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Genesis ist eine britische Rockband, die in den 1970er Jahren zu den einflussreichsten Gruppen des Progressive Rock und Artrock gehörte. Man zĂ€hlt Genesis neben King Crimson, Emerson, Lake & Palmer und Yes zu den Hauptvertretern (auch die 'groĂen Vier') des Progressive Rock. Die Band ist gemeinhin fĂŒr ihre beiden deutlich unterschiedlichen musikalischen Ăren bekannt. Zu Beginn ihrer Karriere machten ihre komplexen Songstrukturen, durchdachten Instrumentierungen und theaterhaft-kĂŒnstlerischen Live-Auftritte Genesis zu einer der wichtigsten und beliebtesten Bands der Progrock-Bewegung in den 1970er Jahren. Nach dem Ausstieg Peter Gabriels und Steve Hacketts wandelte die Band unter Phil Collins als Frontmann ihren Stil in den spĂ€ten 1970ern zum Mainstream-Rock und wurde zu einer der erfolgreichsten Musikgruppen ihrer Zeit. Selbst in dieser Phase aber behielten Genesis ihre Vorliebe fĂŒr ausgedehnte so genannte âLong Tracksâ bei und spielten viele dieser ausufernden epischen Songs auf ihren ausgedehnten Tourneen. Nachdem 1996 auch Phil Collins die Band verlieĂ, wurde Ray Wilson zum neuen SĂ€nger. Seit dem letzten, kommerziell weniger erfolgreichen Studioalbum und einer nachfolgenden Tournee trat die Band allerdings nur noch mit Anthologien ihrer bisherigen Songs und Veröffentlichung von bislang nicht offiziell erhĂ€ltlichem Archivmaterial in Erscheinung. Mit ĂŒber 159 Mio. weltweit verkauften Alben zĂ€hlen Genesis zu den dreiĂig Bands mit den meisten PlattenverkĂ€ufen. Nach einer mehrjĂ€hrigen Unterbrechung waren Genesis im Sommer 2007 wieder mit Phil Collins in Europa und Nordamerika auf Tournee.
BandgeschichteVorlage:Zeitleiste Genesis (Band) Die AnfĂ€ngeAnon und The Garden WallDie Wurzeln von Genesis sind an der Charterhouse School in Godalming (Surrey, England) Mitte der 1960er Jahre zu finden. 1963 traten zunĂ€chst Peter Gabriel und Tony Banks in die traditionsreiche, elitĂ€re Privatschule (Public School) ein. Beide waren unzufrieden mit den damals sehr strengen Regeln einer englischen Public School und nutzten ihre knapp bemessene Freizeit zum gemeinsamen Musizieren. Tony Banks spielte bereits seit seiner frĂŒhen Kindheit Klavier. Auch Peter Gabriel bekam in seiner Jugend Klavierunterricht, interessierte sich bald aber mehr fĂŒr das Schlagzeug. Da beiden in der Schule nur ein Klavier zur VerfĂŒgung stand, einigte man sich darauf, dass Banks dieses spielte, wĂ€hrend Gabriel dazu sang. So spielten beide zunĂ€chst bekannte Rock- und Popsongs ihrer Zeit nach, komponierten aber auch schnell erste eigene StĂŒcke. Ein Jahr nach Banks und Gabriel kam Mike Rutherford an die Schule. Er spielte seit seinem siebten Lebensjahr Gitarre. Er freundete sich mit Anthony Phillips â ebenfalls ein Gitarrist â an und musizierte in der Folge gemeinsam mit ihm. Zusammen mit weiteren SchĂŒlern grĂŒndeten sie bald eine Band, welche sie Anon nannten. Rutherford war Rhythmusgitarrist und SĂ€nger der Gruppe, wĂ€hrend Phillips die Leadgitarre ĂŒbernahm. Anon beschrĂ€nkte sich zunĂ€chst auf das Nachspielen von Titeln der Rolling Stones oder anderen bekannten Rock- und PopgröĂen ihrer Zeit. Zur selben Zeit grĂŒndeten auch Banks und Gabriel ihre erste Band, welche sie The Garden Wall nannten. FĂŒr den Sommer 1966 war ein Konzert an der Schule geplant, auf dem beide Bands auftreten sollten. Banks und Gabriel hatten inzwischen in Chris Stewart einen Schlagzeuger fĂŒr ihre Gruppe gefunden. Da ihnen noch ein Gitarrist und ein Bassist fehlten, baten sie Anthony Phillips und Rivers Job von Anon um ihre Mithilfe. Obwohl das Konzert von der