Erlebnis
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Das Erlebnis ist ein Ereignis im individuellen Leben eines Menschen, das sich vom Alltag des Erlebenden so sehr unterscheidet, dass es ihm lange im Gedächtnis bleibt. Erlebnisse können befriedigender (z. B. Teilnahme an einer Feier, Sex), aufregender (z. B. ein Abenteuer oder eine Reise) oder traumatisierender (z. B. Opfer eines Verbrechens) Natur sein.
[Bearbeiten] Merkmale
Ein Erlebnis unterscheidet sich vom Ereignis dadurch, dass es vorrangig vom Erlebenden selbst als besonders empfunden wird: Was der eine aufgeregt als Erlebnis schildert, kann bei anderen nur ein gelangweiltes Gähnen hervorrufen. So wird ein Besucher eines Rockkonzertes, bei dem er zum ersten Mal im Leben seinen Star live sieht, den Abend als besonderes Erlebnis verbuchen, ganz im Gegensatz zu den Helfern des Rockstars, die das gleiche Konzert Dutzende von Tagen hintereinander begleiten müssen. Entscheidend ist also die subjektive Einordnung und Bewertung eines Ereignisses.
Aus der Perspektive des Radikalen Konstruktivismus erfinden wir Ereignisse der Wirklichkeit aktiv mit, indem wir sie erleben, vor allem aber indem wir sie nachträglich interpretieren. Aus medienwissenschaftlicher Sicht machen erst die individuellen Aufmerksamkeit und Gedächtnisleistung eine außerordentliche Interaktionsbeteiligung zu einem bewusst gewordenen Erlebnis (vgl. L. Tsvasman, Erlebnis).
Gerhard Schulze hat die „Erlebnisgesellschaft“ der Gegenwart aus kultursoziologischer Perspektive analysiert und dabei auch eine grundsätzliche Theorie des Erlebnisses entworfen.
[Bearbeiten] Literatur
- Gerhard Schulze: Die Erlebnisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. Frankfurt a.M.: Campus 1992, ISBN 3593348438.
- Leon Tsvasman: Erlebnis, in: ders. (Hg.): Das grosse Lexikon Medien und Kommunikation. Kompendium interdisziplinärer Konzepte. Würzburg 2006, S. 99.
- Lausberg, Michael, Die Erlebnispädagogik Kurt Hahns, Marburg 2007

