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Sekundärliteratur ist die Literatur, die auf Primärliteratur oder Quellen aufbaut. Gemeint sind in der Regel wissenschaftliche Schriften zu einem Thema.

Ursprünglich stammt der Begriff aus der Literaturwissenschaft: Das Werk eines Dichters (künstlerisch Schaffenden) ist die Primärliteratur, die spätere wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Werk hingegen die Sekundärliteratur. So ist Goethes Faust. Eine Tragödie Primärliteratur, eine Abhandlung über den Faust (oder Charaktere, Motive usw. aus dem Faust) wird Sekundärliteratur genannt.

Beispiel:

  • Faust. Eine Tragödie. von 1808 ist Primärliteratur.
  • Später erscheinen Forschungen zu diesem Werk: Sekundärliteratur.
  • In Tertiärliteratur behandelt man die Sekundärliteratur, also beispielsweise die Faustforschung von 1870 bis 1918.

In den einzelnen Fächern, die das Begriffspaar primär - sekundär verwenden, geht es immer um die Informationsquelle, von der die übrigen Überlegungen abgeleitet wird:

Für die Wissenschaftsgeschichte ist folgerichtig die Sekundärliteratur vergangener Zeiten als Quelle verwendbar. Beispiel: Das Werk eines berühmten Wissenschaftlers des 19. Jahrhunderts kann zu einer Quelle für den heutigen Historiker werden, der sich mit jenem berühmten Wissenschaftler beschäftigt.

In der Geschichtswissenschaft ist von der Sekundärliteratur die Sekundärquelle zu unterscheiden: Letztere bezeichnet eine Quelle, die darüber informiert, was in einer Primärquelle zu finden gewesen wäre. Beispiel: Ein Gerichtsprotokoll zitiert aus einem Brief, der dem Gericht vorgelegen hat. Der Brief ist die Primärquelle, das Protokoll die Sekundärquelle, die bedeutend wird, wenn der Brief selbst mittlerweile verloren gegangen ist.

Literatur

  • Gero von Wilpert: Sachwörterbuch der Literatur, 7. Auflage, Kröner. Stuttgart, 1989, Stichwort "Sekundärliteratur".

Siehe auch

en:Secondary source

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