Schulleitung kurz vor Ende abgebrochen wurde, zeigten sich die jungen Musiker dennoch begeistert von ihrer ersten Zusammenarbeit. Kurze Zeit spĂ€ter löste sich Anon auf und Mike Rutherford und Anthony Phillips zogen sich zurĂŒck, um einige Songs zu schreiben. Als sie einige dieser neuen Songs erstmals aufnehmen wollten, baten sie die Mitglieder von The Garden Wall um ihre UnterstĂŒtzung. So trafen sich Banks, Rutherford, Gabriel, Phillips und Stewart in den Osterferien 1967 erstmals zusammen in einem Aufnahmestudio. Dies war der Startpunkt von Genesis in ihrer ersten Besetzung. Nachdem sie erfolgreich ihr erstes Demoband mit den Titeln Don't Want You Back, Try A Little Sadness, She's Beautiful, That's Me, Listen On Five und Patricia aufgenommen hatten, lieĂen sie es dem ehemaligen Charterhouse-SchĂŒler Jonathan King zukommen, welcher mittlerweile ein relativ erfolgreicher Musikproduzent war. King war von den Aufnahmen begeistert und nahm die junge Band, nachdem sie noch ein weiteres Demoband fĂŒr ihn produziert hatte, bei seiner Plattenfirma Jonjo Music unter Vertrag. King hatte genaue Vorstellungen, wie die Gruppe zu klingen habe. Er riet ihnen zu einfachen Arrangements mit ruhiger Instrumentierung aus akustischer Gitarre und Klavier. In diesem Stil nahmen sie schlieĂlich ihre erste Single Where The Sour Turns To Sweet auf, welche allerdings nicht veröffentlicht wurde. Die Band komponierte im Hintergrund bereits lĂ€ngere und komplexere StĂŒcke, was King allerdings missfiel. So schrieben sie den einfach gestrickten Titel The Silent Sun, mit dem sie King wieder von sich ĂŒberzeugten. Diesen produzierte King prompt im Dezember 1967 mit ihnen als Single, welche am 22. Februar 1968 unter dem Decca-Label auf den Markt kam. DebĂŒtalbumFĂŒr diese Single und ihr folgendes erstes Album brauchte die Band zunĂ€chst einmal einen Namen. Nach lĂ€ngeren Diskussionen schlug Jonathan King schlieĂlich den Namen Genesis vor, welcher allen Mitgliedern auf Anhieb zusagte. ZunĂ€chst veröffentlichte man mit Winter's Tale eine weitere Single, welche allerdings ebenso wie die erste Aufnahme erfolglos blieb. Kurz nach der Aufnahme von Winter's Tale verlieĂ Schlagzeuger Chris Stewart die Band. Er wurde durch John Silver ersetzt. Genesis arbeitete derweil an ihrem ersten Album, welches unter dem Titel From Genesis to Revelation erscheinen sollte. Es wurde innerhalb von zehn Tagen im Sommer 1968 in den Regent Studios in London aufgenommen. Das Album erschien im MĂ€rz 1969, jedoch ohne explizite Nennung des Bandnamens, da zu der Zeit bereits eine US-Band existierte, die den Namen Genesis trug. Der Name des Albums veranlasste die PlattenlĂ€den dazu, das Album irrtĂŒmlich der Kategorie religiöse Musik zuzuordnen. Dies fĂŒhrte dazu, dass das Album mit nur circa 600 verkauften Exemplaren vollkommen unterging. Auch eine Singleauskopplung im Juni 1969 konnte die Verkaufszahlen nicht steigern. Die Band war zudem musikalisch höchst unzufrieden mit ihrem Werk, da nachtrĂ€glich einige Streicherpassagen hinzugefĂŒgt wurden, welche die eigentlichen Songs âerdrĂŒcktenâ. Das Album enthielt ausnahmslos kurze und eingĂ€ngige StĂŒcke, welche noch nicht dem musikalischem Potential von Genesis entsprachen und eher an den Geschmack ihres Produzenten Jonathan King angepasst waren. Als Konsequenz dieses Misserfolges und durch die immer gröĂer werdenden kĂŒnstlerischen Differenzen zwischen Band und Produzent trennten sie sich schlieĂlich von King. Mittlerweile hatten alle Mitglieder ihren Schulabschluss und befanden sich in einer Findungsphase was ihre zukĂŒnftige Entwicklung anging. Anders als bei vielen Bands