gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-Szene

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GrĂŒndung 1960
Auflösung 1970
Wiedervereinigung
Genre Rock, Pop
Website
GrĂŒndungsmitglieder
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Ehemalige Mitglieder
Live- und Session-Mitglieder

The Beatles waren die bekannteste englische Band der Beatmusik. Die Band formierte sich in Liverpool. Die Gruppe gilt mit bisher ca. 1,3 Milliarden verkauften TontrĂ€gern als die erfolgreichste und einflussreichste Band des 20. Jahrhunderts. Ihre Karriere begann 1962 und endete am 10. April 1970.

Die vier Mitglieder der Gruppe – oft als „Fab Four“ oder wegen ihrer Frisuren in den Anfangsjahren als „Pilzköpfe“ bezeichnet – waren:

In den Anfangstagen wirkten in der Gruppe mit:

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Bild:George Harrison 1974.jpg
George Harrison (1974)

FrĂŒhe Jahre (1957–1960)

Die spĂ€teren Beatles entwickelten sich Ende der 1950er-Jahre aus einer Reihe von VorlĂ€uferbands um den Liverpooler SchĂŒler John Lennon. Der musikbegeisterte 16-JĂ€hrige grĂŒndete zu Beginn des Jahres 1957 in Liverpool die Skiffle-Gruppe The Quarry Men, benannt nach seiner „Quarry Bank High School“. Erste Mitglieder dieser SchĂŒlerband waren neben Lennon (Gesang/Gitarre) der Gitarrist Eric Griffiths, der Schlagzeuger Colin Hanton, der Banjo-Spieler Rod Davis, der Bassist Len Garry und Pete Shotton am Waschbrett. Die Besetzung der Quarry Men, die bei privaten Feiern und Schulfesten ihre ersten Auftritte absolvierte, wechselte allerdings stĂ€ndig, was nicht unwesentlich am exzentrisch-launischen Bandleader lag. Zum Repertoire der Gruppe gehörten StĂŒcke damaliger Musik-GrĂ¶ĂŸen wie Buddy Holly, Eddie Cochran und Lonnie Donegan.

Der wohl wichtigste Tag der noch jungen Bandgeschichte ist der 6. Juli 1957, als die Quarry Men bei einem Gartenfest der Pfarrgemeinde von Liverpool-Woolton auftreten. Nach dem ersten der zwei Konzerte wird John Lennon von seinem Schulfreund Ivan Vaughan dem 15-jĂ€hrigen Paul McCartney vorgestellt. Lennon ist beeindruckt, als McCartney textsicher eine Version des Cochran-Songs Twenty Flight Rock zum Besten gibt. Wenige Tage spĂ€ter wird er in die Gruppe aufgenommen. Der erste gemeinsame Auftritt findet am 18. Oktober 1957 in der Liverpooler New Clubmoor Hall statt. Die Aufnahme von Paul McCartney bedeutet fĂŒr John Lennon einerseits den Verlust seiner unumschrĂ€nkten FĂŒhrungsposition, andererseits aber eine kĂŒnstlerische Konkurrenz auf Augenhöhe und eine gewinnbringende Quelle der Inspiration. Zum Ende des Jahres beginnen Lennon und McCartney mit dem Komponieren eigener StĂŒcke, das erste ist I Lost My Little Girl.

Am 6. Februar 1958 besucht George Harrison, ein 14-jĂ€hriger Freund von Paul McCartney, ein Konzert der Quarry Men in der Wilson Hall von Liverpool-Garston. Nachdem er wĂ€hrend einer Busfahrt John Lennon den Song Raunchy vorgespielt hat, wird auch er in die Gruppe aufgenommen. Aufgrund seines eher zurĂŒckhaltenden Charakters und des leichten Altersunterschiedes bleibt er aber bis auf Weiteres im Schatten von Lennon und McCartney, deren Freundschaft noch enger wird, als Lennons Mutter Julia am 15. Juli bei einem Autounfall ums Leben kommt. McCartneys Mutter war bereits 1956 an Brustkrebs gestorben.

Im August 1958 produzieren The Quarry Men, die inzwischen aus Lennon, McCartney, Harrison, Colin Hanton und dem Klavierspieler John Lowe bestehen, zu privaten Zwecken Probeversionen der Lieder That’ll Be the Day (eine Buddy-Holly-Komposition) und In Spite of All the Danger (eine McCartney/Harrison-Komposition) in einem Homerecordingstudio in Liverpool. Das einzige auf Platte gepresste Exemplar dieser ersten Aufnahmen der spĂ€teren Beatles wurde im Jahr 1981 von Lowe an Paul McCartney verkauft und 1995 im Rahmen der „Anthology“ erstmals veröffentlicht.

Um sich fĂŒr einen Auftritt im britischen Fernsehen zu qualifizieren, nehmen die Bandmitglieder im Herbst 1959 unter ihrem neuen Namen Johnny and The Moondogs wiederholt an einem Talentwettbewerb des Unternehmers Carroll Lewis teil. Nach drei erfolgreichen Ausscheidungsrunden ist ein Sieg bei der Endrunde in Manchester greifbar nahe, doch findet das Finale ohne die Moondogs statt, da die Gruppe aus finanziellen GrĂŒnden den letzten Zug nach Liverpool nehmen muss.

Zu Beginn des Jahres 1960 stĂ¶ĂŸt John Lennons Freund von der Kunstschule, der angehende Maler Stuart Sutcliffe, als Bassist zu den Moondogs. Der musikalisch unbedarfte Sutcliffe hatte sich auf Lennons Anraten hin vom Erlös eines seiner GemĂ€lde eine Bassgitarre gekauft. Kurze Zeit spĂ€ter wird die Gruppe in Anlehnung an die Buddy-Holly-Band The Crickets (Die Grillen) in The Silver Beatles umbenannt, wobei Beatles eine gedankliche Verbindung des Musikstils Beat und dem englischen Wort fĂŒr „KĂ€fer“, beetles, herstellt. In einem Artikel, den Lennon fĂŒr das Liverpooler Musikmagazin „Mersey Beat“ verfasste, behauptete er, die Idee sei ihnen durch einen Mann auf einem flambierten Kuchen gekommen, der ihnen in einer Vision erschienen sei.

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„Many people ask what are Beatles? Why Beatles? Ugh, Beatles, how did the name arrive? So we will tell you. It came in a vision – a man appeared on a flaming pie and said unto them ‚From this day on you are Beatles with an «A»‘. ‚Thank you, Mister Man‘, they said, thanking him.“
„Viele Leute fragen, was sind ‚Beatles‘? Warum Beatles? HĂ€? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – Ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, und zwar mit «A».‘ Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

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– John Lennon: Mersey Beat, 1961

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– Mersey Beat, 1961

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Im Mai 1960 begleiten die Silver Beatles den SĂ€nger Johnny Gentle auf einer Schottland-Tournee, die durch die Vermittlung des Managers Larry Parnes zustandegekommen war. Doch der erhoffte Durchbruch entwickelt sich zum Fiasko. WĂ€hrend der einwöchigen Reise muss sich die noch unbekannte Gruppe mit spĂ€rlichem Publikum, Hunger und Erschöpfung auseinandersetzen. Eines der zum Teil verwahrlosten Hotels muss wegen Geldmangel Hals ĂŒber Kopf verlassen werden. Zudem wird der damalige Schlagzeuger Tommy Moore bei einem Autounfall verletzt.

Im darauffolgenden August verzichtet die Gruppe auf den Zusatz Silver im Namen und nennt sich fortan The Beatles.

Lehrjahre in Hamburg und Liverpool (1960–1961)

Auf der Suche nach englischen Musikgruppen fĂŒr seine Hamburger Nachtlokale wendet sich der deutsche Veranstalter Bruno Koschmider im Sommer 1960 an seinen Liverpooler GeschĂ€ftspartner Allan Williams. Dieser hat zeitweise das Management der Beatles ĂŒbernommen und bietet ihnen ein entsprechendes Engagement an. Am 16. August 1960 kommen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Stuart Sutcliffe, sowie der wenige Tage zuvor rekrutierte Schlagzeuger Pete Best, in Hamburg an.

Bild:Indra-Club-Hamburg.png
Der Indra-Club im Jahr 2007

Vom 18. August 1960 an spielen die Beatles tĂ€glich im Indra Club an der berĂŒchtigten Großen Freiheit. Nach und nach passen sich die Gruppenmitglieder dem spannungsgeladenen Umfeld aus Gewalt, Alkohol, Drogen und Sex an. Durch die bis zu neun Stunden dauernden Arbeitstage werden Repertoire, SpontaneitĂ€t und Selbstbewusstsein vergrĂ¶ĂŸert. Die Aufforderung des Clubbesitzers, eine „Schau“ zu machen, mĂŒndet in wĂŒsten BĂŒhnenauftritten, die das Publikum anlocken und die Band zum angesagtesten Geheimtipp der Großen Freiheit machen.

In Hamburg lernen die Beatles die Fotografen Astrid Kirchherr und JĂŒrgen Vollmer sowie den angehenden KĂŒnstler Klaus Voormann kennen, die spĂ€ter den Stil und das Auftreten der Gruppe in Bezug auf Kleidung und Frisuren („Pilzkopf“, engl. moptop) entscheidend prĂ€gen. Zudem ist Kirchherr, die sich besonders mit dem zurĂŒckhaltenden Bassisten Sutcliffe anfreundet, die erste, die die Band im Rahmen professioneller Fotoaufnahmen ablichtet. Der Beatles-Haarschnitt, die sogenannte Pilzkopf-Frisur, wurde von dem deutschen Fotografen JĂŒrgen Vollmer kreiert. Er selbst hatte sich diese Frisur geschnitten, lange bevor ihn Astrid Kirchherr und Klaus Voormann kennenlernten. In der Paul McCartney-Biografie „Many years from now” von Barry Miles wird McCartney wie folgt zitiert:

„
to get back to the haircut. I should know! We saw a guy in Hamburg, whose hair we liked. John and I were hitchhiking to Paris. We asked him to cut our hair like he did his. He was living in Paris. He was sort of an artsy guy, a photographer friend of everyone. His name was JĂŒrgen
”
„
um noch einmal auf den Haarschnitt zurĂŒckzukommen. Das sollte ich wissen! Wir haben einen Typen in Hamburg gesehen, dessen Frisur wir mochten. John und ich sind nach Paris getrampt. Wir haben ihn gebeten, uns die Haare genau wie seine zu frisieren. Er lebte in Paris. Er war so eine Art KĂŒnstler, ein befreundeter und bei allen beliebter Fotograf, der JĂŒrgen hieß
”

Auch in einem von John Lennon 1967 gegebenem Interview – zitiert in „The Beatles Anthology“ – heißt es:

„JĂŒrgen had a flattened-down hairstyle with a fringe in the front, which we rather took to. We went over to his place and there and then he cut – hacked would be a better word – our hair into the same style.”
„JĂŒrgen hatte nach unten gekĂ€mmte Haare mit Pony, was uns ziemlich gut gefiel. Wir sind zu seiner Wohnung und wurden dort von ihm auf die gleiche Art frisiert – wobei das Wort ‚zerschnippelt‘ wohl passender wĂ€re.“

Vollmer erinnerte sich in einem Interview an das Treffen mit Lennon und McCartney im September 1961:

„They glanced at my hair and said ‚Yes, we want that funny haircut too‘.“
„Sie blickten auf meine Frisur und sagten ‚Ja, so einen komischen Haarschnitt möchten wir auch‘.“

Weil der Indra Club wegen Ruhestörung geschlossen werden muss, ziehen die Beatles Anfang Oktober in den Kaiserkeller um. Hier tritt auch die ebenfalls aus Liverpool stammende Gruppe Rory Storm & the Hurricanes mit ihrem Schlagzeuger Ringo Starr auf. Am 15. Oktober 1960 vereinigen sich die beiden Gruppen zu einer privaten Aufnahme des Titels Summertime in einem kleinen Studio an der Kirchenallee. Im Laufe der Jahre gehen allerdings alle neun gepressten Platten dieser ersten gemeinsamen Produktion von Lennon, McCartney, Harrison und Starr verloren.

