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ftp ist ein fast auf jedem Betriebssystem verfügbarer interaktiver Terminal-Client für das Datenübertragungsprotokoll File Transfer Protocol (FTP). Der ursprünglich für Unix programmierte Client wurde schon bald auf andere Betriebssysteme (z. B. Windows NT) portiert.

Inhaltsverzeichnis

Benutzung und Funktionen

Das Programm ftp wird meist mit einem Kommandozeilenbefehl gestartet, oft mit Angabe eines FTP-Servers als Argument, zu dem man Kontakt aufnehmen möchte:

ftp ftp.example.com

Bei erfolgreicher Verbindung fragt das Programm dann üblicherweise nach Benutzername und Passwort und gelangt nach abgeschlossenem Login in den Zustand, in dem es, einer Shell ähnlich, Kommandos vom Benutzer erwartet. Diese Kommandos werden jeweils mit der Enter-Taste bestätigt und anschließend ausgeführt. Erst nach der vollständigen Ausführung eines Kommandos erscheint wieder die Befehlszeile und der Benutzer kann fortfahren, Kommandos einzugeben.

Der Client ftp erlaubt das Definieren von sogenannten Makros, die dazu dienen eine komplexe Befehlskette mit einem einzigen Befehl auszuführen. Das Erstellen eines Makros geht folgendermaßen vor sich: Der Benutzer startet die Aufnahme des Makros mit dem Befehl macdef makroname. Daraufhin werden alle Zeilen, die der Benutzer eingibt aufgezeichnet, bis er die Aufzeichnung mit einer Leerzeile beendet. Die aufgezeichneten Befehle werden ausgeführt, sobald $makroname eingegeben wird. Es können höchstens 16 Makros definiert werden, die insgesamt nicht mehr als 4096 Zeichen enthalten dürfen <ref>http://hemsidor.torget.se/users/d/Devlin/shell/sh8.html</ref>.


Kommandos

Die Eingabe der Befehle erfolgt analog zu der Eingabe von Befehlen in einem Terminal. Folgende Kommandos stehen zur Verfügung:

![command] 
Führt ein Shell-Kommando aus bzw. wechselt zur Shell (ohne [command]).
account 
Sendet das account Kommando an den Server.
append [local_file] [remote_file] 
Kopiert den Inhalt einer lokalen Datei [local_file] an das Ende der Datei [remote_file] auf dem Server.
ascii 
Einstellen von ASCII als Übertragungsmodus. Dies ist der Standardübertragungsmodus.
binary 
Einstellen von binary als Übertragungsmodus. Der Standardübertragungsmodus ist ASCII.
bye 
Schließt die Verbindung zum Server und beendet das Programm.
cd [remote_directory] 
Wechselt in das Arbeitsverzeichnis [remote_directory] auf dem Server.
cdup 
Wechselt in die nächsthöhere Verzeichnisebene auf dem Server.
chmod 
Verändert die Rechte für Benutzer, Gruppen und Sonstige.
close 
Schließt die Verbindung zum Server und löscht alle Makros. Das ftp-Programm wird jedoch nicht beendet.
delete [remote_file] 
Löscht die Datei [remote_file] auf dem Server.
dir 
Zeigt den Inhalt des aktuellen Arbeitsverzeichnisses auf dem Server an.
disconnect 
Äquivalent zu close.
get [remote_file] ([local_file]) 
Kopiert die Datei [remote_file] vom Server auf den Client und speichert sie unter dem Namen [local_file]. Ist [local_file] nicht gegeben, wird sie unter dem ursprünglichen Namen abgespeichert.
hash 
Gibt für jeden übertragenen Datenblock ein Doppelkreuz (#) aus. Sinnvoll bei der Übertragung von sehr großen Dateien.
help ([Kommando]) 
Gibt Informationen über das Client-Kommando [Kommando] aus. Ist kein Kommando gegeben, wird eine Liste aller verfügbaren Kommandos ausgegeben. Siehe auch remotehelp.
lcd ([local_directory]) 
Wechselt in das Verzeichnis [local_directory] auf dem Client. Ist kein Verzeichnis angegeben, wird in das Home-Verzeichnis des aktuellen Benutzers gewechselt.
ls [remote_directory] ([local_file]) 
Gibt eine Kurzform des Verzeichnisses [remote_directory] aus und leitet die Ausgabe, wenn gegeben, in die Datei [local_file] auf dem Client-Rechner um.
mget [remote_files] 
Kopiert mehrere Dateien vom Server auf den Client. Wildcards sind erlaubt. Im interaktiven Modus muss eine Bestätigung jedes Dateitransfers erfolgen.
mkdir [remote_directory] 
Erstellt das Verzeichnis [remote_directory] auf dem Server
mput [local_files] 
Kopiert mehrere Dateien vom Client auf den Server. Wildcards sind erlaubt. Im interaktiven Modus muss eine Bestätigung jedes Dateitransfers erfolgen.
open [host] ([port]) 
Baut eine Verbindung zum FTP-Server [host] auf Port [port] auf.
passive 
Schaltet den passiven Mode ein/aus.
prompt 
Schaltet den interaktiven Modus ein/aus, der bei einigen Kommandos (z.B. mget) zu Nachfragen führt. Standardmäßig wird der Benutzer gefragt.
put [local_file] ([remote_file]) 
Kopiert eine Datei [local_file] zum Server und legt sie dort unter dem Namen [remote_file] ab. Ist [remote_file] nicht gegeben, wird der ursprüngliche Dateiname beibehalten.
pwd 
Gibt das aktuelle Arbeitsverzeichnis auf dem Server aus.
quit 
Äquivalent zu bye.
remotehelp ([Kommando]) 
Gibt Informationen über das Server-Kommando [Kommando] aus. Ist kein Kommando gegeben, wird eine Liste aller verfügbaren Kommandos ausgegeben. Siehe auch help.
rename [from] [to] 
Benennt die auf dem Server liegende Datei [from] in [to] um.
rmdir [remote_directory] 
Löscht das Verzeichnis [remote_directory] auf dem Server.
runique 
Verbietet das Überschreiben von Dateien auf dem Client-Rechner, indem an den Dateinamen eine Endung in Form von .Zahl angehängt wird.
send [local_file] ([remote_file]) 
Äquivalent zu put.
status 
Gibt Statusinformationen aus.
sunique 
Wie runique nur für Dateien auf dem Server.
type ([type]) 
Festlegen des Übertragungsmodus (ASCII,IMAGE). Fehlt [type], wird der aktuell verwendete Übertragungsmodus ausgegeben.
user [username] [password] 
Anmelden mit dem Benutzer [username] und dem Passwort [password].

Implementierungen

Es existieren diverse Implementierungen für verschiedenste Unix-Derivate sowie für Microsoft Windows ab Version 95.

Einzelnachweise

<references/>

Siehe auch

Weblinks

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel ftp (Software) aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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