Anzeigegulli:Toolbox |
gulli:lexikon » Taggen
gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Taggen (von englisch tag Kenn-, Markenzeichen) beschreibt im Zusammenhang mit Graffiti das Hinterlassen eines besonderen persönlichen Schriftzugs, des sogenannten Tags, das in der Regel den grafisch gestalteten Sprühernamen enthält (Vergleiche: Unterschrift). Einerseits wird das Tag zum Signieren von Bildern benutzt; die Verbreitung dessen an möglichst vielen und besonders riskanten Orten oder Gegenständen trägt aber auch zum szeneinternen Prestige eines Sprühers bei. Das Übersprühen fremder Tags - auch Crossen genannt - hingegen wird als Beleidigung angesehen. Besonders in der Bandensubkultur der Vereinigten Staaten dienen Tags zur Markierung des Territoriums einer Straßenbande, Sprüher der Writing-Bewegung versuchen in der Regel hingegen, ihren Namen überall zu verbreiten, nicht nur in einem begrenzten Gebiet. Tags auf besonderen und gefährlichen Plätzen gab es, wie das Beispiel des Beamten Joseph Kyselak (* 1799 Wien – 1831 ebenda) zeigt, bereits im Biedermeier. KritikAußerhalb von Sprüherkreisen wird das Taggen als äußerst lästig angesehen, da zum Einen eine nicht unerhebliche Sachbeschädigung stattfindet und zum Anderen die Kosten der Beseitigung des Graffitis von der Gemeinschaft aufgebracht werden müssen. Außerdem ist im Gegensatz zu Bildern oder Slogans, die oftmals noch in gewisser Weise aufgrund ihres Unterhaltungswertes akzeptiert werden, für Außenstehende nicht ersichtlich, worin der Sinn von Tags liegt. Vielmehr werden diese oft als hässliche Schmierereien angesehen. Die Deutsche Bahn AG, als ein beliebtes Opfer von Sprühern, bringt jedes Jahr erhebliche Mittel zum Schutz vor Graffiti auf und lobt daher in verschiedenen Regionen Belohnungen aus für Hinweise, die zur Ergreifung solcher Sprüher führen. Vor allem in wenig frequentierten Durchgängen und generell in Gegenden mit wenig Alternativbeschäftigung für Jugendliche ist das Taggen ein ernsthaftes Problem. Taggen von FTP-ServernIm Internetzusammenhang bezeichnet Taggen das Erstellen von Ordnern auf sogenannten „Pubs“ (von public oder auch public server, also FTP-Server, die öffentlich zugänglich sind). Dabei wird oft im Hauptverzeichnis des FTP-Servers ein Ordner namens tagged erstellt, der anderen Benutzern ähnlich wie ein Tag signalisiert, dass dieser Server reserviert ist. Oftmals erzeugen die Tagger auch Ordner mit speziellen Zeichen (zum Beispiel dem „ÿ“) oder speziellen Bezeichnungen (zum Beispiel „com“ oder „aux“). Diese Ordner können nun zum Beispiel nicht mehr gelöscht werden (das „ÿ“ sorgt unter UNIX-Systemen für Zugriffsschutz) oder werden nicht mehr angezeigt (spezielle Namen wie zum Beispiel „aux“ zeigen Microsoft Betriebssysteme nicht an, Ordner mit einem Leerzeichen als Namen werden von vielen FTP-Clients ignoriert). Diese so erstellten Ordner werden auch oft dazu verwendet sogenannte Warez auf den Server hochzuladen, die dann zum Beispiel in Foren angeboten wird. Siehe auch
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Taggen aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
Weitere Tipps |