Einzelbild (Film)

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Als Einzelbild (auch: single frame, frame) bezeichnet man ein einzelnes Bild aus einem Film. Es stellt die elementare Einheit des Mediums Film dar, analog dem Buchstaben in der Schrift.

Einzelbilder auf einem Filmstreifen müssen keinen inneren Zusammenhang haben, sondern werden einfach sequentiell "gespeichert"; bei Filmen von Amateurfotografen können Monate oder gar Jahre zwischen den Einzelbildern liegen, ein Teil kann auch im Urlaub und ein anderer bei einer heimischen Familienfeier entstanden sein. Die Einzelbilder können – müssen jedoch im Gegensatz zur Serienfotografie oder zum Kinofilm keine – Kohäsion aufweisen. Daher ist es bei fotografischem Film in der Regel unproblematisch, nur einzelne Bilder zu vergrößern oder die Abzüge in einem Fotoalbum neu anzuordnen.

Im Gegensatz dazu bilden die Einzelbilder auf dem Filmstreifen eines Kinofilms eine chronologische Abfolge, die nur in dieser zeitlichen Chronologie sinnvoll verstanden werden kann; jede Umkehrung oder Vertauschung dieser Reihenfolge stellt einen Verfremdungseffekt dar. Ein Beispiel hierfür ist die Rückwärtsprojektion; bei diesem so genannten Zeitumkehrtrick wird der Film rückwärts gezeigt; beispielsweise entsteht so in Lumières Kurzfilm Charcuterie mécanique (1895) aus einer Fleischwurst ein zunächst zerhacktes und dann lebendiges Schwein in der Schlachterei.

Eine andere Zeitachsenmanipulation ist der Zeitraffer, bei dem die Zeitintervalle zwischen den filmischen Einzelbildern von den üblichen 18 bis 24 Bildern pro Sekunde gedreht werden auf Sekunden, Minuten oder Stunden; bei Projektion der Einzelbildfolge geht so die Sonne in wenigen Augenblicken unter oder die Blüte einer Blume öffnet sich innerhalb weniger Sekunden.

Ein Sonderfall im Kinofilm ist das Vergrößern eines Einzelbildes aus dem Filmstreifen; da analoger Kinofilm nichts anderes ist als fotografischer Film, kann jedes filmische Einzelbild mit fotografischen Maßnahmen vergrößert oder ausbelichtet werden. Die werblichen Standphotos, die für Kinofilme angefertigt werden, entstehen jedoch immer durch spezielle Set-Fotografen und decken sich nicht mit dem Bild, das auf dem Filmstreifen des Kinofilms enthalten ist. In den Publikationen der wissenschaftlichen Kinematheken findet man jedoch häufig Ausbelichtungen von Einzelbildern eines Kinofilmes.

Ein weiterer Sonderfall des aus einem Bewegtbildfilm herausgelösten Einzelbildes stellen digital komprimierte Filme dar; Kompressionsverfahren wie MPEG speichern nicht alle Einzelbilder vollständig, sondern nur die Differenzen innerhalb einer definierten Sequenz; hier ist es nur noch eingeschränkt möglich, gezielt auf ein bestimmtes Einzelbild zuzugreifen.

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