahtete“ System ist daher ein Desaster Recovery selten erfolgreich. Zerstörungen der fein verschachtelten Funktionen sind kaum jemals voll funktionsfähig wiederherstellbar.

Reine Daten (z. B. Bilder) sind voneinander unabhängig „gelagerte“ Teile. Sie sind überall dort komplett wiederherstellbar, wo die Platte intakt geblieben ist. Sie gehören nicht in die empfindliche Systempartition, sondern in eine separate Datenpartition. Im unzerstörten Plattenbereich bleiben dann alle Daten komplett zusammenhängend wiederherstellbar erhalten.

Wo System und Daten in nur einer Partition liegen, können wertvolle Daten bei Systemabstürzen – insbesondere durch Malware – leichter mit verloren gehen. Leider sorgen sich Hersteller wenig um Sicherheitsstrategien für persönliche Daten in einem PC. Zudem legen auch sehr gute Programme ihre Daten ungefragt – irgendwo vorinstalliert – in ihren Standardordner in der Systempartition.

[Bearbeiten] Recovery-Chancen

Das enorm aufwändige Data-Recovery ist für Daten in großen Teilen zumindest erfolgversprechend. Recovery ist ratsam, wo etwas Verlorenes wichtig ist und alles andere versagen muss, also wenn sehr Wichtiges und Gesuchtes durch kein Backup aus der Vergangenheit wiederherstellbar sein wird, aber mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der Platte irgendwo noch auffindbar ist. Ist dagegen sicher ein älteres, den Ansprüchen genügendes, bestehendes Backup einsetzbar, sollte das bevorzugt werden. Mögliche Probleme und Lösungen bei solchen „normalen Backups“ und sonst guter Computer-Business-Continuity seien geschildert. Besonders für kleine Laptops ohne schwere Peripherie gilt:

[Bearbeiten] Partitionierung von System und Daten

Eine Systempartition enthält jene Programme, welche das System steuern. Sie kann erweitert werden mit fast beliebig vielen individuellen, lauffähigen Programmen. Insbesondere vorkonfigurierte Ordner in „Eigene Daten“ (Own Data) sind besser separat in einer Partition, besser in mehreren Partitionen zu verwalten. Bei geringem Datenbestand kann man eine Datenpartition in Unterordnern strukturieren, z. B. in: Texte (kleinster Teil), Bilder (viel größer), Videos (sie haben je nach Laufzeit und Kompressionsart enorm lange Einzeldateien), und z. B. Downloadprogramme. Bei großem Datenbestand sich für jede genannte Datenart Partitionen mit Namen (z. B. Dokumente, Bilder, Videos, Downloads) sinnvoll. Solche sind – auch von Datenträgerprogrammen – viel schneller und allgemein viel zu besser zu verwalten.

[Bearbeiten] Grundlagen für Datensicherung, Backup, Recovery

Wegen der Empfindlichkeit von Systemen ist dringend zu empfehlen, vorgegebenen Standardinstallationen nicht zu folgen, sondern sich alsbald eine Platte mit sog. Datenträgerprogrammen zur individuellen Partitionierung selbst sinnvoll aufzuteilen. Dann sind separat gespeicherte Daten bei jedem gravierenden Systemausfall nicht betroffen. Was Programme über das sog. EVA-Prinzip irgendwie an Daten liefern oder zuvor von Daten geliefert erhalten – sei es z. B. über Text-, Tabellen- oder Bildprogramme –, das gehört auf eine eigene Plattenpartiton für Daten. In den vorkonfigurierten Ordnern „Eigene Daten“ ist dann höchstens je eine Verknüpfung zu den real selbst erstellten Ordnern in eigener separat erstellter Datenpartition noch sinnvoll.

[Bearbeiten] Lauffähiges System, Daten und Backups von beidem separat

Das empfindliche System (evtl. mit verbundenen eigenen Programmen) gehört in die (erste) aktive Systempartition. Daten gehören demnach in zumindest eine andere Partition oder sogar Platte. Wenn dann irgendein gravierender Fehler vorliegt, sind nicht gleichzeitig das System und eigene Daten defekt. Das wird standardmäßig vom System und Programmen zu oft nicht eingerichtet oder direkt unterstützt. Wo immer möglich sind Konfigurationseinstellungen so erforderlich, dass alle wichtigen Daten auf einer separaten Datenpartition zum Zugriff abgelegt werden. Auf großen Platten ist noch eine Backup-Partition sinnvoll. Besonders bei Laptops bleibt man dann bei Problemen unterwegs autark, notfalls meist sogar ohne weitere Mittel oder Treiber. Im Fall des Falles ist eine ausreichend vollständige Rekonstruktion von derselben Platte die schnellste Lösung, solange das System funktioniert. Bei PCs und wo möglich auch bei Laptops sollten Backups aber extern (auf USB-Platten) erfolgen. Bei Laptops ohne ausreichende Hilfsgeräte unterwegs ist folgendes wichtig:

[Bearbeiten] Hilfslösungen, Vorsorge

Für den Fall von Systemausfällen sind alternative Zugriffsmöglichkeiten auf Betriebssystem und Dateien erforderlich. Höchst wünschenswert ist die problemlose Rekonstruktion der Systempartition in einer möglichst aktuellen Version (bei MS-Windows oft noch „C-Sicherung“ genannt); zumindest wird ein lauffähiges Notfallbetriebssystem benötigt. Solche lauffähigen Systeme können inzwischen auch auf CDs, DVDs oder USB-Chips gespeichert werden. Sie vollziehen die wichtigsten System- und Dateienoperationen. Die Aktivierung derartiger Notsysteme benötigt eine entsprechende Einstellung der Boot-Reihenfolge im Bios, z. B. erstens USB, dann CD/DVD, dann Festplatte.

[Bearbeiten] Notsystem auf USB, CD oder DVD

Um auf die lokalen Datenspeicher (Festplatten) zumindest noch lesend und schreibend zugreifen zu können, muss ein Notsystem auf einem mobilen Medium oder auf einer sicher ansprechbaren – z. B. über Bootmanager sicher bootbaren – gesonderten Festplattenpartition gespeichert bzw. verfügbar sein. Kleine, aber weitestgehend vollständige Hilfs-Systeme sind besonders hilfreich, wo ein Hardwareproblem oder tiefe andere System-Defekte nur kryptische Absturzmeldungen liefern:

  • Bootfähige, auf USB-Sticks liegende, etwas „abgespeckte“ Systeme ab etwa 1 GB aufwärts
  • Startfähige Systeme auf CD oder DVD (z. B. eine selbst zu konfigurierende „Barth-CD“),
  • besonders aber voll lauffähge, kostenlose LINUX-Distributionen auf DVD per Download von ISO-Images.

[Bearbeiten] Wiederherstellbarkeit eines Systems durch Backups

Die möglichst vollständige Wiederherstellbarkeit der Systempartition einer Festplatte ist besonders dann wichtig, wenn das Betriebssystem beim „Absturz“ gravierend beschädigt worden ist – z. B. durch Schadprogramme wie Viren, durch Hardwareprobleme (Platte „verabschiedet sich“, RAM defekt incl. Kontaktfehler zu RAM), durch fehlerhafte Treiber oder durch mangelhafte Wartung des Systems (z. B. fehlerhaft „querverbundene“ Systemdateien). Solange der Kern des Systems selbst noch unbeschädigt ist und läuft – z. B. im „Abgesicherten Modus“ von Windows – und ein verfügbares lauffähiges Backup dieses Systems existiert (auf derselben Festplatte, einem anderen eingebundenen oder auf einem mobilen Medium), kann letzteres meist unmittelbar zur raschen Wiederherstellung genutzt werden.

Sind wichtige Gerätetreiber im aktuell defekten Betriebssystem (z. B. Windows) nicht mehr verfügbar, ist es besonders wichtig, einen alternativen Zugriffsweg auf die Komponenten des Systems über das Basis-In-/Output-System (Bios) mit seinen basalen Standard-Schnittstellen zu finden, gewöhnlich mittels Datenträger, durch eine direkt im Bios aktivierte Option. Das Bios arbeitet elementar und ist daher relativ langsam.

Über das Bios kann gegebenenfalls ein verfügbares Notsystem über USB-Datenträger bzw. CD/DVD gestartet werden. Ein früheres Backup kann dann meist direkt vom Bios aus per USB oder CD/DVD am Zielort wiederhergestellt werden. Zumindest irgendein startfähiges Not-System, von CD/DVD oder von einem via USB angeschlossenen Datenspeicher, ist aber nötig, das fundamentale Systemaufgaben übernehmen kann. Sinnvoll sind spezielle – unabhängig vom Betriebssystem (z. B. Windows) von CD ausführbare – Programme zur Bearbeitung von Partitionen bzw. Erstellung von Backups. Sogenannte Datenträgerprogramme verwalten in diesem Sinne ganze Partitionen, während Backup- oder Imageprogramme zuerst eine wiederherzustellende Partition löschen und danach dorthin alle an anderem Ort gesicherte Dateien zurückschreiben.

[Bearbeiten] Wiederherstellung eines Systems

Die Wiederherstellung einer beliebigen Partition erfolgt

  • entweder über ein Datenträgerprogramm (auf CD) durch unmittelbare Kopie von einer bekannt intakten Partition,
  • oder durch Rekonstruktion aller einzelnen Programme bzw. Daten über ein Backup- bzw. Image-Programm.

