Dresden
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Sachsen | ||||
| Direktionsbezirk: | Dresden | ||||
| Kreis: | kreisfreie Stadt | ||||
| Höhe: | 113 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 328,31 km² | ||||
| Einwohner: | 507.513 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 1546 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahlen: | 01067–01328 (alt: 8010–8090) | ||||
| Vorwahl: | 0351 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | DD | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 14 6 12 000
|
||||
| Stadtgliederung: | 10 Ortsämter/9 Ortschaften | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Dr.-Külz-Ring 19 01067 Dresden |
||||
| Webpräsenz: | |||||
| Oberbürgermeisterin: | Helma Orosz (CDU) | ||||
Dresden (sorbisch: Drježdźany; abgeleitet aus dem altsorbischen Drežďany für Sumpf- oder Auwaldbewohner) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen. Sie liegt in der Dresdner Elbtalweitung an den Übergangen vom Ober- zum Mittellauf der Elbe und von der Mittelgebirgsschwelle zum Norddeutschen Tiefland.
Archäologische Spuren auf dem späteren Stadtgebiet deuten auf eine Besiedlung schon in der Steinzeit hin. In erhaltenen Urkunden wurde Dresden 1206 erstmals erwähnt und entwickelte sich zur kurfürstlichen und königlichen Residenz.
Dresden ist das politische und neben Leipzig das kulturelle Zentrum des Freistaates Sachsen. Es hat den Status einer kreisfreien Stadt, ist Sitz des Regierungsbezirks Dresden und zahlreicher Hochschulen. Dresden bildet den Kern des gleichnamigen Ballungsgebietes in Mitteleuropa und ist dadurch Verkehrsknotenpunkt und ein wirtschaftliches Zentrum. Die Region gilt als eine der wirtschaftlich dynamischsten in Deutschland.[2] Zusammen mit den Ballungsräumen Chemnitz-Zwickau sowie Leipzig-Halle bildet dieser Ballungsraum die „Metropolregion Sachsendreieck“.
[Bearbeiten] Geographie
v.l.n.r. Räcknitz, Zschertnitz und Teile der Südvorstadt
Die Stadt liegt beiderseits der Elbe zu großen Teilen in der Dresdner Elbtalweitung, eingebettet zwischen den Ausläufern des Osterzgebirges, dem Steilabfall der Lausitzer Granitplatte und dem Elbsandsteingebirge auf etwa 113 Meter über Normalnull am Übergang vom Nordostdeutschem Tiefland zu den östlichen Mittelgebirgen.
Das nördliche und nordöstliche Stadtgebiet gehört naturräumlich daher strenggenommen zum Westlausitzer Hügel- und Bergland (Dresdner Heide und Schönfelder Hochland). Im Süden kennzeichnen die Talausgänge der Erzgebirgsabflüsse und Hochlagen den Übergang zum Östlichen Erzgebirgsvorland (eingegrenzter als Dresdner Erzgebirgsvorland und Meißner Hochland bezeichnet). Die Dresdner Elbtalweitung ist eine Untereinheit des Sächsischen Elblands. Vom Bundesamt für Naturschutz wurde Dresden vollständig der naturräumlichen Großlandschaft „D19 Sächsisches Hügelland und Erzgebirgsvorland“ zugeordnet.
Unter anderem wegen seiner landschaftlich reizvollen Lage am Fluss und seiner barocken und mediterranen Architektur, sowie der klimatisch vorteilhaften Besonderheiten wird die Stadt auch „Elbflorenz“ genannt.
Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der nördlich der Elbe gelegene 384 m hohe Triebenberg.
Die Stadt ist nach teils großflächigen Eingemeindungen, aber auch aufgrund der Siedlungsallokation, hinter Berlin, Hamburg und Köln ihrer Fläche nach die viertgrößte Großstadt Deutschlands.
Durch das Stadtgebiet fließen außer der schiffbaren Elbe die beiden im Osterzgebirge entspringenden linken Nebenflüsse Weißeritz und Lockwitzbach sowie die rechts zufließende Prießnitz. Daneben fließen auf dem Stadtgebiet noch kleinere Flüsse wie der Kaitzbach oder der Lausenbach.
Siehe auch: Liste der Landschaften in Sachsen, Liste der Gewässer in Sachsen
[Bearbeiten] Natur
Dresden gehört nach großflächigen Eingemeindungen mit 63 % Grün- und Waldfläche zu den grünsten Großstädten in Europa, wovon die Dresdner Heide eine geschlossene Waldfläche von 5.876 ha bildet. Im erweiterten Stadtgebiet gibt es vier Naturschutzgebiete mit einer Fläche von 331 ha, zwölf Landschaftsschutzgebiete mit mehr als 11.000 ha teilweise deckungsgleich mit neun FFH-Gebieten mit 1.800 ha Fläche. Zahlreiche denkmalgeschützte Gärten, Alleen und Parkanlagen sowie Friedhöfe bilden 110 Naturdenkmäler oder geschützte Landschaftsbestandteile.
Das Dresdner Elbtal als UNESCO-Weltkulturerbe drückt schon im Namen den Fokus auf der Bewahrung der kulturlandschaftlichen Elemente aus. Wichtiger Bestandteil sind daher die Natur- und Kulturräume der Elbwiesen auf beiden Seiten der Elbe. Diese ufernahen Flächen ziehen sich fast 20 Kilometer durch das Stadtgebiet und sind nur in der Innenstadt unterbrochen. Derzeit wird über die Streichung des Elbtals aus der UNESCO-Weltkulturerbeliste beraten. Grund dafür ist die umstrittene Waldschlösschenbrücke, die den Blick auf das Elbtal einschränken würde.
[Bearbeiten] Klima
Dresden liegt mit seinem vollhumiden Klima in der kühl-gemäßigten Klimazone, jedoch ist ein Übergang zum Kontinentalklima spürbar.
Der größte Teil des bewohnten Stadtgebietes liegt im Elbtal; dort herrscht ein anderes, milderes Klima als in den Stadtteilen auf den Hängen und im Hügelland der näheren Umgebung. Dazu gehört auch Klotzsche mit der Wetterwarte auf 227 Meter über NN außerhalb des dichten Stadtgebiets, wo es erfahrungsgemäß das ganze Jahr über rund 1–2 °C kälter ist als in der Innenstadt.