gilt Genesis-Fans diese erste LP nicht als kult-Ă€hnlicher und sound-definierender Startpunkt von Genesis. Im Grunde wurde erst das darauf folgende Album âTrespassâ als erste ârichtigeâ Genesis-Platte bewertet. Auf der vierten CD der Kompilation Archive I â 1967â1975 befinden sich die meisten Songs dieses Albums in einem âRohformatâ ohne Streicherpassagen, in denen das Potential von Genesis rudimentĂ€r zu erahnen ist. Die Peter-Gabriel-ĂraErste Erfolge mit Anthony PhillipsNach einer kurzen Pause traf die Band im Sommer 1969 wieder zusammen. Durch die Trennung von Jonathan King entdeckten sie schnell ihre Freude an der Musik wieder und entschieden sich dazu, professionelle Musiker zu werden. So nutzten sie den Sommer, um an Titeln fĂŒr ein neues Album zu arbeiten. Am 20. August nahmen sie ein Demoband mit den neuen Songs White Mountain, Family, Going Out To Get You und Pacidy auf. In der Folge verlieĂ allerdings John Silver die Band, um in den USA zu studieren. So musste man sich wieder nach einem neuen Schlagzeuger umsehen. SchlieĂlich konnten sie jedoch in John Mayhew einen Ersatz finden. In dieser Phase kauften die Bandmitglieder allesamt mit geliehenem Geld die ersten professionellen Instrumente und steigerten ihre instrumentalen FĂ€higkeiten immer weiter. Von November 1969 bis April 1970 bezog die Band das Wochenendhaus einer befreundeten Familie, um erstmals ĂŒber einen langen Zeitraum intensiv an ihrer Musik zu arbeiten. Trotz einiger Differenzen zwischen den Bandmitgliedern entstand hier die Musik fĂŒr ihr zweites Album Trespass. Bevor sie das Album im Juni und Juli 1970 fĂŒr das Charisma-Label aufnahmen, gingen sie auf eine Tournee durch England, um die Titel live und vor Publikum zu testen. Dadurch entstand ihre erste kleine, aber treue Fangemeinde. Trespass wurde schlieĂlich am 23. Oktober 1970 veröffentlicht und wird heute von vielen Fans als erstes ârichtigesâ Album der Gruppe angesehen, da sie nicht mehr unter dem Druck ihres ehemaligen Produzenten Jonathan King standen. Im Vergleich zu ihrem ersten Album hatte sich die Musik von Genesis deutlich weiterentwickelt: An Stelle der kurzen Popsongs traten bis zu neun Minuten lange Titel mit ausgedehnten Instrumentalteilen. Die AtmosphĂ€re auf dem Album ist (bis auf The Knife) eher ruhig gehalten und von 12-saitigen Gitarren, Orgel und Klavier dominiert. Das Schlagzeugspiel von Mayhew ist sanft und passt sich der ruhigen AtmosphĂ€re des Albums an. Peter Gabriel spielte â neben seinem gefĂŒhlvollen, teilweise an Folk erinnernden Gesang â auch noch Querflöte. Einzig The Knife ist etwas dynamischer angelegt und durch aggressives E-Gitarren-Spiel gekennzeichnet. Dieser Titel erschien â in zwei Teile geteilt â auch als Single. Trotz einiger guter Kritiken war das Album allerdings kommerziell wenig erfolgreich. Kurz nach den Aufnahmen zu Trespass kam es zu einem personellen Umbruch in der Band: Wegen kĂŒnstlerischer Differenzen und aus KrankheitsgrĂŒnden verlieĂ Gitarrist Anthony Phillips die Gruppe. Er war von den mittlerweile zahlreichen Auftritten geschwĂ€cht und war in musikalischen Fragen oft anderer Meinung als die anderen Bandmitglieder. Dieser Austritt stellte fĂŒr Genesis einen groĂen Verlust dar, da sie neben ihrem Gitarristen auch einen wichtigen Songschreiber und eine SchlĂŒsselfigur in der Band verloren hatten. Die Folgezeit beschreiben die verbliebenen Mitglieder noch heute als gröĂte Krise der Bandgeschichte. SchlieĂlich trennte man sich auch noch vom Schlagzeuger John Mayhew, da er das mittlerweile hohe musikalische Niveau der Band nicht mehr halten konnte. Nach einer kurzen Findungsphase, in