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gulli:lexikon » Fangen und Freilassen
gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Unter Fangen und Freilassen (eng. Catch and Release, folgend auch C&R genannt) versteht man in der Anglersprache das schonende Zurücksetzen gefangener Fische. Der Ursprung des C&R liegt in der Karpfenfischerei, dort ist es seit längerem Tradition, gefangene Fische zu wiegen, vermessen, fotografieren und wieder zurückzusetzen, zumal hier die Fischwaid meist auf Großkarpfen erfolgt, die kulinarisch keinen Wert haben und so in der Regel wieder freigelassen werden. Das Fliegenfischen in Europa wurde bei schon lange getätigt, Fischentnahmen waren jedoch eher die Regel. Durch einige Medien, insbesondere durch das Kino (Film „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ von Robert Redford) wurde Fliegenfischen bei uns in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr populär. Die aktuelle Fliegenfischerei setzt sehr auf das amerikanische „Vorbild“ und hat C&R mehr oder weniger übernommen. Umfragen unter Karpfenanglern haben ergeben, dass zurückgesetzte Fische, schonende Behandlung vorausgesetzt (z.B. beim Karpfenfischen durch die Benutzung von Abhakmatten), teilweise am selben Tag noch einmal gefangen wurden. Der gefangene Fisch wird nicht zwangsläufig getötet – die einzig sinnvolle Verwertung laut Auslegung des Tierschutzgesetzes. Vielmehr fließen die Umstände und Bedingungen der Situation des Fanges (Gewässer, Fischbestand, Fanggröße, etc.) mit in diese Entscheidung ein und es wird abgeschätzt, ob der Fisch freigelassen werden soll oder nicht. Während in Ländern wie den USA Fangen und Freilassen bei bestimmten Fischarten oft vorgeschrieben ist, ist in Deutschland und der Schweiz ein Zurücksetzen des Fisches nur erlaubt, wenn der Fisch in der Schonzeit gefangen wurde, noch unter dem Schonmaß liegt oder wenn der Fisch von außen gehakt wurde. Auf reiner Eigenverantwortung sollte C&R nicht basieren, sondern muss durch eine sinnvolle Fischereigesetzgebung, durch Tierschutz-, Bestands- und Artenmanagement sowie durch Berücksichtigung soziologische Aspekte (Angeln als sinnvolle Freizeitbeschäftigung) begleitet werden. In Anglerkreisen ist die Praxis des Fangens und Freilassens schon immer sehr umstritten. Das oft von Anglern ins Feld geführte Argument „je größer ein Fisch abwächst, desto mehr Rogen kann das Weibchen produzieren“ ist wissenschaftlich nicht belegt. Wissenschaftlich belegt hingegen ist die Tatsache, dass große Elterntiere auch große Kinder bekommen. Wenn immer die großen Elternfische entnommen werden, können zwangsläufig nur die kleinen Elterntiere Nachwuchs produzieren. So wird die Durchschnittsgröße der Fische immer kleiner. Literatur
Weblinks
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