Ende November mĂŒssen die Beatles wegen der MinderjĂ€hrigkeit von George Harrison (der zu diesem Zeitpunkt erst 17 Jahre alt war) und einer angeblichen Brandstiftung durch Paul McCartney und Pete Best Deutschland verlassen. Nur Stuart Sutcliffe bleibt bei seiner Freundin Astrid Kirchherr in Hamburg, wo er am 10. April 1962 im Alter von nur 21 Jahren an einer Hirnblutung stirbt. In den folgenden zwei Jahren absolvieren die Beatles noch vier weitere Spielzeiten in der Hansestadt, davon eine im Top Ten Club, die restlichen im renommierten Star-Club.

Am 27. Dezember 1960 spielen die Beatles ein Konzert in der Liverpooler Litherland Town Hall, bei dem die Gruppe ihren Status als „beste Band der Stadt“ festigt und erste Anzeichen der aufkommenden PopularitĂ€t zu spĂŒren bekommt. Bei diesem Auftritt wird Sutcliffe durch den Studenten Chas Newby vertreten. Wenig spĂ€ter ĂŒbernimmt Paul McCartney endgĂŒltig die Rolle des Bassisten, und die Beatles werden zu einer Vier-Mann-Band.

Die nachhaltige Wirkung ihres Konzertes in der Litherland Town Hall ermöglicht den Beatles Auftritte in zahlreichen Clubs von Liverpool und die damit verbundene Steigerung ihres Bekanntheitsgrades. Am 9. Februar 1961 feiern Lennon, McCartney, Harrison und Best ihr DebĂŒt im Cavern Club, einem rauchig-dĂŒsteren Kellerlokal in der Mathew Street, das schnell zum Stammlokal der Gruppe wird und heute durch 292 nachgewiesene Auftritte einen Kultstatus innehat.

WĂ€hrend ihres zweiten Deutschland-Aufenthaltes begleiten die Beatles im Juni 1961 den britischen SĂ€nger Tony Sheridan bei einigen Aufnahmen fĂŒr die Plattenfirma Polydor in der Friedrich-Ebert-Halle, darunter die StĂŒcke My Bonnie, Ain’t She Sweet und das Harrison/Lennon-InstrumentalstĂŒck Cry for a Shadow. Diese ersten professionellen Sessions der Gruppe (spĂ€ter auf den deutschen Veröffentlichungen als „Beat Brothers“ bezeichnet) werden von dem deutschen Komponisten und Bandleader Bert Kaempfert produziert.

Brian Epstein und George Martin (1961–1962)

Am 28. Oktober 1961 wird Brian Epstein, der Liverpooler GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Plattenfirma NEMS, von einem Kunden beauftragt, ein Exemplar der in Deutschland erschienenen Tony Sheridan/Beatles-Single My Bonnie zu beschaffen. Nach weiteren Anfragen recherchiert Epstein nach dem Aufenthaltsort der Gruppe. Am 9. November 1961 besucht er mit seinem Assistenten Alistair Taylor ein Beatles-Konzert im Cavern Club. Er ist beeindruckt von der Ausstrahlung der Bandmitglieder und bietet ihnen einige Wochen spĂ€ter an sie zu managen. Die Übernahme des Managements durch Brian Epstein bedeutet fĂŒr John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best, die bisher in Lederkluft und ohne festes Programm aufgetreten waren, weitreichende StilverĂ€nderungen. Epstein besteht auf ordentlichen AnzĂŒgen, einem festen BĂŒhnenprogramm und angemessenem Verhalten auf der BĂŒhne. Am 9. Dezember 1961 geben die Beatles im Palais Ballroom von Aldershot vor gerade mal achtzehn Zuschauern ihr SĂŒdengland-DebĂŒt.

Brian Epstein ermöglicht den Beatles einen Vorspieltermin bei der Plattenfirma Decca in London, wo die Gruppe am 1. Januar 1962 fĂŒnfzehn StĂŒcke zum Besten gibt (darunter Money, Till There Was You und Besame Mucho). Schließlich entscheiden sich die Decca-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Mike Smith und Dick Rowe aber doch fĂŒr „Brian Poole & The Tremeloes“, da nach ihrer Meinung „Gitarrengruppen aus der Mode kommen“ wĂŒrden.

Am 7. MĂ€rz 1962 produzieren die Beatles in Manchester zum ersten Mal StĂŒcke fĂŒr eine Radiosendung der BBC. Drei Monate spĂ€ter, am 6. Juni 1962, steht ein weiterer Vorspieltermin in den Londoner Abbey Road Studios an, bei dem die Gruppe vor den Parlophone-Produzenten George Martin und Ron Richards auftritt. Lennon, McCartney, Harrison und Best spielen Besame Mucho, Love Me Do, P.S. I Love You und Ask Me Why. Nach der Session bietet Martin, der eigentlich nach einem SolokĂŒnstler mit Begleitgruppe im Stile von Cliff Richard und The Shadows fĂŒr sein Label gesucht hatte, den Beatles einen Plattenvertrag an.

Kurz vor den ersten Plattenaufnahmen entlassen die Beatles ĂŒberraschend den beim Publikum beliebten Schlagzeuger Pete Best und ersetzen ihn durch Ringo Starr, der mit seiner Gruppe Rory Storm & the Hurricanes gerade in Skegness aufgetreten war. Die GrĂŒnde fĂŒr die Trennung von Best wurden nie vollstĂ€ndig geklĂ€rt. Der Drummer war wegen mangelnder Kontaktfreudigkeit wohl eher ein Außenseiter innerhalb der Band, zudem hatte sich George Martin nach den ersten Probeaufnahmen ebenfalls fĂŒr einen Wechsel ausgesprochen. Das erste gemeinsame Konzert von Lennon, McCartney, Harrison und Starr findet am 18. August 1962 in der Hulme Hall von Birkenhead statt.

Am 22. August 1962 werden die Beatles bei einem Auftritt im Cavern Club von einem Granada-TV-Team gefilmt – der erste Fernsehauftritt der Gruppe. Einen Tag spĂ€ter heiratet John Lennon seine langjĂ€hrige Freundin Cynthia Powell im Mount Pleasent Office von Liverpool. An Silvester spielt die Gruppe ihr letztes Konzert im Star-Club in Hamburg.

Der Durchbruch (1962–1964)

Bild:Ringo.jpg
Ringo Starr (2007)

Am 5. Oktober 1962 erscheint mit Love Me Do die erste offizielle Single der Beatles in Großbritannien. Sehr zur Frustration des neuen Bandmitglieds Ringo Starr hatte Produzent George Martin den erfahrenen Sessiondrummer Andy White engagiert, der bei einer Aufnahme den Schlagzeugpart einspielte, letztlich erklĂ€rte Martin sich dann aber doch mit Ringo Starr einverstanden.

Love Me Do, eine Eigenkomposition, die John Lennon und Paul McCartney gegen das von Martin favorisierte How Do You Do It durchgesetzt hatten, steigt bis auf Rang 17 der britischen UK Top 40. Die zweite Single Please Please Me wird am 11. Januar 1963 veröffentlicht und schafft es bis auf Rang 2 der UK-Hitlisten.

Die Erfolge ihrer ersten Platten und die daraus resultierenden Radio- und Fernsehauftritte ermöglichen den Beatles zunehmend Gastspiele auch außerhalb des Einzugsgebietes Liverpools. Die neuen Roadmanager Neil Aspinall – ein alter Freund von Pete Best – und Malcolm „Mal“ Evans, der ehemalige TĂŒrsteher des Cavern Club, transportieren die Gruppenmitglieder mit ihren Instrumenten in einem gebraucht erstandenen Kleinbus zu ihren Auftrittsorten.

Am 2. Februar 1963 starten die Beatles im Gaumont von Bradford als Vorgruppe der 16-jĂ€hrigen SĂ€ngerin Helen Shapiro ihre erste professionelle Tournee durch Großbritannien. Mit dabei sind auch Dave Allen, Danny Williams und Kenny Lynch. Die zweite Tour zeigt die Band vom 9. MĂ€rz an neben Tommy Roe und Chris Montez. Nach ersten Zuschauerreaktionen werden die Beatles bereits einen Tag spĂ€ter als Hauptgruppe angekĂŒndigt. Es folgen hochkarĂ€tige Auftritte bei der „Swinging Sound“-Show in der Londoner Royal Albert Hall (18. April 1963) und vor 10.000 Zuschauern im Rahmen des „NME-Poll-Winners’“-Konzerts im Empire Pool von Wembley (21. April 1963).

Das erste offizielle Beatles-Album Please Please Me erscheint am 22. MĂ€rz 1963. Lennon, McCartney, Harrison und Starr hatten die LP am 11. Februar innerhalb von nur zwölf Stunden in den Abbey-Road-Studios aufgenommen und dabei vorwiegend StĂŒcke aus ihrem Live-Repertoire verwendet, darunter I Saw Her Standing There, Do You Want to Know a Secret und Twist and Shout. Please Please Me steigt, wie alle folgenden Beatles-LPs bis 1970 (mit Ausnahme von Yellow Submarine 1969), an die Spitze der britischen Hitlisten.

Am 8. April 1963 wird John Lennons Sohn Julian in Liverpool geboren.

Die dritte Single From Me to You erscheint am 11. April 1963. Die A-Seite wurde von John Lennon und Paul McCartney im Tourbus komponiert. Die Platte erreicht wenig spĂ€ter mit 650.000 verkauften Exemplaren die Spitze der britischen Hitpararade und stellt den Beginn einer eindrucksvollen Erfolgsserie dar: Bis zum Februar 1967 werden die Beatles mit ihren Singles ohne Ausnahme den ersten Platz der britischen Hitlisten erobern.

Das erste Treffen der Beatles mit den noch eher unbekannten Rolling Stones, die kurz vor der Veröffentlichung ihrer ersten Single stehen, findet am 14. April 1963 im Crawdaddy Club des Londoner Station-Hotels statt. SpĂ€ter ĂŒberlassen John Lennon und Paul McCartney, die sich mit Mick Jagger und Keith Richards angefreundet hatten, der Gruppe ihre Komposition I Wanna Be Your Man. Der Titel erscheint als zweite Single der Rolling Stones und erreicht Platz 12 der britischen Hitparade.

Vom 18. Mai bis zum 9. Juni 1963 absolvieren die Beatles ihre dritte England-Tournee, diesmal an der Seite von Roy Orbison und Gerry & the Pacemakers. Auch Orbison tritt nach der ersten Show zugunsten der Beatles als Headliner zurĂŒck. WĂ€hrend der Tour erhĂ€lt die Gruppe mit „Pop Go To The Beatles“ eine eigene, wöchentlich ausgestrahlte Radiosendung bei der BBC. Im Juli und August folgen fĂŒnf je einwöchige Gastspiele in Ferienorten (u. a. in Margate und Bournemouth).

Wegen der Aufnahmesessions in den Abbey-Road-Studios und den zahlreichen Auftritten in Radiosendungen hatten die Beatles bereits zu Beginn des Jahres ihren Lebensmittelpunkt nach London verschoben. Besuche in Liverpool wurden wegen des eng gestrickten Terminplans immer seltener. Am 3. August 1963 spielt die Gruppe vor 274 Zuschauern ihr letztes Konzert im Cavern Club.

Mit dem stetig steigenden Bekanntheitsgrad macht der Gruppe die ekstatische und zunehmend außer Kontrolle geratende Verehrung seitens der weiblichen Fans zu schaffen, die nach der Veröffentlichung der nĂ€chsten Single She Loves You am 23. August 1963 ungeahnte Ausmaße erreicht. Öffentliche Auftritte geraten zu Massenveranstaltungen, viele der Konzerttheater können nur noch mit starkem Polizeischutz erreicht und wieder verlassen werden. She Loves You avanciert mit 1,6 Millionen verkauften Exemplaren zur bis dato meistverkauften britischen Single ĂŒberhaupt.

Der endgĂŒltige Durchbruch gelingt den Beatles am 13. Oktober 1963 mit einem Auftritt in der populĂ€ren ATV-Sendung „Sunday Night At The London Palladium“, der von fĂŒnfzehn Millionen Menschen gesehen wird. Hunderte von kreischenden Fans verursachen ein Verkehrschaos vor dem Theater. Nach ausgiebigen Fernseh-, Radio- und Presseberichten wird die Hysterie, genannt „Beatlemania“, zum SelbstlĂ€ufer.

Ende Oktober 1963 absolvieren die Beatles eine kurze Schweden-Tournee, die Auftritte in Stockholm, BorĂ„s und Eskilstuna einschließt, dazu Rundfunk- und Fernsehaufnahmen fĂŒr die örtliche Presse. Nur einen Tag nach ihrer RĂŒckkehr geht die Gruppe am 1. November 1963 erneut auf Großbritannien-Tournee, diesmal von Anfang an als Hauptgruppe. Die teilweise chaotische Tour wird von starken PolizeikrĂ€ften begleitet, die den hysterischen Sympathiebekundungen weiblicher AnhĂ€nger entgegenwirken sollen. Um den Fans zu entkommen, verkleiden sich die Beatles in Birmingham als Polizisten. In Plymouth gelingt die Flucht durch das Kanalsystem der Stadt, wĂ€hrend die Polizei auf den Straßen Wasserwerfer einsetzt.

Am 4. November 1963 spielen die Beatles im Rahmen der alljĂ€hrlichen „Royal Command Performance“ vor der britischen Königinmutter Elizabeth, Lord Snowdown und Prinzessin Margaret im Londoner Prince of Wales Theatre. Zum Programm gehören auch Auftritte von Marlene Dietrich und Harry Secombe. Das letzte StĂŒck, Twist and Shout, kĂŒndigt John Lennon mit den berĂŒhmt gewordenen Worten an:

„For our last number I’d like to ask your help: Will the people in the cheaper seats clap your hands? And the rest of you, if you’ll just rattle your jewellery!“
„FĂŒr unser letztes StĂŒck bitte ich Sie um Ihre Mithilfe: Könnten die Leute auf den billigen PlĂ€tzen mitklatschen? Der Rest von Ihnen klappert einfach mit den Juwelen!“

Lennons Ansage wird als versteckte Kritik am Establishment interpretiert.

Das zweite Beatles-Album With the Beatles erscheint am 22. November 1963. Die LP enthĂ€lt neben sieben Cover-Versionen (u. a. Roll Over Beethoven von Chuck Berry) die Lennon/McCartney-StĂŒcke All My Loving und I Wanna Be Your Man, sowie die erste George Harrison-Komposition Don’t Bother Me. Am 29. November folgt die Single I Want to Hold Your Hand, fĂŒr die es allein in England eine Million Vorbestellungen gibt.

Vom 24. Dezember 1963 bis zum 11. Januar 1964 treten die Beatles im Rahmen einer eigens einstudierten „Christmas Show“ mit Musik und Sketchen im Londoner Finsbury Park Astoria auf. Mit dabei sind u. a. Cilla Black und Billy J. Kramer & the Dakotas. Anschließend folgt ein dreiwöchiges Gastspiel im Olympia Theater von Paris, dort allerdings nur als Vorgruppe der damals in Frankreich sehr populĂ€ren KĂŒnstler Trini Lopez und Sylvie Vartan. In den örtlichen PathĂ©-Marconi-Studios nehmen die Beatles die StĂŒcke Can’t Buy Me Love sowie Komm Gib Mir Deine Hand und Sie Liebt Dich auf, die fĂŒr eine Veröffentlichung auf dem deutschen Markt gedacht sind.

Amerika und die Welt (1964–1965)

Bereits kurz nach den ersten Erfolgen der Beatles hatte ihr Manager Brian Epstein versucht, die Gruppe auch auf dem US-amerikanischen Markt zu etablieren. Doch die Veröffentlichungen der Singles Please Please Me, From Me to You und She Loves You durch Capitol blieben in den USA weitgehend unbeachtet. Infolgedessen weigerten sich Lennon, McCartney, Harrison und Starr, in den Staaten aufzutreten, bevor dort eine Nummer 1 in der Hitparade verbucht werden konnte. Britische Musiker hatten es in den USA traditionell schwer gehabt. Völlig unerwartet erreicht die Gruppenmitglieder am 17. Januar 1964 in ihrem Pariser Hotelzimmer die Nachricht, dass mit I Want to Hold Your Hand die Eroberung der Spitzenposition in den US-Hitlisten gelungen ist.

Am 7. Februar 1964 landen die Beatles in einem PanAm-Flugzeug auf dem New Yorker John F. Kennedy Airport, wo sie auf dem Rollfeld von 5.000 Fans und 200 Journalisten empfangen werden. Im FlughafengebĂ€ude findet eine große Pressekonferenz statt, die die Gruppe in ihrer gewohnt flapsig-humorvollen Art und Weise meistert:

Q: „Will you sing something?“ („Singen Sie etwas fĂŒr uns?“)
Lennon: „No, we need money first.“ („Nein, nicht ohne vorherige Bezahlung.“)
Q: „What is the secret of your success?“ („Was ist das Geheimnis Ihres Erfolgs?“)
Starr: „We have a press agent.“ („Wir haben einen Pressesprecher.“)
Q: „What do you think of the campaign in Detroit to stamp out the Beatles?“ („Was meinen Sie zur Kampagne in Detroit, die Beatles auszulöschen?“)
McCartney: „We have a campaign to stamp out Detroit.“ („Wir haben eine Kampagne, um Detroit auszulöschen.“)
Q: „What do you believe is the reason you are the most popular singing group today?“ („Was ist Ihrer Meinung der Grund dafĂŒr, dass sie momentan die populĂ€rste Musikgruppe sind?“)
Lennon: „We've no idea. If we did we'd get four long-haired boys, put them together, and become their managers.“ („Wir haben keine Ahnung. Wenn wir es wĂŒssten, wĂŒrden wir vier langhaarige Jungs suchen und sie managen.“)
Q: „What do you do when you're cooped up in a hotel room between shows?“ („Was machen Sie, wĂ€hrend sie im Hotelzimmer auf ihre Auftritte warten?“)
Harrison: „We ice-skate.“ („Wir laufen Schlittschuh.“)
Q: „How did you find America?“ ([Hier sind zwei Deutungen möglich, Lennon antwortete absichtlich auf die vom Fragesteller nichtgemeinte Möglichkeit.] „Wie fanden Sie Amerika?“ [Der Frager wollte eigentlich wissen: „Wie gefĂ€llt Ihnen Amerika?“]
Lennon: „We went to Greenland and made a left turn.“ („Wir sind bei Grönland links abgebogen.“)

Am 9. Februar 1964 treten die Beatles mit fĂŒnf StĂŒcken (All My Loving; Till There Was You; She Loves You; I Saw Her Standing There; I Want to Hold Your Hand) in der populĂ€ren „Ed Sullivan Show“ auf. Die Live-Sendung wird von 73,7 Millionen Zuschauern an den Fernsehschirmen verfolgt und fĂŒhrt nachweislich zu einem zehnminĂŒtigen RĂŒckgang der landesweiten KriminalitĂ€tsrate. WĂ€hrend der Show verliest der Moderator Ed Sullivan ein GlĂŒckwunschtelegramm von Elvis Presley und dessen Manager Tom Parker. Nach Konzerten in Washington und in der New Yorker Carnegie Hall fliegt die Gruppe nach Miami Beach (Florida), wo wĂ€hrend eines Kurz-Urlaubs ein Treffen mit dem Boxer Cassius Clay stattfindet. Nach einem weiteren Auftritt in der „Ed Sullivan Show“ am 16. Februar kehren die Beatles am 22. Februar 1964 nach London zurĂŒck.

Bis heute unerreicht ist die musikalische Dominanz, mit der die Beatles im MĂ€rz 1964 die Hitlisten beherrschen: In den USA besetzen sie die ersten fĂŒnf PlĂ€tze der Single-Hitparade (an der Spitze die am 16. MĂ€rz 1964 mit 1,7 Millionen Vorbestellungen veröffentlichte Single Can’t Buy Me Love), in Australien sind es sogar die ersten sechs RĂ€nge. Zudem ist die Gruppe mit sieben weiteren StĂŒcken in den US-Top 100.

Wegen des anhaltenden Erfolges wird den Beatles geraten, sich auch im FilmgeschĂ€ft zu versuchen. Am 2. MĂ€rz 1964 beginnen auf dem Londoner Marylebone-Bahnhof unter der Regie von Richard Lester die Dreharbeiten fĂŒr die Musikkomödie Yeah Yeah Yeah (Originaltitel: A Hard Day’s Night). Den Titelsong A Hard Day’s Night komponiert John Lennon nach einer von Ringo Starr erfundenen Redewendung: Jener ging nach einem langen Arbeitstag aus dem Aufnahmestudio und wollte sagen „It’s been a hard day“, doch noch wĂ€hrend er es sagte, bemerkte er, dass es bereits dunkel war und fĂŒgte in seiner typischen Art ein „’s night“ an. Der Schwarzweißfilm feiert am 6. Juli 1964 in London Weltpremiere und wird zu einem Kassenschlager. Am 10. Juli erscheinen das dazugehörige Soundtrack-Album, das erstmals nur Kompositionen von Lennon und McCartney enthĂ€lt (u. a. I Should Have Known Better, And I Love Her und If I Fell), und die Single A Hard Day’s Night.

John Lennon hatte schon seit seiner Kindheit eigene Gedichte und Kurzgeschichten verfasst. Am 23. MĂ€rz 1964 veröffentlicht er sein erstes Buch In His Own Write (dt.: „In seiner eigenen Schreibe“. Ein Jahr spĂ€ter folgt A Spaniard In The Works (dt.: „Ein Spanier macht noch keinen Sommer“).

Nach einem knapp einmonatigen Urlaub gehen die Beatles ab 4. Juni 1964 erstmals auf Welttournee. Da Ringo Starr an einer schweren MandelentzĂŒndung leidet, wird er bei den Auftritten in Europa und Hongkong durch den Session-Schlagzeuger Jimmy Nicol ersetzt. Erst in Sydney trifft Starr wieder mit der Band zusammen. In Adelaide wird die Gruppe von 300.000 Fans in der Innenstadt empfangen – die grĂ¶ĂŸte Menschenmenge, die sich bis dato in Australien versammelt hatte.