der sogar das Ende der Band zur Diskussion stand, entschied man sich schlieĂlich dazu, weiterzumachen und nach einem fĂ€higen Schlagzeuger und einem neuen Gitarristen zu suchen. Eintritt von Collins und HackettDazu gab man ein Anzeige im Melody Maker auf, in der nach einem Schlagzeuger und einem 12-Saiten-Gitarristen gesucht wurde. Auf diese Anzeige meldete sich auch Phil Collins, welcher bereits seit frĂŒher Kindheit Schlagzeug spielte und bereits als Jugendlicher durch eine Rolle im Musical Oliver! BĂŒhnenerfahrungen sammelte. Zudem wirkte er in einigen Film- und Fernsehproduktionen mit, so unter anderem auch im Beatles-Film Yeah Yeah Yeah. Zusammen mit seinem Freund Ronnie Caryl â ein Gitarrist â spielte er in der relativ unbekannten Band Flaming Youth und sah sich gerade nach einer neuen musikalischen Herausforderung um, als er davon erfuhr, dass Genesis nach neuen Musikern suchten. So meldete er sich zusammen mit Caryl auf die Anzeige und sie wurden im Haus von Peter Gabriels Eltern zum Vorspielen eingeladen. Dabei wurde schnell klar, dass Collins den Job als Schlagzeuger bekommen wĂŒrde. Er spielte die Genesis-StĂŒcke nicht nur ĂŒberzeugend, sondern passte auch menschlich zur Band. Caryl hingegen wurde von der Band abgelehnt. Die Suche nach einem passenden Gitarristen gestaltete sich in der Folge schwierig, da man nicht nur einen Musiker suchte, sondern auch einen Songschreiber, der zu der Band passte. Daneben waren die vor allem von Mike Rutherford gestellten instrumentalen Anforderungen an den neuen Gitarristen sehr hoch. So kam es, dass die Suche zunĂ€chst erfolglos blieb. Daher spielte man einige Monate als Quartett und Tony Banks ĂŒbernahm die Gitarrenteile auf seinen Keyboards. Zwischenzeitlich stieĂ auch der Gitarrist Mick Barnard zur Band, welcher allerdings relativ schnell wieder entlassen wurde, da er das Niveau der restlichen Band nicht halten konnte. Im Dezember 1970 stieĂen die Bandmitglieder von Genesis im Melody Maker auf eine Anzeige des Gitarristen Steve Hackett, der auf der Suche nach gleichgesinnten Musikern und Songschreibern war. Hackett spielte bereits seit Mitte der 1960er Jahre elektrische und akustische Gitarre. Er verlieĂ bereits im Alter von 16 Jahren die Schule und spielte in verschiedenen Bands. Dabei wurde er von den Blues-Gitarristen seiner Zeit wie z. B. Eric Clapton beeinflusst. Allerdings kam es ihm bei seinem Spiel weniger auf Geschwindigkeit an, sondern vielmehr darauf, mit seiner Gitarre in neue melodische und harmonische Bereiche zu gelangen. Die Band schickte ihm schlieĂlich ihr Album Trespass zu und da es Hackett sehr zusagte, wurde er am 28. Dezember zu einem Konzert im Londoner Lyceum eingeladen, wo er sich anschlieĂend mit der Band traf. Dort wurde ein Termin zum Vorspielen verabredet. Dabei wurde schnell klar, dass Hackett der richtige Mann fĂŒr den vakanten Posten war. Somit war Genesis zum Jahreswechsel 1970/71 in ihrer klassischen Besetzung zusammengekommen. Collins bereicherte den opulenten Genesis-Sound mit seinem bisweilen jazzigen Stil. Hackett fĂŒgte Aggression einerseits und eine gröĂere atmosphĂ€rische Bandbreite andererseits dazu. Das erste Album in der âklassischenâ Besetzung war Nursery Cryme 1971, auf dem Collins im StĂŒck For Absent Friends erstmals als SĂ€nger zu hören war. Doch erst Foxtrot 1972 mit dem epischen Supper's Ready und dem von Arthur C. Clarke inspirierten Watcher of the Skies brachte der Band den kĂŒnstlerischen und kommerziellen Durchbruch. Ihre oft surrealistischen, dem Zeitgeist entsprechenden Texte und die exzentrische BĂŒhnenshow Gabriels taten ihr ĂŒbriges dazu. Die VerknĂŒpfung