Anzeigegulli:Toolbox |
gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Ein Man-In-The-Middle-Angriff (MITM-Angriff), auch Janusangriff (nach dem doppelköpfigen Ianus der römischen Mythologie) genannt, ist eine Angriffsform, die in Rechnernetzen ihre Anwendung findet. Der Angreifer steht dabei entweder physikalisch oder – heute meist – logisch zwischen den beiden Kommunikationspartnern und hat dabei mit seinem System komplette Kontrolle über den Datenverkehr zwischen zwei oder mehreren Netzwerkteilnehmern und kann die Informationen nach Belieben einsehen und sogar manipulieren. Die Janusköpfigkeit des Angreifers besteht darin, dass er den Kommunikationspartnern das jeweilige Gegenüber vortäuschen kann, ohne dass sie es merken.
Arten der AngriffeDiese Sonderstellung zwischen den Kommunikationspartnern kann beispielsweise auf folgende Arten erreicht werden:
Bekannte Tools für MITM-Angriffe sind Ettercap und Cain & Abel. GegenmaßnahmenSicherung durch GeheimhaltungAm effektivsten lässt sich dieser Angriffsform mit einer Verschlüsselung der Datenpakete entgegenwirken, wobei allerdings die Fingerprints der Schlüssel über ein zuverlässiges Medium verifiziert werden sollten. D. h. es muss eine gegenseitige Authentifizierung stattfinden, die beiden Kommunikationspartner müssen auf anderem Wege ihre digitalen Zertifikate oder einen gemeinsamen Schlüssel ausgetauscht haben, d. h. sie müssen sich kennen. Sonst kann z. B. ein Angreifer bei einer ersten SSL- oder SSH-Verbindung beiden Opfern falsche Schlüssel vortäuschen und somit auch den verschlüsselten Datenverkehr mitlesen.
Sicherung vor ManipulationSchutz vor MITM-Angriffen bietet auch die sogenannte Integrity Protection wie sie im UMTS Radio Access Network eingesetzt wird. Hierbei erhält jede übertragene Nachricht einen Identitätsstempel, den Message Authentication Code, der mit Hilfe eines vorher zwischen Netz und Nutzer ausgehandelten Codes erzeugt wird. Nur wenn der mit der Nachricht empfangene Message Authentication Code dem vom Empfänger erwarteten Message Authentication Code (Expected Messages Authentication Code) entspricht, wird die Nachricht vom Empfängersystem als gültig anerkannt und weiter verarbeitet. Damit wird die Information vor Manipulation, jedoch nicht vor dem Ablauschen geschützt. Sicherung von kurzen EinträgenMit dem mTAN, sprich Mobile TAN, wird ähnliches erreicht. Bei diesem Verfahren wird dem Anwender über einen zweiten Kanal, dem Handy, per SMS eine TAN zugesendet, die nur für die gerade eingegebene Transaktion (z.B.Überweisung) verwendet werden kann. Üblicherweise werden dabei neben der TAN auch Empfängerdaten mitgeteilt, sodass der Nutzer am PC auch über den zweiten Kanal die Information erhält, welche Transaktion er gerade bestätigt. So können missbräuchliche Verfügungen verhindert werden. Nutzer des PIN/TAN-Systems sollten sich aber darüber im klaren sein, dass die gängigen Trojaner zunächst die PIN ausspähen und damit die vertraulichen Kontodaten für den "man in the middle" zugänglich werden. Bei dem im Dezember 2006 vorgestellten eTAN, oder auch TAN Generator, werden die Empfängerdaten (Empfänger-IBAN oder Empfängerkontonummer) eingegeben. Unter Berücksichtigung der Uhrzeit wird eine TAN erzeugt und auf dem Gerät angezeigt. Diese TAN muss nun wiederum auf der Tastatur eingegeben werden. Die TAN ist durch diesen Vorgang mit dem Empfängerkonto verknüpft und nur wenige Minuten gültig. Eine Veränderung oder Manipulation der Informationen bei der Übermittlung kann der Anwender selbst nicht feststellen. Die Bank hat jedoch die Möglichkeit die Gültigkeit der TAN in Zusammenhang auf die am Gerät eingegebenen Empfängerinformationen und dem Zeitpunkt der Übermittlung zu prüfen. Siehe auchen:Man-in-the-middle attack es:Ataque Man-in-the-middle fi:Mies välissä -hyökkäys fr:Attaque de l'homme du milieu it:Man in the middle ja:中間者攻撃 nl:Man-in-the-middle-aanval pl:Atak man in the middle ru:Человек посередине (атака) Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Man-in-the-middle-Angriff aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
Weitere Tipps |