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Netscape Communications Corporation war ein amerikanisches Softwareunternehmen, das ab 1994 den Internet-Browser Netscape Navigator entwickelte und vermarktete. Nach wechselvoller Geschäftsentwicklung wurde das börsennotierte Unternehmen 1998 zum Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar mit dem Unternehmen AOL fusioniert. Es bestand im Konzern unter dem Namen Netscape Communications weiter, wurde jedoch zum 15. Juli 2003 aufgelöst.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Selbständiges Unternehmen

Netscape wurde am 4. April 1994 als Mosaic Communications Corporation von Marc Andreessen gegründet , einem der Mitentwickler des Webbrowsers NCSA Mosaic, und dem Computerunternehmer James H. Clark, welcher die Gründung mit 9 Millionen US-Dollar erst ermöglichte. Der von ihm entwickelte Browser wurde zunächst als Mosaic Netscape, dann als Netscape Navigator auf den Markt gebracht. Mit der im November 1994 erfolgten Umbenennung in Netscape Communications Corporation wurden Konflikte mit den Inhabern der Rechte von NCSA Mosaic vermieden.

Netscape ging im August 1995 an die Börse und veröffentlichte in Folge weitere Versionen des Browsers, der im Paket mit HTML-Editor, E-Mail- und News-Anwendung nun Netscape Communicator hieß. Im Januar 1998 rief das Unternehmen das Mozilla-Projekt ins Leben, nachdem Netscape aufgrund der aggressiven und später kartellrechtlich abgestraften Vermarktungspolitik Microsofts zugunsten von dessen Internet Explorer stark an Marktanteilen verloren hatte.

Nach diesem sogenannten Browserkrieg versuchte Netscape mit dem Netscape Communicator 4.5 im Oktober 1998 einen Neuanfang, der durch den Aufkauf des Unternehmens durch AOL im November 1998 in Frage gestellt wurde.

Entwicklung im AOL-Konzern

Schon seit 1998 bestanden Zweifel an der Ernsthaftigkeit von AOL, die Entwicklung des Netscape Browsers weiterzuführen. Als sich AOL-Time-Warner und Microsoft ihren Streit um die Marktverdrängung von Netscape durch Internet Explorer mit Zahlung von 750 Millionen US-$ von Microsoft an AOL im Mai 2003 beilegten und AOL die lizenzfreie Benutzung der Rendering Engine des Internet Explorers für weitere sieben Jahre zugestanden wurde, schien ein Ausstieg von AOL aus der Mozilla-Entwicklung wahrscheinlich.

Am 15. Juli 2003 entließ AOL daher wenig überraschend die letzten fünfzig Browser-Entwickler und stellte sein finanzielles Engagement beim Mozilla-Projekt ein. Die Rechte an der kompletten Netscape-Technologie, im wesentlichen die Rendering-Engine Gecko sowie das Bug-Tracking-System Bugzilla wurden auf die neu gegründete Mozilla Foundation übertragen, die AOL zudem mit zwei Millionen Dollar Startkapital ausstattete. Damit endete das Engagement AOLs an der aktiven Entwicklung der Netscape-Browser-Technologie.

AOL behielt die Rechte an der Marke Netscape und versuchte seit Herbst 2003 unter diesem Namen in Nordamerika einen zweiten Internet-Zugangsdienst aufzubauen.

Weiterentwicklung der Software

Dennoch hat AOL im August 2004 eine weitere Version (7.2) des Netscape Communicator veröffentlicht, welche auf Mozilla 1.7 basiert. Am 19. Mai 2005 wurde Netscape 8.0 veröffentlicht. Der völlig neu gestaltete Browser, der jetzt auf Mozilla Firefox basiert, bietet zahlreiche bereits integrierte Features und Gimmicks, läuft aber entgegen der Netscape-Tradition nur noch auf Windows-Betriebssystemen, da er auch die Engine des Internet Explorers nutzt. Der Browser ist eine Auftragsentwicklung einer kanadischen Softwarefirma und wird wie alle Netscape-Versionen seit 2003 nur noch in Nordamerika aktiv vermarktet. Anfang Januar 2007 wurde bekannt, dass Netscape an einer neuen Browser-Version arbeitet. Im Gegensatz zu Netscape 8 wird Netscape Navigator 9 wieder intern entwickelt; man besann sich auch wieder auf alte Traditionen und nannte den Browser wieder Navigator. Auch Netscape Navigator 9 basiert auf Mozilla Firefox. Die erste finale Version (9.0) erschien am 15. Oktober; am 10. Dezember Version 9.0.0.5. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Netscape auch an einem E-Mail/News-Programm arbeitet, welches unter dem Namen Netscape Messenger erscheinen soll; eine erste Alpha-Version erschien am 15. November 2007. Netscape Messenger basiert auf Mozilla Thunderbird.

Am 28. Dezember 2007 gab AOL bekannt, dass der Support für sämtliche Netscape-Browser am 1. Februar 2008 eingestellt wird. Als Begründung wurde angegeben, dass die Investitionen für eine ausreichende Weiterentwicklung in der Unternehmsausrichtung von AOL keinen Raum fänden. Es wird den Nutzern empfohlen, auf Firefox umzusteigen und die von Netscape bereitgestellten Erweiterungen zu verwenden, um Firefox in Aussehen und Bedienung Netscape anzupassen. <ref>„Netscape Navigator Webbrowser ist tot“ auf insideblog.de, 28. Dezember 2007</ref> <ref>„AOL stellt Support für Netscape ein“ auf heise.de, 29. Dezember 2007</ref> Der Netscape Support wurde von der AOL-Tochter bis 1. März verlängert. <ref>„Netscape-Support bis 1. März verlängert“ auf heise.de, 29. Januar 2008</ref>

Produkte

Obwohl Netscape mit dem gleichnamigen Browser gleichgesetzt wurde, verdiente die Firma das meiste Geld im B2B-Bereich. 1994 entstand der erste Webserver, später kamen noch Mail-, Videokonferenz- und Streaming-Media-Server hinzu.

Einzelnachweise

<references/>

Literatur

  • Helmut Neumann: Das Lexikon der Internetpioniere. Lexikon-Imprint-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89602-505-8.
  • Herbert Braun - Netscape: Ein Nachruf, c't 3/2008, S. 54

Weblinks

cs:Netscape cv:Netscape en:Netscape es:Netscape Communications Corporation fi:Netscape fr:Netscape Communications Corporation he:נטסקייפ ia:Netscape Communications Corporation lt:Netscape ja:ãƒãƒƒãƒˆã‚¹ã‚±ãƒ¼ãƒ—コミュニケーションズ ko:넷스케ì´í”„ nl:Netscape Communications Corporation nn:Netscape Communications Corporation pl:Netscape Communications Corporation pt:Netscape Communications Corp sl:Netscape sv:Netscape tr:Netscape zh:网景通讯公å¸

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