von Musik und Optik in ihren Aufsehen erregenden Konzerten verhalf ihnen zu weltweiter PopularitĂ€t. Internationale BekanntheitSelling England by the Pound (seinerzeit ein Wahlkampfslogan der Labour Party)<ref>http://www.foxtrot.de/genesis_tmb_selling_england_tour.htm</ref> zeigte die Band 1973 mit wesentlich diesseitigeren Texten, feiner nuanciertem Klang und noch gröĂerer FiligranitĂ€t und VirtuositĂ€t an den Instrumenten. Das Album beinhaltete Klassiker wie Firth of Fifth und I Know What I Like (In Your Wardrobe), die fortan zum festen Live-Repertoire der Band gehörten. Steve Hackett war damals einer der ersten Gitarristen, der die Spieltechnik des Tapping und des Sweep Picking einfĂŒhrte, was oft fĂ€lschlicherweise Eddie Van Halen respektive Yngwie Malmsteen zugeschrieben wird. Beide Techniken sind im Song Dancing with the Moonlit Knight zu hören.<ref>MSJ-Interview With Steve Hackett</ref> Das Konzept-Doppelalbum The Lamb Lies Down on Broadway (1974) und die anschlieĂende Tour stellen nach Meinung vieler Fans den kĂŒnstlerischen Höhepunkt der Schaffensperiode mit Peter Gabriel dar. Bild:Peter Gabriel Kaiserslautern2.jpg Peter Gabriel als SolokĂŒnstler 2004 Das Album wurde am 18. November 1974 veröffentlicht und handelt von der fantastischen und surrealen Reise des puertoricanischen Punks Rael in New York, der in einem Paralleluniversum seinen Bruder John retten muss. Insbesondere die erste Platte des Doppelalbums ist von kĂŒrzeren StĂŒcken dominiert, was eine deutliche Abkehr von den eher lĂ€ngeren und ausgedehnten Songs bisheriger Alben darstellt. Der Gebrauch verzerrter Instrumente, neuer elektronischer Keyboardsounds und anderer synthetischer Sounds (wie etwa die Effekte auf Gabriels Stimme beim Song The Grand Parade of Lifeless Packaging) war merklich in den Vordergrund gerĂŒckt. Dies stand im auffĂ€lligen Kontrast zu den vorhergehenden Alben, was âalteâ Genesis-Fans nicht unbedingt goutierten, jedoch neue Hörerschichten erschloss. Auf The Lamb Lies Down on Broadway praktizierte die Band eine Art Arbeitsteilung: Gabriel schrieb die Story und die Songtexte (mit Ausnahme des Textes zu The Light Dies Down on Broadway, der von Banks und Rutherford stammte), die anderen Bandmitglieder komponierten die Musik (mit Ausnahme von Counting out time und Carpet Crawlers, an denen Gabriel beteiligt war). Genesis begab sich dann auf Welttournee, und da The Lamb ein Konzeptalbum war, wurde es komplett aufgefĂŒhrt. Dabei machten sie extensiven Gebrauch von Licht- und Lasereffekten; die meisten dieser EffektgerĂ€te waren Sonderanfertigungen des NiederlĂ€nders Theo Botschuijver. Ein spezieller Handlaser erlaubte es Peter Gabriel, das Publikum mit verschiedenen Lichteffekten zu behelligen. Noch wĂ€hrend der Konzertreise verkĂŒndete Gabriel im August 1975 seinen Abschied von Genesis fĂŒr die Zeit nach der Tournee. Er fĂŒhlte sich zunehmend von der Band entfremdet und seine Heirat und die Komplikationen bei der Geburt seines ersten Kindes wirkten sich zusĂ€tzlich belastend fĂŒr ihn aus. Der Song Solsbury Hill seines ersten Soloalbums Peter Gabriel (1977) war eine Allegorie ĂŒber seinen Abschied von Genesis. Die Phil-Collins-ĂraBombast-RockNach dem Ausstieg von SĂ€nger Peter Gabriel im Jahre 1975 und langer Suche nach einem Ersatz (u. a. war Jon Anderson von Yes im GesprĂ€ch) ĂŒbernahm Schlagzeuger Phil Collins die Position des Lead-SĂ€ngers. Das von David Hentschel (vormals Toningenieur des Albums Nursery Cryme) produzierte erste Album der Nach-Gabriel-Ăra A Trick of the Tail (1976) wurde von Fans und Kritikern freundlich aufgenommen und verkaufte sich besser als alle bisherigen Genesis-Alben. Nach Meinung vieler klang Collins Stimme âmehr wie Gabriel als Gabriel selberâ.