Am 10. Juli 1964 kehren die Beatles fĂŒr die Nordengland-Premiere von Yeah Yeah Yeah nach Liverpool zurĂŒck, wo sie von 203.000 Menschen an den Straßen begrĂŒĂŸt werden. Zum Ende des Monats ist die Gruppe erneut in Schweden zu Gast.

Vom 19. August bis 20. September 1964 absolvieren die Beatles ihre erste große US-Tournee, die einem Triumphzug gleicht. Neben Auftritten in San Francisco, Kansas City, Dallas und New Orleans spielt die Gruppe am 23. August in der Hollywood Bowl von Los Angeles. Am 28. August besucht Bob Dylan die Band in ihrer Hotel-Suite in New York und fĂŒhrt sie in den Genuss von Marihuana ein.

Nur drei Wochen nach ihrer RĂŒckkehr starten die Beatles am 9. Oktober 1964 eine weitere, einmonatige Großbritannien-Tournee. Am 23. November wird die Single I Feel Fine veröffentlicht. Das Album Beatles for Sale erscheint am 4. Dezember 1964 und offenbart nach Meinung von Kritikern erste ErmĂŒdungserscheinungen. Nur acht von vierzehn StĂŒcken sind Eigenkompositionen, darunter Eight Days a Week, Baby’s in Black und I’m a Loser. TatsĂ€chlich ließen die vielen Konzerte und anderen Verpflichtungen den vier kaum Zeit neue Songs zu schreiben, was der Grund fĂŒr die sechs Cover-Versionen auf dem Album war. Das Jahr endet mit der zweiten Auflage der „Beatles Christmas Show“ im Londoner Hammersmith Odeon, die 39 Auftritte in drei Wochen beinhaltet.

Ringo Starr heiratet am 11. Februar 1965 seine Freundin Maureen Cox im Londoner Caxton Hall Register Office. Das Paar hatte sich 1962 im Liverpooler Cavern Club kennengelernt. Am 13. September 1965 wird der erste gemeinsame Sohn Zak geboren.

Am 23. Februar 1965 beginnen auf den Bahamas die Dreharbeiten fĂŒr den zweiten Beatles-Film Hi-Hi-Hilfe!, diesmal in Farbe. Regisseur ist erneut Richard Lester, zu den Nebendarstellern gehören Victor Spinetti und Eleanor Bron. Weitere Aufnahmen entstehen in Obertauern, London und auf dem Salisbury Plain in der NĂ€he von Stonehenge. Die eher seichte Slapstick-Komödie feiert am 29. Juli 1965 im Beisein von Prinzessin Margaret in London Weltpremiere. Die Single Help! erscheint am 19. Juli, das gleichnamige Soundtrack-Album Help! (u. a. mit You’ve Got to Hide Your Love Away, Another Girl und You’re Going to Lose that Girl) am 6. August 1965.

Die neunte Beatles-Single Ticket to Ride wird am 6. April 1965 veröffentlicht. Zwei Monate spĂ€ter, am 14. Juni produziert die Gruppe in den Abbey-Road-Studios mit Yesterday eines ihrer bekanntesten StĂŒcke. Paul McCartney hatte die Ballade mit dem Arbeitstitel Scrambled Eggs („RĂŒhreier“) nach einer Melodie geschrieben, die ihm eines Tages beim Aufwachen im Haus seiner Freundin Jane Asher eingefallen war. Obwohl die Beatles das als McCartney-Solo aufgenommene und mit Streichern unterlegte Lied nicht als Single, sondern nur im Rahmen der Help!-LP und auf einer EP veröffentlichen, gehört es heute zu den berĂŒhmtesten Pop-StĂŒcken der Musikgeschichte.

Vom 20. Juni bis zum 3. Juli 1965 absolvieren die Beatles eine zweiwöchige Europa-Tournee. Nur einen Monat spĂ€ter geht es erneut in die Vereinigten Staaten. Am 15. August 1965 spielt die Gruppe im ausverkauften New Yorker Shea Stadium vor 55.600 Zuschauern (darunter Mick Jagger, Keith Richards, Barbara Bach und Linda Eastman) den grĂ¶ĂŸten Live-Auftritt ihrer Karriere. Es ist das erste Mal, dass eine Popgruppe in einem offenen Stadion auftritt und die bis dahin grĂ¶ĂŸte zahlende Zuschauermenge bei einem Konzert. Der LĂ€rmpegel der weiblichen Fans ist wĂ€hrend der 30-minĂŒtigen Show so hoch, dass weder die Zuschauer noch die Beatles die Musik hören können.

Nachdem sich die Beatles wĂ€hrend der Tournee bereits mit Stars wie Bob Dylan, Del Shannon, Joan Baez, Peter Fonda und Peter, Paul and Mary getroffen hatten, findet am 27. August 1965 das langerwartete Treffen mit ihrem Idol Elvis Presley in dessen Haus in Bel Air (Los Angeles) statt. Man unterhĂ€lt sich und geht schließlich zu einer Jamsession ĂŒber. Angeblich wird dabei eine Coverversion von You’re My World auf Band mitgeschnitten.

Am 12. Juni 1965 gibt das britische Königshaus bekannt, dass die Beatles fĂŒr ihre Verdienste um das Land von Königin Elisabeth II. mit dem MBE-Orden ausgezeichnet werden. Mehrere honorierte Kriegsveteranen geben daraufhin aus Protest ihre Orden zurĂŒck. Die Ehrung findet am 26. Oktober 1965 im Londoner Buckingham Palace statt. 4.000 Fans und Journalisten harren vor dem GebĂ€ude aus.

Neue KlĂ€nge und das Ende der Tourneen (1965–1967)

Am 3. Dezember 1965 veröffentlichen die Beatles die Doppel-A-Seiten-Single We Can Work It Out / Day Tripper und das Album Rubber Soul. Die StĂŒcke der LP (u. a. Drive My Car, Nowhere Man, Girl und In My Life) lassen erste Anzeichen eines musikalisch-geistigen Reifungsprozesses der Gruppenmitglieder erkennen. Bei Norwegian Wood (This Bird Has Flown) spielt George Harrison auf einer Sitar, einem indischen Instrument, das er wĂ€hrend der Dreharbeiten zu Hi-Hi-Hilfe! kennenlernte. Paul McCartney steuert mit Michelle eine bei Kritikern hoch angesehene englisch-französische Ballade bei. Zu einigen der Lieder drehen die Beatles erstmals so genannte „Promofilme“, ein VorlĂ€ufer des Video-Clips.

Zur selben Zeit starten die Beatles ihre sechste und letzte Großbritannien-Tournee (u. a. mit „The Moody Blues“ als Vorgruppe). WĂ€hrend dieser Tour bestreiten sie auch den letzten Auftritt in ihrer Heimatstadt Liverpool am 5. Dezember 1965. Viele ihrer Freunde und Verwandten sitzen im Publikum.

Am 21. Januar 1966 heiratet George Harrison in Esher seine Freundin Pattie Boyd, die als Nebendarstellerin im Film Yeah! Yeah! Yeah! (A Hard Day’s Night) mitgewirkt hatte. Paul McCartney und Manager Brian Epstein agieren als Trauzeugen. Am 1. Mai 1966 stehen die Beatles im Rahmen des „NME Poll Winners’“-Konzerts zum letzten Mal auf einer britischen KonzertbĂŒhne. Einige Aufregung verursacht im Juni 1966 die Veröffentlichung des US-Albums Yesterday and Today. Das Coverfoto zeigt die Beatles inmitten von rohem Fleisch und zerbrochenen Puppen („Butcher Cover“). Nach scharfen Protesten aus der Öffentlichkeit wird die LP zurĂŒckgezogen und erscheint mit einem neuen Cover. Am 10. Juni 1966 kommt die Single Paperback Writer in die LĂ€den.

Vom 24. Juni bis zum 4. Juli 1966 absolvieren die Beatles eine weitere Welt-Tournee, die auch sechs Konzerte an drei Tagen in Deutschland umfasst (MĂŒnchen, Essen und – zum letzten Mal am 26. Juni – Hamburg). FĂŒr Unfrieden sorgen Proteste von Traditionalisten in Japan, die einen Auftritt der Gruppe in der vorwiegend der Kampfkunst vorbehaltenen Budokan Hall von Tokio ablehnen. In Manila spielt die Gruppe zwei Konzerte vor insgesamt 80.000 Zuschauern. Die Tour endet mit einem Eklat, als Brian Epstein im Namen der Band eine Einladung der philippinischen Diktatoren-Gattin Imelda Marcos zum Abendessen ablehnt. WĂ€hrend der darauffolgenden hastigen Abreise werden die Beatles und ihre Mitarbeiter auf dem Flughafen der Hauptstadt von „SicherheitskrĂ€ften“ attackiert. Ringo Starr geht nach einem Kinnhaken zu Boden, ein Chauffeur erleidet einen Rippenbruch.

Die Veröffentlichung der LP Pet Sounds durch die Beach Boys spornt Lennon und McCartney zu neuen Höchstleistungen an: Am 5. August 1966 erscheint das Album Revolver, mit dem die Beatles in Bezug auf Klang und instrumentaler Bandbreite musikalisches Neuland betreten. Das Cover des Albums wurde von Klaus Voormann gestaltet. Die langwierig ausgefeilten, teilweise auch unter Drogeneinfluss entstandenen StĂŒcke, darunter Eleanor Rigby, Good Day Sunshine, I’m Only Sleeping, For No One und das psychedelisch angehauchte Tomorrow Never Knows, wurden aufwĂ€ndig mit klassischen Elementen und Tonbandschleifen aus dem Studio angereichert. Gleichzeitig wird die populĂ€re Single Yellow Submarine veröffentlicht, ein Kinderlied, das Paul McCartney fĂŒr den stimmlich etwas eingeschrĂ€nkten Ringo Starr komponiert hatte. Die Platte erreicht in den USA nur Rang 2 der Hitlisten.

Am 12. August 1966 starten die Beatles in Chicago ihre vierte US-Tournee. Die Vorkommnisse in Asien und die Tatsache, dass durch den enormen LĂ€rmpegel wĂ€hrend der Auftritte kaum noch Musik zu hören ist, sorgen bei den Gruppenmitgliedern zunehmend fĂŒr Verdrossenheit. Neue Aufregung entsteht durch die Veröffentlichung einer Bemerkung John Lennons aus einem frĂŒheren Interview, wonach die Beatles „schon jetzt populĂ€rer als Jesus“ seien. Nach nervenaufreibenden Pressekonferenzen, öffentlichen Plattenverbrennungen und Demonstrationen des Ku-Klux-Klans entschließt sich die Gruppe, nicht mehr auf Tournee zu gehen und ihre Arbeit ausschließlich ins Studio zu verlegen. Die Tournee endet am 29. August 1966 mit einem Konzert vor 25.000 Zuhörenden (Eintrittspreis damals 5 US$) im Candlestick Park von San Francisco.

Im Herbst 1966 gönnen sich die Beatles einen fast dreimonatigen Urlaub, der einen radikalen Imagewandel nach sich zieht. John Lennon wird in Celle, wo er fĂŒr den Richard-Lester-Film Wie ich den Krieg gewann vor der Kamera steht, der Pilzkopf gestutzt. Die AnzĂŒge der Live-Shows gehören der Vergangenheit an und werden durch farbenfrohe Kleidung ersetzt. Zudem lassen sich die vier Bandmitglieder einen Schnurrbart stehen.

Allen TrennungsgerĂŒchten zum Trotz beginnt die Gruppe am 24. November 1966 mit den Aufnahmen fĂŒr ein neues Album. Am 13. Februar 1967 erscheint die Doppel-A-Seiten-Single Strawberry Fields Forever/Penny Lane, auf der sich die Beatles musikalisch-nostalgisch ihrer Heimatstadt Liverpool widmen. Erstmals seit 1963 erreicht die Platte nicht die Spitze der britischen Hitparade, sondern bleibt auf Rang 2 stehen, was darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, dass die Verkaufszahlen der Single durch zwei geteilt werden um somit als zwei einzelne Singles in den UK-Charts gefĂŒhrt werden zu können.

FĂŒnf Monate lang arbeiten Lennon, McCartney, Harrison und Starr in den Abbey Road-Studios an ihrer LP Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, die bei Kritikern als Meisterwerk gilt und als eines der ersten Konzeptalben in die Musikgeschichte eingeht. Die unbegrenzt verfĂŒgbare Aufnahmezeit ermöglicht es den Beatles, alle verfĂŒgbaren Studio-Ressourcen einzusetzen und wochenlang an einzelnen Musik- oder Text-Passagen zu feilen. Es entstehen StĂŒcke wie With a Little Help from My Friends, Lucy in the Sky with Diamonds und When I’m Sixty-Four. An den Aufnahmen zu A Day in the Life wirkt ein 41-köpfiges Orchester mit. FĂŒr das Cover-Foto lassen sich die Beatles in KostĂŒmen vor einer Bilderwand berĂŒhmter Persönlichkeiten (u. a. Stan Laurel, Mae West, Bob Dylan, Shirley Temple, Aleister Crowley und Marlon Brando) ablichten. Begleitet von großem Medieninteresse wird Sgt. Pepper am 1. Juni 1967 veröffentlicht.

Peace & Revolution (1967–1968)

Nachdem Bob Dylan die Beatles 1964 mit der Droge Marihuana bekannt gemacht hatte, griffen die Gruppenmitglieder im Laufe der Zeit auch zu hÀrteren Drogen. John Lennon und George Harrison waren bereits 1965 mit LSD in Kontakt gekommen. Paul McCartney gibt im Juni 1967 wÀhrend eines Fernsehinterviews öffentlichkeitswirksam bekannt, viermal LSD konsumiert zu haben.

Am 25. Juni 1967 treten die Beatles mit der von Lennon komponierten Friedenshymne All You Need Is Love in der per Satellit weltweit ĂŒbertragenen BBC-Fernsehsendung „Our World Live“ auf, die von 400 Millionen Zuschauern gesehen wird. Zu den GĂ€sten in den Abbey-Road-Studios, wo die Aufnahmen stattfinden, gehören Mick Jagger, Keith Richards, Eric Clapton, Keith Moon und Marianne Faithfull. Die Single All You Need Is Love wird am 7. Juli 1967 veröffentlicht. Sie bringt die Gruppe beiderseits des Atlantiks an die Spitze der Hitparaden zurĂŒck.

Ende Juli 1967 verbringen die Mitglieder der Beatles mit ihren Frauen einen gemeinsamen Urlaub in Griechenland. Die Idee zum Kauf einer privaten Insel und die damit verbundene Einrichtung eines Aufnahmestudios wird verworfen, nachdem die griechische Regierung den Besuch als Touristenwerbung missbraucht. Am 19. August 1967 wird Ringo Starrs zweiter Sohn Jason in London geboren.

Auf Pattie Harrisons Anregung hin besuchen die Beatles am 24. August 1967 einen Vortrag des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, der in London fĂŒr die Techniken der Transzendentalen Meditation wirbt. Die Gruppe wird zu einem EinfĂŒhrungs-Wochenende nach Bangor eingeladen. Mit dabei sind auch Mick Jagger und Marianne Faithfull. WĂ€hrend des Kurses erhalten die Beatles die Nachricht, dass ihr Manager Brian Epstein am 27. August 1967 tot in seiner Wohnung aufgefunden worden ist.

Geschockt vom Tod ihres Freundes beginnen die Beatles am 11. September 1967 mit den Dreharbeiten fĂŒr ihren dritten Film Magical Mystery Tour. Die psychedelische Komödie nach einer Idee von Paul McCartney entsteht völlig ohne Drehbuch. McCartney ĂŒbernimmt weitgehend die Rolle des Regisseurs, was bei Lennon und Harrison fĂŒr Verstimmungen sorgt. Das Soundtrack-Album Magical Mystery Tour (u. a. mit The Fool on the Hill und I Am the Walrus) wird am 27. November in den USA veröffentlicht. Die Single Hello, Goodbye erschien bereits am 24. November. Am 26. Dezember 1967 feiert Magical Mystery Tour im BBC-Fernsehen Weltpremiere, um kurz darauf – als erster „Beatles-Flop“ – von Presse und Kritikern zerrissen zu werden.

Mitte Februar 1968 reisen die Beatles mit ihren Frauen nach Rishikesh (Indien), wo ein mehrwöchiger Meditationskurs des Maharishi stattfindet. Weitere Teilnehmer sind Mia Farrow, Mike Love und Donovan. Ringo Starr kehrt bereits Anfang MĂ€rz nach England zurĂŒck, Paul McCartney folgt drei Wochen spĂ€ter. John Lennon und George Harrison verlassen Indien erst Mitte April, nachdem Lennons Freund Yanni „Magic Alex“ Alexis Mardas das GerĂŒcht verbreitet hatte, der Maharishi habe Mia Ferrow und andere weibliche Kursteilnehmer sexuell belĂ€stigt – ein GerĂŒcht, das von Farrow selbst nie bestĂ€tigt wurde und fĂŒr das sich George Harrison spĂ€ter bei Maharishi entschuldigt haben soll.<ref>Nancy Cooke de Herrera: Die Weisen, Aquamarin-Verlag, 1995, S. 231f. ISBN 3-89427-068-3</ref><ref>Mia Farrow: What Falls Away, Bantam, 1991. ISBN 0-553-56466-8</ref><ref>Beatles spiritual guru ‚never made a pass at Mia Farrow‘. Telegraph.co.uk, 19. Februar 2006</ref>. WĂ€hrend des Indien-Aufenthalts erscheint am 15. MĂ€rz 1968 die an den Stil von Fats Domino angelehnte Single Lady Madonna. Die Zeit in Rishikesh war nach Ansicht von Paul Saltzman, Autor eines Bildbandes ĂŒber jene Zeit, die kreativste Zeit der Beatles: 48 Songs seien in diesen sieben Wochen komponiert worden.<ref>„The Beatles in Rishikesh – through Saltzman’s eyes,“ Reuters India, 18. April 2008</ref>

Am 11. Mai 1968 fliegen John Lennon und Paul McCartney nach New York, wo sie bei Pressekonferenzen und Fernsehauftritten das neue Beatles-Unternehmen „Apple“ vorstellen. Der Konzern mit Abteilungen fĂŒr Musik, Film und Kunst soll sich vorrangig der Entdeckung und Förderung von Talenten aller Art widmen. In der Folgezeit entwickelt sich Apple jedoch durch den mangelnden GeschĂ€ftssinn der Beatles und ihrer Mitarbeiter zum Millionengrab. Bereits im November 1967 war in London eine Apple-Boutique eröffnet worden, die jedoch mangels Einnahmen nach wenigen Monaten geschlossen werden musste. Zu den wenigen Lichtblicken gehören die Entdeckung der SĂ€ngerin Mary Hopkin und der Gruppe Badfinger durch Paul McCartney.

Die fortschreitende Liebesbeziehung John Lennons zu Yoko Ono – er hatte die japanische Avantgarde-KĂŒnstlerin am 9. November 1966 bei einer ihrer Londoner Ausstellungen kennengelernt – fĂŒhrt im Mai 1968 zur Trennung von Ehefrau Cynthia. Die Ă€ußerst enge Verbindung des jungen Paares wirkt sich schließlich auch negativ auf die Zusammenarbeit Lennons mit den anderen Beatles aus, da Ono darauf besteht, bei sĂ€mtlichen Studio-Aufnahmen der Gruppe anwesend zu sein.

Am 30. Mai 1968 beginnen die Beatles mit den Aufnahmen zu einem neuen Album. In Anbetracht der FĂŒlle der in Indien komponierten StĂŒcke entschließt man sich zur Produktion einer Doppel-LP. Die Arbeiten, die wegen des Termindrucks teilweise getrennt stattfinden, werden von einer zunehmend schlechten Stimmung zwischen den Gruppenmitgliedern geprĂ€gt. Neben der offenen Abneigung, die McCartney, Harrison und Starr gegenĂŒber Yoko Ono hegen, ist man sich auch ĂŒber die Single-Auskopplung des Lennon-Songs Revolution uneinig. Nach einem heftigen Streit verlĂ€sst Ringo Starr die Gruppe, kann aber zur RĂŒckkehr ĂŒberredet werden. Trotz aller Schwierigkeiten bewerkstelligen die Beatles die Aufnahme von Liedern wie Back in the USSR, Ob-La-Di, Ob-La-Da, Dear Prudence, Helter Skelter und Happiness Is a Warm Gun. Bei George Harrisons Komposition While My Guitar Gently Weeps wird die Gruppe von Eric Clapton unterstĂŒtzt, der das prĂ€gnante E-Gitarren-Solo spielt.

Yellow Submarine, ein Zeichentrickfilm, der auf dem gleichnamigen Lied basiert, feiert am 17. Juli 1968 in London Weltpremiere. Das dazugehörige Soundtrack-Album erscheint erst am 13. Januar 1969 und ist die einzige Beatles-LP, die nicht die Spitze der Charts erreicht - möglicherweise, weil die zweite Seite des Albums nur Instrumentalmusik im „Klassikstil“ von George Martin enthĂ€lt.

Mit der Veröffentlichung von Hey Jude am 26. August 1968 (jetzt auf dem Apple-Label) gelingt der Gruppe ein weiterer Welterfolg. Das von Paul McCartney komponierte StĂŒck ĂŒber die Situation von John Lennons Sohn Julian nach der Trennung seiner Eltern wird zur erfolgreichsten Beatles-Single ĂŒberhaupt. Am 4. September spielt die Gruppe das Lied in der britischen Fernsehsendung „Frost on Sunday“ – der letzte gemeinsame Fernsehauftritt der Beatles. Das Album The Beatles, wegen seines vollstĂ€ndig weißen Covers auch als „White Album“ bekannt, erscheint am 22. November 1968.

Am 1. November 1968 veröffentlicht George Harrison sein erstes Solo-Album Wonderwall Music, das den Soundtrack zum Film Wonderwall darstellt. Am 12. November folgen John Lennon und Yoko Ono mit ihrer Avantgarde-LP Unfinished Music No.1: Two Virgins, die vor allem wegen des Cover-Bildes, das Lennon und Ono nackt zeigt, fĂŒr Aufregung sorgt.

Die Trennung (1969–1970)

Am 2. Januar 1969 beginnen die Beatles in den Filmstudios von London-Twickenham mit den Dreharbeiten fĂŒr die Musik-Dokumentation Get Back (spĂ€ter: Let It Be). Nach der Idee von Paul McCartney soll die Gruppe bei der Produktion eines neuen Albums und der Ausarbeitung einer Live-Show von Kameras beobachtet werden. Die StĂŒcke sollen ohne Orchesterbegleitung und Doppelspur-Aufnahmen eingespielt werden. Regisseur ist Michael Lindsay-Hogg. Schon nach wenigen Tagen bilden sich erneut Spannungen zwischen den Bandmitgliedern. WĂ€hrend sich John Lennon zunehmend unbeteiligt zeigt und bei Entscheidungen Yoko Ono fĂŒr sich sprechen lĂ€sst, ĂŒbernimmt Paul McCartney wiederholt die Rolle des Produktionsleiters. George Harrison und Ringo Starr debattieren ĂŒber das Ausmaß der geplanten Live-Show. Am 10. Januar 1969 verlĂ€sst Harrison das Aufnahmestudio, nachdem er von McCartney vor laufenden Kameras fĂŒr sein Gitarrenspiel kritisiert worden war. Nach einem klĂ€renden GesprĂ€ch setzen Lennon, McCartney, Harrison und Starr die Dreharbeiten zwölf Tage spĂ€ter in den neu eingerichteten Londoner Apple-Studios fort. Mit dabei ist der Keyboarder Billy Preston, der zur Beruhigung der Situation beitrĂ€gt.

Bild:3 Savile Row.jpg
Savile Row 3, Ort des letzten Live-Auftrittes

Der geplante Live-Auftritt findet schließlich am 30. Januar 1969 statt: Auf dem Dach der Apple-Studios in der Londoner Savile Row spielen die Beatles (mit Billy Preston) unter freiem Himmel ihr letztes öffentliches Konzert. Nachdem infolge der gaffenden Passanten ein Verkehrschaos droht und sich einige Anwohner wegen Ruhestörung belĂ€stigt fĂŒhlen, wird die Show nach 42 Minuten von der Polizei abgebrochen. Das Konzert endet mit John Lennons Worten:

„I’d like to say thank you on behalf of the group and ourselves and I hope we passed the audition.“
„Ich möchte mich im Namen der Gruppe und uns selbst bedanken – und ich hoffe, wir haben das Vorspielen bestanden.“

Nach dem Ende der Dreharbeiten wird das Get Back-Projekt im Februar vorlĂ€ufig auf Eis gelegt. Am 12. MĂ€rz 1969 heiratet Paul McCartney die Fotografin Linda Eastman in London. Gleichzeitig werden George und Pattie Harrison von dem berĂŒchtigten Rauschgiftfahnder Norman Pilcher, der im Herbst 1968 bereits John Lennon und Yoko Ono verhaftet hatte, wegen Drogenbesitzes festgenommen und spĂ€ter zu Geldstrafen verurteilt.

John Lennon und Yoko Ono heiraten am 20. MĂ€rz im britischen Konsulat von Gibraltar. Anstatt einer Hochzeitsreise entschließt sich das Paar, eine Woche lang in einem Hotelbett in Amsterdam fĂŒr den Frieden zu demonstrieren („Bed-in“). SpĂ€ter folgen weitere Friedensproteste, darunter ein weiteres Bed-in in Montreal, mehrere Auftritte in SĂ€cken („Bagism“) und die RĂŒckgabe von Lennons MBE-Orden.

Im FrĂŒhling 1969 nehmen die geschĂ€ftlichen Probleme der Beatles ĂŒberhand, als Dick James und dessen Partner Charles Silver ohne Wissen der Gruppenmitglieder ihre Anteile an „Northern Songs Ltd.“, die die Lennon/McCartney-Kompositionsrechte beinhalten, an die „Associated Television Corporation“ (ATV) verkaufen. Im Laufe der BemĂŒhungen zu einem RĂŒckkauf stellt sich heraus, dass Paul McCartney seine Anteile ohne das Wissen von John Lennon erhöht hatte. FĂŒr zusĂ€tzliche Verwicklungen sorgen Lennon, Harrison und Starr am 8. Mai, als sie den GeschĂ€ftsmann Allen Klein gegen den Willen von McCartney als neuen Beatles-Manager einsetzen.

Am 11. April 1969 veröffentlichen die Beatles ihre Single Get Back. Bereits am 29. Mai folgt das ausschließlich von John Lennon und Paul McCartney eingespielte StĂŒck The Ballad of John and Yoko.

Trotz der persönlichen und geschĂ€ftlichen Differenzen beginnen die Beatles am 16. April 1969 mit den Aufnahmen fĂŒr ein neues Album. Durch die von den Gruppenmitgliedern angestrebte Konzentration auf ihre Musik und die von Produzent George Martin unterstĂŒtzte RĂŒckbesinnung auf die Machart frĂŒherer Arbeiten verlĂ€uft die Produktion weitgehend harmonisch. Unter einer spĂŒrbaren sentimentalen Abschiedsstimmung entstehen Klassiker wie Come Together, Golden Slumbers, Oh! Darling, Octopus’s Garden (eine Komposition von Ringo Starr) und Here Comes the Sun (Harrison). Am 20. August 1969 sind die Beatles zum letzten Mal zu viert im Studio, und zwei Tage spĂ€ter finden im Tittenhurst Park die letzten gemeinsamen Fotoaufnahmen statt.

Paul und Linda McCartneys erste Tochter Mary wird am 29. August 1969 in London geboren.

Am 20. September 1969 unterzeichnen John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr in London einen neuen Tantiemen-Vertrag mit der EMI und Capitol Records. Als McCartney wĂ€hrend des Treffens eine Reihe weiterer Beatles-Konzerte vorschlĂ€gt, erklĂ€rt John Lennon seinen Ausstieg aus der Gruppe. Sechs Tage spĂ€ter wird das Album Abbey Road, auf dessen berĂŒhmten Cover die Beatles den Zebrastreifen der Londoner Abbey Road ĂŒberqueren, veröffentlicht. Die LP endet nach einem mehrteiligen Medley mit dem StĂŒck The End, das mit den Worten schließt:

„And in the end the love you take is equal to the love you make.“

Die Dreharbeiten fĂŒr den Promofilm zur Single Something, die am 6. Oktober erscheint, und die Aufnahme einer Weihnachtsplatte fĂŒr die Fan-Clubs im November gehen bereits getrennt vonstatten.

Nach einer Fernseh- und Presse-Umfrage wird John Lennon am 2. Dezember 1969 neben John F. Kennedy und Mao Zedong zum „Mann des Jahrzehnts“ gewĂ€hlt.

WĂ€hrend sich John Lennon mit seiner Frau Yoko Ono in DĂ€nemark aufhĂ€lt, arbeiten Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr am 3. Januar 1970 in den Abbey Road-Studios an der Harrison-Komposition I Me Mine. Einen Tag spĂ€ter vollendet McCartney sein StĂŒck Let It Be, das am 6. MĂ€rz 1970 als Single veröffentlicht wird. Am 27. MĂ€rz 1970 erscheint Ringo Starrs erstes Soloalbum Sentimental Journey.

Ohne das Wissen von Paul McCartney hatte John Lennon den renommierten Produzenten Phil Spector mit der Abmischung der FilmbĂ€nder vom Januar 1969 beauftragt. Dieser verĂ€ndert den ursprĂŒnglichen Get back-Gedanken einer einfachen Aufnahmetechnik und versetzt die StĂŒcke mit klassischer Begleitung und Gesangsdoppelungen. Im Rahmen dieser Arbeiten findet am 1. April 1970 die letzte Beatles-Aufnahmesession statt, als Ringo Starr in den Abbey Road-Studios fĂŒr drei der StĂŒcke Schlagzeug-Overdubs einspielt. Das Soundtrack-Album wird schließlich als Let It Be am 8. Mai 1970 veröffentlicht. Der gleichnamige Film feiert am 20. Mai in London Weltpremiere und wird ein Jahr spĂ€ter mit einem Oscar fĂŒr die beste Filmmusik ausgezeichnet.

Am 10. April 1970 schickt Paul McCartney der britischen Presse ein in den Vorab-Exemplaren seiner ersten Solo-LP McCartney enthaltenes Interview, in dem er die Trennung der Beatles bekanntgibt:

Q: „Are you planning a new album or single with the Beatles?“ („Sind neue Veröffentlichungen geplant?“)
PM: „No.“ („Nein.“)
Q: „Have you any plans for live appearances?“ („Sind Live-Auftritte in Planung?“)
PM: „No.“ („Nein.“)
Q: „Is your break from the Beatles temporary or permanent, due to personal differences or musical ones?“ („Trennen Sie sich vorĂŒbergehend oder permanent, und liegen der Trennung persönliche oder musikalische Differenzen zugrunde?“)
PM: „Personal differences, business differences, musical differences, but most of all because I have a better time with my family. Temporary or permanent? I don't know.“ („Persönliche, geschĂ€ftliche und musikalische Differenzen, aber vor allem damit ich mehr Zeit fĂŒr meine Familie habe. VorĂŒbergehend oder permanent? Das weiß ich nicht.“)
Q: „Do you see a time when Lennon/McCartney becomes an active songwriting partnership again? (Sehen Sie eine Zukunft fĂŒr die musikalische Zusammenarbeit von ‚Lennon/McCartney‘“?)
PM: „No.“ („Nein.“)

Am gleichen Abend erscheint die letzte offizielle PresseerklÀrung der Beatles:

„April 10, 1970
Spring is here and Leeds play Chelsea tomorrow and Ringo and John and George and Paul are alive and well and full of hope. The world is still spinning and so are we and so are you. When the spinning stops – that’ll be the time to worry. Not before. Until then, the Beatles are alive and well and the beat goes on, the beat goes on...“
„Der FrĂŒhling ist da und Leeds spielt morgen gegen Chelsea, und Ringo und John und George und Paul sind am Leben und wohlauf und voller Hoffnung. Die Welt dreht sich weiter, so wie wir, und so wie ihr. Erst wenn sie aufhört, sich zu drehen – das wird der Zeitpunkt sein, sich zu sorgen. Vorher nicht. Bis dahin sind die Beatles am Leben und wohlauf, und der Beat geht weiter, der Beat geht weiter...“

Ex-Beatles (1970–1993)

Am 11. November 1970 wird Ringo Starrs einzige Tochter Lee Parkin in London geboren.

Nach den Querelen um Let It Be und Paul McCartneys Alleingang bei der Bekanntgabe der Trennung ist das VerhĂ€ltnis zwischen ihm und den restlichen Beatles zu Beginn der 1970er-Jahre zerrĂŒttet. Keines der Gruppenmitglieder ist bei der Weltpremiere des Films anwesend. John Lennon, der das Ende der Beatles in seiner Komposition God verarbeitet, zerstreut in einem legendĂ€ren Interview mit Jann Wenner vom Magazin „Rolling Stone“ jegliche Hoffnungen auf eine baldige Wiedervereinigung. Am 31. Dezember 1970 verklagt McCartney die restlichen Ex-Beatles und „Apple“ vor dem Londoner High Court auf Beendigung der GeschĂ€ftsbeziehungen untereinander. Der Prozess endet am 12. MĂ€rz 1971 zugunsten McCartneys.

Trotz der Beatles-Trennung bleiben John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr in den 1970er-Jahren in mehr oder weniger engem Kontakt. Zu einem gemeinsamen Treffen aller vier wird es jedoch nicht mehr kommen.

John Lennon schreibt und produziert fĂŒr Ringo Starr dessen StĂŒcke I’m the Greatest (1973), Goodnight Vienna (1974) und Cookin’ (1976). Paul McCartney unterstĂŒtzt Starr musikalisch bei den Aufnahmen zu You’re Sixteen und Six O’Clock (1973) und Pure Gold (1976). George Harrison arbeitet 1971 mit Lennon an der LP Imagine und mit Starr an Ringo (1973) und Ringo’s Rotogravure (1976). Ringo Starr selbst ist auf mehreren Solo-Alben seiner ehemaligen Kollegen vertreten, darunter John Lennon/Plastic Ono Band (Lennon 1970), All Things Must Pass (Harrison 1970) und Living in the Material World (Harrison 1973).

Am schwierigsten gestaltet sich die Beziehung zwischen John Lennon und Paul McCartney. McCartney greift seinen Ex-Partner 1971 auf einigen StĂŒcken seines Albums Ram persönlich an. Lennon kontert seinerseits mit der bösartigen Komposition How Do You Sleep?. Erst 1972 kommt es zu einer Versöhnung. Die enge Freundschaft aus Beatles-Tagen sollte sich jedoch nicht wiederbeleben lassen.

Am 12. Mai 1971 besuchen Paul McCartney und Ringo Starr die Hochzeit von Mick Jagger und Bianca Morena de MacĂ­as in Saint-Tropez. Starr spielt am 1. August auf George Harrisons „Konzert fĂŒr Bangladesch“ im New Yorker Madison Square Garden. Paul und Linda McCartneys zweite Tochter Stella wird am 13. September in London geboren.

1972 nehmen Ringo Starr, George Harrison und John Lennon gemeinsam mit Klaus Voormann (Bass) und Billy Preston (Orgel) den Titel I’m the Greatest auf. Er erscheint 1973 auf dem Solo-Album Ringo.

Im MĂ€rz des folgenden Jahres nehmen die drei an einer GeschĂ€ftsbesprechung von Capitol Records in New York teil. Am 2. April 1973 werden die Ă€ußerst erfolgreichen Greatest-Hits-Alben The Beatles 1962–1966 und The Beatles 1967–1970, auch bekannt als „Rotes und Blaues Album“ veröffentlicht. Im Herbst kauft Ringo Starr das Anwesen Tittenhurst Park von John Lennon, der mit Ono nach New York gezogen ist. Am 2. November verklagen Lennon, Harrison und Starr ihren Ex-Manager Allen Klein wegen der Unterschlagung von Tantiemen-Zahlungen. Der Prozess wird ein Jahr spĂ€ter zu ihren Gunsten entschieden.

Am 1. April 1974 nehmen John Lennon, Paul McCartney und Ringo Starr an einer Jamsession in einem Strandhaus in Santa Monica (Kalifornien) teil. Mit dabei sind u. a. Keith Moon, Harry Nilsson und Klaus Voormann. Es ist das letzte Mal, dass Lennon und McCartney gemeinsam Musik machen. Am 19. Dezember versĂ€umt John Lennon einen gemeinsamen Termin im New Yorker Plaza Hotel, bei dem die Auflösung der Beatles-GeschĂ€ftspartnerschaft offiziell besiegelt werden soll. Er unterzeichnet den Vertrag erst eine Woche spĂ€ter.

1975 lÀsst sich Ringo Starr von seiner Ehefrau Maureen scheiden. Nach drei Fehlgeburten wird am 9. Oktober John Lennon und Yoko Onos gemeinsamer Sohn Sean in New York geboren.

Der ehemalige Road-Manager und enge Beatles-Freund Mal Evans wird am 4. Januar 1976 in Los Angeles von der Polizei erschossen. Am 26. Januar lĂ€uft der Beatles-Plattenvertrag mit der EMI endgĂŒltig aus. Nach einer Wiederveröffentlichung aller Beatles-Singles in Großbritannien ist die Gruppe im April mit 23 Songs in den Top 100-Charts vertreten. Am 24. April, einige Wochen, nachdem den Beatles eine siebenstellige Summe fĂŒr eine Wiedervereinigung angeboten worden war, ist Paul McCartney bei John Lennon in dessen Wohnung im New Yorker Dakota-Haus zu Gast. Abends sehen sie sich gemeinsam die NBC-TV-Sendung „Saturday Night Live“ an, als Moderator Lorne Michaels den Beatles „den tariflichen Mindestlohn“ (ca. 1000 US-$) anbietet, wenn sie noch wĂ€hrend der Show vorbeikĂ€men. Die beiden halten die Idee fĂŒr „cool“ und rufen ein Taxi, das sich jedoch verspĂ€tet. Einen Tag spĂ€ter kommt McCartney erneut zu Besuch, wird aber von Lennon an der TĂŒr abgewiesen. Es ist das letzte Treffen der beiden Musiker.

Am 2. Mai 1977 wird der Mitschnitt des letzten Beatles-Konzerts im Hamburger „Star Club“ von 1962 auf einem Album veröffentlicht. Vier Tage spĂ€ter folgt die LP The Beatles at the Hollywood Bowl, die Live-Aufnahmen aus den Jahren 1964/65 enthĂ€lt. Am 12. September wird Paul und Linda McCartneys Sohn James in London geboren. Im gleichen Jahr lĂ€sst sich Harrison von seiner Ehefrau Pattie scheiden.

Die Beatles-Parodie The Rutles – All You Need Is Cash (u. a. mit George Harrison, Eric Idle, Bill Murray, Dan Aykroyd und John Belushi) feiert am 22. MĂ€rz 1978 auf NBC Premiere. Am 2. September heiratet Harrison die Mexikanerin Olivia Trinidad Arias in Henley-on-Thames. Der gemeinsame Sohn Dhani war bereits am 1. August in Windsor geboren worden.

Am 19. Mai 1979 besuchen Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr die Hochzeit von Eric Clapton und Harrisons Ex-Frau Pattie Boyd in Ewhurst (Surrey). WĂ€hrend der Feier spielen die drei Ex-Beatles ein Überraschungskonzert mit mehreren Rock-’n’-Roll-Klassikern. Paul McCartney wird am 24. Oktober in London als „erfolgreichster Komponist aller Zeiten“ vom Guinness-Buch der Rekorde mit einer Rhodium-Schallplatte ausgezeichnet.

John Lennon und George Harrison besuchen am 28. September 1980 eine AuffĂŒhrung der Comedy-Truppe Monty Python in der Hollywood Bowl. Am 28. November stimmt Lennon mit seiner Unterschrift einer eidesstattlichen ErklĂ€rung zu, die ein einmaliges Beatles-Konzert als Werbekampagne fĂŒr den geplanten Dokumentarfilm „The Long and Winding Road“ vorsieht.

Am 8. Dezember 1980 wird der 40-jĂ€hrige John Lennon, der gerade mit dem Album Double Fantasy sein musikalisches Comeback gefeiert hatte, vor seinem Haus in New York von dem psychisch gestörten Fan Mark David Chapman erschossen. Paul McCartney (gerade in London), George Harrison (Henley-on-Thames) und Ringo Starr (Bahamas) werden telefonisch ĂŒber den Tod ihres Ex-Partners informiert. Starr fliegt am 9. Dezember mit seiner Freundin Barbara Bach nach New York und besucht Yoko Ono und Sean Lennon im Dakota-Haus. Eine Woche spĂ€ter treffen sich die restlichen Ex-Beatles mit Ono im Plaza Hotel, um die geschĂ€ftlichen Konsequenzen von Lennons Ermordung zu diskutieren.

PresseerklÀrung von George Harrison:

„After all we went through together I had and still have great love and respect for him. I am shocked and stunned. To rob life is the ultimate robbery in life. This perpetual encroachment on other people’s space is taken to the limit with the use of a gun. It is an outrage that people can take other people’s lives when they obviously haven’t got their own lives in order.“
„Nach allem was wir durchgemacht haben, mag und respektiere ich ihn immer noch sehr. Ich bin bestĂŒrzt und fassungslos. Jemandem das Leben zu nehmen ist der schlimmste Raub, den man im Leben begehen kann. Dieses ewige Eingreifen in den Freiraum anderer Menschen wird durch den Gebrauch einer Waffe aufs Äußerste getrieben. Es ist ein GrĂ€uel, dass man das Leben eines anderen beenden kann, wenn man sein eigenes Leben nicht im Griff hat.“

Am 27. April 1981 heiratet Ringo Starr die Schauspielerin Barbara Bach in London. Zu den 70 GĂ€sten gehören auch Paul und Linda McCartney und George und Olivia Harrison. WĂ€hrend der Feier treten McCartney, Harrison und Starr mit Harry Nilsson und Ray Cooper als „All-Star-Band“ auf. Am 11. Mai veröffentlicht George Harrison die John Lennon-Tribut-Single All Those Years Ago, die musikalische BeitrĂ€ge von Paul McCartney und Ringo Starr enthĂ€lt. Starrs Album Stop and Smell the Roses vom 27. Oktober beinhaltet je zwei McCartney- und Harrison-Kompositionen.

Die am 26. April 1982 veröffentlichte Paul McCartney-LP Tug of War enthĂ€lt das John-Lennon-Tribut-StĂŒck Here Today. Ringo Starr spielt bei Take It Away Schlagzeug. Am 24. Mai besuchen George Harrison und Ringo Starr die AuffĂŒhrung des Films The Cooler (mit Starr und McCartney) auf dem Filmfestival von Cannes. Am 23. Juni spielen Paul McCartney und Ringo Starr ein gemeinsames Konzert vor Fanclub-Mitgliedern in den Elstree Film-Studios in Hertfordshire.

Den möglichen RĂŒckkauf der Firma „Northern Songs“ erörtern Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr bei einem Treffen am 25. Juli 1983 im Londoner Gore-Hotel. Im September klagen die drei Ex-Beatles gegen eine Veröffentlichung der Beatles-Fan-Club-Weihnachtssingles aus den Jahren 1963 bis 1969. Bei einem weiteren GeschĂ€ftstreffen mit Yoko Ono am 1. Dezember wird ĂŒber die Zukunft von Apple diskutiert.

Am 25. Oktober 1984 feiert der Paul McCartney-Kinofilm Give My Regards to Broad Street in New York Weltpremiere. Film und Soundtrack entstanden in enger Zusammenarbeit mit Ringo Starr. Im Dezember verhindern die drei Ex-Beatles die Veröffentlichung des Albums The Beatles Sessions, das bisher unveröffentlichte Aufnahmen enthalten hĂ€tte.

Im Jahr 1985 flammen die geschĂ€ftlichen Auseinandersetzungen zwischen den Ex-Beatles erneut auf. Am 25. Februar wird Paul McCartney von George Harrison, Ringo Starr und Yoko Ono verklagt, da er angeblich seine Tantiemen-Quoten an den Beatles-Platten heimlich erhöht hat. Am 10. August kauft Michael Jackson fĂŒr 47,5 Millionen Dollar die Rechte an allen 251 Lennon / McCartney-Kompositionen. Der unterlegene Bieter Paul McCartney ist entsetzt, da Yoko Ono ihm versichert hatte, ein Angebot von fĂŒnf Millionen Dollar wĂŒrde ausreichen.

Ab dem 26. Februar 1987 werden sĂ€mtliche Beatles-Alben auf CD neu veröffentlicht. Dabei steigt Sgt. Pepper zum 20-jĂ€hrigen JubilĂ€um bis auf Rang 3 der britischen Hitparade. Am 5. Juni treten George Harrison und Ringo Starr gemeinsam bei der „Prince’s Trust Rock Gala“ in der Londoner Wembley Arena auf. Auf dem am 2. November veröffentlichten Harrison-Album Cloud Nine, das auch den Beatles-Tribut-Song When We Was Fab enthĂ€lt, spielt Starr Schlagzeug.

