Eltville am Rhein
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
|
|
|||
| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Hessen | ||
| Regierungsbezirk: | Darmstadt | ||
| Landkreis: | Rheingau-Taunus-Kreis | ||
| Höhe: | 95 m ü. NN | ||
| Fläche: | 46,77 km² | ||
| Einwohner: | 17.211 (31. Dez. 2007) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 368 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahlen: | 65343–65347 | ||
| Vorwahlen: | 06123, (Hattenheim 06723) | ||
| Kfz-Kennzeichen: | RÜD | ||
| Gemeindeschlüssel: | 06 4 39 003
|
||
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile | ||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Gutenbergstr. 13 65343 Eltville am Rhein |
||
| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Patrick Kunkel (CDU) | ||
Eltville am Rhein [ˈɛltvɪlə] (von Alta Villa, lat. = „Hoher Hof, höher gelegene Stadt“, verschliffen zu Eldeville, Elfeld und später zu Eltville) ist eine Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen, Deutschland.
Eltville ist die größte Stadt im Rheingau. Sie trägt die Beinamen Wein-, Sekt-, Rosen- und seit 2006 auch Gutenbergstadt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Nachbargemeinden
Eltville grenzt im Norden an die Gemeinden Schlangenbad und Kiedrich, im Osten an die kreisfreie Stadt Wiesbaden und die Gemeinde Walluf, im Süden - getrennt durch den Rhein - an die Gemeinden Budenheim und Heidesheim sowie die Stadt Ingelheim (alle drei Landkreis Mainz-Bingen in Rheinland-Pfalz) sowie im Westen an die Stadt Oestrich-Winkel.
[Bearbeiten] Stadtgliederung
Stadtteile:
- Kernstadt
- Erbach
- Hattenheim
- Martinsthal
- Rauenthal
[Bearbeiten] Geschichte
Erste Siedlungsspuren sind bis in die Jungsteinzeit zurückzuführen. Ab dem Ende des 4. Jahrhunderts kontinuierliche Besiedlung. Erste urkundliche Erwähnung Eltvilles in der Vita Bardonis im Jahre 1058, der Lebensbeschreibung des Erzbischofs Bardo von Mainz. 1329 Bau der erzbischöflichen Burg und Bau der Stadtmauer um Eltville. Am 23. August 1332 verleiht Kaiser Ludwig der Bayer Eltville die Stadtrechte. Mit der Verleihung der Stadtrechte geriet Eltville zum Spielball der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Papst und Kaiser. Erzbischof Balduin von Trier, ein Parteigänger Kaiser Ludwigs und Verweser des Mainzer Erzstifts, hatte darum gebeten, Eltville zur Stadt zu erheben. Von 1347 bis 1480 ist Eltville die Residenz der Erzbischöfe von Mainz. Durch Dietrich Schenk von Erbach, Erzbischof von Mainz (von 1434 bis 1459) bekam vermutlich auch der Stadtteil Erbach seinen Namen.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtverordnetenversammlung
Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:
| Parteien und Wählergemeinschaften | % 2006 |
Sitze 2006 |
% 2001 |
Sitze 2001 |
|
| CDU | Christlich Demokratische Union Deutschlands | 44,0 | 16 | 45,5 | 17 |
| SPD | Sozialdemokratische Partei Deutschlands | 30,1 | 11 | 29,2 | 11 |
| GRÜNE | Bündnis 90/Die Grünen | 9,8 | 4 | 10,7 | 4 |
| FDP | Freie Demokratische Partei | 5,0 | 2 | 5,2 | 2 |
| BL | Bürgerliste | 7,0 | 3 | 5,4 | 2 |
| REP | Die Republikaner | 4,1 | 1 | – | – |
| WOK | Wählergemeinschaft Opitz-Kaldenberg | – | – | 4,0 | 1 |
| Gesamt | 100,0 | 37 | 100,0 | 37 | |
| Wahlbeteiligung in % | 54,4 | 51,3 | |||
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Die Stadt Eltville am Rhein unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu
- Montrichard in Frankreich,
- Arzens in Frankreich (Partnerstadt des Stadtteils Hattenheim) und
- Passignano sul Trasimeno in Italien
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Bauwerke
- Die Kurfürstliche Burg aus dem 14. Jahrhundert
- Reste der Stadtbefestigung
- Fachwerkhäuser aus dem 16. und 18. Jahrhundert
- Das Zisterzienser-Kloster Eberbach
- Clos des Steinberges, Deutschlands bekanntester Clos
- Schloss Reinhartshausen
- Die „Pfarrkirche St. Peter und Paul“ aus dem 14. Jahrhundert
- Die Pfarrkirche St. Markus in Erbach aus dem 15. Jahrhundert und die Ev. Kirche in Erbach aus dem 19. Jahrhundert.
- Kulturkirche Martinsthal
- Burg Crass
[Bearbeiten] Regelmäßige Veranstaltungen
- Gutenberg-Winter in Eltville – jedes Jahr im Januar und Februar
- Rheingauer Schlemmerwoche und Tage der offenen Weinkeller mit zahlreichen Weinproben – Ende April/Anfang Mai
- Rosentage in Eltville – jedes Jahr am ersten Juni-Wochenende
- Erdbeerfest in Erbach – jedes Jahr Mitte Juni
- Sektfest Eltville – jedes Jahr am ersten Juli-Wochenende
- Martinsthaler Weinfest – immer 2. Juli-Wochenende
- Rheingau Musik-Festival – im Sommer
- Rauenthaler Weinfest - 2. oder 3. Wochenende im August
- Burghofspiele – im Sommer
- Kappeskerb/Weinlesefest in Eltville – jedes Jahr letztes Oktoberwochenende
- Rheingau Pokal (Taekwondo, Kampf) - jedes Jahr Mitte November
- Musikalischer Winter in Eltville – jedes Jahr jeden Donnerstag von Mitte November bis Ende April
- Weihnachtsmarkt in der Altstadt – am 2. Wochenende im Dezember.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten] Wirtschaft und Tourismus
Eltville ist touristisch erschlossen und bekannt für die Produktion von Wein und Sekt, der in den zahlreichen Weingütern und Straußwirtschaften verkostet werden kann. Eine Besonderheit ist die Eltviller Vinothek, die als Zusammenschluss der führenden Weingüter Konsumenten einen Produktvergleich ermöglicht. Sie ist die einzige Ortsvinothek im Rheingau und eine von wenigen in Deutschland. Eltville ist Sitz der heute zu Rotkäppchen-Sekt gehörenden MM-Sektkellerei, der Hessischen Staatsweingüter Kloster Eberbach und der Sektmanufaktur Schloss Vaux sowie des größten industriellen Arbeitgebers im Rheingau, der Jean Müller GmbH Elektrotechnische Fabrik. Eltville ist eine von zehn "Rosenstädten" in Deutschland.
[Bearbeiten] Verkehr
Eltville liegt an der Bundesstraße 42, die Richtung Osten autobahngleich ausgebaut ist und bei Walluf nahtlos in die A66 übergeht. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Frankfurt am Main – Wiesbaden – Eltville – Koblenz und gehört dem Rhein-Main-Verkehrsverbund an. Am Rheinufer existieren mehrere Anlegestellen, u.a. von der Köln-Düsseldorfer Rheinschifffahrt, welche Eltville im Linienverkehr ansteuert.
[Bearbeiten] Bildungseinrichtungen
- Freiherr-vom-Stein-Schule (Grundschule im Stadtteil Eltville)
- Gutenberg-Schule (Realschule im Stadtteil Eltville)
- Gymnasium Eltville (Stadtteil Eltville)
- Sonnenblumenschule (Grundschule im Stadtteil Erbach)
- Waldbachschule (Grundschule im Stadtteil Hattenheim)
- Otfried-Preußler-Schule (Grundschule Rauenthal)
- Mediathek Eltville (Öffentliche Stadtbibliothek)
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Johannes Gutenberg wird am 17. Januar 1465 durch den Erzbischof und den Kurfürsten Adolf II. von Nassau, der damals in der Kurfürstlichen Burg zu Eltville residierte, zum Hofedelmann ernannt. Vermutlich unter der Anleitung Gutenbergs gründen die Gebrüder Bechtermünz in Eltville eine kleine Druckerei. Diese gab anno 1467 das Vocabularius ex quo, ein lateinisches Wörterbuch, heraus. In dieser Werkstatt wurde auch Thomas von Aquins Summa de articulis fidei (1472) nachgedruckt. Eltville ist somit eine der Wiegenstädte des Buchdrucks. Im Burgturm erinnert eine Gedenkstätte an Gutenberg. Gutenbergs Bruder, Friele Gensfleisch, lebte von 1434 bis zu seinem Tode 1447 in Eltville. Das Gensfleisch-Haus steht noch heute direkt neben der Burg.
- Gebeno von Eberbach, Geistlicher
- Julius Koch (* 28. Februar 1912 in Frankfurt am Main; † 2. Juli 1991 in Eltville), deutscher Getränkeforscher, Œnologe und Lebensmittelchemiker.
- Georg Herber (1763-1833 in Eltville), langjähriger Präsident der zweiten Kammer der zweiten Kammer der Landstände des Herzogtums Nassau
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Michael Apitz (* 1965), Grafiker und Comiczeichner
- Franz Josef Jung (* 1949), deutscher Politiker (CDU) und Bundesminister der Verteidigung im Kabinett Merkel
- Augustinus Kilian (1856–1930 in Limburg an der Lahn) war von 1913 bis zu seinem Tod 1930 römisch-katholischer Bischof der Diözese Limburg an der Lahn.
- Heinrich Köppler (1925–1980), deutscher Politiker (CDU), Kandidat bei der Landtagswahl in NRW, 1980.
- Wilhelm Kreis (1873–1955), Architekt
- Eduard Kremer (1881–1948), Politiker
- Felix Krull, Romanfigur aus dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann.
- Ernst Freiherr Langwerth von Simmern (1865-1942), deutscher Diplomat, Botschafter in Madrid und Reichskommissar für die besetzten rheinischen Gebiete in Koblenz
- Ferdinand Wilhelm Emil Roth (1853–1924), Geschichtsforscher
- Andreas Scholl (* 1967), Countertenor
- Bernhard Schott (1748–1809), Musikverleger, gründete 1770 den Musikverlag Schott Musik International in Mainz.
- Lorenz Werthmann(1858-1921),Gründer der Caritas
[Bearbeiten] Fotogalerie
[Bearbeiten] Weblinks
- Homepage der Stadt Eltville
- Hattenheim (Stadtteil von Eltville)
- Links zum Thema Eltville am Rhein im Open Directory Project
[Bearbeiten] Dokumente
Aarbergen | Bad Schwalbach | Eltville am Rhein | Geisenheim | Heidenrod | Hohenstein | Hünstetten | Idstein | Kiedrich | Lorch | Niedernhausen | Oestrich-Winkel | Rüdesheim am Rhein | Schlangenbad | Taunusstein | Waldems | Walluf

