Markt (Wirtschaftswissenschaft)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche

Markt bezeichnet in der Wirtschaftswissenschaft das Zusammentreffen von Angebot und Nachfrage nach einem Ökonomischen Gut (einer Ware oder Dienstleistung). Der Mindestmarkt besteht aus einem Nachfrager, einem Anbieter und einem Handelsgut. Eine auf Märkten basierende Ökonomie bezeichnet man als Marktwirtschaft.

Das Grundprinzip des Marktes ist der Tausch. Durch Verwendung eines allgemein anerkannten Tauschmittels (zum Beispiel Geld) kann der Tausch der Güter gegen Geld (der Leistungsaustausch) zeitlich voneinander getrennt werden.

Derjenige Preis eines Gutes, der zur Übereinstimmung von angebotener und nachgefragter Menge führt, dem sogenannten Marktgleichgewicht, wird als Marktpreis bezeichnet.

Im Modell erreicht eine kompetitive Ökonomie, d. h. eine Wirtschaft, in der alle Güter auf Märkten frei getauscht werden, eine pareto-effiziente Allokation der Ressourcen. (Erster Hauptsatz der Wohlfahrtsökonomik). Eine Marktsituation, in der die Allokation der Ressourcen nicht pareto-effizient ist, wird in der Wirtschaftswissenschaft als Marktversagen bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Arten von Märkten

[Bearbeiten] Vollkommener Markt und Unvollkommener Markt

Siehe Hauptartikel: Vollkommener Markt

[Bearbeiten] Arten von Märkten nach der Anzahl der Marktteilnehmer - Marktformenschema

Märkte lassen sich je nach der Zahl der Anbieter und Nachfrager in verschiedene Marktformen unterteilen. Die gebräuchlichste Einteilung des Marktes geht dabei auf Heinrich Freiherr von Stackelberg zurück. Dieser teilte in seinem (morphologischen) Marktformenschema den Markt nach der Anzahl an Anbietern und Nachfragern, im Sinne des Wettbewerbs, in folgendes Thema ein:

Nachfrager
viele wenige ein
Anbieter viele Polypol Nachfrageoligopol/Oligopson Nachfragemonopol/Monopson
wenige Angebotsoligopol zweiseitiges/bilaterales Oligopol beschränktes Nachfragemonopol/Monopson
ein Angebotsmonopol beschränktes Angebotsmonopol zweiseitiges/bilaterales Monopol/Monopson

Bei Vorhandensein vieler Anbieter und vieler Nachfrager mit jeweils kleinen Marktanteilen spricht man auch von einer atomistischen Marktstruktur oder einem Wettbewerbsmarkt.

Sind hingegen nur wenige, voneinander unabhängig agierende Anbieter vorhanden, spricht man auch von monopolistischem Wettbewerb.

[Bearbeiten] Arten von Märkten nach der Nachfrageintensität

Neben diesen Marktformen gibt es in der Betriebswirtschaftslehre noch:

starke Nachfrage schwache Nachfrage
starke Konkurrenz Massenmarkt Schrumpfmarkt
schwache Konkurrenz Zukunftsmarkt Nischenmarkt

[Bearbeiten] Güter- und Faktormärkte

Gütermarkt (auch Produktmarkt) ist die Sammelbezeichnung für alle Märkte für Waren und Dienstleistungen. Er wird unterteilt in

  • Investitionsgütermarkt
  • Konsumgütermarkt

Faktormarkt ist die Sammelbezeichnung für alle Märkte für Produktionsfaktoren. Dazu gehören:

[Bearbeiten] Marktgrößen

Marktgrößen dienen der quantitativen Beschreibung von Märkten. Bekannte Beschreibungsinstrumente für Marktgrößen sind:

  • Marktkapazität: Theoretische Maximalgröße des Marktes, Preise und Kaufkraft bleiben unberücksichtigt
  • Marktpotenzial: Gesamte mögliche Absatzmenge eines Marktes. Das Marktpotenzial ist die obere Grenze für das Marktvolumen
  • Marktvolumen: Summe der tatsächlich erzielten Umsätze
  • Marktanteil: Relativer Anteil eines Anbieters am Marktvolumen

[Bearbeiten] Marktverhalten

Unter Marktverhalten versteht man die Zielsetzungen, Strategien, Taktiken, unmittelbare Aktionen und Reaktionen der einzelnen Wirtschaftssubjekte am Wettbewerbsmarkt.

Es gibt prinzipiell drei mögliche Kategorien von Verhaltensweisen der Anbieter und der Nachfrager, die jeweils auch als Konkurrenten untereinander auftreten können:

  • zu agieren, d. h. bestimmte Marktparameter Preis, Qualität, Service etc. zu setzen und sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen
  • auf Aktionen eines Konkurrenten zu reagieren (d. h. bestimmten Marktparameter-Änderungen zu folgen. Dies ist der typische Weg in einem funktionierenden Wettbewerb)
  • nichts zu tun (dies ist ökonomisch fast immer unvorteilhaft, da Wettbewerbsnachteile entstehen)

[Bearbeiten] Marktsättigung

Unter Marktsättigung versteht man die Erreichung eines bestimmten Marktaufnahmevolumens. Ist dieses Volumen erreicht, so können keine weiteren Güter auf jenem Markt abgesetzt werden, d. h. der Markt ist gesättigt.

Der Grad der Sättigung wird durch das Verhältnis von Marktvolumen zu Marktpotenzial bestimmt.

\mathrm{Markts\ddot{a}ttigung} = \frac{\mathrm{Marktvolumen}}{\mathrm{Marktpotenzial}}\ \cdot 100

[Bearbeiten] Marktfunktionen

[Bearbeiten] Literatur

  • Niklas Luhmann: Der Markt als innere Umwelt des Wirtschaftssystems, Kapitel 3 (S.91-130) in Die Wirtschaft der Gesellschaft, 1988, ISBN 3518287524

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge