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Das IP-Paket oder exakt Internet Protocol Datagram ist das Grundelement der Internet-Datenkommunikation. Es besteht immer aus zwei Teilen: den Kopfdaten, die Informationen über Quelle, Ziel, Status, Fragmentierung etc. enthalten, und den Nutzdaten. Das Protokoll TCP zum Beispiel befindet sich ausschließlich in den Nutzdaten des IP-Pakets – eine Schicht weiter oben im OSI-Modell.

In den Kopfdaten stehen die ausschlieĂźlich protokollrelevanten Informationen eines IP-Pakets. Genau wie der Rest des gesamten Internet Protocol ist der Aufbau des Kopfdatenbereiches in der verbreiteten Version 4 des Protokolls (IPv4) im RFC 791 festgelegt. Das neuere Protokoll Version 6 (IPv6) hat einen anderen Kopfdatenbereich.

Inhaltsverzeichnis

Aufbau des Kopfdatenbereiches (IP-Header)

IPv4
0 4 8 12 16 20 24 28 31
Version IHL TOS Total Length
Identification Flags Fragment Offset
Time to Live Protocol Header Checksum
Source Address
Destination Address
Options and Padding
IPv6
0 4 8 12 16 20 24 28 31
Version Traffic Class Flow Label
Payload Length Next Header Hop Limit
Source Address (128 Bit)
Destination Address (128 Bit)

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Erläuterung für IPv4

Im Folgenden werden die Felder fĂĽr IPv4 beschrieben. FĂĽr IPv6 siehe Abschnitt Neues Kopfdaten-Format.

Version

4 Bit breit. Die IP-Version. Hierbei sind Version 4 und Version 6 zur Zeit möglich, wobei Version 4 die im Internet meistgenutzte ist.

IHL (IP Header Length)

4 Bit breit. Die gesamte Länge des IP-Kopfdatenbereiches wird in Vielfachen von 32 Bit angegeben. Steht hier also eine 5, so ist der Kopfdatenbereich 5 mal 32 Bit gleich 160 Bit oder 20 Byte lang, was auch die Minimallänge für den IP-Kopfdatenbereich ist (das Options-Feld ist optional) und dadurch anzeigt, wo die Nutzdaten beginnen.

n1 bis nx sind Optionen
Gesamtlänge des Headers = (5 · 32) + (Länge(n1) + ... + Länge(nx) + Padding auf 32 Bit)

TOS (Type of Service)

8 Bit breit. Das Feld kann fĂĽr die Priorisierung von IP-Datenpaketen gesetzt und ausgewertet werden (Quality of Service).

FrĂĽher (RFC 791) wurden die Bits wie folgt interpretiert:

Bits 0-2:  Precedence.
Bit    3:  0 = Normal Delay,      1 = Low Delay.
Bit    4:  0 = Normal Throughput, 1 = High Throughput.
Bit    5:  0 = Normal Reliability, 1 = High Reliability.
Bits 6-7:  Reserved for Future Use.

Seit Dezember 1998 (RFC 2474) gilt folgende Aufteilung:

Bits 0-5:   DSCP (Differentiated Services Code Point)
Bits 6-7:   CU (Currently unused)

Seit September 2001 (RFC 3168) gilt folgende Aufteilung:

Bits 0-5:   DSCP (Differentiated Services Code Point)
Bits 6-7:   ECN (Explicit Congestion Notification – IP-Flusskontrolle)

mehr zu DSCP, vgl. DSCP-Registry von IANA

Die beiden Standards RFC 791 und RFC 2474 sind dann kompatibel, wenn man die ersten 6 Bit auf Null setzt.

Total Length

16 Bit breit. Gibt die Länge des gesamten Pakets (inkl. Kopfdaten) in Bytes an. Daraus ergibt sich eine maximale Paketlänge von 65535 Bytes (64 KiB). Alle Hosts müssen Datagramme mit einer Länge von mindestens 576 Bytes verarbeiten können.

Identification

16 Bit breit. Dieses und die beiden folgenden Felder Flags und Fragment Offset steuern die Reassembly (Zusammensetzen von zuvor fragmentierten IP-Datenpaketen). Eindeutige Kennung eines Datagramms. Anhand dieses Feldes und der 'Source Address' kann der Empfänger die Zusammengehörigkeit von Fragmenten detektieren und sie wieder reassemblieren.

Flags

3 Bit breit. Ein Kontroll-Schalter mit folgender Bedeutung:

Bit 0                      : reserviert, muss 0 sein
Bit 1 (DF (Don't Fragment)): 0/1 darf/darf nicht zerlegt (fragmentiert) werden
Bit 2 (MF (More Fragments)): 0/1 letztes Fragment/weitere Fragmente folgen

Fragment Offset

13 Bit breit. Eine Nummer, die bei fragmentierten Paketen besagt, welche Position innerhalb des Paketes das Fragment einnimmt. Der Offset wird angegeben in Schritten von 64 Bit bzw. 8 Byte, wobei das erste Fragment den Wert null hat.

