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Die Requests for Comments (kurz RFC; zu deutsch Forderung nach Kommentaren) sind eine Reihe von technischen und organisatorischen Dokumenten des RFC-Editors zum Internet (ursprünglich ARPANET), die am 7. April 1969 begonnen wurden. Bei der ersten Veröffentlichung noch im ursprünglichen Wortsinne zur Diskussion gestellt, behalten RFC auch dann ihren Namen, wenn sie sich durch allgemeine Akzeptanz und Gebrauch zum Standard entwickelt haben.

Inhaltsverzeichnis

RFC-Status

Jeder RFC besitzt einen Status. Hier einige Beispiele:

  • Informational – Hinweis, Idee, Nutzung
  • Experimental – zum Experimentieren
  • Proposed Standard – Vorschlag fĂĽr Standard
  • Draft Standard – Begutachtung von mindestens zwei unabhängigen Implementierungen
  • Standard – offizieller Standard STDn
  • Historic – nicht mehr benutzt

Wichtige RFCs

Humor in RFC

Zwischen den offiziellen RFCs, die Quasi-Standards oder „Best Current Practices“ (derzeit beste Vorgehensweisen) beschreiben, finden sich aber auch immer RFCs, die nicht buchstabengetreu genommen werden sollten, oft aus Anlass des 1. Aprils oder weil gerade Weihnachten war.

  • Das am 1. April 1996 veröffentliche RFC 1925 listet The Twelve Networking Truths auf, die mit dem fundamentalen Grundsatz It Has To Work beginnen.
  • Auf der Veranstaltung Hacking in Progress wurde das RFC 2322, Management of IP numbers by Peg DHCP, d. h. IP-Nummern mit einem einfachen Filzstift auf Holzwäscheklammern zu schreiben und diese an das zugehörige Kabel zu klammern, im Feldversuch entwickelt.
  • Weiterhin wird beispielsweise in RFC 2324 ein Hypertext Coffee Pot Control Protocol (HTCPCP) definiert, das der Fernsteuerung und -ĂĽberwachung von Kaffeemaschinen dient.
  • Als Parodie auf das Routing-Protokoll MPLS findet sich in RFC 3251 das Mostly Pointless Lamp Switching.
  • RFC 2795 beschäftigt sich mit dem Unendlich-viele-Affen-Theorem und beschreibt, wie eine unendliche Anzahl von Affen koordiniert werden kann, die die Werke von Shakespeare produzieren sollen.
  • Aber auch echte Kunstwerke lassen sich ausmachen, so zum Beispiel eine Lobeshymne auf das ARPANET (RFC 527) oder The 12 Days of Christmas aus der Sicht eines gestressten Netzwerk-Admins (RFC 1882).
  • Am 1. April 2001 wurden im RFC 3092 die – einem jeden Programmierer bekannten – Kombinationen von „foo“ und „bar“ bzw. deren Abarten etymologisch bestimmt.
  • Am 1. April 2003 wurde ein RFC (RFC 3514) veröffentlicht, das dazu aufruft, bei IP-Paketen, die in irgendeiner Form „evil“ (böse) sind, ein entsprechendes Bit im Header zu setzen, um diese Pakete an Firewalls leichter ausfiltern zu können. Dies rĂĽhrt daher, dass in IPv4 -Headern ein Bit, das den „Type of Service“ angibt, normalerweise mit 0 gesetzt ist, von einigen modernen Anwendungen jedoch mit 1 gesetzt wird. Einige Firewalls verlassen sich darauf, dass dieses 0 ist, und stufen das Paket eben als böse ein, da es einen nicht-unterstĂĽtzten Service-Typ darstellt. FĂĽr Firewalls ist dies im Grunde unerheblich und zu kleinkariert.
  • Am 1. April 2004 wurde ein Allwissenheitsprotokoll entwickelt, das der amerikanischen Regierung ermöglichen sollte, alle Formen der Computerkriminalität zu erkennen und zu verhindern (RFC 3751). Nachdem sich die Anforderungen an dieses Protokoll als nicht durchfĂĽhrbar erwiesen hatten, endet der Text mit den Worten: „Good luck.“
  • Am 1. April 2005 wurde ein neuer Standard vorgestellt, welcher moralisch einwandfreies Routing ermöglicht (RFC 4041). Des weiteren wurde das schon sehr in die Jahre gekommene UTF-8, welches auf dem Oktalsystem basiert, durch UTF-9 ersetzt, das 9 Bits (3 Ă— 3) pro Byte erlaubt (RFC 4042).
  • am 1. April 2007 wurde eine Methode fĂĽr die Ăśbertragung von IP ĂĽber das Winkeralphabet vorgestellt. (RFC 4824)

Nicht immer jedoch bleibt es bei RFC zum 1. April bei der Theorie. So wurde am 6. März 2001 eine Implementierung des RFCs 1149 A Standard for the Transmission of IP Datagrams on Avian Carriers (die Übertragung von IP-Datagrammen per Brieftaube) vorgestellt. Die durchschnittliche Antwortzeit eines Pings betrug jedoch 45 min, so dass nicht mit einer regelmäßigen Nutzung im Echteinsatz zu rechnen sein wird. Der beliebte Editor Emacs enthält schon seit Jahren eine vollständige Implementierung von RFC 2324 (Hypertext Coffee Pot Control Protocol). Die dazu benötigte Kaffeemaschine wurde 2005 ebenfalls gebaut.

Weitere Dokumententypen beim RFC

Einige RFCs sind zugleich For Your Information (FYI) mit eigener Zählung. So ist der RFC 1462 identisch mit dem FYI 20 FYI on What is the Internet?. Ebenso sind einige RFCs auch Best Current Practice (BCP) oder RARE Technical Report (RTR).

Siehe auch

Weblinks

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