In der Periode 1961 bis 1990 betrug die mittlere Temperatur in Klotzsche im Januar −0,7 °C und im Juli 18 °C [3]. Sommer sind also in Dresden wärmer und Winter kälter, was typisch für die Lage im Übergangsbereich des Klimas ist. Die Monatstemperaturen in der Innenstadt zeigen im Vergleich mit südwestdeutschen Städten etwa ähnliche Werte auf; mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,9 °C im Innenstadtbereich [4] gehört Dresden zu den wärmsten Städten in Deutschland. Vor allem im Sommer ist die Lage zwischen der sehr warmen Lausitz und dem kühleren Erzgebirge bemerkenswert: Zwischen beiden Regionen können an einzelnen Tagen Temperaturunterschiede von etwa 10 °C herrschen. Die Stadtgrenze ist dann in gewisser Weise auch eine Isotherme. Das Erzgebirge kann auf Sachsen andererseits durch Föhn auch wärmend einwirken.
Die niederschlagärmsten Monate waren zwischen 1961 und 1990 Februar und März mit etwa 40 l/qm Niederschlagshöhe. In den letzten Jahren hat sich diese Frühjahrstrockenheit gehäuft, wobei teilweise weniger als 10 l/qm Niederschlag im Monat fielen. Allerdings wurde die Frühjahrtrockenheit im Jahr 2008 beendet, wobei im Mai fast 220 l/qm gefallen sind. Typischerweise fallen die meisten Regenmengen aufgrund kräftiger Gewitterschauer, die oft im Juli und August auftreten. Die Niederschlagssumme für diese beiden Monate beträgt etwa 60-75 l/qm.
Die höchste Regenmenge innerhalb von 24 Stunden fiel am 12. August 2002 mit 158 l/qm; die Folge war ein starkes Elbhochwasser.
[Bearbeiten] Hochwasserschutz
→ Hauptartikel: Hochwasserschutz in Dresden
Aufgrund der Lage Dresdens sowohl an Nebengewässern aus dem Osterzgebirge als auch an der Elbe, musste Hochwasserschutz in der Entwicklung der Stadt berücksichtigt werden. Dazu wurden Freiräume belassen und Altarme weitestgehend baufrei gehalten. Zusätzlich zu dieser Retention gibt es Flutrinnen, die Wasser schneller abführen sollen. Systeme zur Hochwasserregulierung befinden sich dagegen kaum in in der Stadt, sondern im südlichen Erzgebirge und am Oberlauf der Elbe.
[Bearbeiten] Umgebung
Nahe gelegene deutsche Großstädte sind Chemnitz (80 km südwestlich), Leipzig (100 km nordwestlich) und Berlin (200 km nördlich). 150 km südlich befindet sich die tschechische Hauptstadt Prag, die Goldene Stadt, 230 km östlich liegt Breslau (Wrocław) in Polen.
In der Nachbarschaft liegen der Landkreis Bautzen mit der Stadt Radeberg, der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit den Städten Pirna, Heidenau und Freital und der Landkreis Meißen mit Moritzburg und der Stadt Radebeul. Alle erwähnten Städte grenzen direkt an Dresden und bilden den Kernraum des Ballungsraumes Dresden. Etwas weiter entfernt liegen Meißen, Riesa und die Bergstadt Freiberg.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
→ Hauptartikel: Liste der statistischen Stadtteile von Dresden
Dresden ist nicht nur durch die Eingemeindungen in den 1990er Jahren eine weitläufige Stadt mit unterschiedlichen Strukturen in den einzelnen Stadtteilen. Viele Stadtteile besitzen einen erhaltenen Dorfkern; einige sind vollständig dörflich erhalten. Andere prägende Strukturen sind die der Vorstädte und der Einzelbebauung durch Stadtvillen sowie die Plattenbauviertel. Es gibt auch zahlreiche Stadtteile, die verschiedene Strukturmerkmale teilweise in enger Nachbarschaft aufweisen.
Zur ursprünglichen Stadt gehörten Stadtteile, die in der gegenwärtigen Struktur fast alle zu den Ortsämtern Altstadt und Neustadt gehören. Neben den innerhalb der Stadtfestung liegenden Teilen entstanden außerhalb der Stadtmauern, jedoch meist auf Dresdner Flur, Vorstädte, die auf Anweisung sächsischer Herrscher angelegt worden waren und zum Teil nach diesen benannt wurden. Die Antonstadt ist mittlerweile weitgehend unter dem Begriff Äußere Neustadt bekannt. Die anderen königlichen Vorstädte blieben dagegen als Begriff erhalten. Später wuchs die Stadt vor allem im 19. Jahrhundert, als weitere Dörfer dichter bebaut wurden. Der Begriff Vorstadt wurde später für weitere Stadtteile nicht mehr verwendet.
|
Pieschen – 1897 eingemeindet |
Trachau – 1903 eingemeindet |
|||
|
Kaditz – 1903 eingemeindet |
Löbtau – 1903 eingemeindet |
Leuben – 1921 eingemeindet |
Coschütz – 1921 eingemeindet |
Wachwitz – 1930 eingemeindet |
Bereits 1958 war das Stadtgebiet in die fünf Stadtbezirke Mitte, Ost, West, Süd und Nord eingeteilt worden. Seit 1991 gibt es die Gliederung in zehn Ortsamtsbereiche (für das Stadtgebiet vor 1990) und neun Ortschaften (nach 1990 eingemeindete Flächen). Der Ortsamtsbereich mit der größten Bevölkerung ist der von Blasewitz, der flächengrößte der von Loschwitz. Die Dresdner Innenstadt liegt in den Ortsamtsbereichen Altstadt und Neustadt.