Time to Live

8 Bit breit. Ein Wert, der die Lebensdauer des Pakets angibt. Hat dieses Feld den Wert null, so wird das Paket verworfen. Jede Station (Router) auf dem Weg des Pakets verringert diesen Wert um eins. Dies soll verhindern, dass Pakete ewig weitergeleitet werden (beispielsweise wenn das Paket fälschlicherweise im Kreis geleitet wird und somit das Netz überlasten würde).

Der Standard von 1981 sieht vor, dass jede Station den TTL-Wert um die Anzahl Sekunden verringert, wie lange das Paket an der Station verweilt, mindestens jedoch um eins. Heute wird es de facto als Hop-Count implementiert.

Protocol

8 Bit breit. Dieses Feld bezeichnet das Folgeprotokoll, zu dem die im betreffenden IPv4-Paket transportierten Nutzdaten gehören. Enthält das IP-Paket z. B. ein TCP-Paket, steht hier der Wert 6, für ein UDP-Paket 17. Diese Werte werden seit RFC 3232 von der IANA in einer Online-Datenbank für Protokoll-Nummern definiert.

Im IPv6-Header gibt es dieses Feld ebenfalls, allerdings heißt es dort Next Header. Die zulässigen Werte sind die gleichen wie bei IPv4.

Header Checksum

16 Bit breit. Eine PrĂĽfsumme ausschlieĂźlich fĂĽr den Kopfdatenbereich (IP selbst hat keine Mechanismen zur PrĂĽfung der Nutzlast auf Korrektheit, dies wird im TCP/IP-Referenzmodell durch die Transportschicht sichergestellt). Dieser Wert wird bei jeder Station neu verifiziert und – weil z. B. TTL sich pro Hop verändert – neu berechnet. Dabei werden alle 16-Bit-Halbwörter des Kopfdatenbereichs nach den Regeln des Einerkomplements addiert (Ăśbertrag auf das LSB addieren) und von der Summe das Einerkomplement gebildet. Das Ergebnis sollte 11111111 sein, denn sonst ist ein Fehler im Header. Vorteil dabei ist, dass sich die Checksumme pro Hop nur um eins erhöht. Die Berechnung kann daher schnell in der Hardware ausgefĂĽhrt werden. Bei einem zuverlässigeren PrĂĽfverfahren wie CRC mĂĽsste dagegen die PrĂĽfsumme bei jedem Hop komplett neu berechnet werden. Trotzdem kostet das PrĂĽfen der Checksumme verhältnismäßig viel Zeit. Moderne Router ĂĽberprĂĽfen die Header Checksum aus PerformancegrĂĽnden nicht und inkrementieren sie nur. Diese Umstände haben dazu gefĂĽhrt, dass dieses Feld bei IPv6 nicht mehr existiert.

Source Address

32 Bit breit. Enthält die Quelladresse des IP-Pakets in network byte order (Byte Order, erstes Byte ist das most significant Byte).

Destination Address

Enthält die Zieladresse im gleichen Format wie die Quelladresse.

Options und Padding

Zusatzinformationen. Die Optionen müssen ein Vielfaches von 32 Bit lang sein. Sind sie das nicht, wird mit 0-Bits aufgefüllt (Padding). Aufgrund der Größenbeschränkung des Feldes Internet Header Length können die Optionen maximal 40 Byte lang sein.

  • Strict Routing: Option gibt den kompletten Pfad an, welches das Paket durchlaufen muss
  • Free Routing: Option gibt eine Liste von Routern an, die vom Paket nicht verfehlt werden dĂĽrfen
  • Record Route: Lässt die komplette Route aufzeichnen (Heute reicht die Größe des Option-Feldes meist nicht mehr dafĂĽr aus)
  • Time Stamp: Zeitstempel
  • Security: Bezeichnet, wie geheim das Datagramm ist

Nachteile

Ein Gerät, das über einen NAT-Router am Internet angeschlossen ist, kann mit nur einer IP-Adresse nicht vollständig adressiert werden. Für die vollständige Adressierung ist die Angabe der internen und der externen IP-Adresse nötig. Der IP-Header sieht aber nur ein Adressfeld je Teilnehmer vor.

Geht man davon aus, dass auch mit IPv6 NAT-Router eingesetzt werden, dann bleibt dieses Problem erhalten.

Weblinks

  • RFC 791 – Internet Protocol
  • RFC 790 – Assigned Numbers
  • www.iana.org IANA – Internet Assigned Numbers Authority

Siehe auch

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel IP-Paket aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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