[Bearbeiten] Vorteile eines Backups auf gleicher Platte

Bei intaktem MBR reduziert sich der Aufwand einer Wiederherstellung von System und/oder Daten durch bestehende Backups auf gleicher Platte meist erheblich. Besonders wegen des enormen Zeitaufwands für Recovery-Programme bei sehr großen Platten ist es immer empfehlenswert, regelmäßig ein neues Backup zu machen. Das gilt besonders für den Fall, dass ein sogenanntes Rollback nicht (mehr) verfügbar ist oder Systemfunktionen wiederherstellbar sein sollen.

[Bearbeiten] Nachteil des Backups auf gleicher Platte

Bei einem gar nicht so seltenen allgemeinen Festplattentotalausfall wird dieses einfachste und schnellste Backup aber ebenfalls unzugänglich. Bei physischer Zerstörung der Platte sind keine Dateien wiederherstellbar. Ist „nur“ der MBR zerstört, können Recoveryprogramme ihn – oft sogar inklusive (einiger) Partitionen – wiederherstellen.

[Bearbeiten] Notwendigkeit eines Systems und externer Backups

Sicherungen auf externen Datenträgern als Backup sind immer wichtig. Inzwischen bieten nicht nur das Brennen auf CD oder DVD, sondern insbesondere Lese-Schreib-Zugriffe über USB (oder Firewire) auf externe Speicher jeder Art und Größe eine elegante zeitsparende Lösung. Da immer die Gefahr besteht, dass ein defekter Systemanteil den Zugriff nach außen nicht oder nicht mehr ordentlich bereitstellt, sind alternative Zugriffsmöglichkeiten auf Daten und System wichtig. Im Notfall ist es erforderlich, über ein via USB oder CD/DVD eingespeistes funktionsfähiges Startsystem (es kann klein sein, wenige MB reichen) zu verfügen, um auf das Betriebssystem bzw. die Daten auf der Festplatte mit grundlegenden Wiederherstellungsoperationen zugreifen zu können.

[Bearbeiten] Fehlerpotential von Datenträgern, Ermüdung, S.M.A.R.T

Dringend ist dabei zu berücksichtigen, dass alle bekannten Datenträger „Ermüdungserscheinungen“ aufweisen und für jede Art von Datenträger spezielle Gefahren bekannt sind, wie Kratzer auf CD oder magnetische bzw. mechanische Schäden an Festplatten oder Verlust der Speicherfähigkeit bei Flashmedien.

[Bearbeiten] „Haltbarkeit“, Fehlinformationen, Ausfallraten

Insbesondere musste die anfangs noch überall vertretene und daher weitverbreitete Meinung revidiert werden, „Silberlinge“ (CD, DVD) hielten ewig. DVDs rangieren im Durchschnitt sogar im unteren Bereich – je nach Qualität – mit ca. 3–5 Jahren gesicherter Haltbarkeit. Diese liegt sogar unterhalb der von normalen Festplatten mit ca. 5–7 Jahren bzw. Speicherchips (USB-Sticks) mit ca. 10 Jahren, und weit unter den Leistungen von bis zu 20 Jahren der (relativ kostenintensiven) speziell für Datensicherung hergestellten Geräte, die Magnetbänder verwenden (letzte Quelle dazu: AOL 06/2007).

[Bearbeiten] S.M.A.R.T. meldet eine Festplatte als „krank“

Die Abkürzung S.M.A.R.T. steht für „Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology“ und ist ein Diagnose- und Statistikprogramm, das der Festplattenelektronik seit 2000 implantiert wird und den Zustand der Festplatte abfragen kann. SCSI-Platten hatten vergleichbare Sicherheitsfeatures allerdings schon wesentlich früher.

Beschädigte Sektoren können erkannt und gesperrt werden, ihre Daten werden in Reservesektoren übertragen. Wenn Festplatten somit auch ca. 3000 Blöcke (Sektoren) als zusätzliche „heimliche Reserve“ bereithalten, um kleine Schäden zu kompensieren, ist doch ein Plattenausfall nach gewisser Zeit bei Erschöpfung der Reservekapazität zu erwarten.

Die S.M.A.R.T.-Funktionalität muss im BIOS verfügbar und eingeschaltet sein, damit sie bei bevorstehendem Versagen der Festplatte warnen kann, z. B. folgendermaßen:

S.M.A.R.T. Failure Predicted on Primary Master: (Disk-Hersteller und Typ)
Immediately back-up your data and replace the hard disk drive.
A failure may be imminent.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge