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gulli:lexikon - Alle Begriffe der Untergrund-SzeneTipp: Benutze die Suche, um weitere Begriffe im gulli:lexikon nachzuschlagen. Beim Zufall handelt es sich um die unvorhergesehene, spontane Verletzung einer Wahrscheinlichkeitsrechnung, die die Vorhersage einer Situation betrifft. Umgangssprachlich wird der Begriff Zufall â oder âreinerâ Zufall â verwendet, wenn ein Ereignis nicht kausal erklĂ€rbar ist. Deshalb sind die PhĂ€nomene der Quantenphysik ein Bereich, in dem es âreineâ ZufĂ€lle gibt. Zum Beispiel ist der Zerfall eines einzelnen Atomkerns eines Radionuklids zeitlich nicht vorhersagbar, sondern lediglich die Mengenabnahme einer gröĂeren Probe der Substanz mittels der Halbwertszeit. Der Begriff Zufall ist schwer gegen die Begriffe Unberechenbarkeit oder Unvorhersagbarkeit (siehe auch Berechenbarkeit beziehungsweise Vorhersagbarkeit) abgrenzbar und wird davon nicht immer unterschieden. Eine mehr oder weniger systematische Untersuchung des PhĂ€nomens Zufall geschieht
Zufallsprozesse in der WeltTeilbereiche der Philosophie beschĂ€ftigen sich mit der Frage, ob unsere Welt im innersten deterministisch (also kausal eindeutig vorherbestimmt) oder zufĂ€llig ist. Bei auf den ersten Blick zufĂ€llig erscheinenden Ereignissen stellt sich die Frage, ob der Beobachter lediglich zu wenig Informationen hatte, um eine exakte Vorhersage zu treffen, oder ob das beobachtete System in sich zufĂ€llig ist. Bei der ersten Art â den deterministischen Systemen â ist das Ergebnis eines Experiments bei identischen Bedingungen immer gleich. Eine beobachtete Varianz lĂ€sst darauf schlieĂen, dass der Beobachter an zumindest einer Stelle ungenau gemessen hat. Heute untersucht die Chaosforschung deterministisch chaotische Systeme; das sind deterministische Systeme, die sich aber aufgrund ihrer groĂen KomplexitĂ€t fĂŒr den Menschen momentan unvorhersagbar verhalten. Dies beschĂ€ftigte auch den Astrophysiker Steven Klein und lieĂ ihn zu folgender Auffassung kommen :"Es gibt keinen Zufall, lediglich eine Menge unbestimmter Faktoren die wir weder beeinflussen können noch wollen." Als Beispiel bringt er das berĂŒhmte `MĂŒnzenwerfen`, welches unter anderem von der OberflĂ€che der MĂŒnze, Luftdruck/-temperatur, oder etwa einem Luftzug abhĂ€nge. "NatĂŒrlich gibt es auch komplexere Beispiele, wie zum Beispiel das Wetter. Die Annahme "das Wetter ist unvorhersehbar" ist aber falsch. Es werden lediglich zu wenig Parameter verwendet." <ref>(Lexikon der Paranomalie III, Kapitel 20, S. 596, Zeile 5ff)</ref> Die Quantenphysik hat eine neuerliche Diskussion darĂŒber ausgelöst, ob die Welt fundamental deterministischen oder im innersten zufĂ€lligen Prinzipien gehorcht. Eine der vorherrschenden Deutungen der Quantentheorie (Kopenhagener Deutung) legt z. B. nahe, dass gleiche Experimente unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen können. Ein gutes Beispiel hierfĂŒr ist der radioaktive Zerfall. Hier ist zwar bekannt, dass nach dem Verstreichen der Halbwertszeit hinreichend genau die HĂ€lfte der radioaktiven Atome zerfallen sein werden â welche einzelne Atome zerfallen sein werden, lĂ€sst sich hingegen im Vornherein nicht vorhersagen. Es gibt alternative Deutungen der Quantenmechanik, die vorschlagen, dass verborgene Variablen der Grund fĂŒr die scheinbar zufĂ€lligen PhĂ€nomene sind. D.h. dass die beobachteten ZufĂ€lle eigentlich deterministische Prozesse sind und die Wissenschaft derzeit nur noch nicht in der Lage ist, die zugrundeliegenden GesetzmĂ€Ăigkeiten zu durchschauen. Daneben gibt es eine Theorie, die besagt, dass zufĂ€llige Quanteneffekte nur auf mikroskopischer Ebene eine Rolle spielen und diese Effekte nicht in den Makrokosmos durchdringen. GröĂere Objekte blieben somit von Quanteneffekten zunehmend unberĂŒhrt und verhalten sich deterministisch. Zufall und freier WilleZwischen den Begriffen Zufall und freier Wille existiert ein enger Zusammenhang. Man kann argumentieren, dass eine freie Entscheidung zumindest teilweise nicht andere EinflĂŒsse (innerer und Ă€uĂerer Art) bestimmen. Sie ist also nicht determiniert. Dies lĂ€sst sich indes gerade auch als Definition von Zufall ansehen: Nach der Auffassung kann es in einem Universum ohne Zufall keinen freien Willen geben, da jede Entscheidung bei Kenntnis aller EinflussgröĂen vorhergesagt werden könnte. Aber wenn unsere Entscheidungen zufĂ€llig zustande kommen, ist das erst recht nicht, was wir uns unter freiem Willen vorstellen. Immanuel Kant schlĂ€gt dafĂŒr in der Kritik der reinen Vernunft folgenden Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des Willens (âAntinomieâ der Willensfreiheit) entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem âDing an sichâ gleichgesetzt werden. âDenn, sind Erscheinungen Dinge an sich selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. (âŠ) Wenn dagegen Erscheinungen fĂŒr nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nĂ€mlich nicht fĂŒr Dinge an sich, sondern bloĂe Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen zusammenhĂ€ngen, so mĂŒssen sie selbst noch GrĂŒnde haben, die nicht Erscheinungen sind.â (B 564f, Kritik der reinen Vernunft). Willensfreiheit bedeutet danach âdas Vermögen, einen Zustand von selbst anzufangenâ (B 561, Kritik der reinen Vernunft). Einzelnachweise<references/> Siehe auch
Literatur
Klassische Werke zum Thema Zufall
Weblinks<imagemap>
Image:Wiktfavicon en.svg|16px|Wiktionary default wikt: desc none</imagemap> Wiktionary: Zufall â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen und Grammatik<imagemap>
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}} }}) }}<imagemap>
Image:Wikibooks-logo.svg|16px|Wikibooks default b: desc none</imagemap> Wikibooks: Zufall â Lern- und Lehrmaterialienda:TilfĂŠldighed en:Randomness eo:Hazardo es:Azar fr:Hasard ja:ă©ăłăă la:Fors nl:Toeval pl:LosowoĆÄ ru:ĐĄĐ»ŃŃаĐčĐœĐŸĐ” ŃĐŸĐ±ŃŃОД simple:Random sv:Slump tr:Rastlantısal Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Zufall aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |
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