Bei den neun Ortschaften, die teilweise auch aus mehreren Ortsteilen bestehen, handelt es sich um die erst Ende der 1990er Jahre eingegliederten, ehemals selbständigen Gemeinden. Eine Ausnahme ist der Ortsteil Kauscha, der, bis 1999 zu Bannewitz gehörig, dem Ortsamt Prohlis angegliedert wurde. Die größte und bevölkerungsreichste Ortschaft ist Schönfeld-Weißig, die sich im Schönfelder Hochland erstreckt.
| Die 10 Ortsamtsbereiche und die 9 Ortschaften mit ihren zugehörigen Orts- und Stadtteilen | ||||
|---|---|---|---|---|
| Ortsamt/Ortschaft | Einwohner (Hauptwohnsitz) (31. Dez 2003) |
Fläche in km² |
Dichte in Einw./km² |
Stadtteile/Ortsteile |
| Altstadt | 47 811 | 17,00 | 2.812 | Innere Altstadt, Friedrichstadt, Johannstadt, Pirnaische Vorstadt, Seevorstadt und Wilsdruffer Vorstadt |
| Neustadt | 36 098 | 14,85 | 2.431 | Albertstadt, Äußere Neustadt, Innere Neustadt, Leipziger Vorstadt und Radeberger Vorstadt |
| Pieschen | 43 923 | 16,20 | 2.711 | Pieschen, Trachenberge, Mickten, Kaditz, Trachau und Übigau |
| Klotzsche | 19 469 | 27,10 | 718 | Klotzsche, Hellerau, Hellerberge und Wilschdorf |
| Loschwitz | 18 428 | 68,84 | 268 | Loschwitz, Weißer Hirsch, Rochwitz, Wachwitz, Niederpoyritz, Hosterwitz, Söbrigen, Oberpoyritz, Bühlau, Pillnitz und die Dresdner Heide |
| Blasewitz | 76 784 | 14,48 | 5.303 | Blasewitz, Striesen, Tolkewitz, Gruna, Dobritz und Seidnitz |
| Leuben | 36 198 | 13,05 | 2.774 | Leuben, Laubegast, Alttolkewitz, Kleinzschachwitz, Zschieren, Meußlitz, Großzschachwitz, Sporbitz und für Teile von Niedersedlitz und Dobritz |
| Prohlis | 54 292 | 21,10 | 2.573 | Großluga, Kleinluga, Kauscha, Leubnitz-Neuostra, Lockwitz, Nickern, Niedersedlitz, Prohlis, Reick, Strehlen, Torna und Teile von Mockritz |
| Plauen | 47 621 | 15,80 | 3.014 | Plauen, Südvorstadt, Coschütz, Gittersee, Kaitz, Kleinpestitz, Mockritz, Gostritz, Räcknitz und Zschertnitz |
| Cotta | 63 084 | 19,34 | 3.262 | Briesnitz, Kemnitz, Stetzsch, Cotta, Omsewitz, Leutewitz, Gorbitz, Wölfnitz, Löbtau, Naußlitz, Roßthal, Dölzschen |
| Altfranken | 1 093 | 1,28 | 854 | |
| Cossebaude | 5 237 | 8,04 | 651 | Gohlis, Niederwartha, Cossebaude, Neu-Leuteritz |
| Gompitz | 3 047 | 11,72 | 260 | Gompitz, Ockerwitz, Pennrich, Roitzsch, Steinbach, Unkersdorf, Zöllmen |
| Langebrück | 3 713 | 6,95 | 534 | |
| Mobschatz | 1 452 | 8,50 | 171 | Alt-Leuteritz, Brabschütz, Merbitz, Mobschatz, Podemus und Rennersdorf |
| Oberwartha | 366 | 2,03 | 180 | |
| Schönborn | 501 | 5,20 | 96 | |
| Schönfeld-Weißig | 12 570 | 41,33 | 304 | Borsberg, Cunnersdorf, Eschdorf, Gönnsdorf, Krieschendorf, Malschendorf, Pappritz, Reitzendorf, Rockau, Rossendorf, Schönfeld, Schullwitz, Weißig und Zaschendorf |
| Weixdorf | 5 966 | 15,49 | 385 | Weixdorf, Marsdorf, Lausa, Friedersdorf und Gomlitz |
[Bearbeiten] Geschichte
→ Hauptartikel: Geschichte Dresdens
[Bearbeiten] Erste Besiedlung, Stadtgründung und Mittelalter
Bereits in der Jungsteinzeit bestanden erste Siedlungen im Raum Dresden. Die Kreisgrabenanlage Dresden-Nickern aus dem 5. Jahrtausend v. Chr. ist Zeugnis der ersten Monumentalbauten im heutigen Stadtgebiet.
Die Furt durch die Elbe in Höhe der heutigen Altstadt bestand wahrscheinlich schon im frühen Mittelalter. Eine Besiedlung blieb aber trotz der lukrativen Lage an der Elbe und seiner fruchtbaren Böden aufgrund der starken Bewaldung problematisch. Das nahe Meißen war ab 986 bis 1423 Residenz der Markgrafschaft Meißen, die im Zuge der Deutschen Ostsiedlung errichtet wurde und ungefähr das Gebiet des heutigen Landes Sachsen umfasste. Südöstlich von Dresden befand sich zu dieser Zeit die reichsunmittelbare Burggrafschaft Dohna.
Im Jahre 1206 wird Dresden erstmals in einer erhaltenen Urkunde erwähnt: Acta sunt hec Dresdene. Diese befasst sich mit einer Gerichtsverhandlung wegen Schleifung der Burg Thorun auf dem Burgwartsberg, der in Freital südlich von Dresden zwischen Potschappel und Pesterwitz liegt.[5] Die damalige Bezeichnung „Dresdene“ war vermutlich vom slawischen Begriff „Drežďany“ („Auwaldbewohner“, Mehrzahlform) abgeleitet, mit dem ursprünglich die Bewohner des Ortes bezeichnet worden waren. In einer Urkunde von 1216 wird Dresden bereits als Stadt erwähnt: Acta sunt hec … in civitate nostra Dresdene.[6].
Eine Urkunde zur Verleihung des Stadtrechts ist bis heute nicht aufgefunden worden, aber 1350 wird das rechtselbisch gelegene Dresden (Altendresden), die heutige Innere Neustadt, als selbständige Ansiedlung „Antiqua Dressdin“ erstmals erwähnt und dabei über die am 21. Dezember 1403 durch Wilhelm I. erfolgte Beleihung mit dem Stadtrecht berichtet.