<ref>Golden Slumbers :: A Father's Love</ref> Bei Liveauftritten ĂŒbernahm zunĂ€chst der ehemalige Yes/King-Crimson-Schlagzeuger Bill Bruford den Posten von Collins, damit dieser sich auf das Singen konzentrieren konnte. Auf den Tourneen nach 1977 saĂ der Jazz-Fusion-Musiker Chester Thompson, der zuvor u.a. bei Weather Report und Frank Zappa gespielt hatte, an den Drums. Collins' Ansatz als Frontmann bei Live-Auftritten unterschied sich von Gabriels Theater-inspirierten Auftritten, und Collins' Interpretationen der Gabriel-Songs klangen beschwingter und subtiler. Jahre spĂ€ter offenbarte Gabriel Collins beim Milton Keynes Reunion-Konzert 1982, dass Collins die Lieder besser als er sang, aber nie in seiner (Gabriels) Art.<ref>Genesis. Inside Genesis 1975â1980, Classic Rock Legends, 2004</ref> Im Dezember 1976 wurde das Album Wind & Wuthering veröffentlicht. Es war das erste von zwei in den Hilvarenbeeker Relight Studios aufgenommenen Genesis-Alben.<ref name=Welch>Chris Welch: The Complete Guide to the Music of Genesis, London, Omnibus Press, 1995</ref> Der Albentitel war Emily BrontĂ«s Roman Sturmhöhe (engl. Wuthering Heights) entlehnt, dessen letzte Zeilen âhow anyone could ever imagine unquiet slumbers for the sleepers in that quiet earthâ auch die Titel des siebten und achten StĂŒcks des Albums inspirierte. Das Album beinhaltete die komplexe mehrteilige Suite One for the Vine. Die Band verpflichtete mit Tony Smith einen neuen Manager, dessen Firma Hit & Run Music Publishing fortan sĂ€mtliche Genesis-Werke vermarktete. Die beiden unter der Viererbesetzung entstandenen Prog-Alben A Trick of the Tail und Wind & Wuthering trugen zum Image von Genesis als âBombastrockerâ bei. Besonders der extrem voluminöse Klang des legendĂ€ren Moog-Taurus-Basspedals durch Mike Rutherford trug maĂgeblich zum unverwechselbaren, kraftvollen Sound von Genesis bei. Die zunehmende PopularitĂ€t des Punk wird nicht selten als Gegenbewegung dazu angesehen. Ausstieg HackettsBild:Steve Hackett.jpg Steve Hackett bei einem Konzert in Braunschweig (2005) Der Gitarrist Steve Hackett fĂŒhlte sich in seiner kĂŒnstlerischen Freiheit in der Band vor allem durch Tony Banks und einer zunehmenden Keyboard-Orientierung des Genesis-Sounds stark eingeschrĂ€nkt. Hackett war auch das erste Bandmitglied, das mit Voyage of the Acolyte 1975 ein Solo-Album veröffentlichte, mit welchem er respektable Erfolge erzielte. Bei den Aufnahmen zu Wind & Wuthering wollte er ein Viertel des Albums zugestanden haben, um sein Songmaterial unterbringen zu können, was laut Collins allerdings âeine blöde Weise war, in einem Band-Kontext zu arbeitenâ.<ref>G2 Definitive Genesis</ref> Banks, Collins und Rutherford versuchten ihn zu beschwichtigen, indem sie ihm bei den beiden InstrumentalstĂŒcken Unquiet Slumbers for the Sleepers⊠/ âŠIn That Quiet Earth (ursprĂŒnglich ein einzelner Song) zusĂ€tzlichen kompositorischen Spielraum ĂŒberlieĂen, jedoch spielte die Band das von Hackett gemeinsam mit Phil Collins geschriebene Blood on the Rooftops nie bei ihren Live-Auftritten, und Hacketts Komposition Please Don't Touch fand auch nach lĂ€ngeren Versuchen, es einzuĂŒben, keinen Gefallen und wurde auf dem Album durch den dreiminĂŒtigen Instrumentalsong Wot Gorilla? ersetzt. Nach der Veröffentlichung der Spot the Pigeon-EP (1977), die aus weiteren StĂŒcken der Wind & Wuthering-Sessions bestand, verlieĂ Hackett die Band, als sie gerade dabei war, das Live-Album Seconds Out abzumischen. Es sollte Genesis' letztes Album unter Beteiligung Steve Hacketts werden. Bei Studioaufnahmen ĂŒbernahm Rutherford forthin das Gitarrenspiel, bei Live-Auftritten wechselten sich Daryl Stuermer und er an Gitarre und Bass ab. Bild:Daryl Stuermer.jpg Daryl Stuermer bei einem Phil-Collins-Konzert in DĂŒsseldorf (2005) Die Gruppe entschied sich, als Trio weiterzumachen, was durch den Titel ihres 1978er Albums And Then There Were Three reflektiert wurde. Mit diesem Album begann auch eine Neuorientierung weg von zehnminĂŒtigen Prog-Epen hin zu kĂŒrzeren, Radio-freundlicheren Songs. Mit Follow You, Follow Me landete die Band in den USA ihren ersten Hit, was entscheidend dazu beitrug, dass And Then There Were Three in den Vereinigten Staaten vergoldet wurde. Im Jahre 1982 fand in Milton Keynes unter dem Namen Six of the best ein einmaliges Reunion-Konzert statt, an dem sowohl Peter Gabriel als auch Steve Hackett teilnahmen. Die Organisation fand unter groĂem Zeitdruck statt; die Konzerteinnahmen sollten dem finanziell angeschlagenen WOMAD-Projekt Gabriels zugute kommen.<ref>http://www.genesis-path.net/art-82RS.html</ref> Zum Leidwesen der Fans existieren von diesem Auftritt keine offiziellen Aufnahmen. Vom Prog-Rock zum Mainstream-RockBild:Phil Collins Duesseldorf.jpg Phil Collins bei einem Konzert in DĂŒsseldorf (2005) 1979 drohte auch der Ausstieg von Phil Collins, als dieser ins kanadische Vancouver zog, um seine in die BrĂŒche gehende Ehe zu retten. Zwei Monate und eine Scheidung spĂ€ter kehrte Collins jedoch nach GroĂbritannien zurĂŒck und verarbeitete seine Erfahrungen im Album Duke (1980). Collins Ă€uĂerte sich spĂ€ter, dass die gescheiterte Ehe seine Entwicklung als Songschreiber beschleunigte. Duke war tatsĂ€chlich das erste Genesis-Album, auf dem Banks, Collins und Rutherford gleichen Kompositionsanteil hatten. WĂ€hrend sie auf And Then There Were Three bemĂŒht waren, kĂŒrzere und prĂ€gnantere Lieder zu schreiben, stellte Duke den eigentlichen Ăbergang Genesis' vom Progressive Rock in Richtung des massenkompatiblen und ĂŒberaus erfolgreichen Poprock der 1980er Jahre dar. Ihr progressiver Sound blieb nur noch in marginalen AnsĂ€tzen vorhanden; vollstĂ€ndig ignoriert wurde er aber nie, sondern höchstens dem moderneren Sound der Achtziger angepasst. Die Nutzung eines Drumcomputers war ein gleichbleibendes Merkmal kĂŒnftiger Genesis- und Collins-Solo-Alben. Die etwas kommerzieller gestaltete Musik erhielt bei den Massenmedien gute Kritiken. Duke war fĂŒr Genesis der erste Nummer Eins-Erfolg in den BBC-Album-Charts, und die Auskopplungen Misunderstanding und Turn It On Again waren zwei von der Band gern und hĂ€ufig gespielte Songs. 1981 folgte das minimalistisch anmutende Album Abacab, fĂŒr das Genesis ĂŒberwiegend im neugebauten bandeigenen Tonstudio The Farm in Surrey probten, wo auch alle weiteren Alben aufgenommen wurden. FĂŒr den Song No Reply at All wurde die spĂ€ter als Phenix Horns auftretende BlĂ€sersektion der Gruppe Earth, Wind and Fire engagiert. Bezeichnend fĂŒr Abacab war der Einsatz des Collins-typischen gated-reverb-Drumsounds, welcher von Hall-, LautstĂ€rke- und Kompressionseffekten gekennzeichnet ist. Entwickelt wurde dieser besondere Sound ursprĂŒnglich von Peter Gabriel, Collins und Hugh Padgham, dem Co-Produzenten und Ton-Ingenieur bei den Aufnahmen zu Intruder, dem ersten Song auf Gabriels 1980er Solo-Album. Dieser Sound sowie die Produktion Padghams trugen maĂgeblich zum Erfolg von Collins' DebĂŒtalbum Face Value (1981) bei. Der gated-Drumsound sollte auch zu dem Markenzeichen sĂ€mtlicher zukĂŒnftiger Genesis- und Collins-Alben schlechthin werden. Aufstieg zu Weltstars1982 veröffentlichte die Band das Live-Doppelalbum Three Sides Live. Die US-Version dieses Albums bestand aus drei (Schallplatten-)Seiten Live-Material (daher der Albumtitel) plus einer Seite mit Studioaufnahmen, darunter der Song Paperlate, auf dem erneut die Earth, Wind and Fire-BlĂ€ser zu hören sind. In GroĂbritannien waren drei der unveröffentlichten Titel der Studio-Seite bereits mit der EP 3 x 3 auf den Markt gekommen. Daher enthielt die britische Version von Three Sides Live weiteres Livematerial, das allerdings Ă€lter war und von frĂŒheren Tourneen stammte. Das eponyme Album Genesis (1983) war das dritte Nummer-eins-Album in GroĂbritannien. Das Album enthielt radiofreundliche Titel wie Mama und That's All. Mit Home by the Sea, das aufgrund seiner Pentatonik in Asien besonders beliebt war, erfolgte eine Reminiszenz an die Zeiten langer und epischer Songs. Das StĂŒck Just a Job to Do wurde zur Titelmelodie der ABC-Detektivserie The Insiders (1985). Genesis veröffentlichten 1986 ihr meistverkauftes Album Invisible Touch, als die PopularitĂ€t des SolokĂŒnstlers Phil Collins ihren Höhepunkt erreicht hatte. Das Album brachte fĂŒnf US Top 5-Singles hervor, Throwing it All Away, In Too Deep, Tonight, Tonight, Tonight, Land of Confusion und Invisible Touch. Trotz eines eher mageren Platz 15 in den britischen Charts erreichte der Titelsong als einziger Genesis-Titel ĂŒberhaupt Platz Eins in den US-Single Charts. Genesis war 1987 die erste Band, die im Wembley-Stadion vier Abende in Folge vor ausverkauftem Haus spielte.<ref>The Waiting Room Online</ref> Genesis waren ebenso die erste Band, die Vari*Lite-Lichteffekte,<ref>Vari-Lite â Express Yourself</ref> JumboTron-Videoschirme und das Prisma-Soundsystem zum Einsatz brachte, die heutzutage zum Standard bei Rockkonzerten in groĂen Arenen gehören. Im FrĂŒhjahr dieses Jahres sah Collins eine Verulkung seiner Person auf Spitting Image, dem britischen Pendant der Satiresendung Hurra Deutschland, was ihn so sehr beeindruckte, dass Genesis die Schöpfer der Sendung mit der Produktion des Musikvideos zu Land of Confusion beauftragte. Das Video wurde ein beiĂend-sarkastischer Kommentar zum Kalten Krieg, in welchem sowohl Banks, Collins und Rutherford und u. a. auch der als Superman verkleidete Ronald Reagan als Gummipuppen dargestellt wurden. Der Clip wurde fĂŒr den MTV Video Music Award nominiert, der dann allerdings an Gabriels Sledgehammer ging. Anheuser-Busch nutzte Tonight, Tonight, Tonight (ebenso wie Collins' In the Air Tonight) fĂŒr ihre Bierwerbung, wĂ€hrend In Too Deep im Film Mona Lisa Eingang fand. Das InstrumentalstĂŒck The Brazilian wurde im Zeichentrickfilm Wenn der Wind weht verwendet (dessen Filmmusik Roger Waters schrieb). Beim Princes Trust-Konzert in der Royal Albert Hall 1988 spielten Phil Collins und Peter Gabriel zum ersten und letzten Mal seit 1982 wieder live zusammen. Collins war an diesem Abend Schlagzeuger der Hausband, die dann auch Gabriel zu seinem Hit Sledgehammer begleitete. Nach einer schöpferischen Pause von fĂŒnf Jahren fand sich die Gruppe 1991 wieder zusammen, um We Canât Dance zu veröffentlichen â Collins' bislang letztem Genesis-Studioalbum. Das Album beinhaltete erfolgreiche Singles wie Jesus He Knows Me, I Can't Dance, No Son of Mine, Hold on My Heart, Tell Me Why und Never a Time, sowie lĂ€ngere StĂŒcke wie Driving the Last Spike and Fading Lights. Den Song Since I Lost You schrieb Collins anlĂ€sslich des Todes von Eric Claptons Sohn Conor. Bild:Phil Collins.jpg Phil Collins 1996 Phil Collins verlieĂ die Band schlieĂlich im MĂ€rz 1996: {{#if: ||}} | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||