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gulli:lexikon » Flohmarkt
gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Bild:Dresden Flohmarkt Elbwiese.jpg Dresdner Flohmarkt an den Elbwiesen Bild:Vohwinkeler-Flohmarkt-2.jpg Vohwinkeler Flohmarkt Bild:Flohmarkt2.JPG Typischer Flohmarktstand Ein Flohmarkt im ursprünglichen Sinne ist ein Markt, auf dem gebrauchte Gegenstände zum Spaß und frei von Erwerbsdruck von Privatleuten angeboten werden. Seinen Namen verdankt der Flohmarkt spätmittelalterlichen Kleidergaben der Fürsten. Einmal dem Volk überlassen, wurde mit diesen Kleidungsstücken gehandelt. Dabei wechselte auch der eine oder andere Floh den Wirt.
Flohmärkte im deutschsprachigem RaumDie großen traditionellen Flohmärkte werden oft ehrenamtlich von Vereinen oder von eigens dafür eingerichteten Arbeitsgemeinschaften in den jeweiligen Kommunen organisiert. Die besondere Atmosphäre solcher - meist nur ein- oder zweimal im Jahr stattfindenden - Veranstaltungen führt in einigen Städten zu einem Anreise-Tourismus aus dem weiteren Umland. Viele der großen Flohmärkte schmücken sich mit den unterschiedlichsten Superlativen wie größter, längster oder ältester Flohmarkt der Region, des Landes oder der Welt. Überregional bekannt sind z. B. der Bonner Rheinauenflohmarkt, der Vohwinkeler Flohmarkt unter der Wuppertaler Schwebebahn, der Trempelmarkt in Nürnberg, der Töster Markt in Tostedt, der Flohmarkt auf der Promenade in Münster, der Altstadt-Flohmarkt am Hohen Ufer in Hannover und der Flohmarkt in Konstanz am Bodensee. In Österreich zählt der Flohmarkt in Viktring bei Klagenfurt zu den bekanntesten. Arten von FlohmärktenDie professionell organisierten Flohmärkte finden meist in einem deutlich kleineren Rahmen statt, als die traditionellen Flohmärkte. Das Verkaufsangebot wird von – oft minderwertiger – Neuware und von Profis angebotener Ware dominiert. Verstärkt bieten Haushaltsauflöser Ware feil. Die Veranstalter professionell organisierter Märkte erschließen immer neue Parkplätze, Uferstraßen und Brachflächen. Kindersachen-Flohmärkte sind in Deutschland weit verbreitet. Kindergärten, Jugendeinrichtungen oder Pfarreien veranstalten solche Flohmärkte, auf denen vorzugsweise Babyausstattung, Kinderkleidung, Spielzeug und Kinderbücher verkauft werden. Diese Angebote werden von weiten Bevölkerungskreisen genutzt, da sie dazu beitragen, die finanziellen Ausgaben für den naturgemäß schnell wechselnden Kinderbedarf in Grenzen zu halten. Bei Spenden-Flohmärkten kommt der gesamte Erlös dem gemeinnützigen Veranstalter oder einem wohltätigen Zweck als Spende zugute. Auf Themenflohmärkten, wie z. B. Handwerkermärkte, Antikmärkte, Schallplatten- und Spielzeugbörsen, werden spezielle Waren zu einem bestimmten Thema angeboten. Über Termine und Themen informieren einschlägige Flohmarkt- und Fachzeitschriften. Der Nachtflohmarkt ist eine tageszeitlich neuartige Version des Flohmarktes. Er findet spätnachmittags bis abends statt. Hier müssen Besucher manchmal auch Eintritt zahlen, um den Markt besuchen zu können. Kulturelle Bedeutung
}} Der Flohmarkt stellt für viele auch eine Art Gegen- oder Subkultur dar. Die niedrigen Preise geben einem die trostreiche Illusion, der regulären Konsumwelt mit ihrem hohen Preisgefüge ein Schnippchen zu schlagen. Flohmärkte haben sich des Weiteren auch als dienliches Umfeld zu zeithistorischer und alltagskultureller Bildung erwiesen. AlternativenDurch die Internet-Auktionsplattform eBay hat sich in den letzten Jahren die Akzeptanz von Gebrauchtwaren erhöht. Andererseits bleiben durch diesen neuen Handelsweg viele interessante Dinge dem realen Flohmarkt vorenthalten. Bei solchen Gegenständen setzen Seiten an, auf denen der traditionelle Flohmarkt-Gedanke versucht wird im Internet umzusetzen. Dabei soll vor allem der Stöberfaktor und die Suche nach Besonderheiten und Sammelsurien im regionalen Bereich gefördert werden. Flohmärkte in anderen LändernVereinigte StaatenIn den USA gibt es die größten Flohmärkte in Pasadena, Kalifornien (Rose Bowl Flea Market) und in Pinellas Park, Florida (Wagon Wheel Flea Market). Der größte Flohmarkt im Stadtgebiet von New York City ist der Brooklyn Flea in Brooklyn. Yard SalesÜblicher als Flohmärkte sind in den USA Yard Sales (auch: Garage Sales, Rummage Sales oder ähnlich), bei denen Privatpersonen ihre nicht mehr benötigten Artikel an einem Verkaufsstand anbieten, der zu diesem Zweck auf dem eigenen Grundstück (meist in der Garage, auf der Garagenauffahrt, im Carport oder im Vorgarten) aufgebaut wird. Anders als in Deutschland können Privatpersonen in den USA einen Yard Sale grundsätzlich ohne behördliche Anmeldung durchführen. Nur in einigen Städten (z. B. Beverly Hills, Gettysburg) ist ein kostenpflichtes Permit erforderlich. Typische Artikel, die auf Yard Sales verkauft werden, sind Kinderspielsachen, Gesellschaftsspiele, Bücher, Kleidung und Haushaltsartikel. Das Feilschen ist weit verbreitet; viele Verkäufer zeichnen ihre Waren gar nicht erst mit einem Preisschild aus. Yard Sales sind auch von den Käufern stark nachgefragt. Sie finden meist am Sonnabendvormittag statt und werden vom jeweiligen Verkäufiger entweder per Inserat in der lokalen Tageszeitung oder durch selbstgemachte Schilder angekündigt, die in der Nachbarschaft aufgehängt werden. Oftmals stimmen sich ganze Nachbarschaften ab, um mit einem kollektiven Yard Sale besonders viele Kunden anzuziehen. Als „längster Yard Sale der Welt“ gilt der Highway 127 Corridor Sale (entlang U.S. Highway 127), an dem alljährlich Anfang August Tausende von Haushalten teilnehmen. Yard Sales sind in den Vereinigten Staaten heute ein wichtiger Bestandteil der Populärkultur und werden auch in vielen Filmen dargestellt (z. B. Eight Days a Week, 1997; Toy Story 2, 1999; Yard Sale, 2004; The Longest Yard Sale, 2007). Literatur
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