Erst am 29. März 1549 bildeten unter Kurfürst Moritz die rechts- und linkselbischen Teile der Stadt eine Einheit.
[Bearbeiten] Frühe Neuzeit
Bei der Erlangung des Stapelrechts am 17. September 1455 war Dresden noch eine recht unbedeutende Stadt, wurde jedoch nach der Leipziger Teilung der wettinischen Länder 1485 für Jahrhunderte herzogliche Residenzstadt der sächsischen Herrscher und erfuhr mit der Erhebung des wettinischen Herrschaftsbesitzes zum Kurfürstentum und Königreich eine Aufwertung als politisches und kulturelles Zentrum. Durch den Übergang der kurfürstlichen Würde innerhalb des Hauses Wettin (Wittenberger Kapitulation) wurde die Stadt zur Hauptstadt des wichtigsten protestantischen Landes innerhalb des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. In dieser Zeit wurden auch wichtige kulturelle Einrichtungen begründet, die bis in die Gegenwart die besondere Geltung der Stadt ausmachen.
Im Dreißigjährigen Krieg wurde Dresden nie geplündert oder zerstört, aber durch Pest und Hunger sowie die allgemeine wirtschaftliche Stagnation in seiner Entwicklung gestört. Die Geschichte seit dem Dreißigjährigen Krieg ist dann sehr wechselvoll: Zum einen entstanden die weltbekannten Bauwerke und Parkanlagen; auf der anderen Seite war die Stadt in fast alle großen europäischen Kriege verwickelt und wurde dabei mehrfach in Mitleidenschaft gezogen.
1685 brannte Altendresden komplett ab. Es wurde hernach über mehrere Jahrzehnte wiederaufgebaut und erst 1732 als „Neue Königliche Stadt“ vollendet. Schon seit längerem wird der Stadtteil deshalb als „Neustadt“ bezeichnet. Unter August II., genannt „August der Starke“, errang Dresden die kulturelle Bedeutung, die es bis in die Moderne besitzt. Im Dezember 1745 wurde die Stadt im österreichischen Erbfolgekrieg zum ersten Mal durch Preußen erobert. Erneut wurde es im Siebenjährigen Krieg 1756 durch Preußen eingenommen. Als sich die österreichische Armee der Stadt näherte, ließ der preußische Gouverneur sie teilweise abbrennen. 1760 belagerte Preußen Dresden erfolglos und beschoss dabei die Innenstadt. 1785 schrieb Friedrich Schiller die Ode an die Freude, die lyrische Vorlage für die Hymne der Europäischen Union, für die Tafel der Freimaurerloge in Dresden.
[Bearbeiten] 19. Jahrhundert
Im Frühjahr des Jahres 1791 wurde im nahe gelegenen Ort Pillnitz mit der Pillnitzer Deklaration ein Initial für die mehr als 150 Jahre währende Feindseligkeit zwischen Deutschland und Frankreich gelegt. Darin riefen die vornehmlich deutschen Monarchen die europäischen Mächte zur Zerschlagung der Französischen Revolution auf.
In den Befreiungskriegen gegen Napoleon im Jahr 1813 fanden zahlreiche vorentscheidende Schlachten der Völkerschlacht bei Leipzig im Großraum Dresden statt. Sachsen, und damit Dresden, kämpfte auf der Seite von Frankreich; die Stadt wurde durch die Franzosen weiter befestigt und durch deren Truppen geschützt.
Während des Dresdner Maiaufstands während der Märzrevolutionen vom 3. bis 9. Mai 1849 war der sächsische König Friedrich August II. gezwungen die Stadt zu verlassen und konnte sie erst durch preußische Unterstützung wieder gewinnen. Bekannte Teilnehmer des Aufstandes sind Richard Wagner und Gottfried Semper; beide verließen darauf Sachsen.
Im weiteren 19. Jahrhundert blieb Dresden von Kriegen verschont und wurde Hauptstadt eines der – auch ab 1871 – stärksten Königreiche im Deutschen Reich. Vom Ersten Weltkrieg blieb die Stadt unberührt.
[Bearbeiten] Weimarer Republik und Nationalsozialismus
Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Dresden Hauptstadt des (ersten) Freistaates Sachsen. Es gehörte zu den zehn größten Städten in Deutschland und war ein kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Weimarer Republik. 1919 gründete sich die Dresdner Sezession, deren bekanntestes Mitglied wohl Otto Dix war. Dieser Gruppe ging schon vor dem Ersten Weltkrieg die Vereinigung Die Brücke voraus. 1925 wurde mit der Palucca Schule Dresden neben der bestehenden Hochschule für Bildende Künste eine bedeutende Schule der Darstellenden Kunst gegründet. Die Sächsische Staatsoper war bedeutende Bühne für Uraufführungen. Bis 1913 entstand das Schauspielhaus des Staatstheaters.
Zwar verlegte die 1872 gegründete Dresdner Bank ihre Hauptverwaltung schon im 19. Jahrhundert nach Berlin, Dresden blieb aber bedeutender Bankenstandort vor allem kleinerer familiengeführter Privatbanken bis in die 1920er Jahre. Führende Unternehmen bestanden hier zwischen 1918 und 1933 im (Elektro-)Maschinenbau, der Pharmazie und Kosmetik sowie in der Tabakherstellung und Lebens- und Genussmittelindustrie. Teilweise haben sich diese Unternehmen (häufig in neu gegründeter Form) bis in die Gegenwart erhalten. Die durch die Stadt 1909 übernommenen Straßenbahnbetriebe wurden 1930 als Dresdner Straßenbahn AG wieder privatisiert.
Die etwa 5000 jüdischen Dresdner, die noch 1933 Gemeindemitglieder waren, wurden vertrieben oder später in Konzentrationslager deportiert. Der Antisemitismus in Dresden ist vor allem durch das Werk LTI – Notizbuch eines Philologen Victor Klemperers dokumentiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten nur noch 41 Juden in der Stadt.
Bei den Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 sollte unter anderem das Werk des Dresdners Erich Kästner „symbolisch für immer ausgetilgt werden“. Das vor allem expressionistische Kulturleben Dresdens aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts endete 1933. Die Werke von Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Karl Schmidt-Rottluff oder Otto Dix dieser Zeit waren Teil der Ausstellung „Entartete Kunst“. 56 Werke der Galerie Neue Meister wurden beschlagnahmt. Dagegen erlebte die Staatsoper, geprägt von Werken von Richard Strauss, keine wesentliche Zäsur.
Zwischen 1939 und 1945 wurden auch KZ-Häftlinge, vor allem aus den Lagern in Auschwitz und Flossenbürg, in der Stadt in Baracken interniert. Sie arbeiteten in der Rüstungsindustrie. Die noch erhaltenen Privatbanken im jüdischen Familienbesitz wurden unter Zwang der Dresdner Bank angeschlossen.
Dresden war seit Jahrhunderten ein militärisches Zentrum und diente bis 1945 zur Aufstellung militärischer Großverbände. Die Albertstadt nördlich des Stadtzentrums war als autarke Militärstadt angelegt und wurde unter den Nationalsozialisten weiter ausgebaut.
Im Zweiten Weltkrieg wurden erste Luftangriffe auf den Großraum bereits im August 1944 geflogen, und die Stadt wurde auf Bombardierungen vorbereitet. In vier aufeinander folgenden nächtlichen Angriffswellen vom 13. bis 15. Februar 1945 wurden weite Teile des Stadtgebietes durch britische und US-amerikanische Bomber schwer beschädigt. Die Angriffe gingen als Luftangriff auf Dresden in die Geschichte ein. Die genaue Zahl der Opfer ist ungewiss. Sprach man früher in einzelnen – und bis heute noch unbeirrt in vielen rechtsradikalen – Publikationen von bis zu 350.000 Toten, so nimmt man in jüngerer Zeit Opferzahlen in Höhe von sicher 18.000 und höchstens 25.000 an[7]. Dem Historiker Frederick Taylor zufolge geht die falsche Opferzahl auf eine Fälschung der Nazis selber zurück: Ihr wurde eine Null hinzugefügt, um in neutralen Medien und Ländern Stimmung gegen die Alliierten zu machen. Auch der Schaden an Gebäuden wird häufig zu hoch angegeben. 60 % des Stadtgebietes waren von den Angriffen schwer betroffen, 15 km² ausgehend von der Innenstadt wurden gar total zerstört; Stadtteile im Norden und Nordwesten blieben dagegen wenig zerstört.
[Bearbeiten] DDR-Zeit
Während der Zeit des Sozialismus wurden viele Reste der stark zerstörten Stadt beseitigt. Viele Ruinen Dresdens, darunter auch die Überreste der Sophienkirche, vor allem aber die historische Wohnbebauung, wurden abgetragen oder gesprengt. Das historische Stadtzentrum wurde dabei de facto entkernt und fortlaufend wieder bebaut.
Erneuert bzw. vollständig rekonstruiert wurden vor allem die historischen Monumentalbauwerke, so das Ständehaus (1946), die Augustusbrücke (1949), die Kreuzkirche (bis 1955), der Zwinger (bis 1963), die Katholische Hofkirche (bis 1965), die Semperoper (bis 1985), das Japanische Palais (bis 1987) und die beiden größten Bahnhöfe (teilweise fortlaufend). Einige dieser Arbeiten zogen sich, geprägt von der wirtschaftlichen Gesamtlage der DDR, über Jahrzehnte hin und waren mitunter für längere Zeit unterbrochen worden. Das Schloss wurde über viele Jahre gesichert und Teile rekonstruiert (so der Stallhof). Erst ab 1986 begann der Wiederaufbau, der bis in die Gegenwart dauert. Die Ruine der Frauenkirche sollte als Mahnmal gegen den Krieg auf dem Neumarkt verbleiben.
Während so Theater- und Schlossplatz 1990 zumindest nach historischem Vorbild bebaut waren, blieb der Neumarkt völlig unbebaut; der Altmarkt dagegen geprägt von Bebauung des Sozialistischen Klassizismus und einer Raumgestaltung und -ausrichtung nach sozialistischen Idealen (z. B. Kulturpalast).
Von 1955 bis 1958 wurden die von der Sowjetunion erbeuteten Kunstschätze zurückgegeben, so dass ab 1960 viele Museen der Staatlichen Kunstsammlungen in wiedererbauten Einrichtungen oder Interimsausstellungen eröffnet werden konnten. Die wichtigen Klangkörper wie die Staatskapelle traten in Ausweichspielstätten auf (zum Beispiel im Kulturpalast ab 1969). Teile der Kultureinrichtungen wurden aus der Innenstadt heraus verlegt (so die Landesbibliothek in die Albertstadt).
Die im Krieg unzerstörte Äußere Neustadt blieb aufgrund von Bürgerprotesten erhalten. Ihr drohte in den 1980er Jahren der Abriss, da ihre Bebauung stark vernachlässigt wurde und deshalb in schlechtem Zustand war.
In Prohlis und Gorbitz entstanden Großsiedlungen in Plattenbauweise auf zuvor unbebautem Land. Die Johannstadt und andere Gebiete im Stadtzentrum wurden ebenso in Großblockbauweise überbaut. Weitestgehend erhalten wurden die Villenviertel in Blasewitz, Striesen, Kleinzschachwitz, Loschwitz und am Weißen Hirsch.
Nach 1945 standen in und um Dresden die 1. Gardepanzerarmee der Sowjetunion sowie die 7. Panzerdivision der Nationalen Volksarmee. Nie zuvor in Friedenszeiten waren hier so viele Truppenteile stationiert wie zwischen 1945 und 1990. In den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung wurden alle diese Einheiten verlegt oder aufgelöst.
[Bearbeiten] Seit 1990
Nach der politischen Wende 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde Dresden wieder die Hauptstadt des neu errichteten Freistaates Sachsen.
In der Stadt wurden nochmals einige alte Gebäude abgerissen. Viele andere wurden jedoch mit Hilfe steuerlicher Subventionen wieder restauriert. Viele Gebiete Dresdens gelten daher als Beispiele für die gelungene Restaurierung von Baudenkmälern und stehen als Gesamtensembles unter Denkmalschutz.
Im August 2002 wurde die Stadt von der „Jahrhundertflut“ getroffen. Dabei überschwemmte die Elbe nebst mehrerer ihrer Nebengewässer die Stadt. Die Elbe erreichte einen Pegelstand, der die bis dato schwersten Hochwasser von 1784, 1799 und 1845 übertraf. Das Reparieren der Infrastruktur dauert nach dem Hochwasser bis in die Gegenwart an; betroffene Bauwerke waren wesentlich schneller wieder hergerichtet.
Im Jahre 2005 wurde nach zehnjähriger Bauzeit der Wiederaufbau der Frauenkirche im Rohbau fertiggestellt und die Kirche am 30. Oktober geweiht. Im Jahr 2006 feierte die Stadt ihr 800-jähriges Bestehen (formal am Tag ihrer ersten urkundlichen Erwähnung). Höhepunkt war dabei im Rahmen des Festumzuges eine Nachstellung des kompletten Fürstenzuges durch Reiter in historischen Kostümen.
[Bearbeiten] Religionen
→ Hauptartikel: Religionen in Dresden
Die Reformation setzte sich in Dresden 1539 durch. Ab etwa 1571 vertrat die Stadt ein strenges Luthertum. Im Jahre 1661 gab es in Dresden erstmals wieder katholische Gottesdienste. Kurfürst Friedrich August I. veranlasste 1697 den Wechsel des Hofstaates zum katholischen Glauben, um zum polnischen König August II. gekrönt werden zu können. Die katholischen Gemeinden wurden erst 1807 den evangelischen gleichgestellt und blieben nach Mitgliederzahl bis heute eine kleine Minderheit.
Ab 1949 trat die Mehrzahl der Dresdner aus der – meist evangelischen – Kirche aus. Der Anteil der evangelischen Kirchenmitglieder ging von etwa 85 % auf 22 % (1989) zurück. Seit 1980 ist Dresden erstmals in seiner Geschichte Sitz eines Bischofs, wobei die katholische Hofkirche zur Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen erhoben wurde. Etwa 20.000 Menschen gehören einer römisch-katholischen und etwa 75.000 einer evangelisch-lutherischen Gemeinde an. Dies entspricht einem Anteil von vier beziehungsweise 15 % an der Gesamtbevölkerung mit Erstwohnsitz in der Stadt.
Die Stadtverwaltung schätzt die heutige Anzahl der Mitglieder von Freikirchen und nicht-christlichen Gemeinden auf etwa 5000 Menschen. Bis zu seiner Vereinigung mit der Apostolischen Gemeinschaft im Jahr 1994 hatte der seinerzeit etwa 1000 Mitglieder umfassende Reformiert-Apostolische Gemeindebund seinen Sitz in der Elbmetropole. Daneben leben in Dresden heute etwa 700 Juden.
[Bearbeiten] Stadtgebiets- und Einwohnerentwicklung
→ Hauptartikel: Entwicklung des Stadtgebiets von Dresden und Einwohnerentwicklung von Dresden
Ursprünglich lag der älteste Teil der Stadt rechtselbisch, also nördlich der Elbe. Den Stadtteil Altendresden gibt es nicht mehr. Nachdem er abbrannte, wurde er 1732 als Neue Königliche Stadt, später vereinfacht Neustadt, neu angelegt und ist mit der heutigen Inneren Neustadt deckungsgleich. Der Stadtteil südlich der Elbe wird daher mittlerweile als die historische Altstadt bezeichnet. Gleichzeitig hat sich damit die gesamte Stadt nach Süden verlagert. Auch die Tallage ist südlich der Elbe wesentlich flacher, was die starke Entwicklung dort begünstigte. Gerade aufgrund ihrer Tallage dehnt sich die Stadt nicht gleichmäßig aus, sondern folgt dem Tal in südöstlicher beziehungsweise nordwestlicher Richtung. Sowohl nördlich als auch südlich der Elbe wuchs Dresden zunächst durch Vorstädte, die anfangs der Stadtbefestigung vorgelagert waren.
Eingemeindungen von umliegenden Gemeinden gab es seit 1835, als Dresden sich nach Norden und Westen ausdehnte. Seitdem wurden 64 Landgemeinden, zwei Gutsbezirke und zwei Städte nach Dresden eingemeindet.
Landgemeinden, die nach 1990 eingemeindet wurden, erhielten innerhalb der kommunalen Struktur den Sonderstatus „Ortschaft“. Die größte Eingemeindung dabei war die von Schönfeld-Weißig im Osten des Stadtgebietes.
Der Bereich mit der dichtesten Besiedlung ist der Ortsamtsbereich Blasewitz. Dabei ist dichte Besiedlung nicht mehr Anzeichen für schlechteren Wohnraum, wie es zu Zeiten enger Hinterhofbebauung noch gelten konnte. Die Elbe wirkt im Bereich von Blasewitz als Grenze des urbanen Raums, weshalb diese dicht besiedelten und die quasi unbewohnten Flächen der Dresdner Heide sehr nahe beieinander liegen. Blasewitz selbst wurde erst 1921 an Dresden angegliedert, wobei zu jener Zeit schon weite Teile des heutigen Ortsamtsbereichs zur Stadt gehörten. Die Dresdner Heide liegt im Ortsamtsbereich Loschwitz, das mit 268 Einwohnern je Quadratkilometer das am dünnsten besiedelte Ortsamt ist.
Wie feinstrukturiert und unterschiedlich die urbanen Räume besiedelt sind, zeigt sich beim Vergleich von Äußerer und Innerer Neustadt. Die Äußere Neustadt ist mit mehr als 11.000 Bewohnern pro Quadratkilometer der am dichtesten besiedelte Stadtteil Dresdens, während die Innere (historische) Neustadt mit etwa 3.000 Einwohnern pro km² eine weit geringere Bevölkerungsdichte hat.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts gehörte Dresden zu den fünf bevölkerungsreichsten Städten in Deutschland. 1933 wurde mit 642.143 Einwohnern der höchste Wert in der Geschichte der Stadt erreicht. Durch den Zweiten Weltkrieg verringerte sich die Stadtbevölkerung auf etwa 468.000 (Zählung von 1946). Zwischenzeitlich wieder auf mehr als 500.000 Einwohner angestiegen, sank die Anzahl an wohnberechtigter Bevölkerung mit Erstwohnsitz durch Abwanderung und Suburbanisierung bis 1995 erneut auf etwa 469.000 Einwohner und damit auf nur knapp mehr als 1946. Danach wurde sie durch Eingemeindungen erhöht und steigt mittlerweile auch dauerhaft durch einen leichten Wanderungsüberschuss an. Die Einwohnerzahl betrug am 30. Juni 2006 genau 500.068 (nur Hauptwohnsitze). Am 12. August 2006 wurde ein Neugeborener symbolisch als der 500.000. Einwohner der Stadt vom Oberbürgermeister begrüßt.
[Bearbeiten] Namensherkunft
Neben dem Stadtnamen Dresdens sind auch die Stadtteilnamen fast ausschließlich slawischer Herkunft. Typische Endungen der Namen sind „-witz“ und „-nitz“. Die Endung „-witz“ entstand aus „wicz“ und bedeutet „Dorf“. Eine weitere Möglichkeit der Entstehung einer Endung auf „-itz“ begründet sich auf „icz“ für „Leute“ (eines Anführers). Während der germanischen Kolonisierung wurden die Endungen eingedeutscht. Interessant ist dazu auch ein Vergleich der tschechischen Ortsnamen, die in Regel noch eine deutsche Übersetzung besitzen (zum Beispiel Býčkovice – Pitschkowitz).
Die sich teilweise stark veränderten Dorfnamen zeigten häufig persönliche Besitzverhältnisse an. Zum Beispiel wurde Leutewitz zuerst als Ludiwice (das „Dorf des/der Lud“) erwähnt. Bei anderen ähnlichen Stadtteilen könnten auch geografische Merkmale aufgezeigt worden sein.
Die Endung „-nitz“ hat verschiedene Hintergründe: Der Stadtteilname Kemnitz hat dieselbe Herkunft wie Chemnitz und stammt von „kamenica“, dem „Steinbach“, ab. Häufig entstand die Endung „-nitz“ aber erst durch Verkürzung des deutschen Namens. Pillnitz hieß ursprünglich „Belenewitz“ („Dorf des/der Belan“) und wurde dann verkürzt. Auch die Endung „-ritz“ ergab sich häufig schlicht durch Verkürzung.
Sehr wenige Ortsbezeichnungen wie Langebrück haben ihren Ursprung tatsächlich in der deutschen Sprache. Hosterwitz hat einen lateinischen Ursprung über das sorbische Wort „Hostis“ (Herberge). Die (neueren) Ortsbezeichnungen „Weißer Hirsch“ und „Wilder Mann“ gehen beide auf Gastwirtschaften zurück, die sich in diesen Randlagen der Stadt befanden. Die Stadtteilbezeichnung Gittersee ist eine Volksetymologie und entwickelte sich aus dem slawischen „Geterssin“.
[Bearbeiten] Weitere Details
| UN/LOCODE: | DE DRS | |
| Tiefster Punkt: | 101 m ü. NN (Elbufer Niederwartha) | |
| Höchster Punkt: | 383 m ü. NN (Triebenberg) | |
| Stadtgrenze: | 134 km | |
| Arbeitslosenquote: | 11,3 % (Juli 2008) [8] | |
| Ausländeranteil: | 4,0 % (Dezember 2007)' | |
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverwaltung, -gremien und -politik
| Regierende Parteien: | tagespolitisch wechselnde Mehrheiten des Stadtrats | |
| Fraktionen im Stadtrat: 70 Mandate |
CDU Die Mandatsträger der Partei DIE LINKE. spalteten sich 2007 in zwei Fraktionen: [9] - Linksfraktion.PDS - DIE LINKE. Bündnis 90/Die Grünen SPD FDP - incl. DSU Bürgerfraktion davon - Bürgerliste - Freie Bürger - Volkssolidarität Fraktionslose (Nationales Bündnis) |
Sitze: 21 10 7 9 7 6 (1) 6 (2) (2) (2) 4 |
| Letzte Stadtratswahl: | 13. Juni 2004 | |
Durch verschiedene Fraktionswechsel hat die SPD-Fraktion inzwischen nur noch 7 Mitglieder, dafür gibt es 4 fraktionslose Stadträte.
Der Oberbürgermeister leitet die Stadtverwaltung, verantwortet laufende Tagesgeschäfte und repräsentiert die Stadt. Er wird für eine Amtszeit von sieben Jahren direkt gewählt. Ihm unterstellt sind mehrere Bürgermeister für einzelne Fachbereiche.
Am 22. Juni 2008 wurde Helma Orosz (CDU) zur Oberbürgermeisterin gewählt und tritt die Nachfolge von Ingolf Roßberg an.[10] Ihr Amtsantritt ist für den 6. August 2008 geplant, vorerst als Amtsverweserin, da noch über Anfechtungen zur Oberbürgermeisterwahl 2008 entschieden werden muss.
Ingolf Roßberg (FDP) trat sein Amt am 1. August 2001 an. Am 4. September 2006 wurde er wegen Untreue und Beihilfe zum Bankrott vom Landgericht Dresden zu einem Jahr und zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Ingolf Roßberg war während und wegen des Strafprozesses in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit suspendiert und wurde von Lutz Vogel, dem Ersten Bürgermeister (für Kultur), vertreten.
Der Stadtrat definiert die Grundlagen, nach der die Stadtverwaltung handelt und kann über Beschlüsse auch dem Oberbürgermeister Aufträge erteilen. Sofern einzelne Entscheidungen nicht im Kompetenzbereich des Oberbürgermeisters liegen, bestimmt der Stadtrat über Angelegenheiten der Stadt. In der Tat ist der Stadtrat wesentlich an Fragen der Stadtentwicklung beteiligt. Er nimmt, bezogen auf die Stadt, gesetzgebende Kompetenzen wahr, indem er Stadtverordnungen und Satzungen erlässt. Die Stadträte werden über ein Drei-Stimmen-System für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. Im Stadtrat gibt es 70 Stadträte. Für Senioren und Ausländer in der Stadt gibt es Beiräte.