George Harrison und Ringo Starr nehmen am 20. Januar 1988 an der EinfĂŒhrung der Beatles in die „Rock and Roll Hall of Fame“ im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel teil. Paul McCartney bleibt wegen der andauernden geschĂ€ftlichen Differenzen fern. Harrison und Starr geben mit Bob Dylan, Mick Jagger, Bruce Springsteen und Mike Love ein All-Star-Konzert. Am 8. MĂ€rz werden die Alben Past Masters Vol. 1 & 2 veröffentlicht, die eine Zusammenfassung aller Beatles-Singles und EPs enthalten.

Am 8. November 1989 werden die Plattenfirmen EMI und Capitol dazu verurteilt, 100 Millionen US-Dollar unbeglichene Tantiemen an die Ex-Beatles nachzuzahlen. Ende des Monats enthĂ€lt eine PresseerklĂ€rung von George Harrison das Zitat, die Beatles wĂŒrden sich nicht wiedervereinigen „so lange John Lennon tot bleibt“.

Im April 1990 werden vier in den Jahren 1983/84 entdeckte Asteroiden von der Internationalen Astronomischen Union in „Lennon“, „McCartney“, „Harrison“ und „Starr“ umbenannt. Am 29. Oktober verklagen die Ex-Beatles die aufstrebende Computerfirma Apple wegen unerlaubter Verwendung des Namens ihrer Plattenfirma. Man einigt sich schließlich außergerichtlich, nachdem der Computer-Konzern eidesstattlich versichert, nicht ins MusikgeschĂ€ft einzusteigen.

Am 6. April 1992 tritt Ringo Starr auf einem von George Harrison organisierten WohltĂ€tigkeitskonzert zugunsten der Meditiations-Organisation Natural Law Party in der Londoner Royal Albert Hall auf. Paul McCartney sitzt mit seiner Familie im Publikum. Am 8. Oktober treffen sich McCartney, Harrison und Starr mit Yoko Ono zu einer GeschĂ€ftsbesprechung in der Londoner MPL-Zentrale.

Anthology (1994–2001)

Bereits 1970 und 1980 hatte es PlĂ€ne fĂŒr eine groß angelegte TV-Dokumentation unter dem Arbeitstitel „The Long and Winding Road“ gegeben, bei der Neil Aspinall die Geschichte der Beatles aufarbeiten sollte. Kurz vor der Ermordung John Lennons waren die Verhandlungen mit den Ex-Mitgliedern, die als Teil der Werbekampagne sogar einem gemeinsamen Live-Auftritt zugestimmt hatten, weit fortgeschritten. Im Oktober 1987 einigen sich McCartney, Harrison und Starr bei einem Treffen in London schließlich auf eine Verwirklichung des Projekts The Beatles Anthology, das neben der Fernseh-Produktion und einem Buch auch drei Alben und drei neue Singles vorsieht. Unter der Regie von Geoff Wonfor beginnen im Mai 1992 die Dreharbeiten fĂŒr die aufwĂ€ndige Dokumentation, in der die Ex-Beatles in stundenlangen Interviews, die mit Originalton- und -filmaufnahmen untersetzt sind, ihre eigene Geschichte erzĂ€hlen. Neben Kommentaren der engen Vertrauten George Martin, Neil Aspinall und Derek Taylor werden auch Archiv-Zitate von John Lennon eingefĂŒgt.

Am 19. Januar 1994 wird John Lennon in Anwesenheit von Paul McCartney und Yoko Ono im New Yorker Waldorf-Astoria-Hotel als Solo-Interpret in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen. Auf der anschließenden Pressekonferenz bestĂ€tigt McCartney die GerĂŒchte um eine bevorstehende Beatles-Reunion. Ono ĂŒbergibt dem Musiker vier von Lennon in den 1970er-Jahren angefertigte Demo-BĂ€nder, die bisher unveröffentlichte StĂŒcke enthalten.

Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr beginnen am 11. Februar 1994 in McCartneys Heimstudio in Peasmarsh (Sussex) mit den Aufnahmen fĂŒr die erste neue Beatles-Single seit 25 Jahren. Unter der Produktion von Jeff Lynne werden dabei die neu eingespielten Gesangs- und Instrumental-Spuren mit Hilfe modernster Technik dem digital gesĂ€uberten Free as a Bird-Demoband von John Lennon hinzugefĂŒgt.

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„„It’s crazy really, because when you think about a new Beatles record, it is impossible, because John is not around. So, I invented a little scenario; he’s gone away on holiday and he’s just rung us up and he says, ‚Just finish this track for us, will you? I’m sending the cassette – I trust you.‘“
„Das ist echt verrĂŒckt, denn wenn man daran denkt, ein Beatles-Album aufzunehmen, ohne dass John zugegen ist, ist es unmöglich. Also hab ich mir eingeredet, er ist in den Urlaub gefahren und rief uns an, um uns zu sagen: ‚Stellt einfach diese Aufnahme fertig, einverstanden? Die Kassette schick ich Euch zu – ich vertrau Euch.‘““

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Ein Querschnitt der Beatles-Rundfunkaufnahmen aus den Jahren 1963 bis 1965 wird am 30. November 1994 auf dem Doppel-Album Live at the BBC veröffentlicht, das die Spitze der britischen Hitparade erreicht. Ringo Starrs Ex-Frau Maureen Cox stirbt am 30. Dezember im Alter von 48 Jahren in Los Angeles an den Folgen einer LeukĂ€mie-Knochentransplantation.

Am 6. Februar 1995 nimmt die Gruppe in Peasmarsh die Arbeit zu ihrer zweiten neuen Single Real Love auf. Die Produktion gestaltet sich diesmal schwieriger, da die Ton-QualitĂ€t des Demo-Bandes katastrophal ist. Die Vollendung der weiteren neuen StĂŒcke, Now and Then und Grow Old with Me, wird einen Monat spĂ€ter wegen Meinungsverschiedenheiten abgebrochen.

In Anwesenheit von George Martin beginnen die Beatles am 22. Mai 1995 in den Londoner Abbey-Road-Studios mit der Auswahl und Abmischung der StĂŒcke fĂŒr die geplanten drei Anthology-Alben, die Outtakes und unveröffentlichte StĂŒcke der Gruppe enthalten sollen. Ihr langjĂ€hriger Freund Klaus Voormann wird mit dem Cover-Design beauftragt. Im Oktober und November finden Dreharbeiten fĂŒr die Video-Clips zu Free as a Bird und Real Love statt.

Begleitet von einer monströsen Werbekampagne feiert am 19. November 1995 der erste Teil der fĂŒnfstĂŒndigen Dokumentation The Beatles Anthology vor 48 Millionen Zuschauern im US-Fernsehen Weltpremiere. Zwei Tage spĂ€ter wird das Doppel-Album Anthology 1 mit Titeln aus den Jahren 1958 bis 1964 veröffentlicht. Es erreicht die Spitze der US-Hitparade. Am 4. Dezember kommt die Single Free as a Bird in die LĂ€den, die entgegen allen Erwartungen hinter Michael Jacksons Earth Song auf Rang 2 der britischen Hitlisten stehen bleibt.

Am 4. MĂ€rz 1996 erscheint die zweite Comeback-Single Real Love, die vom britischen BBC-Rundfunk wegen „tontechnischer GrĂŒnde“ aus dem Programm verbannt wird. Gleichzeitig bietet ein US-amerikanischer Veranstalter den Beatles 225 Millionen Dollar fĂŒr ein 30-minĂŒtiges Live-Konzert und erhöht das Angebot wenig spĂ€ter auf 500 Millionen fĂŒr 20 Minuten. Anthology 2 (mit Titeln von 1965 bis 1968) erscheint am 18. MĂ€rz und steigt beiderseits des Ozeans an die Spitze der Hitlisten. Der Beatles-Produzent George Martin wird am 15. Juni zum Ritter geschlagen. Am 7. Oktober erscheint die Anthology auf einer achtteiligen Video-Box.

In einer PresseerklĂ€rung geben McCartney, Harrison und Starr am 17. Oktober 1996 bekannt, dass es keine weiteren gemeinsamen Aufnahmen geben wird. Das am 28. Oktober veröffentlichte Doppel-Album Anthology 3 (mit Titeln von 1968 bis 1970) erreicht wiederum Rang 1 der US-Hitlisten. Die Beatles sind damit die einzige Gruppe, die zweimal innerhalb von zwölf Monaten drei Mal die Spitze der US-LP-Hitparade erreicht hat. Insgesamt wird die Gruppe fĂŒr die dreiteilige Anthology mit 15 Multi-Platin-Schallplatten und drei Grammy Awards ausgezeichnet.

Am 11. MĂ€rz 1997 wird Paul McCartney im Londoner Buckingham Palace von Königin Elisabeth II. zum Ritter geschlagen. Zwei Monate spĂ€ter veröffentlicht er das Album Flaming Pie (benannt nach Lennons Äußerung zur Entstehung des Namens „Beatles“), das musikalische BeitrĂ€ge von Ringo Starr enthĂ€lt. McCartney revanchiert sich ein Jahr spĂ€ter bei dessen CD Vertical Man. Am 14. Oktober besuchen die beiden Ex-Beatles gemeinsam die Weltpremiere von McCartneys Orchesterwerk Standing Stone in der Royal Albert Hall.

Im Mai 1998 klagen Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr gegen eine Plattenfirma, die den Mitschnitt eines Star-Club-Konzerts der Beatles auf CD veröffentlicht hatte. Am 8. Juni nehmen McCartney, Harrison und Starr in London an der Trauerfeier fĂŒr Linda McCartney teil, die am 17. April in Tucson (Arizona) ihrem Brustkrebsleiden erlegen war. Am 28. Dezember werden die Beatles mit einem Stern auf dem „Hollywood Walk of Fame“ verewigt.

Am 14. September 1999 wird der digital restaurierte Zeichentrickfilm Yellow Submarine auf DVD veröffentlicht. Gleichzeitig erscheint ein neu zusammengestelltes und abgemischtes Soundtrack-Album. Zum Ende des Jahres werden die Beatles in einer landesweiten Umfrage unter 600.000 britischen BĂŒrgern zu den „Bedeutendsten KĂŒnstlern“ und zur „Besten Musikgruppe“ des 20. Jahrhunderts gewĂ€hlt. Sgt. Pepper’s gewinnt die Wahl zum „Besten Album“.

Am 30. Dezember wird George Harrison bei einem Messer-Attentat in seiner Villa in Henley-on-Thames im Brustbereich verletzt.

George Harrison und Ringo Starr sind am 17. September 2000 bei einer Party des Formel 1-Piloten Damon Hill in Hambledon (Surrey) zu Gast, wo sie zusammen mit Leo Sayer ein kurzes Konzert geben. Am 5. Oktober erscheint das Buch The Beatles Anthology mit den Abschriften der Interviews fĂŒr die gleichnamige Fernsehdokumentation. Mit dem am 17. November veröffentlichten „Greatest Hits“-Album 1 kehren die Beatles noch einmal in 34 Staaten (u. a. in Deutschland, Großbritannien und den USA) an die Spitze der Charts zurĂŒck. Die bestverkaufte CD des Jahres qualifiziert sich allein in der ersten Woche weltweit fĂŒr 35 Platin-Schallplatten und verkauft sich bis zum Jahr 2006 ĂŒber 24 Millionen mal.

Bereits im August/September 1997 hatte sich Geor