[Bearbeiten] Kommunalpolitische Themen
In den letzten Jahren und Monaten wurden mehrere Themen in der Kommunalpolitik sehr kontrovers diskutiert:
Über den Bau einer neuen Elbquerung, der Waldschlößchenbrücke, entschied ein Bürgerentscheid zustimmend. Da die Brücke im Weltkulturerbe Dresdner Elbtal liegen soll, wurde seitens der UNESCO geprüft, ob sie das Welterbe gefährdet. Die Stadtverwaltung setzte den für das Frühjahr 2006 geplanten Baubeginn aus, um die Entscheidung der UNESCO abzuwarten. Diese fiel negativ aus; Dresden wurde auf die Rote Liste des bedrohten Welterbes gesetzt. Als sich daraufhin im Stadtrat Mehrheiten weder für den Baustart noch für einen neuen Bürgerentscheid fanden, forcierte das Regierungspräsidium den Beginn des Brückenbaus durch Ersatzvornahmen und erhielt dabei Rückhalt durch den CDU-Teil der sächsischen Landesregierung unter Georg Milbradt. Die Stadt versuchte indes, statt des sofortigen Baus der von der UNESCO abgelehnten Brücke noch Spielraum für eine Kompromissfindung mit der Weltorganisation zu erlangen. Sie scheiterte aber vor Verwaltungs- und Verfassungsgerichten und musste im November 2007 den Baubeginn hinnehmen. Die UNESCO erneuerte indes im kanadischen Quebec am 4. Juli 2008 die Ankündigung der Titel-Aberkennung und beließ das Dresdner Elbtal ein weiteres Jahr auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Objekte: Dresden könne den Titel nur dauerhaft erhalten, wenn in dieser Zeit der begonnene Bau der Waldschlösschenbrücke gestoppt und der ursprüngliche Zustand der Elbauen wieder hergestellt werde. Gleichzeitig wurde der Kompromiss einer Querung als Elbtunnel, für den ein Bürgerbegehren mehr als 50.000 Unterschriften gesammelt hat, von der UNESCO akzeptiert. Da nunmehr auch die Verlässlichkeit des Vertragspartners Deutschland bei der UNESCO in Frage gestellt ist, bot Bundeskanzlerin Angela Merkel die Moderation für eine Konsensfindung an.
→ Siehe Hauptartikel: Dresdner Brückenstreit
Im März 2006 beschloss der Stadtrat den Verkauf der Wohnungsbaugesellschaft WOBA Dresden an die US-amerikanische Investmentgesellschaft Fortress Investment Group LLC. Dadurch wurde Dresden zur ersten schuldenfreien Großstadt Deutschlands, weil die eingenommenen 982 Millionen Euro zur Tilgung der 741,4 Millionen Euro Schulden verwendet werden konnten. Da die WOBA besonders viele Wohnungen des Sozialen Wohnungsbaus anbietet, ist der Verkauf umstritten und löste ein breites Medienecho aus. Abgesichert wurde der Verkauf – allerdings nur für die ersten 10 Jahre – mit einer umfangreichen Sozialcharta, um die Mieter dem Käufer nicht auszuliefern und den Stand an Sozialwohnungen zu halten. Grund für die Verkaufsentschuldung war die hohe städtische Zinsbelastung von 60 Millionen Euro pro Jahr, die die Einnahmen aus der WOBA übertraf. Am 21. Juni 2007 nahm der Stadtrat mit 37 zu 12 Stimmen (bei 9 Enthaltungen) ein Verschuldungsverbot in die Hauptsatzung auf. Dessen etwaige zukünftige Streichung ist nun nur noch mit Zweidrittelmehrheit möglich. Eine Vorfinanzierung von Investitionen durch Kredite ist allerdings weiterhin ausnahmsweise zulässig, sofern eine rechtsverbindliche Fördermittelzusage vorliegt und der Fördermittelgeber auch die Zinsen übernimmt.[11]
Weitere Themen sind der Neubau für die Staatsoperette und die Modernisierung eines der Stadien der Stadt. Bei letzterem gab der Stadtrat dem Oberbürgermeister Weisung für einen Auftrag an ein Konsortium, durch den keine Baukosten für die Stadt entstehen. Es wurde entschieden, das Rudolf-Harbig-Stadion auszubauen.
[Bearbeiten] Räumliche Gliederung der Kommunalpolitik
Dresden ist in Ortsamtsbereiche und Ortschaften gegliedert. Diese sind in Stadtteile beziehungsweise Ortsteile unterteilt und haben jeweils ein Ortsamt, sozusagen ein Rathaus vor Ort, sowie einen Ortsbeirat im Sinne von § 71 der Sächsischen Gemeindeordnung, der zu allen wichtigen Angelegenheiten, die den Ortsamtsbereich betreffen, vom Stadtrat und seinen Ausschüssen anzuhören ist. Vorsitzender des Ortsbeirats ist der Oberbürgermeister oder eine von ihm beauftragte Person. In der Regel ist dies der Ortsamtsleiter des Ortsamtsbereiches. Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Ortsbeiräte werden vom Stadtrat nach einem Parteien- und Listenproporz gewählt, der sich an den Wahlergebnissen bei der Stadtratswahl in den einzelnen Ortsamtsbereichen orientiert. Diese Mitglieder müssen ihren Hauptwohnsitz im jeweiligen Ortsamtsbereich haben.
Nach 1990 eingemeindete Gebiete bilden in Dresden Ortschaften. Für die Ortschaften wurden insgesamt fünf Verwaltungsstellen eingerichtet. Die Ortschaft Altfranken wird jedoch vom Ortsamt Cotta mitverwaltet. Die Ortschaften haben jeweils einen Ortschaftsrat, der – im Gegensatz zu den Ortsbeiräten der Ortsamtsbereiche – direkt von den Bürgern der Ortschaft zeitgleich mit dem Stadtrat gewählt wird. Jeder Ortschaftsrat wählt für seine Ortschaft einen Ortsvorsteher.
[Bearbeiten] Historische Entwicklung
An der Spitze der Stadt gab es seit dem 13. Jahrhundert (1292) einen Rat mit einem Bürgermeister. Dieser wurde vom Rat gewählt und wechselte jährlich. Er war
